Comments on: Interview mit Rainer Hufnagel-Person zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/ Das Magazin für studierende Arbeiterkinder Thu, 21 Oct 2021 23:01:00 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Sarrazin: Europa braucht den Euro nicht! - Seite 74 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-12711 Sat, 23 Jun 2012 14:18:48 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-12711 [...] Zitat von Gollancz Dann werde doch mal konkreter. Einen Vorwurf zu erheben ist sehr einfach. Diesen Vorwurf stichhaltig zu belegen, ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Hast du die Diskussion um seine Arbeitsmethoden nicht verfolgt Sarre bastelt sich seine Statistiken zurecht! Beispiele: Sarrazin schreibt in seinem Buch mehrmals, zum Beispiel auf S. 93: „Unter seriösen Wissenschaftlern besteht heute zudem kein Zweifel mehr, dass die menschliche Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich ist.“ In der in einer Fußnote angegeben Quelle jedoch steht: „Die hohen Langzeitstabilitäten in der Intelligenzleistung, die bereits in der frühen Kindheit um r = .50 betragen und ab der späten Kindheit auf über r = .80 ansteigen, sprechen für das Vorliegen eines stabilen Persönlichkeitsmerkmals“ r ist jedoch keine Angabe für Prozent bei r handelt es sich um die Korrelation nach Spearman. Eine Korrelation nach Spearman von r = .50 bedeutet aber, dass ein Merkmal zu 25 Prozent (!) nicht 50 Prozent durch eine Variable zu erklären ist. Der IQ (beziehungsweise richtiger noch: Die Varianz im IQ) ist also selbst nach Sarrazins Quellen nicht zu 50 bis 80, sondern zu 25 bis 64 Prozent erblich. Nicht zu fassen. Unser Bundesbankvorstand verwechselt Korrelationen mit Prozentangaben. Dieser Fehler, r als Prozentangabe statt als Korrelation zu intepretieren, ist Sarrazin nach Angaben von Eichener anscheinend auch an anderen Stellen mehrmals unterlaufen. Das beieinträchtigt natürlich die Aussagekraft eines Buches, das angibt sich auf Statistiken zu stützen, ganz gewaltig, wenn statistische Basisgrundlagen nicht beachtet werden. Sehr viele weiterführende statistische Verfahren stützen sich auf Korrelationen!!! Man könnte fast sagen, dass ohne Verständnis von Korrelation die ganze Beschäftigung mit Statistik sinnlos ist. Deswegen meine Bitte: Sagt es weiter, veröffentlicht es. Wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, schreibt es in den Artikel zu seinem Buch (Ach, und wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, bitte schaut euch auch den dortigen Artikel über Demographie an. In Diskussionen (Volker Eichener: Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin) wird dieser als Beweis dafür, dass Akademiker extrem wenige Kinder kriegen zitiert, aber er scheint veraltet zu sein (Interview mit Reiner Hufnagel-Person zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen) Quelle: Volker Eichener, Professor für Politikwissenschaft und Rektor der EBZ Business School – University of Applied Sciences, Bochum: Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin Informationen zur Korrelation nach Spearman unter anderem in: Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber: „Multivariate Analysemethoden“ ~~~~~~~~~~~~~~ Ich ging bisher davon aus, dass diese gravierenden Schnitzer auch in diesem Forum bekannt sind! [...] […] Zitat von Gollancz Dann werde doch mal konkreter. Einen Vorwurf zu erheben ist sehr einfach. Diesen Vorwurf stichhaltig zu belegen, ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Hast du die Diskussion um seine Arbeitsmethoden nicht verfolgt Sarre bastelt sich seine Statistiken zurecht! Beispiele: Sarrazin schreibt in seinem Buch mehrmals, zum Beispiel auf S. 93: „Unter seriösen Wissenschaftlern besteht heute zudem kein Zweifel mehr, dass die menschliche Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich ist.“ In der in einer Fußnote angegeben Quelle jedoch steht: „Die hohen Langzeitstabilitäten in der Intelligenzleistung, die bereits in der frühen Kindheit um r = .50 betragen und ab der späten Kindheit auf über r = .80 ansteigen, sprechen für das Vorliegen eines stabilen Persönlichkeitsmerkmals“ r ist jedoch keine Angabe für Prozent bei r handelt es sich um die Korrelation nach Spearman. Eine Korrelation nach Spearman von r = .50 bedeutet aber, dass ein Merkmal zu 25 Prozent (!) nicht 50 Prozent durch eine Variable zu erklären ist. Der IQ (beziehungsweise richtiger noch: Die Varianz im IQ) ist also selbst nach Sarrazins Quellen nicht zu 50 bis 80, sondern zu 25 bis 64 Prozent erblich. Nicht zu fassen. Unser Bundesbankvorstand verwechselt Korrelationen mit Prozentangaben. Dieser Fehler, r als Prozentangabe statt als Korrelation zu intepretieren, ist Sarrazin nach Angaben von Eichener anscheinend auch an anderen Stellen mehrmals unterlaufen. Das beieinträchtigt natürlich die Aussagekraft eines Buches, das angibt sich auf Statistiken zu stützen, ganz gewaltig, wenn statistische Basisgrundlagen nicht beachtet werden. Sehr viele weiterführende statistische Verfahren stützen sich auf Korrelationen!!! Man könnte fast sagen, dass ohne Verständnis von Korrelation die ganze Beschäftigung mit Statistik sinnlos ist. Deswegen meine Bitte: Sagt es weiter, veröffentlicht es. Wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, schreibt es in den Artikel zu seinem Buch (Ach, und wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, bitte schaut euch auch den dortigen Artikel über Demographie an. In Diskussionen (Volker Eichener: Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin) wird dieser als Beweis dafür, dass Akademiker extrem wenige Kinder kriegen zitiert, aber er scheint veraltet zu sein (Interview mit Reiner Hufnagel-Person zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen) Quelle: Volker Eichener, Professor für Politikwissenschaft und Rektor der EBZ Business School – University of Applied Sciences, Bochum: Die seltsamen Methoden des Thilo Sarrazin Informationen zur Korrelation nach Spearman unter anderem in: Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber: „Multivariate Analysemethoden“ ~~~~~~~~~~~~~~ Ich ging bisher davon aus, dass diese gravierenden Schnitzer auch in diesem Forum bekannt sind! […]

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by: Unterschätzte Geburtenneigung « Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-6201 Mon, 05 Sep 2011 15:59:34 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-6201 [...] Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung hat die Geburtenrrate in Deutschland von 1,4 auf 1,6 Kindern pro Frau nach oben korrigiert. Der Fehler der bisherigen Erfassung der Geburtenrate lag im Übersehen des sogenannten „Tempo-Effektes“. Frauen schieben die Geburten immer wieder weiter nach hinten. Insbesondere Frauen, die nach 1970 geboren wurden, bekommen demnach sehr viel häufiger Kinder als angenommen. Der Dishwasher hatte bereits vor zwei Jahren ein Interview mit Professor Hufnagel-Person geführt, der auch auf diesen Aspekt aufmerksam gemacht hatte und vor allem darauf verwies, dass die sogenannte Akademikerinnen-Kinderlosigkeit maßlos übertrieben würde. Denn es sind vor allem Akademikerinnen, die aufgrund ihrer Biografie später bekommen. Vor dem Hintergrund der falschen Zahlen zur Akademikerkinderlosigkeit ist vor ein paar Jahren das sozialkompensatorische Erziehungsgeld abgeschafft und durch das einkommensabhängige Elterngeld ersetzt worden. Von dem Elterngeld profitieren vor allem Besserverdienende, während ALGII-Empfänger_innen leer ausgehen (und auch kein Kindergeld erhalten, da dieses mit dem ALGII-Satz verrechnet wird). Auch Thilo Sarrazin und Gunnar Heinsohn begründen ihre Attacken gegen die sogenannte Unterschicht mit einer demografischen Argumentation, die den Tempo-Effekt ausklammert. Das MPI hat leider nicht nach sozialer Herkunft differenziert. Aber dass die späten Geburten sich so massiv auswirken und sich gerade im Gebäralter der sozialspezifische Unterschied zeigt, scheint Hufnagel-Persons Berechnungen zu stützen, dass Akademikerinnen sehr viel häufiger Kinder bekommen, als angenommen. Hier der Link zur Pressemitteilung des MPI für demografische Forschung. [...] […] Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung hat die Geburtenrrate in Deutschland von 1,4 auf 1,6 Kindern pro Frau nach oben korrigiert. Der Fehler der bisherigen Erfassung der Geburtenrate lag im Übersehen des sogenannten „Tempo-Effektes“. Frauen schieben die Geburten immer wieder weiter nach hinten. Insbesondere Frauen, die nach 1970 geboren wurden, bekommen demnach sehr viel häufiger Kinder als angenommen. Der Dishwasher hatte bereits vor zwei Jahren ein Interview mit Professor Hufnagel-Person geführt, der auch auf diesen Aspekt aufmerksam gemacht hatte und vor allem darauf verwies, dass die sogenannte Akademikerinnen-Kinderlosigkeit maßlos übertrieben würde. Denn es sind vor allem Akademikerinnen, die aufgrund ihrer Biografie später bekommen. Vor dem Hintergrund der falschen Zahlen zur Akademikerkinderlosigkeit ist vor ein paar Jahren das sozialkompensatorische Erziehungsgeld abgeschafft und durch das einkommensabhängige Elterngeld ersetzt worden. Von dem Elterngeld profitieren vor allem Besserverdienende, während ALGII-Empfänger_innen leer ausgehen (und auch kein Kindergeld erhalten, da dieses mit dem ALGII-Satz verrechnet wird). Auch Thilo Sarrazin und Gunnar Heinsohn begründen ihre Attacken gegen die sogenannte Unterschicht mit einer demografischen Argumentation, die den Tempo-Effekt ausklammert. Das MPI hat leider nicht nach sozialer Herkunft differenziert. Aber dass die späten Geburten sich so massiv auswirken und sich gerade im Gebäralter der sozialspezifische Unterschied zeigt, scheint Hufnagel-Persons Berechnungen zu stützen, dass Akademikerinnen sehr viel häufiger Kinder bekommen, als angenommen. Hier der Link zur Pressemitteilung des MPI für demografische Forschung. […]

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by: Sarrazin nicht in der Lage Korrelation zu interpretieren! « Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-1287 Fri, 24 Sep 2010 17:00:50 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-1287 [...] Deswegen meine Bitte: Sagt es weiter, veröffentlicht es. Wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, schreibt es in den Artikel zu seinem Buch (Ach, und wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, bitte schaut euch auch den dortigen Artikel über Demographie an. In Diskussionen (http://www.rohmert-medien.de/immobilienbrief/analyse-die-seltsamen-methoden-des-thilo-sarrazin,108286.html) wird dieser als Beweis dafür, dass Akademiker extrem wenige Kinder kriegen zitiert, aber er scheint veraltet zu sein (http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/) [...] […] Deswegen meine Bitte: Sagt es weiter, veröffentlicht es. Wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, schreibt es in den Artikel zu seinem Buch (Ach, und wenn ihr Wikipedia-Autoren seid, bitte schaut euch auch den dortigen Artikel über Demographie an. In Diskussionen (http://www.rohmert-medien.de/immobilienbrief/analyse-die-seltsamen-methoden-des-thilo-sarrazin,108286.html) wird dieser als Beweis dafür, dass Akademiker extrem wenige Kinder kriegen zitiert, aber er scheint veraltet zu sein (http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/) […]

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by: Migrantinnen bekommen nicht mehr Kinder als Deutsche « Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-1094 Thu, 12 Aug 2010 13:14:09 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-1094 [...] Dass in Deutschland „die Falschen“ die Kinder bekommen und daher „die Richtigen“ immer mehr Subventionen vom Staat erhalten sollten, ist nicht nur ethisch aeusserst problematisch, sondern es scheint auch empirisch falsch zu sein. Eine Studie von Hufnagel-Person konnte vor zwei Jahren bereits zeigen, dass Akademikerinnen ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen. Jetzt folgte eine Studie aus Rostock, die nachweist, dass auch Migrantinnen nicht ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen, sondern sich in ihrem Gebaerverhalten anpassen. Im Folgenden zitiere ich aus einem Bericht der Universität Rostock vom 10.08.2010 (idw): Obwohl Zuwanderung und Integration drängende Themen für die Politik sind, hat es in Deutschland lange Zeit kaum Forschungen zum demografischen Verhalten von Migranten und ihren Nachkommen gegeben. Dr. Nadja Milewski, Wissenschaftlerin der Universität Rostock, ist in ihren Forschungen zu erstaunlichen Ergebnissen gelangt. Frauen der zweiten Migrantengeneration haben sich dem Geburtenverhalten von deutschen Frauen nahezu angepasst, sagt die Rostockerin, die kürzlich für ihre Forschungsergebnisse von der Universität Rostock mit dem Joachim-Jungius-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Damit scheiden Migrantinnen offenbar aus, wenn es darum geht, dem demografischen Wandel oder der Bevölkerungsalterung durch Geburtenzuwachs begegnen zu wollen. Die ganze Meldung lesen [...] […] Dass in Deutschland „die Falschen“ die Kinder bekommen und daher „die Richtigen“ immer mehr Subventionen vom Staat erhalten sollten, ist nicht nur ethisch aeusserst problematisch, sondern es scheint auch empirisch falsch zu sein. Eine Studie von Hufnagel-Person konnte vor zwei Jahren bereits zeigen, dass Akademikerinnen ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen. Jetzt folgte eine Studie aus Rostock, die nachweist, dass auch Migrantinnen nicht ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen, sondern sich in ihrem Gebaerverhalten anpassen. Im Folgenden zitiere ich aus einem Bericht der Universität Rostock vom 10.08.2010 (idw): Obwohl Zuwanderung und Integration drängende Themen für die Politik sind, hat es in Deutschland lange Zeit kaum Forschungen zum demografischen Verhalten von Migranten und ihren Nachkommen gegeben. Dr. Nadja Milewski, Wissenschaftlerin der Universität Rostock, ist in ihren Forschungen zu erstaunlichen Ergebnissen gelangt. Frauen der zweiten Migrantengeneration haben sich dem Geburtenverhalten von deutschen Frauen nahezu angepasst, sagt die Rostockerin, die kürzlich für ihre Forschungsergebnisse von der Universität Rostock mit dem Joachim-Jungius-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Damit scheiden Migrantinnen offenbar aus, wenn es darum geht, dem demografischen Wandel oder der Bevölkerungsalterung durch Geburtenzuwachs begegnen zu wollen. Die ganze Meldung lesen […]

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by: Regierung: Elterngeld wird für Arme komplett gestrichen « Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-675 Mon, 07 Jun 2010 15:38:18 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-675 [...] Das Elterngeld wurde nach einer aufgeheizten Debatte um eine angeblich sehr hohe Kinderlosigkeit von Akademikerinnen eingeführt. 2005 und 2006 wurden Daten einer Mikrozensus-Studie falsch wiedergegeben und der Mythos einer 40%igen Kinderlosigkeit von Akademikerinnen machte die Runde. Tatsächlich wurde diese Zahl nie erhoben. Mitte 2006 dementierten alle größeren Forschungsinstitute (DIW, Bundesamt für Statistik, MPI demografische Forschung, IfO Dresden) die sich mit der demografischen Entwicklung befassten, diese Zahl. Mit dieser falschen Zahl wurde Politik gemacht. Noch ein halbes Jahr nach den Dementis betonte Angela Merkel vor der Arbeitgebertagung im November 2006, dass das Elterngeld nicht eingeführt wird, damit mehr Männer sich um Erziehung kümmern, sondern um die dramatisch hohe Zahl von 40% Akademikerkinderlosigkeit: „Meine Damen und Herren, wir haben mit dem Elterngeld einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik vollzogen; aber weniger, weil wir jetzt finden, dass auch Väter sich einmal um kleine Kinder kümmern können.[…] Das Elterngeld ist deshalb so interessant ‑ und deshalb erwähne ich es hier noch einmal ‑, weil es zum ersten Mal die Entscheidung für ein Kind und die Möglichkeit, ein Jahr keine Berufstätigkeit auszuüben, an das vorherige Gehalt koppelt. Bis jetzt ist Unterstützung von Familien eigentlich immer eine Unterstützung der bedürftigen Familien gewesen. […] Ich glaube, es wird auch genau an dem Punkt zumindest ein Stück weit ansetzen ‑ zählen können wird man das nie ‑, wo wir heute das Problem haben, dass nämlich 40 % der Akademikerinnen, im Übrigen auch der Akademiker, keine Kinder haben. Auch das ist ein Zustand, den sich ein Land, das sich als hoch entwickelt bezeichnen will, nicht leisten kann.“ (Merkels Rede vor dem Arbeitgebertag November 2006) Bereits damals war diese Zahl dementiert. Inzwischen gibt es Sonderauswertungen und die belegen, dass die Zahl der kinderlosen Frauen mit hoher Bildung in Westdeuchtland 26 Prozent beträgt, in Ostdeutschland sogar nur 9 Prozent (hier ist die Zahl der kinderlosen Frauen mit niedriger Bildung höher und beträgt 12 Prozent). Wir führten letztes Jahr mit Professor Hufnagel-Person ein Interview, der mit seinen Studien belegen konnte, dass Akademikerinnen inzwischen sogar überproportional viele Kinder bekommen. [...] […] Das Elterngeld wurde nach einer aufgeheizten Debatte um eine angeblich sehr hohe Kinderlosigkeit von Akademikerinnen eingeführt. 2005 und 2006 wurden Daten einer Mikrozensus-Studie falsch wiedergegeben und der Mythos einer 40%igen Kinderlosigkeit von Akademikerinnen machte die Runde. Tatsächlich wurde diese Zahl nie erhoben. Mitte 2006 dementierten alle größeren Forschungsinstitute (DIW, Bundesamt für Statistik, MPI demografische Forschung, IfO Dresden) die sich mit der demografischen Entwicklung befassten, diese Zahl. Mit dieser falschen Zahl wurde Politik gemacht. Noch ein halbes Jahr nach den Dementis betonte Angela Merkel vor der Arbeitgebertagung im November 2006, dass das Elterngeld nicht eingeführt wird, damit mehr Männer sich um Erziehung kümmern, sondern um die dramatisch hohe Zahl von 40% Akademikerkinderlosigkeit: „Meine Damen und Herren, wir haben mit dem Elterngeld einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik vollzogen; aber weniger, weil wir jetzt finden, dass auch Väter sich einmal um kleine Kinder kümmern können.[…] Das Elterngeld ist deshalb so interessant ‑ und deshalb erwähne ich es hier noch einmal ‑, weil es zum ersten Mal die Entscheidung für ein Kind und die Möglichkeit, ein Jahr keine Berufstätigkeit auszuüben, an das vorherige Gehalt koppelt. Bis jetzt ist Unterstützung von Familien eigentlich immer eine Unterstützung der bedürftigen Familien gewesen. […] Ich glaube, es wird auch genau an dem Punkt zumindest ein Stück weit ansetzen ‑ zählen können wird man das nie ‑, wo wir heute das Problem haben, dass nämlich 40 % der Akademikerinnen, im Übrigen auch der Akademiker, keine Kinder haben. Auch das ist ein Zustand, den sich ein Land, das sich als hoch entwickelt bezeichnen will, nicht leisten kann.“ (Merkels Rede vor dem Arbeitgebertag November 2006) Bereits damals war diese Zahl dementiert. Inzwischen gibt es Sonderauswertungen und die belegen, dass die Zahl der kinderlosen Frauen mit hoher Bildung in Westdeuchtland 26 Prozent beträgt, in Ostdeutschland sogar nur 9 Prozent (hier ist die Zahl der kinderlosen Frauen mit niedriger Bildung höher und beträgt 12 Prozent). Wir führten letztes Jahr mit Professor Hufnagel-Person ein Interview, der mit seinen Studien belegen konnte, dass Akademikerinnen inzwischen sogar überproportional viele Kinder bekommen. […]

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by: „… in die Bildungsferne geboren“ Neues von Heinsohn « Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-307 Sat, 20 Mar 2010 21:06:17 +0000 http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/interview-mit-rainer-hufnagel-person-zur-kinderlosigkeit-von-akademikerinnen/#comment-307 [...] Hmmm… das „Institut für deutsche Wirtschaft“ legte just diese Woche einen Bericht über den zu erwartenden Akademikermangel vor (wir berichteten). Dort wird nicht empfohlen, die Sozialhilfe auf 4 Jahre zu begrenzen, sondern ein bundesweites Stipendienprogramm einzuführen. Erscheint mir plausibler. Auch dieses vielbeschworene „Aussterben der Akademikerinnen“, welches bei Heinsohn direkt in ein „Aussterben der Leistungsträger“ umgewandelt wird, ist ein Mythos (siehe Interview mit Rainer Hufnagel-Person), bekanntlich bekommen AkademikerInnen überdurchschnittlich viele Kinder. [...] […] Hmmm… das „Institut für deutsche Wirtschaft“ legte just diese Woche einen Bericht über den zu erwartenden Akademikermangel vor (wir berichteten). Dort wird nicht empfohlen, die Sozialhilfe auf 4 Jahre zu begrenzen, sondern ein bundesweites Stipendienprogramm einzuführen. Erscheint mir plausibler. Auch dieses vielbeschworene „Aussterben der Akademikerinnen“, welches bei Heinsohn direkt in ein „Aussterben der Leistungsträger“ umgewandelt wird, ist ein Mythos (siehe Interview mit Rainer Hufnagel-Person), bekanntlich bekommen AkademikerInnen überdurchschnittlich viele Kinder. […]

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