Proletarische Elternräte

In der Weimarer Republik existierten „Proletarische Elternräte“, die sich für eine arbeiterkinderfreundliche Schulpolitik einsetzten. 1920 wurden in den „Leitsätze für die Arbeit in den Elternbeiräten“ sechs Forderungen aufgestellt:

1. Öffentlichkeit des Unterrichts – das Recht der proletarischen Elternräte, jederzeit und unangemeldet dem Unterricht beizuwohnen
2. Stimmrecht bei allen Lehrerkonferenzen – die Zuziehung der proletarischen Elternräte mit Stimmrecht zu allen Konferenzen und Sitzungen des Lehrkörpers, in denen Fragen des Unterrichts, der Lehrmittel, des Lehrplans, der Schuldisziplin, der ferien, der Schulhygiene, der Zeugnisse und der Versetzung usw. besprochen werden
3. Mitbestimmung bei innerschulischen Angelegenheiten – den maßgebenden Einfluß der proletarischen Elternräte bei der Durchführung von Schülerspeisen, Verteilung an Kleidung, bei der Auswahl von Kindern für Ferienkolonien, bei der Wahl des Schularztes, bei Verhängung schwerer Strafen
4. Einführung von Schülerräten – die Einführung von Schülerräten, die von den Schülern der einzelnen Klassen frei gewählt werden und deren Befugnisse entsprechend der Altersstufe zunehmen
5. Mitbestimmung bei Anstellung und Entlassung von Lehrkräften – das Recht der proletarischen Elternräte, die Suspendierung beziehungsweise Entlassung von Lehrkräften zu beschließen, die sich gegenrevolutionärer Agitation oder grober Mißhandlung der Kinder schuldig machen. Vetorecht der Elternräte gegenüber der Anstellung mißliebiger Lehrkräfte
6. Mitsprache bei der Reichsschulgesetzgebung – den maßgebenden Einfluß der Landeselternräte beziehungsweise des Reichselternrates auf die gesamte Schulgesetzgebung.

Dieser Beitrag steht unter der Lizenz cc-by-sa und die Erstveröffentlichung findet sich hier: Proletarische Elternräte

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1 Antwort auf „Proletarische Elternräte“


  1. 1 Brauchen wir proletarische Elternräte? « Dishwasher Pingback am 24. August 2010 um 9:29 Uhr
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