Stipendienentwurf – Call for Meinung

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zum Stipendienprogramm vorgelegt. Die HIS-Studie vom vergangenen Jahr hatte festgestellt, dass Studierende mit einer sog. „niedrigen sozialen Herkunft“ prozentual sehr viel seltener Stipendien erhalten als ihre Mitstudierenden. Wird der Gesetzesentwurf der eigenen Willensbekundung gerecht, in der es heißt:

„Die Bundesregierung legt diesen Gesetzentwurf vor, um begabte Studierende aufgrund ihrer Leistungen in Schule, Studium oder Beruf sowie ihres bisherigen persönlichen Werdegangs durch die Gewährung eines Stipendiums bei der Entfaltung ihrer Talente und Fähigkeiten zu unterstützen. Dabei sollen bei der Auswahl der geförderten Studierenden neben Begabung und Leistung auch gesellschaftliches Engagement, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen oder besondere Umstände berücksichtigt werden können, die sich beispielsweise aus der familiären Herkunft oder einem Migrationshintergrund ergeben. Darüber hinaus soll die Verfügbarkeit einer wachsenden Zahl von Stipendien auch Studieninteressierten, die aus ökonomischen Gründen zögern, ein Studium aufzunehmen, die Entscheidung für eine Hochschulausbildung erleichtern. Zudem gilt es, bislang in der Begabtenförderung unterrepräsentierte Gruppen stärker einzubeziehen, etwa die Studierenden an Fachhochschulen, die häufiger als Studierende an Universitäten einen bildungsfernen familiären Hintergrund aufweisen. Die Gewährung des Stipendiums soll all diese Studierenden zu Spitzenleistungen motivieren.“

Hier ist der PDF-Link zur Studie: Entwurf eines Gesetzes zur Schaffung eines von Bund, Ländern und Privaten finanzierten nationalen Stipendienprogramms Wir bitten Euch um Eure Meinungen. Auch Links zu Artikeln, die sich mit der Problematik „Soziale Herkunft“ und dem Stipenentwurf befassen, sind willkommen.

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5 Antworten auf „Stipendienentwurf – Call for Meinung“


  1. 1 Carl 25. Februar 2010 um 19:05 Uhr

    Mir sind beim Überfliegen folgende Punkte aufgefallen:
    1. Es ist die Rede davon, dass acht Prozent der Studierenden begabt seien. In einem Interview mit dem Generalsekretär der deutschen Studierendenstiftung habe ich eine ähnliche Prozentangabe gelesen. Wie kommt man auf diese Zahl?
    2. Was macht man mit den 92 Prozent der Studierenden, die anscheinend (nach dieser Logik) unbegabt sind? Bekommen die keine Förderung?
    3. Als sehr kritisch sehe ich die Aussage, die Studienfinanzierung sei im Vergleich zu den USA zu wenig privatisiert, an. Ich finde wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Förderung – wie er zum Glück durch das Bafög schon teilweise verwirklicht wird – nicht Stipendien, die nach Gutsherrenmanier vergeben werden.
    4. Besonderes Engagement und die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme soll gewürdigt werden. Wie genau wird das operationalisiert werden? Wenn einer armer Schüler neben der Schule arbeitet, um seine Herkunftsfamilie zu unterstützen, wird das auch als Verantwortungsübernahme gelten oder gelten nur die „klassischen Kriterien“ wie etwa Ehrenämter?
    5. Was wird getan werden, um die Stipendien bekannter zu machen und Personen aus allen Schichten und ehtnischen Gruppen dazu zu bringen, sich zu bewerben?
    6. Was wird getan werden, um eventuelle Vorurteile über die Stipendien zu zerstreuen?

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