Erfahrungsbericht

anonymer Beitrag

„Wir hatten an unserer Schule viele gute Lehrer, aber Einer ist mir besonders aufgefallen. Das war mein Deutschlehrer. Er hat selbst sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt.

Wir haben im Unterricht über die Kultur der Arbeiterklasse und ihre Literatur gesprochen. Ich wußte vorher nicht, dass es Arbeiterliteratur überhaupt gibt, da wir bei anderen Lehrern eher die „Klassiker“ behandelt haben. Ein Gedicht hat mich besonders beeindruckt. Das war „Des Bergmanns Leiche“ von Trinius Karl Bernhard. Einer meiner Großväter war Bergmann gewesen.
Wir sind auch mit der Schulklasse im Theater gewesen und haben Brecht angesehen. Das hat mich geprägt. Ich war zum ersten Mal im Theater.

Ich war auf dem Alexander von Humboldt Gymnasium in Neuss. Der Name meines Lehrers war Herr Friedberg. Leider habe ich ihm nie gesagt, wie sehr mir sein Unterricht gefallen hat.“

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5 Antworten auf „Erfahrungsbericht“


  1. 1 Chrischiii 28. Februar 2010 um 14:43 Uhr

    Wenn dir der Unterricht so gut gefallen hat, dann kannst du ihn doch auch bewerten, gibt ja etliche Portale, wo man Lehrer bewerten kann. Ich denke, das ist ne ganz gute Möglichkeit!

  2. 2 Morten 10. März 2010 um 19:17 Uhr

    Ich bin zwar gerade erst noch in der 12. Klasse und mache mein Abitur, aber meine Eltern sind auch beide Handwerker und haben nicht viel Geld. Vor einem Jahr habe ich die Schule gewechselt, in eine 20.000-Einwohner Stadt. Ich habe auch so einen Lehrer, der mir die Augen geöffnet hat. Der hat mir mit einfachen Tipps für das gesellschaftliche Leben schon eine ganze Menge vermittelt, die ich zuhause nicht gelernt habe.Es sind ja nicht nur die Schulbildung, sondern es ist ja auch soziales Auftreten, kulturelle Bildung, gewisse Manieren und Kontakte der Eltern. Solchen Lehrern, die es schaffen, auf Kinder aus allen sozialen Schichten Rücksicht zu nehmen, ist es mir eine besondere Ehre zu danken. Da geht ein persönlicher Satz über ein anonymen Vote .

  3. 3 Carl 11. März 2010 um 11:45 Uhr

    Mortens Erfahrungsbericht sollte auch veröffentlicht werden – wenn Morten zustimmt.

  4. 4 Gott schütze das ehrbare Handwerk 16. März 2010 um 17:37 Uhr

    @ Morten: Man sollte sich nicht schämen, weil die Eltern Handwerker sind. Das Handwerk ist doch die Zukunftswerkstatt der Nation und hat Deutschland schon immer entscheidend mitgestaltet.

    Mein Vater ist auch Handwerker, Handwerksmeister. Wir haben ebenfalls nicht viel Geld, aber Geld ist unwesentlich. Ich habe in nichtmaterieller Hinsicht eine Menge von zuhause mitgegeben gekriegt. Gewisse Werte und Manieren gehören auch dazu.

    Wenn du nicht gewisse Werte und Benimm hättest, würdest du deinem Lehrer nicht danken wollen. Das machen Leute ohne Manieren nicht. Daraus schließe ich, dass deine Eltern dich gut erzogen haben.

  5. 5 Tobias 17. März 2010 um 22:11 Uhr

    Ich finde das toll, dass dieser Lehrer – Herr Friedberg – Arbeiterliteratur im Unterricht gemacht hat. Durch Zufall bist Du mit einer verschütteten Tradition konfrontiert worden. Man sieht daran wie einseitig die Bildungsinhalte in den Bildungsinstitutionen – auch an der Hochschule – den sozialen Erfahrungen der bürgerlich-akademischen Schichten entsprechen. Nur durch Ausnahmelehrer erfährt, man dass es einen breiten und wichtigen Traditionsbestand der Arbeiterbewegung un der Arbeiterliteratur gibt. Man sollte das fordern, dass solche Unterrichtsinhalte behandelt werden! Die Arbeiterkinder würden sich dann weniger fremd im Bildungssystem fühlen.

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