Archiv für Februar 2010

Aufgeschnappt

Guido Westerwelle über Einheitsschulen als Zeichen spätrömischer Dekadenz, Welt-Online 11.02.2010
„Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein. An einem solchen Denken kann Deutschland scheitern. In vielen aufstrebenden Gesellschaften andernorts auf der Welt wird hart gearbeitet, damit die Kinder es einmal besser haben. Bei uns dagegen wird Leistung schon im Bildungssystem gering geschätzt: Wir debattieren Einheitsschulen und das Ende der Notengebung.“

Verhandlungen um Schulreform in Hamburg gescheitert

Die Verhandlungen zwischen dem Senat und der Initiative „Wir wollen lernen“ in Hamburg sind gescheitert. Konkret ging es um die Verlängerung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre und die Abschaffung des „Elternwillens“ bei der Entscheidung, auf welche Schule die Kinder nach der sechsten Klasse sollen. (mehr…)

Aufhebung der Grundschulbezirke fördert Selektion


Sie trieben ihn in eine Schule in der Oberstadt,
kämmten ihm die Haare und die krause Sprache glatt.
Lernte Rumpf und Wörter beugen.

Nachdem in Münster die Einzugsgebiete der Grundschulen aufgelöst worden sind, haben sich die stadtteilspezifischen Anmeldungen verändert. Die soziale Selektion nimmt zu. (mehr…)

Aufgeschnappt

Gunnar Heinsohn: Wie man mit viel Geld Armut vermehrt, Welt-Online, 09.02.2010
„Höhere Sozialleistungen steigern die Geburtenrate von arbeitslosen Frauen. […] Die Deutschen haben bei einer schrumpfenden und vergreisenden Einwohnerschaft 20 Prozent aller Kinder auf Hartz IV […] In Deutschland explodiert die Zahl verhafteter 18- bis 20-jähriger Gewalttäter zwischen 1994 und 2008 von 19 000 auf 37 000. […] Um zu verhindern, dass sich die Situation weiter verschlimmert, wirkt nichts segensreicher als ein ganz unideologisches Zudrehen des Geldhahns für alle, die ohne Behinderung sind und dennoch von Sozialhilfe leben wollen.“ siehe auch

Newsletter Nr.1

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The Next Dishwasher

Call for Paper

Fürs nächste Semester ist auch der nächste Dishwasher geplant! Themenschwerpunkt ist diesmal „Race, Class, Gender …”. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede zeigen sich bei Diskriminierungen auf Grund von Geschlecht, Ethnie und Klasse bzw. deren Anerkennung in der Gesellschaft? Sind „Postive Maßnahmen“ / „Affirmative Action“ geeignet den Privilegierungen bestimmter Gruppen entgegenzuwirken? Wie verhalten sich die Diskriminierungsformen zueinander? Vernachlässigen „Diversity Management“-Projekte klassenspezfische Probleme? Sind Identitätspolitiken sinnvoll oder führen sie zu problematischen Substanzialisierungen und Essentialisierungen? Macht es Sinn vom „Wir“ zu sprechen? Bedarf es einer Solidarität der diskriminierten Gruppen untereinander oder beschneidet das deren Autonomie?
Einsendeschluss ist der 01.05.2010. Bitte sendet uns Texte (ca. 10.000 – 20.000 Zeichen) zum Themenbereich Diskriminierungsformen und deren Überschneidungen: asta.fikus@uni-muenster.de

Aufgeschnappt

Kommentar zu: Ursula Weidenfeld:“Bildungsbürger: Die erbitterten Gegner“, Tagesspiegel 31.01.2010:

„Und ja, ich finde es besser, wenn wenigstens 30-40% eines Jahrgangs eine gute Schule haben als wenn auch diese noch in eine Gesamtschule geprügelt werden, damit sie nicht mehr lernen als ein Proletarierkind ohne Hauptschulabschluß. Tut mir leid, aber zumindest solange, wie ich selbst Kinder in der Schule habe, ist für mich der Erfolg meines Kindes unendlich viel wichtiger als der irgendwelcher anderen.“

Wissenschaftspreis „Chancen durch Bildung“

Pressemitteilung der Arbeiterkammer Oberösterreich, Linz 29.01.2010:
Bereits zum 27. Mal vergibt die Arbeiterkammer Oberösterreich den AK-Wissenschaftspreis. Dieses Mal ist er dem Thema „Chancen durch Bildung“ gewidmet. Der Preis ist mit insgesamt 9000 Euro dotiert. Arbeiten können bis 31. Mai 2010 eingereicht werden. (mehr…)

14th International Working/Poverty Class Academics Conference

Vom 25. bis zum 27. Juni 2010 findet in der University of Arkansas-Little Rock die „14th Annual International Conference“ der „Working-class/Poverty-class Academics (WCPCA) Group“ statt. Bis zum 30. April können eigene Vortragsvorschläge eingereicht werden. (mehr…)

Aufgeschnappt

Nürnberger Zeitung, 29.10.2010:
„Max soll unbedingt aufs Gymnasium und Lea ja nicht auf ihre Sprengelschule, weil es dort zu viele Arbeiterkinder gibt. Also wird für die höhere Schule gepaukt und andere Schulen gesucht, um der unliebsamen Klientel zu entkommen. Andere Eltern wiederum wählen gleich ihren Wohnort nach der Sprengelschule aus, die das Kind irgendwann besuchen soll. Dann steht einer erfolgreichen Schullaufbahn ja nichts mehr im Wege. Wenn es nur so einfach wäre! Denn während vor allem das Frühjahr stets im Zeichen der Frage nach der besten Schule steht, wartet auf viele Kinder eine grundlegende Zäsur im Leben: Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule.“

Österreichs Unis: Soziale Selektion steigt

Erste Ergebnisse des Rohberichtes der Studierenden Sozialerhebung in Österreich deuten nach Auskunft der Grünen an, dass der Anteil an Student_innen aus „einkommensschwachen Schichten“ weiter gesunken sei – in den letzten zehn Jahren von 26 auf 19 Prozent.

Auch der ORF bestätigt diese Zahlen. (mehr…)

Thesen zur Klassengesellschaft

Am 03.02.2010 hatten wir eine kleine Diskussionsrunde zum Thema Klassengesellschaft. Der Hintergrund ist die Frage, ob und wie der Begriff der „Klasse“ genutzt werden kann, wenn die Problematik „Arbeiterkinder im Bildungssystem“ politisch diskutiert wird. (mehr…)

Grundschulleiterinnen und Grundschulleiter für längeres gemeinsames Lernen

In Nordrhein-Westfalen haben inzwischen über 450 Grundschulleiter_innen einen Aufruf für längere Grundschulzeit unterschrieben. Sie fordern die Verlängerung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre. (mehr…)

Dishwasher Nummer 2

Fürs nächste Semester ist auch der nächste Dishwasher geplant! Dabei wollten wir von euch wissen, was ihr als liebstes im Fokus sehen würdet? Welchem Thema soll sich die nächste Ausgabe widmen? Sobald wir uns redaktionell ein Vorhaben rausgesucht haben, werden wir euch informieren und dann auch Artikelvorschläge annehmen bzw. eingereichte Beiträge veröffentlichen.

Um die Diskussion zu beginnen vielleicht ein Vorschlag von unserer Seite: diskriminierte Diskriminierung? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede zeigen sich bei Diskriminierungen auf Grund von Geschlecht, Ethnie und Klasse bzw. deren Anerkennung in der Gesellschaft?

Elitäre Internet-Netzwerke

Die Zeit vom 2.2.2010 berichtet über verschiedene elitäre Internet-Netzwerke, in die nur bestimmte gutbürgerliche Menschen hereinkommen. Einige kosten 350,- Euro jährlich und Bewerber_innen werden zuvor ausführlich geprüft. Zu anderen wird man nur eingeladen und kann sich selber gar nicht bewerben. In dem Zeit-Artikel wird auch auf eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) verwiesen: „Ihr zufolge kommen 30 bis 40 Prozent aller Jobsuchenden heute durch persönliche Verbindungen an einen Arbeitsplatz.“




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