Hauptschule macht krank

Eine aktuelle Studie des Medizinsoziologen Matthias Richter (Uni Bern) konstatierte, dass sich Hauptschüler_innen doppelt so häufig krank fühlen wie Gymnasiast_innen. Befragt wurden 4300 Schüler im Alter von elf bis 15 Jahren. Am stärksten belastet seien Mädchen und Hauptschüler_innen. Mehr als ein Drittel der Hauptschüler_innen gaben an, wöchentlich Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel oder Übelkeit zu leiden. 10 Prozent der Gymnasiast_innen und 21 Prozent der Hauptschüler_innen bewerteten ihre Gesundheit als eher schlecht. Richter im Interview mit der Frankfurter Rundschau:

„Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Es geht um eine fairere Verteilung von Macht, Geld und Bildung. […] Unser unsägliches Schulsystem, das soziale Selektion noch verstärkt, muss endlich erneuert werden.“

V. Bohn, K. Rathmann, M. Richter: „Psychosoziale Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen: Die Bedeutung von Alter, Geschlecht und Schultyp.“ Das Gesundheitswesen 2010; 72 (5): S. 293-300

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1 Antwort auf „Hauptschule macht krank“


  1. 1 Andreas 27. Mai 2010 um 18:00 Uhr

    Diese Analyse von Medizinsoziologen lässt die Forderung von Hamburger Chefärzten in „gehobenen Verantwortungspositionen“ nach einer frühen sozialen Selektion noch anrüchiger erscheinen. 47 Ärzte in Hamburg wandten sich in einem offenen Brief an ihre Patient_innen mit der Bitte, gegen die Schulreform zu stimmen. Standesbewusste Chefärzte im Hamburger Schulkampf

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