Studiengebühren in NRW abschaffen! – und: die sozial gerechte Universität jetzt gestalten

Studierende Arbeiterkinder der Uni Münster bieten Politikberatung an und machen Gestaltungsvorschläge

Studiengebühren abschaffen: Natürlich, dies ist die erste Forderung. Die Landtagsmehrheit in NRW dazu ist da. Den Mitarbeitern und Aktiven des autonomen AStA-Referates für finanziell und kulturell benachteiligte Studierenden (Uni Münster) ist es ein Rätsel, warum die bestehende Landtagsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken nicht genutzt wird, um Studiengebühren abzuschaffen. Ähnlich wie in Hessen kann diese Landtagsmehrheit Studiengebühren auch abschaffen, wenn es nicht zu einer gemeinsamen Regierungsbildung kommt. Diese wäre sogar ein besonders demokratisches Signal, repräsentiert doch die Landtagsmehrheit unabhängig von der Regierung den Mehrheitswillen der Bevölkerung und in besonderer Weise den Souverän.

Das Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende hat aber über die Abschaffung der Studiengebühren hinaus weitere Gestaltungsvorschläge sowohl an die Landespolitik, als auch an die Hochschulleitungen. Studiengebühren sind eine Haupthürde für Arbeiterkinder, die unbedingt weg muss, aber nur eines von vielen Hindernissen.

In einem Diskussionspapier hat das Referat kurz „FikuS-Referat“ genannt, fünf Problembereiche identifiziert und Lösungsvorschläge entwickelt. Die Problembereiche heißen: Studienabbruch, längere Studiendauer, fachspezifische Selektion, Zugang zur Akademischen Karriere, Berufseinmündung. Für alle diese Problembereiche werden Lösungen auf lokaler Ebene (Selbstorganisation der Arbeiterkinder und Aufgabenbereiche der Hochschulleitung) und auf Landesebene sowie zum Teil Bundesebene angeboten.

Dieses tabellarisch angelegte Diskussionspapier kann daher auch als Orientierungshilfe für Bildungspolitiker, Hochschulleitungen, Hochschullehrer und Studienberatungen genutzt werden. Die genannten hochschulpolitischen Akteuere kommen selbst zum größten Teil aus bildungsnahen Familien und wissen oftmals zuwenig über die Situation der Arbeiterkinder sowie über die komplexen Zusammenhänge der Hochschuldidaktik.

Das Analyse- und Forderungspapier wird am 16.06. der Vollversammlung der Studierenden Arbeiterkinder (19 Uhr im Plenumsraum des AStA) zur Diskussion, Überarbeitung und Abstimmung vorgelegt. Anschließend wird es der Öffentlichkeit übergeben und ist im Downloadbereich des Dishwasher abrufbar.

Das Diskussionspapier versteht sich dabei auch als Ausblick auf eine sozial gerechte Universität und Arbeitswelt. Substanzielle Demokratie bedeutet auch: Alle Bevölkerungsschichten haben das Recht auf Hochschulbildung und Zugang zu statusmäßig höheren Tätigkeiten!

Auch für Beratungsgespräche oder Vorträge steht das AStA-Fikus-Team und seine Mitarbeiter zur Verfügung.

Tobias Fabinger

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