Gender-Schräglage im Dishwasher

von Carl

Angesichts der Tatsache, dass es um Race, class, GENDER geht: Was gedenken wir (gedenkt ihr) eigentlich gegen die Tatsache zu tun, dass

  1. fast alle Artikel im Dishwasher von Männern stammen
  2. fast alle Erfahrungsberichte, sofern das Geschlecht ersichtlich ist, von Männern stammen
  3. die meisten Kommentatoren männlich sind?

Gerade zum letzten Thema (Gender) wären doch Einsichten von Frauen interessant.
Möglichkeit 1: Arbeitersöhne studieren signifikant häufiger als Arbeitertöchter. Dann wäre das Ergebnis nicht weiter verwunderlich
Möglichkeit 2: Irgendetwas schreckt Frauen ab
Ich würde gerne eine Diskussion darüber starten.

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8 Antworten auf „Gender-Schräglage im Dishwasher“


  1. 1 Andreas 01. Juli 2010 um 10:51 Uhr

    Hi Carl,

    was du ansprichst, finde ich auch sehr wichtig. Ich gehe von der zweiten Möglichkeit aus: „Irgendetwas schreckt Frauen ab.“

    Wir können hierzu sehr gerne einen Blogbeitrag verfassen, um die Diskussion zu beginnen.

    Übrigens scheinen auch andere von Diskriminierung betroffene Gruppen hier unterrepräsentiert zu sein: Arbeiterkinder mit Behinderung oder mit Migrationshintergrund.

  2. 2 Tanja Abou 01. Juli 2010 um 16:42 Uhr

    hallo carl,

    ich habe dazu ein paar fragen:

    wie ist die gender-verteilung was die besetzung der asta-referate angeht?

    ist das fikus-referat paritätisch besetzt?

    wie sind die maßnahmen der universität selbst, menschen mit nicht-linearen lebensläufen oder auf dem 2. bildungsweg einen zugang zum studium zu ermöglichen?

    gibt es einen offenen call-for-papers – besonders in entsprechend sensibilisierten studiengängen?

    nutzt ihr verbündete (frauen- gleichstellungsbeauftragte, enthinderungsbüro..), die euer anliegen verbreiten und interessierte empowern können?

    da ich nicht aus münster komme sind diese fragen als offene fragen an die struktur zu verstehen…

    meine ferndiagnostische these ist, dass hinter mangelnder heterogenität immer eine ausschliessende struktur steckt. ;)

    ich für meinen teil weis erst seit ein paar tagen vom dishwasher und bin spontan begeistert – und vor allem optimistisch, da es ja offenbar die möglichkeit gibt die eigenen strukturen kritisch zu hinterfragen.

    bestes aus berlin,
    tanja

  3. 3 Administrator 01. Juli 2010 um 17:24 Uhr

    Hi Tanja,

    Carl ist nicht im AStA der Uni Münster, daher antworte ich einfach mal auf die Fragen:

    Im AStA der Uni-Münster sind – wenn ich richtig gezählt habe – 25 Referenten und 20 Referentinnen. Die Vorsitzende ist weiblich. Inwiefern dies durch Zufall oder Steruerung zustande kam, weiß ich nicht. Im Fikus-Referat haben bislang 4 Frauen und 7 Männer mitgearbeitet, wobei einige Männer wiederholt zu Fikus-Referenten gewählt worden sind, die Frauen aber nicht wieder antraten. Es gab bislang auch noch keine Überlegungen einer geschlechterpariatätischen Besetzung. Das ist aber eine gute Idee.

    Von der Uni selbst gibt es bisher noch keine Anstrengungen, nicht-lineare Lebensläufe zu unterstützen (meines Wissens nach).

    Das Call-for-Papers war offen, es wurden vereinzelt direkt Frauen angeschrieben, es wurde aber nicht explizit in feminsitischen Netzwerken geworben, auch nicht in entsprechend sensibilisierten Fachbereichen. Auch hier könnte beim nächsten Call-for-Paper bewusste geworben werden.

    Es gab vor Jahren ein Kooperationsprojekt „Handeln für mich“ mit der Autonomen FrauenForschungsStelle Münster e.V.. Mit dem Ausscheiden der damaligen Fikus-Referentin wurde jedoch auch die Kooperation beendet. Da es das Projekt noch gibt, könnten die Kontakte wiederbelebt werden.

    Soviel von mir als Admin,
    das Ganze müssten die beiden jetzigen Referenten besprechen.

    Liebe Grüße und danke für die kritischen Fragen,
    Andreas

  4. 4 Carl 28. Juli 2010 um 19:38 Uhr

    Hallo,
    wie geht es denn jetzt weiter bezüglich dieser Sache?

  5. 5 Julia 12. Oktober 2010 um 14:16 Uhr

    Ich denke, es ist eine gute Idee, mit feministischen Netzwerken zusammenzuarbeiten und bspw. einen Call for Paper zukünftig über entsprechende Listen etc. zu schicken.

    Durch die historisch stark männliche Besetzung des Themas in Wissenschaft und Bewegungsolitik (Marx, Bourdieu, Weber, Gewerkschaften, die Linke…) gibt es gewachsene Ausschließungsmechanismen entlang von Geschlecht. Da muss aktiv dran gearbeitet werden, denke ich, um zu verhindern, dass versuche, Klasse anders zu thematisieren, wieder männlich besetzt werden und für FrauenLesbenTrans uninteressant, abschreckend werden….

    Gleichzeitig gibt es innerhalb der feministischen Wissenschaften ein großes und zunehmendes Interesse an dem Thema Klassismus; hier gibts gerade viel Forschung zu den Verwobenheiten von Rassismus, Sexismus, Klassismus, Heteronormativitöt, Ableismus, Transphobie…

    Ich denke, da gibt es Potential!

  6. 6 Carl 13. Oktober 2010 um 20:33 Uhr

    Vielen Dank für deinen Vorschlag, Julia. Wüsstest du denn vielleicht an welche Listen man das schicken könnte?

    Marx, Weber und Bourdieu können ja nichts dafür, dass sie männlich sind, aber wie du schon bemerktest, ist es auffällig, dass fast alle hierzulande relativ bekannten, zu diesem Thema geforscht habenden Soziologen, männlich sind (und außerdem auch weiß).
    Es fällt auf, dass fast alle die an unserer Uni als „Klassiker“ geltenden Soziologen eigentlich weiße Männer sind und zum Teil sind in ihren Arbeiten schon latent frauenfeindliche Haltungen zu finden sind (zum Beispiel in Durkheims „Der Selbstmord“, wo Durkheim anmerkt, dass Frauen sich seltener als Männer das Leben nehmen, weil sie ähnlich wie das Tier sich eher von ihren Instinkten leiten lassen).

    Vielleicht könntest du uns einigen Namen von weiblichen Wissenschaftlern nennen, die sich mit dem Thema beschäftigt haben.

  7. 7 Andreas 14. Oktober 2010 um 8:53 Uhr

    Hi Julia, hi Carl,

    ich habe ein feministisches Blog angeschrieben und darum gebeten, unser „Call for Action“ weiterzuleiten.

    Bei der Organisation „Working Class Students Union“ in Madison, USA, besteht das ganze Organisationsteam übrigens nur aus Frauen. Es kann also nicht am Thema Klassismus oder Bildungsbenachteiligung von Arbeiterkindern liegen, dass beim Dishwasher oder beim Fikus-Referat weniger Frauen involviert sind. Klassismus wurde in den letzten Jahrzehnten auch häufiger von Frauen als von Männern zur Sprache gebracht.

    Liebe Grüße
    Andreas

  8. 8 Andreas 18. Oktober 2010 um 22:58 Uhr

    Ich habe den Aufruf etwas im feministischen Umfeld gestreut.
    (bspw. bubi zitrone hat den Aufruf abgedruckt)

    Liebe Grüße
    Andreas

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