Archiv für Juni 2010

Bildungsstreik und Arbeiterkinder

Auf der Bildungsstreik-Demo, die heute (09.06) in Münster im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks stattfand, äußersten sich zum ersten mal studierende Arbeiterkinder als eigene Gruppe. Das Thema Soziale Selektion ist ein Hauptthema des Bildungsstreiks und immer wieder wird eine Aufhebung der selektiv wirkenden Hürden gefordert, im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren. Allerdings haben sich diejenigen, die von den Selektionsprozessen an der Hochschule besonders betroffen sind, noch nicht als eigene erkennbare Gruppe geäußert. Zumeist bestimmen Studierende die Bildungsproteste, die mehr soziale und finanzielle Ressourcen haben. Wie alle sozialen Bewegungen ist auch der Bildungsstreik sehr mittelschichtorientiert, was keine Bewertung, sondern nur eine Feststellung ist. Die studierenden Arbeiterkinder vertrat heute der Referent für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende des AStA der Uni Münster, Tobias Fabinger. „Wir brauchen eine Universität, an der die unterschiedlichsten Menschen studieren können, auch wenn sie aus Arbeiterfamilien kommen oder Migrationshintergrund haben“, fasste Tobias Fabinger die Zielvorstellung der Arbeiterkinder zusammen. Einmal die eigene Interessenlage herauszuarbeiten und sich beim Bildungsstreik miteinzuklinken, empfehlen wir zur Nachahmung den studierenden Arbeiterkindern auch an anderen Orten.

„Nationales Stipendium ist Förderung der Privilegierten“

Pressemitteilung
des Sprecher_innenrates der Stipendiat_innenschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Nationales Stipendium ist Förderung der Privilegierten – Stipendiat_innen fordern breite Studienförderungen statt ungerechter Einzelmaßnahmen

Am morgigen Mittwoch berät der Bundestag über die Schaffung eines ‚nationalen Stipendienprogramms‘ und die Erhöhung des elternunabhängigen Teils von schon existierenden Stipendienprogrammen von Stiftungen und Studienwerken. Das ‚Nationale Stipendienprogramm‘ soll den leistungsstärksten Studierenden eine elternunabhängige und steuerfreie Förderung in Höhe von 300 € pro Monat gewähren. (mehr…)

„Gibt es eine richtige Schule im Falschen?“

Dokumentation

Gemeinsamer Aufruf zur schwarz-grünen Schulreform

„Gibt es eine richtige Schule im Falschen?“
Bildungs- und Schulpolitik sind zentrale Themen in der kapitalistischen Wissensökonomie. Das liegt daran, dass Bildung in ihr eine bestimmte Funktion hat, nämlich für die Anpassung an gesellschaftliche Normen und die Verfügbarkeit junger Menschen für den Arbeitsmarkt zu sorgen. Deshalb sind Reformen in der Schulstruktur seit über 100 Jahren ein zwischen konservativen und progressiven Kräften stark umkämpftes Thema. (mehr…)

Man fühlt sich ein bisschen unsichtbar.

Erfahrungsbericht von Ronny

Im Jahr 1999 macht das Ruderteam der Schule einen Ausflug auf der Lahn. Es sind wunderschöne Tage und wir genießen sie mit allen Sinnen. Zum Ausklang haben einige von uns Jungs Sketche vorbereitet. Mehr oder weniger zufällig fällt unsere Wahl auf „four yorkshire men“, der aber (schlechte Englischkenntnisse der Mitschüler) auf Deutsch vorgetragen werden muss.
Ich verkörpere den Obadiah, in der Originalversion bekannt für seinen breiten Yorkshire-Dialekt. Da kann es nicht schaden, wenn ich selbst auch Dialekt spreche denke ich; und mich auch bewege wie ein Arbeiter, denn das ist Obadiah wahrscheinlich ursprünglich gewesen.
Die Mitschüler und die betreuende Lehrer sind ganz begeistert. (mehr…)

Regierung: Elterngeld für Arme komplett streichen

Von Andreas Kemper

Wir hatten schon häufiger die sozialdarwinistische bzw. eugenische Motivation bei der Ersetzung des sozialkompensatorischen Erziehungsgeldes durch das einkommensabhängige Elterngeld thematisiert. Die Bundesregierung plant nun die komplette Streichung des Elterngeldes für Arme, tastet aber die 1.800 Euro monatliches Elterngeld für Gutverdienende nicht an. Gunnar Heinsohn hatte dies bereits aus eugenischen Gründen in einem Welt-Artikel gefordert. (mehr…)

Veranstaltung: Bildungsbenachteiligung – Klassenkampf von oben?

Während der Woche „Bildung in Bewegung“ in Münster wird das Fikus-Referat am Dienstag, 8.6., 14-16 Uhr eine Veranstaltung im Camp vor dem Schloss durchführen.
Bildungsbenachteiligung – Klassenkampf von oben?
Seit zehn Jahren beobachten wir die Bildungspolitik aus der Perspektive von studierenden Arbeiterkindern. Trotz der deutlichen Befunde der Pisa-Studie von 2001 hat sich die Diskriminierung nicht geändert. Im Gegenteil, die Schulkämpfe in Hamburg und Berlin zeugen von ungehemmten Klassenrassismus. Wie sieht die Bildungsbenachteiligung aus, wie ist sie einzuschätzen, was können wir machen? Fikus-Referat AStA Uni Münster




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