Hamburger Volksentscheid: Wahlbeteiligung spiegelt Armutsverteilung

Von Andreas Kemper

Der Volksentscheid am Sonntag, 18. Juli, fiel deutlich aus (Vorläufiges Gesamtergebnis): die sechsjährige Primarschule wurde abgelehnt.

Die Wahlbeteiligung war relativ niedrig und sie spiegelt in einer geradezu verblüffenden Weise die Armutsverteilung in Hamburg. Vergleichen wir die Karten nach Wahlbeteiligung beim Volksentscheid und den Anteil der Sozialleistungsempfänger_innen, so scheinen diese identisch zu sein.

Das statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein zeigt einen Anteil der „Empfängerinnen und Empfängern von Sozialleistungen zur laufenden Lebensleistung am Jahresende 2008″ an der Bevölkerung in Prozent in den Hamburgern Stadteilen.

Anteil der Sozialleistungsempfänger_innen an der Bevölkerung in Prozent

In den Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Sozialleistungsempfänger_innen blieb die Wahlbeteiligung niedrig, in den Bezirken mit wenigen Sozialleistungsempfänger_innen ist sie hingegen hoch:

Wahlbeteiligung

Klemens Himpele (BdWi-Beirat) hat den Zusammenhang nach Bezirken in folgender Grafik verdeutlicht und mir freundlicherweise erlaubt, diese zu verwenden:


(Grafik korrigiert, 20.07. 14.00 Uhr, Dank an Winnie)

Hier scheint ein Partizipationsproblem vorzuliegen. Ein einfacher Vergleich der beiden Karten lässt darauf schließen, dass in genau den Bezirken mit vielen Armen nur sehr wenige am Volksentscheid teilgenommen haben. Und umgekehrt: In Bezirken mit auffallend wenig Armen lag die Wahlbeteiligung bei über 60 Prozent.

Dies lässt die These zu, dass diejenigen, die von der frühen sozialen Selektion profitieren in einer relativ größeren Zahl am Volksentscheid teilgenommen haben, als die gesellschaftlichen Gruppen, für die die frühe soziale Selektion eine Bildungspartizipations-Barriere darstellt. Hinzu kommt natürlich noch, dass viele Menschen mit einem Migrationshintergrund nicht am Volksentscheid beteiligt wurden. Wahrscheinlich hätte das Ergebnis anders ausgesehen, wenn auch Migrant_innen hätten wählen dürfen.

Dennoch bleibt das Problem bestehen: die Menschen in den armen Bezirken Hamburgs konnten nur unzureichend davon überzeugt werden, am Volksentscheid teilzunehmen. Vielleicht ist das die große Lehre aus dem Hamburger Schulkampf.

Noch ein weiteres wird durch dieses Ergebnis gezeigt: es sind eben nicht nur ökonomische Interessen, die das Bildungssystem bestimmen. Sondern durchsetzungsfähig sind in Deutschland nach wie vor die Interessen von privilegierten Familien, die ihre Kinder möglichst effektiv durch das Bildungssystem schleusen möchten, auch gegen die Interessen der Wirtschaft, die zunehmend auf eine breite akademische Ausbildung angewiesen ist. Wer gestaltet die Bildungspolitik, die Schulpolitik? – diese Frage sollte nach Hamburg ernsthaft gestellt werden.

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121 Antworten auf „Hamburger Volksentscheid: Wahlbeteiligung spiegelt Armutsverteilung“


  1. 1 Irene 19. Juli 2010 um 0:34 Uhr

    Sondern durchsetzungsfähig sind in Deutschland nach wie vor die Interessen von privilegierten Familien, die ihre Kinder möglichst effektiv durch das Bildungssystem schleusen möchten, auch gegen die Interessen der Wirtschaft, die zunehmend auf eine breite akademische Ausbildung angewiesen ist.

    Das ist jetzt ein bisschen missverständlich formuliert, denn das Beharren auf Latein und Griechisch würde ich z.B. nicht effektiv nennen. Ich hätte gesagt, die Wirtschaft verlangt Effektivität – mehr Wirtschaft und Technik als Politik oder Geografie. Sieht man ja auch daran, an welchen Uni-Fächern gespart wird.

  2. 2 Andreas 19. Juli 2010 um 0:48 Uhr

    Liebe Irene,

    ich meinte „effektiv“ bezogen auf die Interessen der Privilegierten. Auf Latein und Griechisch zu beharren, kann durchaus effektiv sein, wenn der gewollte Effekt ein effektives Disktionsmerkmal ist. Dies beißt sich eventuell mit den Effektivitätsansprüchen der Wirtschaft.

  3. 3 korbinian 19. Juli 2010 um 1:38 Uhr

    danke für die info. aber aus rein informationsgrafischer sicht wäre es informationstechnisch sinnvoller die farben umzudrehen

  4. 4 Andreas 19. Juli 2010 um 1:48 Uhr

    Ja, aber ich wollte nicht in offizielle Grafiken rumpfuschen und war zu faul an diesem Sonntagabend zur fortgeschrittener Zeit. Ich vertraue da einfach mal auf das Abstraktionsvermögen der Leser und Leserinnen ;-)

  5. 5 Carl 19. Juli 2010 um 9:22 Uhr

    Meine Meinung wird hier wahrscheinlich auf nicht viel Gegenliebe stoßen wird. Nun ja, ich sag es mal:

    Ich finde es schlimm, wie hier (und auch woanders) die Gegner des Gymnasiums ab der vierten Klasse mal wieder so tun wollen als sei die Meinung des Volkes eigentlich gar nicht die Meinung des Volkes. Das spricht Bände über das eigene Demokratieverständnis.

    Die Wahlbeteiligung ist doch immer ein armen Bezirken niedriger, oder etwa nicht? So lange die eigene Partei gewählt wurde, hat das noch keinen gestört. Die Grünen in Hamburg haben sich ja auch nicht gesagt, dass sie vor allem von den Reichen und Gebildeten gewählt worden sind und deswegen nicht regieren wollen (die Grünen waren nämlich schon immer eine Partei der Hochschulabsolventen).
    Man kann niemanden zwingen zur Wahl zu gehen. Wenn ein Wähler aus welchem Grund auch immer denkt die Situation nicht beurteilen zu können oder ihm die Wahl nicht wichtig genug ist, ist das doch wohl seine Entscheidung.
    Ich bin auch schon Wahlen fern geblieben, weil ich in der konkreten Situation nicht wußte, wen ich wählen sollte. Ich werde es in Zukunft, wenn ich mir unsicher bin wieder tun und ich verbitte es mir, dass in solchen Situationen irgendwer kommt und mir unterstellt, wen ich eigentlich gewählt hätte.

    Niemand sagt, dass die, die sich für die Primarschule ausgesprochen haben, alles gutverdienende Akademiker sind. Ich habe sogar mal gelesen (in der Zeit oder in den Zeit Leserbriefen, aber ich finde den Artikel nicht mehr), dass alte und Personen mit Hauptschulabschluss bei einer Umfragen sich am stärksten gegen die sechsjährige Primarschule ausgesprochen hätten.

    Wie dem aber auch sei, selbst wenn die Reichen und Gebildeten mehr für die Primarschule wären, wüsste ich nicht seit wann uns das Recht gibt ihre Meinung zu ignorieren, nur weil sie Akademiker sind. Auch Reiche und Gebildete sind Bürger und sie haben das Recht ihre Meinung in einer Wahl kund zu tun… oder wollen wir jetzt schon den Leuten das Wahlrecht absprechen, weil sie über einen Hochschulabschluss verfügen. Wollen wir uns dann selbst auch das Wahlrecht absprechen, sobald wir einen Hochschulabschluss haben oder sind wir die richtige gute Seite und dürfen deswegen natürlich wählen?

    Frei nach Brecht: Warum löst die Hamburger Regierung nicht das Volk auf und wählt sich ein neues? Wenn ihr und der Presse das Ergebnis nicht passt.

  6. 6 Volker neumann 19. Juli 2010 um 9:24 Uhr

    Ich habe eigentlich kein anderes ergebnis erwartet.Es sollte eigentlich keinen überraschen ,denn wer nun ein bisschen statistik betrieben hat, wird immer wieder feststellen…es sind heute die priviligierten die die wahlen entscheiden. Nun sollte man sich die frage stellen…warum kann oder will man die nichtpriviligierten nicht motivieren.Wir sind uns sicher einig..würden diese schichten wählen gehen , gäbe es auch ein ganz anderes entscheidungpotential in der politik.Auch hier stellt sich wieder die frage:Wollen die parteien das eigentlich.Ich habe bei gerade z.b. bei der SPD den verdacht..sie möchte gar nicht alle mobilisieren. Denn täten sie es müßten sie ihr programme und vor allem ihre sensibilitäten gegenüber den schichten hinterfragen und neuaufstellen..Diesen gesellschaftlichen konsens wollen sie nicht wagen.Auf der andere seite gibt es sehr viel ausserparteiisches engagement in gruppen, foren ,vereinen usw.. dort arbeiten viele leute die sehr interessiert sind an den gesellschaftlichen vorgängen,sie kritisieren sie , hinterfragen und stellen meinungen da aber auch lösungsversuche..Nur wenn diese subkulturen nur den zweck dienen innerhalb des kleinen kreises zu pulsieren ist das reiner selbstzweck ..wo sind wirklich die verbindungsstellen nach aussen..wo wird angeknüft zum bürger , wo nimmt man ihn mit?..ich erlebe immer wieder das politik in de parteien auch auf kommunaler ebene und auch in diese gerade beschrieben vereinigungen sehr weit weg vom bürger ist. Und kommen sie mir nicht mit dem tenor , der bürger muss auch seinen beitrag dazu leisten. den wird er nur leisten wenn er begeistert und überzeugt wird. und dazu bedarf mehr als in kleinen intellektuellen runden die problematiken zu sondieren.ich glaube fest daran ..das das leben auf der strasse spielt und nicht in kleinen verräucherten hinterstuben.

  7. 7 Roy Gerlach 19. Juli 2010 um 10:17 Uhr

    Nun der Volksentscheid an sich ist doch eine gute Sache gewesen, die Menschen sollen entscheiden was passiert. Gehen dann die meisten nicht zur Wahl, kan ein Ergebnis rauskommen, das die Menschen benachteiligt, die nicht zur Wahl gegangen sind. Das sollte, wenn man das mal etwas fies Ausdrücken darf, jeder verstehen.

    Das es Profiteure von einem früheren Selektionsverfahren gibt, nun das liegt auf der Hand, wenn es möglich gewesen wäre, hätte es einige sicher begrüßt, das Gymnasium gleich mit der 1. Klasse beginnen zu lassen. Nun ist meine eigene Schulzeit noch nicht lange zurück, aber noch so lange, dass ich ein paar Jahre in die Schule zu DDR Zeiten gehen durfte. Die DDR hatte ein einfaches und für mich verständliches Vorgehen zu dem Thema, alle lernen zusammen bis Klasse 10. Übrigens habe ich viele Freunde, die auf Lehramt studieren und dort ist schon seit Jahren an den Hochschulen wissenschaftlich bekannt, dass dieses System auf die Leistungsfähigkeit der Schüler bezogen besser ist, als die Klassenverbände zwischendurch aufzulösen.

    Ich will hier nicht über Inhalte streiten und ich weiß, dass die meisten Menschen aus dem „Westen“ Angst haben vor Gleichmacherei und ähnlichem. Nur dann muss man sich auch eine Gegefrage gefallen lassen, ist es nicht auch Gleichmacherei, wenn die einen Familien immer aufs Gymnasium kommen und die anderen nicht? Man könnte, wenn man es ein wenig böse formuliert auch sagen, die vorzügliche Bildungsleistung, die entsteht, wenn man die Klassenverbände von anfang bis Ende zusammen läßt, hat am Ende dafür gesorgt, dass die Bürger der DDR erkannt haben, dass das System DDR Menschenverachtent gewesen ist. Aber genauso Menschenverachtent ist das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland.

  8. 8 Carl 19. Juli 2010 um 10:30 Uhr

    „Die DDR hatte ein einfaches und für mich verständliches Vorgehen zu dem Thema, alle lernen zusammen bis Klasse 10.“

    Ich bin zwar nicht in der DDR zur Schule gegangen, kenne aber Leute, die es sind und habe zum Schulsystem in der DDR noch folgendes gehört:

    *Es lernte nicht alle bis zur zehnte Klasse, da es Spezialschulen gab, etwa solche die in russischer Sprache unterrichteten, Mathespezialschulen, Elitenschulen des Sports. Dort waren vor allem die Kinder der Bonzen zu finden und das war auch ganz die offizielle Politik und wurde sogar offen zugegeben, dass die Gesinnung der Eltern bei der aufnahme eine Rolle spielt (um es positiv aufzudrücken: wenigstens war man ehrlich)
    *Es stand oft schon bei der Geburt fest, welche Bildung ein Mensch einmal erhalten sollte. Kinder von Christen, Regimekritikern, den „alten Eliten“ durften nicht auf die EOS ganz egal wie ihre Leistungen waren

    „dort ist schon seit Jahren an den Hochschulen wissenschaftlich bekannt, dass dieses System auf die Leistungsfähigkeit der Schüler bezogen besser ist, als die Klassenverbände zwischendurch aufzulösen.“

    Was gilt als wissenschaftlich bekannt, dass das System der DDR besonders gut sei oder die Gesamtschule als solches?
    Zum System der DDR kann ich nichts sagen, bezweifele aber dass es in der DDR eine freie Wissenschaft gab, die tatsächlich feststellen konnte wie gut eine Schule ist. Schließlich wurde in der DDR ständig „das Soll noch übererfüllt“ (und jeder wusste, dass das nicht war als Pfusch, jeder wusste mit welchen Bestrafungen man zu rechnen hatte, war das Soll nicht übererfüllt).
    Zur Gesamtschule als solches: Das scheint mir nicht wissenschaftlich bewiesen, sondern vielmehr höchst umstritten (habe auch genug Freunde die auf Lehramt studieren)

  9. 9 Carl 19. Juli 2010 um 10:32 Uhr

    DDR war keine Gleichmacherei sondern eine Bonzokratie – nicht umsonst gab es keine freien Wahlen.
    Das wussten die Bürger selbst sehr wohl und damals war (unter bürgern die nicht das Glück hatten zur Bonzenkaste zu gehören) der Spruch „Alle unsere Bürger sind gleich, aber einige sind gleicher (gemeint: die Bonzen)“ beliebt.
    Wenn hier die selbsternannten linken Eliten das Ergebnis von Volksentscheiden nicht mehr respektieren, kommen wir der Bonzokratie auch hier ein Stück näher.

  10. 10 Anonym 19. Juli 2010 um 10:36 Uhr

    Mutti, Gutti und die gelbe Schwester erfreuen sich des Lebens, während die schwarzen Statthalter reihenweise das Weite suchen. Wundern muß man sich nicht, wenn die Kinder ausziehen, denn Muttis Gesinde nervt, schlimmer noch als die Alte selbst. Kaum ist Ole von Beust mit seiner Schulreform gescheitert, gibt Hauslehrerin Schavan ihm auch noch eine mit dem Rohrstock: Sie “begrüßt” das nämlich. Sie mag das Gymnasium, jene schulpolitische Enklave, in der das Wasser erst in Erdgeschoß steht und wo die Hausmeister noch den Aufnehmer schwingen.
    weiter lesen
    http://ajp.blogsport.de/2010/07/19/hier-regiert-die-elite/

  11. 11 CarldasOriginal 19. Juli 2010 um 12:39 Uhr

    Der Beitrag eben (10 Uhr 36) kam nicht von mir.
    Ich glaube wir haben wieder das Problem, dass automatisch jemand mit dem Namen eines anderen angemeldet ist.

  12. 12 Administrator 19. Juli 2010 um 12:53 Uhr

    Das hatte ich mir schon gedacht. Hab noch mal den Seitenbetreiber angeschrieben.

  13. 13 Andreas 19. Juli 2010 um 13:03 Uhr

    Hallo Carl,

    es gibt auch in der Zeit-Online von heute morgen einen guten Kommentar. Zäune und Wachmannschaften.

    Ich finde es offensichtlich, dass hier nach Klasseninteressen abgestimmt worden ist und dass die unteren „Schichten“ ihre Interessen nicht vertreten haben.

  14. 14 Dana 19. Juli 2010 um 13:35 Uhr

    Ich denke, die Sache wurde schon höchst manipulativ eingeleitet. „Wir wollen lernen“ Ja = altes System, suggeriert, dass das Lernen nach der Umstrukturierung erschwert oder unmöglich werden würde. Da ist es erstaunlich, dass es überhaupt Nein-Stimmen gab! Wer stimmt den freiwillig für „Wir wollen lernen“ Nein, wenn er den Hintergrund und die Bedeutung des Volksentscheides nicht kennt und um den Manipulationsversuch weiß? Kein Wunder, dass sich viele (vermutlich verwirrt oder eingeschüchtert) enthalten haben.
    Eine neutrale Umfrage hätte nur die unbewerteten Möglichkeiten aufgelistet.

    Nun ist die Frage, ob diese Angst, dass die Kinder weniger lernen, je länger sie trotz unterschiedlichem Leistungsniveau, unterschiedlichem Wissensniveau, unterschiedlicher Hilfeleistungen der Familie zusammen unterrichtet werden, tatsächlich den Tatsachen entspricht.
    Dann kann man sagen: Es geht nicht darum, dass ‚die Privilegierten‘ ihre Privilegien erhalten, sondern um ernst zu nehmende Befürchtungen, über die gesprochen und für die ggf. eine Lösung gefunden werden müsste. (Lösung Beispielsweise: Kleinere Klassen, bessere Betreuung, Sozialarbeiter, Psychologen, Beratungsangebote für mit einem/ihrem Kind überforderte Familien, kostenlose Sport-, Musik- und Kunstangebote für alle Kinder…)

    Was man jedoch auch kann, ist an dieser Stelle Bösartigkeit und Bedacht auf den eigenen Vorteil vorzuwerfen: Sie wollen nicht, dass die ‚guten‘ Kinder mit den ’schlechten‘ Kindern länger als nötig zusammen bleiben und sich die Chancen der Kinder angleichen, denn das bedeutet in unserer Gesellschaft, so wie sie derzeit ist ja, dass die Konkurrenz noch größer wird. Wer sagt denn, dass nicht auf einmal so ein ’schlechtes‘ Kind dem ‚guten Kind‘ den guten Arbeitsplatz wegschnappt, wenn sich die Möglichkeiten für die ’schlechten‘ Kinder verbessern?
    Hier tritt ein gesellschaftliches Problem zu Tage: Die Wertung der Bedeutung der einzelnen Positionen (Putzfrau vs. Manager), die sehr unterschiedliche Bezahlung von Arbeitsleistung (der eine verdient in der Stunde das 100-Fache des anderen) etc.
    Wenn jeder Mensch und jede Arbeitsleistung des Menschen in etwa gleich viel wert wäre und gleich hoch angesehen, dann wäre dieser Vorwurf entkräftet. Denn dann könnte nach bester Eignung für die Positionen entschieden werden. Eventuell würde dann auch ein Angleich erfolgen, bei der Feststellung, dass jedes Gesellschaftsmitglied für den lebenslangen Putzdienst überqualifiziert wäre, könnte z.B. diese Arbeit aufgeteilt werden, ein Mensch hätte dann unterschiedlich viele kleinere Jobs und einen Hauptjob in dem er besonders gut ist. Um allen die möchten, eine Beteiligung an Arbeitsleistungen zu ermöglichen, könnten Stunden reduziert werden, so dass jeder Mensch, der will, auch eine geeignete Arbeit für sich findet. Das geht nun zu weit weg, aber es gäbe so vieles, was sich ändern müsste und auch könnte, je nachdem, was eine Gesellschaft für ihre Mitglieder möchte. Ich denke ja, wir gehen mit den Menschen immer noch falsch um (schon allein indem wir bewerten, obwohl jeder so verschiedene Fähigkeiten mit in die Welt bringt) und unser ganzes System ist noch stark optimierungsfähig. Es ist derzeit meiner Meinung nach alles noch so suboptimal, umständlich und fehlerhaft geregelt, wie ich mir das Mittelalter vorstelle, nur eben im Reich der Technik und veränderten Möglichkeiten.

  15. 15 Ben 19. Juli 2010 um 13:51 Uhr

    Es ist übrigens auch wieder ein Beweis dafür, wie stark inzwischen Emotionen und „gefühlsmäßige“ Entscheidungen die Politik bestimmen. Grade die bürgerliche Klientel sollte ja intellektuell in der Lage sein, die eindeutigen Erkenntnisse der empirischen Sozialforschung anzuerkennen.
    Stattdessen begründet man seine Entscheidungen mit diffusen Ängsten… „das kann ja nicht gut sein“, „aber die starken Kinder gehen dann ja unter“… siehe auch die Debatten um die innere Sicherheit oder die Netzsperren.

  16. 16 Hosrt 19. Juli 2010 um 14:14 Uhr

    Ganz schön volksverachtend, was Du da schreibst. Nicht-Teilnahme ist auch eine Teilnahme.

  17. 17 reicht 19. Juli 2010 um 14:35 Uhr

    Ich hätte da ne andere These, die „Privilegierten“ haben sich aufgerafft wählen zu gehen, die anderen waren einfach zu faul.

  18. 18 _Flin_ 19. Juli 2010 um 14:38 Uhr

    Wenn ich sowas schon lese… „durchsetzungsfähig sind in Deutschland nach wie vor die Interessen von privilegierten Familien“.

    Wenn sich die bildungsfernen und unterprivilegierten Schichten der Demokratie verweigern, weil sie in einer „auf meiner Seite ist ja eh niemand“ nicht zum Wählen gehen, egal ob es sich um eine Bundestagswahl oder einen Volksentscheid handelt, dann sind sie einfach selber schuld. Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber. Und manchmal bedeutet das eben, erst gar nicht zu wählen.

    Und dass eine umfassendere Bildung für alle nicht den Interessen der Privilegierten entspricht, mag vielleicht den Emotionen dieser Klientel entsprechen, leider aber nicht der Realität. Denn letztendlich sind es doch die Unternehmer und Aktionäre (und damit die Privilegierten), die davon profitieren, wenn es ein großes „Reservoir“ an qualifizierten Mitarbeitern gibt, anstatt Positionen nicht oder nicht gut genug besetzen zu müssen. Das ist das, was sehr traurig ist an diesem Wahlergebnis. Vermeintliche Interessen und dumpfes Klassendenken siegen über den Verstand.

    Dass Leute, die nicht wählen gehen, nicht gehört werden… Tja, Pech gehabt. Selber schuld. Wer seine demokratischen Rechte nicht wahrnimmt, dem gehörts einfach nicht anders.

  19. 19 T.W. 19. Juli 2010 um 14:42 Uhr

    Hallo,

    interessante Daten. Die Rückschlüsse sind etwas dahergeholt behaupte ich.

    Erstens: der Volksentscheid war demokratisch. Damit hätten auch sozial schwache (wahlberechtigte) Hamburger ihren vielleicht gegenteiligen Interessen Ausdruck verleihen können. Das haben sie nicht getan. Wenn sozial schwache Bürger sich nicht für Politik interessieren, ist das ein anderes Problem. Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit der Interessen unter-priviligierter Bürger/Familien ist der falsche Rückschluss, denn jeder wahlberechtigte Bürger hatte das Privileg den Ausgang des Entscheids zu beeinflussen.

    Zweitens: Vermutliche Wahlbeteiligung von Migranten. Ich wohne in Hamburg-Wilhelmsburg, dem Stadtteil mit einem Migrantenanteil von gefühlt 99,999%. Um mich herum wachsen albanische, russische und vor allem türkische Kinder auf – jeweils in ihren Landessprachen und stark abgeschottet vom deutschen Bildungssystem. Die meisten Eltern schicken ihre Kinder nicht in Kindergärten oder KiTas, in denen Deutsch gesprochen wird. Sehr viele der türkischen Mütter können kein Deutsch, können nicht lesen und erst recht nicht schreiben, was man immer dann merkt, wenn sie einem im Supermarkt das Kleingeld unter die Nase halten, auf einen Gegenstand im Regal zeigen und wissen wollen, ob das Kleingeld dafür ausreicht. Ich habe letzte Woche erste Hilfe für eine alte Frau geleistet, die in der Hitze kollabiert ist. Sie war 84 Jahre alt, lebte nach Angaben ihres älteren Sohnes (der auch nur stark akzentuiert Deutsch sprach) seit 50 Jahren in Deutschland. Das signalisiert nicht gerade Interesse an Teilhabe und Integration.

    Demnächst wird die Situation noch schlimmer mit dem Betreuungsgeld, mit dem der deutsche Staat diese Parallelgesellschaften fördert, indem er Abwesenheit aus deutschsprachiger Vorschulerziehung mit 150 Euro monatlich belohnt. Nach meinen mittlerweile zwei Jahren Wohnen in ‚dem‘ Migrantenstadtteil Hamburgs bin ich der festen Meinung, dass auch ein Wahlrecht für Migranten nichts an dem Ausgang des Entscheids geändert hätte. Im türkischen Satellitenfernsehen wird eben nicht über Hamburger Schulpolitik berichtet, so dass die allermeisten Türken in Wilhelmsburg wahrscheinlich gar nichts von dem Entscheid mitbekommen hätten, ausser eben dem Anschreiben der Stadt zum Volksentscheid.

  20. 20 Andreas 19. Juli 2010 um 15:07 Uhr

    @_Flin_ und T.W.

    Allein eure Zuschreibung finde ich schon sehr unreflektiert:

    Erstens gibt es keine „Unterprivilegierten“. Entweder man ist privilegiert oder nicht. Bestenfalls lässt sich von „Nichtprivilegierten“ sprechen oder von „Diskriminierten“. Privilegiert sein heißt, Vorteile zu genießen. „Unterbevorteilt“ gibt es nicht, „unterprivilegiert“ ist reinstes Newspeak. Orwell lässt grüßen, dem bei einer solchen Entpolitisierung der Sprache die Haare zu Berge gestanden hätten. Das Gegenüber von Privileg und Bevorteilung ist Diskriminierung und Benachteiligung.

    Zweitens: wer bitte schön sind denn die „Sozial Schwachen“??? Meiner Meinung nach diejenigen, die sich für eine frühe Selektion einsetzen und dann das Leistungsprinzip aushebeln, weil ihre Kinder auf jeden Fall aufs Gymnasium müssen, unabhängig von deren Leistungen. Sozial schwach sind diejenigen, die soziale Probleme nicht lösen, sondern delegieren wollen.

  21. 21 Andreas 19. Juli 2010 um 15:21 Uhr

    Der „Deutsche Lehrerverband“ titelt in einer PM: „Endlich eine bürgerliche Revolte“. Was soll denn das bitte sein, eine „Bürgerliche Revolte“? Hört sich an wie die Forderung Sloterdijks, der ja auch zum Klassenkampf von oben aufruft, zuletzt in seiner Fernsehsendung, wo er das mangelnde Klassenbewusstsein der sogenannten „Leistungsträger“ anprangerte.

  22. 22 Bruder Eduard 19. Juli 2010 um 15:30 Uhr

    Herrliche Analyse – Hamburg ist voller Reicher, die jetzt auch noch den „Unterprivilegierten“ per Volksentscheid ans Leder wollen.

    Dabei ist es doch so: Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen geht die Bildung ihrer Sprössling vielfach schlichtweg am Arsch vorbei. Deshalb sind ihre Kinder schlecht in der Schule. Und deshalb interessiert sie auch ein Volksentscheid wenig.

  23. 23 Andreas 19. Juli 2010 um 15:38 Uhr

    @Bruder Eduard,

    es ist falsch, dass Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen die Bildung ihrer Sprösslinge am Arsch vorbeigeht. Gerade in den reichen Vierteln war doch die Wahlbeteiligung hoch. Privilegierte mögen sozial schwach sein, aber für ihre eigenen Sprößlinge versuchen sie sehr wohl, Privilegien zu sichern.

  24. 24 _Flin_ 19. Juli 2010 um 17:14 Uhr

    Semantische Spitzfindigkeiten ändern nichts an der Aussage, sondern hinterlassen nur den faden Beigeschmack einer geworfenen Nebelkerze, weil die Aussagen stichhaltig sind. Gleichzeitig irritiert im nächsten Satz die Aussage der „sozial schwachen“, da ja, deine eigene Argumenation in diesem Fall angewendet, die Bürger der weniger wohlhabenden Stadtteile im Umkehrschluß die „sozial Starken“ sein müssen. Was etwas skurril erscheint.

    Wenn jemand nicht zu einer Wahl geht, um seine eigenen Interessen durchzusetzen, dann mag er vielleicht diskriminiert sein. Nur diskriminiert er in diesem Fall sich selbst. Deswegen kann man nur sagen: Selber schuld.

    Dass die Hamburger Bürger sich mit dieser Entscheidung keinen Gefallen getan haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  25. 25 Andreas 19. Juli 2010 um 18:07 Uhr

    Hi _Flin_

    Mit meinem letzten Blogbeitrag habe ich lediglich Bruder Eduard bewusst falsch verstanden. Er meinte mit „Sozial Schwache“ natürlich Arbeitslose. Da er nur von „sozial Schwachen“ sprach, habe ich so getan, als meinte er damit die Gutsituierten. „Sozial Schwach“ gehört nicht zu meinem Vokabular. Übrigens interessant, dass du hier einen Umkehrschluss ziehst und es skurril findest, die Menschen aus armen Stadtvierteln als „sozial stark“ zu sehen. Dieser Umkehrschluss würde natürlich auch für die weitverbreitete Gleichsetzung von Armut mit sozialer Schäche gelten: das nämlich Reiche sozial stark seien – ist das etwa nicht skurril?

    Dein Blogbeitrag war keine Analyse, sondern eine moralische Wertung: die Armen sind selber schuld, wenn sie nicht wählen. Als Soziologe kann ich mich solchen moralischen Statements genauso wenig anfangen wie eine Fachkraft für Windenergie mit der Aussage, dass der Strom aus der Steckdose kommt.

    Demokratie und vor allem auch Volksentscheide sind voraussetzungsvoll: Die Mittelschichten und das Plebiszit. Es reicht nicht, formal Wahlen durchzuführen. Sondern es muss auch material dafür gesorgt werden, dass tatsächlich alle wählen können. Dies Problem ist bekannt, daher finden bspw. Wahlen immer Sonntags statt. Wenn Wahlbeteiligung immer mit der Schichtzugehörigkeit einhergeht, wofür der Volksentscheid in Hamburg nur ein besonders deutliches Beispiel ist, dann kann man nicht mehr den Einzelnen verantwortlich machen, denn dann liegt ein strukturelles Problem vor. Vor allem ist es dann ein Problem, wenn es wie jetzt in Hamburg um Fragen der Ausgrenzung von Kindern mit Migrationshintergrund und aus armen Verhältnissen geht.

  26. 26 thomas 19. Juli 2010 um 18:42 Uhr

    @Carl (902)
    Die Aussage zu den Spezialschulden ist falsch.
    Zitat: „Dort waren vor allem die Kinder der Bonzen zu finden und das war auch ganz die offizielle Politik und wurde sogar offen zugegeben, dass die Gesinnung der Eltern bei der aufnahme eine Rolle spielt (um es positiv aufzudrücken: wenigstens war man ehrlich)“

    Diese Aussage paßt möglicherweise für die Russischschulen.

    Für die Sport- oder Matheschulen paßt sie definitiv nicht. Die Matheschule in Berlin hat primär nach einem objektivem Test in Naturwissenschaften aufgenommen. Es wurden definitiv keine ungeeigneten Kandidaten aus ideologischen Gründen durchgeschleift – das wäre auch vom Leistungsniveau her stark aufgefallen.

  27. 27 Yetused 19. Juli 2010 um 18:54 Uhr

    Ich lese etwas anderes daraus: Anscheinend lag nur den höher Gebildeten etwas an der Entscheidung – denjenigen, um die es ging, war es anscheinend egal, ob ihre Kinder nun bis 10 oder bis 12 in die Grundschule gehen.

    Was für mich bedeutet: Nur die besser Situierten/ höher Gebildeten liegt etwas an demokratischer Teilhabe und an der Bildung ihrer Kinder. Sozialhilfeempfänger waren sich wohl ‚zu schade‘ für die Zukunft ihrer Kinder in die Wahlstuben zu gehen. Selbst schuld. Wenn diejenigen mit den benachteiligten Kindern nicht zu Wahl gehen, haben diejenigen, die mit Passion dabei sind, alles Recht ihre Meinung durchzubringen.

    Ich sehe hier kein Demokratiedefizit o.ä. sondern selbstverschuldetes Versäumnis (sofern 6 Jahre Grundschule wirklich besser sind/wären).

    Und nicht vergessen, dass viele Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft und damit Wahlrecht besitzen. Nicht jeder Migrant ist gleich rechtlicher ‚Ausländer‘.

  28. 28 Andreas 19. Juli 2010 um 19:12 Uhr

    @Yetused

    Zu _Flin_ hatte ich schon etwas ähnliches geschrieben. Du fällst ein moralisches Urteil, wo eigentlich eine Analyse stehen müsste. Im Einzelfall könntest du behaupten, dass sich eine Familie nicht um die Zukunft ihrer Kinder kümmert, aber auch das müsstest du nachweisen. Wenn aber ganze Bezirke sich bei Volksentscheide enthalten und andere Bezirke zu über 60 Prozent abstimmen und wenn diese Verteilung mit der Armutsverteilung einhergeht, dann kommst du mit moralischen Urteilen nicht weiter.

    Zudem finde ich deine Aussage

    Arme interessieren sich nicht für die Zukunft ihrer Kinder
    -> deswegen enthielten sie sich beim Volksentscheid

    höchst zweifelhaft. Die Studie von der Arbeiterwohlfahrt spricht dagegen. Vielleicht hast du dich ja einfach nur vom Klassismus einiger Politiker inspirieren lassen?

  29. 29 Carl 19. Juli 2010 um 19:14 Uhr

    @ Thomas: „Es wurden definitiv keine ungeeigneten Kandidaten aus ideologischen Gründen durchgeschleift – das wäre auch vom Leistungsniveau her stark aufgefallen.“

    Ich habe es anders gehört, nämlich dass ganz offiziell die eigene Gesinnung und die der Eltern bei der Aufnahme in diese Schulen zählte. Ebenso übrigens bei der Aufnahme eines Studiums. Habe ich von Leuten, die unter dem Regime aufgewachsen sind, so gehört. Vielleicht hat man ja tatsächlich die Begabtesten aus der Bonzenklasse für diese Schulen ausgewählt, aber klüger wäre es die Begabtesten aus 100 Prozent der Bevölkerung und nicht auf 10 Prozent der Bevölkerung zu wählen.

    @ Andreas: Werde ich mir demnächst mal durchlesen.

    @ Alle, die sagen die Leute wären durch die Worte „Wir wollen lernen“ verhetzt: Glaubt ihr wirklich, dass die Menschen so unendlich dumm sind dass die allein durch den Namen der Initiative kein eigenständiges Urteil mehr fällen können. Das nenn ich mal wirklich elitär „Alle sind dumm, nur ich nicht“. Der nächste Schritt ist „Am besten wir schaffen die freien Wahlen ganz ab. Die Leute wissen nicht, was gut für sie ist“. Warum gehen eigentlich einige Leute davon aus, dass jeder, der nicht ihrer Meinung ist, entweder böse oder dumm sein muss? Es gehört zu einer Demokratie, dass man seine Meinung manchmal eben auch nicht durchsetzen kann.

    @ Alle, die sagen die Eltern waren nur zu faul und bequem: Nein, ich glaube nicht, dass das der Fall war.
    Ich denke, dass es manchmal (wenn man nicht genau weiß, ob man für oder gegen etwas ist, wenn man sich ungenügend informiert fühlt und so weiter) es das Klügste und Beste ist sich der Wahl zu enthalten. Die Primarschule ist so eine Frage, wo man sowohl Vor- als auch Nachteile sehen kann und ich kann mir vorstellen, dass viele letzendlich aus Verantwortungsbewusstesein zuhause geblieben sind.

  30. 30 Carl 19. Juli 2010 um 19:16 Uhr

    Schließlich wählt man besser gar nichts als einfach Irgendetwas.

  31. 31 Andreas 19. Juli 2010 um 19:24 Uhr

    @Carl

    Wo soll der Vorteil liegen, schon nach vier, statt nach sechs Jahren zu selektieren? Mir ist klar, dass auch eine sechsjährige Grundschule problematisch ist, es sollte gar keine soziale Selektion geben. Aber es wäre doch schon mal ein Schritt in die richige Richtung, diesen deutschen anachronistischen Ausnahmezustand in der Bildungspolitik endlich zu beenden.

  32. 32 Carl 19. Juli 2010 um 19:32 Uhr

    Überhaupt finde ich die ganze Diskussion hier und in anderen Foren ziemlich vereinfachend.
    Jedes Kind aus armen Verhältnissen wird automatisch als potentieller Schulabbrecher gesehen, der im Unterricht über Tisch und Bänke geht, keinen gerade Satz herausbringen kann und höchstens (das sagen übrigens gerade die Befürworter der Primarschule oft) dazu gut ist, anderen Leuten Sozialkompetenz und den Umgang mit dumme Leuten ohne Manieren beibringen kann.

    Ich bin selbst aus armen Verhältnissen und von mir haben meine Mitschüler nicht den „Umgang mit Schwächeren“ sondern Latein gelernt (und sie haben mich sogar dafür bezahlt) und man musste mich auch nicht „mitschleppen“, sondern ich kann mich noch sehr genau erinnern wie ein Lehrer mich mal gegenüber einem Refrendar das „Zugpferd der Klasse“ genannt hat.
    Frage mich manchmal ehrlich, ob das heute noch möglich wäre. Damals galt es noch nicht als eine Schande aus einfachen Verhältnissen zu kommen, frage mich ob heute (wenn ich heute in eine Klasse kommen würde und einen gewissen Habitus hätte) direkt jeder vermuten würde ich wäre lernschwach und sozial inkompetent und ob ich, wenn jeder mich so behandelt hätte, wohl zu dem Mann mit Freude am Lernen und an Leistung geworden wäre, der ich heute bin und ob mir viele Fächer so viel Spaß gemacht hätte oder ob das eine selbsterfüllende Prophezeiung für mich geworden wäre.

  33. 33 Carl 19. Juli 2010 um 19:42 Uhr

    @ Andreas:

    Verschiedene Gründe für die vierjährige Grundschule sehe ich:

    *Erstens es ist offensichtlich der Wille des Volkes
    *Zweitens bin ich mir ziemlich sicher, dass dieser „deutschen anachronistischen Ausnahmezustand“ wie du es nennst zu einem anderen Ausnahmezustand beigetragen hat nämlich dem, dass es in Deutschland (im Vergleich zu Ländern mit ähnlicher Sozialstruktur) recht wenige Privatschulen gibt und dass zudem viele öffentliche Schulen einen weit besseren Ruf haben
    *Drittens haben Grundschulen in schlechten Vierteln oft ein niedriges Lernniveau, je länger die Kinder dort verbleiben, desto unwahrscheinlich wird es, dass sie mit Kindern aus besseren Vierteln mithalten können

  34. 34 Carl 19. Juli 2010 um 19:45 Uhr

    *Viertens haben Arbeiterkinder um das zu lernen, was Akademiker ihren Kindern nur einfach von zuhause mitgeben können, nur das Gymnasium. Sie sind im Gegensatz zu anderen, vollständig auf die Schule angewiesen, um sich Wissen anzueignen.

  35. 35 Andreas 19. Juli 2010 um 20:15 Uhr

    Hallo Carl

    1. Es haben 270.000 Menschen einer Stadt mit über einer Millionen Menschen gegen die Primarschule gestimmt. Vom „Willen des Volkes“ zu sprechen ist da ein wenig gewagt. Abgesehen davon ist das kein Argument. Wenn die Mehrheit für die Todesstrafe wäre, wäre dies auch kein Argument, die Todesstrafe einzuführen. Willensbekundungen sind keine Argumente und ersetzen keine Argumente.

    2. Das Privatschulen-Argument ist ein Kurzschluss. Die frühe Aufteilung sorgt erstmal für die soziale Selektion. Wenn Privilegierte damit drohen, dass sie ihre Kinder auf Privatschulen schicken, statt sie zwei weitere Jahre mit den „Schmuddelkindern“ zusammen unterrichten zu lassen, dann ist das erstmal nur eine Drohung. Sollten tatsächlich im größeren Maße Privatschulen entstehen, so könnte man hier beispielsweise eine soziale Quotierung verlangen. Man muss sich nicht erpressen lassen.

    3. Es muss dann einfach mehr Geld und bessere Betreuung in Grundschulen fließen, wo ein niedrigeres Lernniveau erreicht wird. Soziale Kompensation nennt sich das. Bleibt es bei der frühen sozialen Selektion, wird der Großteil der Schüler_innen in die Hauptschule wechseln, ein paar werden auf die Realschule kommen und zwei oder drei gehören zu den „Glücklichen“, die von ihren Freund_innen getrennt und zusammen mit den Akademiker_innenkindern unterrichtet werden. Für den Großteil dieser Kinder wird es also schlechter und nur für einen ganz kleinen Teil bedingt besser.

    4. Meinst du nicht, dass die skandinavischen Schulen auch in der Lage sind, Arbeiterkindern Wissen zu vermitteln? Die Champions der unteren Zehntausend

  36. 36 Filmhass 19. Juli 2010 um 21:12 Uhr

    „die von der frühen sozialen Selektion profitieren “

    Die Selektion erfolgt nicht nach sozialen Gesichtspunkten, sondern nach Leistung. Selbst eine eventuell bestehende Relation zwischen sozialem Milieu und Leistungsniveau innerhalb des Bildungs würde es nicht rechtfertigen hier von einer „sozialen Selektion“ zu sprechen.

  37. 37 Andy 19. Juli 2010 um 21:31 Uhr

    Wäre in Bayern auch nicht anders. Es gehört ein Gesetz her, das endlich das Recht auf Bildung für jeden durchsetzt. Mit Bezug auf die Gleichheit aller, haben alle das Recht entsprechend Ihren Möglichkeiten gefördert zu werden und nicht nach Ihrer Herkunft entsprechend. Unser Standesdünkel gefährdet unsere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten.
    Schüler sollten solange wie möglich zusammen unterrichtet werden. Schwächere solten Förderunterricht am Nachmittag bekommen. Sozialschwache Schichten können sich keinen Nachhilfeunterricht leisten. Wie soll ein Kind die deutsche Sprache beherrschen auf gymnasialen Niveau, wenn nicht einmal die Eltern (deutschstämmig) die Sprache beherrschen.

  38. 38 Andreas 19. Juli 2010 um 21:37 Uhr

    @Filmhass

    Die Hamburger LAU-Studie, die AWO-Studie, die beiden IGLU-Studien und die aktuelle Studie von Prof. Hradil belegen, dass die Gymnasialempfehlung abhängig ist von der sozialen Herkunft. Kinder aus unteren Schichten werden ganz einfach schlechter benotet und erhalten bei gleicher Leistung seltener Gymnasialempfehlungen.

    Die TIMMS-Studie und verschiedene PISA-Studien belegen, dass 14jährige Hautpschüler_innen zum Teil bessere Leistungen erbringen als Realschüler_innen, ja sogar als Gymnasiast_innen.

    Eine Studie vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin von Mitte lezten Jahres belegt, dass auf Hauptschulen sehr viele Underachiever, auf Gymnasien viele Overachiever sind. Rate mal zu welchen Schichten die Under- und Overachiever jeweils gehören.

    Also wage es nicht nochmal in diesem Blog zu behaupten, es würde nicht nach sozialer Herkunft selektiert, sondern ausschließlich nach Leistung. Du würdest mit Statistiken erschlagen und mit persönlichen Erfahrungsberichten ;-) . Ich selber bin auch mit einem guten Zeugnis auf die Hauptschule gekommen.

  39. 39 Yetused 19. Juli 2010 um 21:53 Uhr

    @Andreas: Wenn ich mich für ein Thema und dessen Ausgang interessiere, gehe ich zu Wahl. Denn dann habe ich eine Motivation.

    Weil sich die Menschen in den ‚reicheren‘ Bezirken brennend für das Thema interessiert haben, haben sie sich gegenseitig mobilisiert. Wären die ’schwächeren‘ Bizirke an der Primarschule ähnlich interessiert gewesen, wären sie auch zur Wahl gegangen.

    Das kann jetzt zwei Gründe haben: 1. Familien mit benachteiligten Kindern finden die Primarschule überhaupt nicht interessant, wussten, dass die Sache nicht durchkommt und haben deswegen nicht mit Nein gewählt oder 2. Familien interessieren sich so sehr nicht für die Bildungssituation ihrer Kinder, dass sie nicht mal ihre eigene Politikverdrossenheit überkommen konnten.

    Denn auch die Bürger aus den etablierteren Bezirken besitzen die gut-deutsche Politikverdrossenheit bzw. Wahlfaulheit. Aber: das Thema ‚Bildung meiner Kinder‘ konnte sie mobilisieren. Die anderen nicht.

  40. 40 Andreas 19. Juli 2010 um 22:09 Uhr

    @Yetused

    Das sind alles nur Spekulationen. Carl hat Recht damit, dass es bei Wahlen in den letzten Jahren immer schon einen starken sozialspezifischen Unterschied bei der Wahlbeteiligung gegeben hat. Zur Mobilisierung gehört auch die Möglichkeit, Medien zu nutzen. Wussten die Menschen in den Bezirken mit hoher Arbeitslosigkeit, dass es nicht um die Erhöhung der Kita-Gebühren ging bei der Abstimmung, sondern nur um die frühe Aufteilung? Die Springerpresse hat noch am Vortag der Wahl Schlagzeilen zu höheren Kita-Gebühren gebracht. Ein anderes Argument: wie oft wurden Arbeitslose schon verarscht, wie oft wurden ihnen Sachen versprochen, die dann nicht eingehalten wurden. Politikverdrossenheit hat seine Ursachen. Zu welcher Schicht gehören denn die Journalist_innen und die Entscheider_innen in den Medien? Und möchte diese für ihre Kinder eine exquisite Bildung oder lieber eine längere gemeinsame Grundschulzeit?

  41. 41 Carl 19. Juli 2010 um 22:22 Uhr

    @ Andreas: Ich bin nicht nur gegen die Primarschule, ich finde die Entscheidung schwierig. Ich habe nur die Argumente dagegen gebracht, weil du mich nur danach gefragt hast.

    Nochmal zu 1. Das Wahlergebnis ist alles, was wir über den Willen des Volkes wissen. Woher willst du wissen, dass alle die Nichtwähler, wären sie wählen gegangen, für die Primarschule gewesen wären? Das ist reine Spekulation und zudem kommt es mir sehr unwahrscheinlich vor. Am wahrscheinlichsten erschient mir, dass die Nichtwähler sich wohl hinsichtlich der Primarschule unsicher waren, wären sie es nicht gewesen, hätten sie wohl gewählt.
    Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass, wenn in allen Staaten über die Todesstrafe abgestimmt würde weit weniger Staaten die Todesstrafe hätten.

    Zu 2. Dann müsste man zusätzlich zur Quote aber auch dafür sorgen, dass die Privatschulen unter einem gewissen Einkommen kein Geld verlangen und für Kinder aus Großfamilien auch nicht etc. Allein von einer Quote hat keiner etwas. Quote + kostenfreier Platz müsste das sein.

    Zu 3. Dann soll bitte zuerst das Geld fließen und bewiesen werden, dass auf den Grundschulen in schlechten Vierteln ein hohes Niveau erreicht wird. Dann werden bestimmt auch mehr Menschen für die Primarschule sein.

    Zu 4. Ich finde es nicht gut Skandinavien mit Deutschland zu vergleichen, da es in diesen Ländern ganz verschiedene soziale Probleme gibt. Außerdem weiß ich nicht, ob in den Schulen in Skandinavien der Stoff des Gymnasiums durchgenommen wird. Dazu kann man keine Aussage treffen, weil PISA diesen nicht prüft.

    Ich verstehe auch im Fall von Hamburg nicht, warum man von Selektion redet. In Hamburg ist es doch vollkommen den Eltern überlassen, auf welche Schule sie ihr Kind schicken wollen.

  42. 42 tschill 19. Juli 2010 um 22:29 Uhr

    Carl,

    Das ist schön, daß Du Deinen Bekannten vertraust, aber thomas hat mit seiner Aussage Recht. Als Absolvent der von ihm genannten Berliner Spezialschule Heinrich-Hertz kann ich bestätigen, daß es eine Aufnahmeprüfung gab und außerdem das vorherige Engagement in Mathematikolympiaden und bei der Mathematischen Schülergesellschaft als Auswahlkriterium hinzugezogen wurde. Kann mich in meiner Stufe nicht an einen überproportional hohen Anteil von Offiziersbewerbern, Lehreranwärtern oder Kindern von Parteifunktionären erinnern. Es wurde auch kein übermäßiger Druck ausgeübt, um die Schüler zum Parteieintritt zu überreden. Was zählte, war naturwissenschaftliches Talent: Die zukünftige Mathematiklehrerin unserer Klasse half ihr Berufswunsch nicht; sie ging nach der zehnten Klasse auf eine normale Oberschule, weil sie nicht dem Niveau der Schule gerecht wurde.

    Aber wenn es Dir hilft, kämpf ruhig weiter mit den Schemen der Vergangenheit. Ich arbeite zur Zeit in Großbritannien, und ehrlich – so eine Bonzenauswahl wie hier gab es in der DDR nicht. Hier werden noch die dümmsten Brote aus dem Geldadel durch die Uni geschleift, weil sie Geld reinbringen und die Uni am Laufen halten. Aber Deutschland ist ja auch gerade auf dem Weg dahin, wie ich den Nachrichten so entnehme. Da kann man gar nicht oft genug zur Ablenkung auf Pappkameraden schießen.

  43. 43 Andreas 19. Juli 2010 um 22:44 Uhr

    @ Carl

    1. Genau, es bleibt Spekulation. Wir wissen nicht, wie die Leute entscheiden würden, wenn sie gut informiert gewesen und alle zur Wahl gegangen werden. Aber wie gesagt: Mehrheitsentscheidungen sind kein Argument.

    2. Ja, das Geld muss her. Die OECD fordert das schon seit Jahren, dass Deutschland endlich in die primäre Bildung mehr Geld investiert und endlich zu anderen Staaten aufschließt in der Bildungsfinanzierung.

    3. Bei der IGLU-Studie schneidet Deutschland wesentlich besser ab, als bei der PISA-Studie, was die sozialen Unterschiede betrifft. Es muss nicht erst „mehr Geld her“, sondern wir brauchen gleich ein besseres Schulsystem, welches auch mit mehr Geld finanziert wird.

    4. Ich finde es sehr gut, Skandinavien mit Deutschland zu vergleichen. Die Schulen, die in Deutschland nach dem skandinavischen Modell arbeiten, sind auch in Deutschland die besten Schulen. Und in Schleswig-Holstein schicken die Leute ihre Kinder in die Schulen der dänischen Minderheit, weil diese Schulen ganz einfach besser sind.

  44. 44 Carl 19. Juli 2010 um 22:50 Uhr

    „Das ist schön, daß Du Deinen Bekannten vertraust, aber thomas hat mit seiner Aussage Recht. Als Absolvent der von ihm genannten Berliner Spezialschule Heinrich-Hertz kann ich bestätigen, daß es eine Aufnahmeprüfung gab und außerdem das vorherige Engagement in Mathematikolympiaden und bei der Mathematischen Schülergesellschaft als Auswahlkriterium hinzugezogen wurde.“

    Ich will nicht streiten, aber ich kenne genug Menschen aus die in der DDR aufwuchsen und die haben mir alle übereinstimmend erzählt, dass es vor allem auf die politische Gesinnung un die der Eltern ankam und ich wüsste keinen Grund, warum diese Leute mich alle anlügen sollten. Ich will ja durchaus nicht abtreiten, dass die Leute dort auch fähig waren (im Vergleich zu denen, deren Eltern eine ähnliche Gesinnung hatten und die selbst eine ähnliche Gesinnung hatten und nicht dort waren), aber sie haben sich eben nicht der Kokurrenz der intelligenten Kinder von Regimekritikern gestellt.

    Dies habe ich mir zum Beispiel schnell über die EOS ergoogelt:

    „Positive staatliche Gesinnung

    Eine wichtige Voraussetzung für den Besuch der EOS war eine vorzeigbare positive ideologische Gesinnung. Bei Anzeichen renitenten Verhaltens oder gar Widerspruch (dies betraf häufig Kinder von Pfarrern oder Dissidenten) war die Aufnahme in die EOS nahezu ausgeschlossen. Nur wenn sich das MfS die Förderung des Kindes als besondere Strategie gegen das „feindlich-negative Element“ ausgedacht hatte, wurden auch solche Kinder in die EOS aufgenommen. Die vom Ministerium für Volksbildung herausgegebene Aufnahmeordnung für die Abiturstufe zeigt, welche Bedingungen die EOS-Schüler zu erfüllen hatten:
    „In die Erweiterte Oberschule werden Schüler aufgenommen, die sich durch Leistungsfähigkeit und Bereitschaft sowie politisch-moralische und charakterliche Reife auszeichnen, ihre Verbundenheit mit der DDR durch ihre Haltung und gesellschaftliche Aktivität bewiesen haben.“http://www.mdr.de/damals-in-der-ddr/lexikon/1681943.html

    Das würdest du nicht als Bevorzugung Angepasster und Bonzen ansehen?

    „Aber wenn es Dir hilft, kämpf ruhig weiter mit den Schemen der Vergangenheit.“

    Ich habe das Thema DDR hier nicht aufgebracht. Dieser Staat ist zum Glück mausetot. Wenn es aber aufkommt, darf ich ja noch meine Meinung dazu sagen oder?
    Ich sehe nicht ein, dass ich „Ja und Amen“ sagen muss, wenn in der öffentlichen Diskussion ständig jemand daherkommt und ein Unrechtregime wie dieses in den Himmel lobt.

  45. 45 Winnie 19. Juli 2010 um 23:44 Uhr

    Mal ne formale Frage eines Gymnasiasten: Wieso liegen in der Korrelationsgrafik die hoechsten Werte bei der Wahlbeteiligung bei 40 Prozent und in den Grafiken darüber bei 60 Prozent?

    Ich finde sensationell, wie leichtfertig hier mit Statistiken umgegangen wird.

  46. 46 egal 20. Juli 2010 um 1:18 Uhr

    Erstens: der Volksentscheid war demokratisch. Damit hätten auch sozial schwache (wahlberechtigte) Hamburger ihren vielleicht gegenteiligen Interessen Ausdruck verleihen können.

    Um den mal exemplarisch rauszugreifen (wurd ja mehrfach erwähnt): Falsch. Nicht alle Hamburger konnten da wählen, sondern lediglich Hamburger mit deutscher Staatsbürgerschaft, ergo hatten die Kinder, deren Eltern nicht-deutscher Herkunft sind, schlicht Pech gehabt. Da durften dann die oberen Klassen entscheiden, was gut für die ist. Hachja, diese Demokratie mit ihren ganzen Fallstricken ist schon son Schlawiner.

  47. 47 Andreas 20. Juli 2010 um 1:20 Uhr

    @Winnie

    Man soll sich nichts vormachen lassen. Daher hier die Linkadressen:

    Als Gymnasiast kannst du sicherlich eine weniger „leichtfertige“ Korrelationstabelle anfertigen ;-)

  48. 48 Carl 20. Juli 2010 um 8:29 Uhr

    „Nicht alle Hamburger konnten da wählen, sondern lediglich Hamburger mit deutscher Staatsbürgerschaft, ergo hatten die Kinder, deren Eltern nicht-deutscher Herkunft sind, schlicht Pech gehabt. Da durften dann die oberen Klassen entscheiden, was gut für die ist. Hachja, diese Demokratie mit ihren ganzen Fallstricken ist schon son Schlawiner.“

    Das ist in AUSNAHMLOS JEDER WAHL auf Bundes- oder Landesebene so. Ich finde es bedauerlich, dass Ausländer (die eine gewisse Zeit hier gelebt haben) in Deutschland nicht wählen dürfen, denn schließlich sind sie vom Ausgang der Wahlen direkt betroffen, aber mal ganz ehrlich: hat das jemanden der Primarschulbefürworter gestört als die Koalition aus CDU und Grün alternativer Liste die Primarschule beschloss. Diese Koalition ist ebenfalls ohne die Beteiligung von Ausländern gewählt worden und ich wage zu bezweifeln, dass es positiv für die Grün-alternative Liste ausgesehen hätte, hätten Ausländer sich beteiligen dürfen. Die Grün-alternative Liste wird doch schon immer vor allem von Deutschen ohne Migrationhintergrund aus der Mittelschicht gewählt.

    Niemand der Befürworter der Primarschule hat jemals gesagt „Ich bin gegen die Primarschule. Sie wurde von einer Koalition beschlossen, die nicht von den in Hamburg lebenden Ausländern gewählt wurde“.

    Dass nun in vielen Foren von den Verlierern der Wahl die Ausländer aufgebracht werden gleicht imho einer Instrumentalisierung. Wir haben keine Ahnung, ob die Ausländern hätte man sie wählen lassen sich mehrheitlich für oder gegen die Primarschule entschieden hätten. Solange die Koalition die Primarschule einführte hat es keinen gestört, dass sie nicht darüber bestimmt haben.

    Ich bin dafür, dass Ausländern auf Bundes- und Landesebene erlaubt werden sollte zu wählen. Lasst uns dafür kämpfen, aber ich bin dagen sich hier selbst zum Sprachrohr ALLER Ausländern (Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und politischen Meinungen) aufzuschwingen und einfach mal dreist zu davon ausgehen sie würden natürlich allesammt die eigene Meinung untertützen…

  49. 49 Carl 20. Juli 2010 um 8:44 Uhr

    @ Andreas:

    1. Warum sind Mehrheitsentscheidungen kein Argument? Möchten wir in einer Demokratie leben oder wollen wir einen König? Ich ziehe ja Ersteres vor und genau deswegen sind Mehrheitsentscheidungen für mich ein Argument.

    2. Ja, dem ist nichts hinzuzufügen… beziehungsweise warum nicht „aufschliesst“, wollten wir Deutschen nicht schon imer in allem ein bisschen besser sein? Warum nicht auch bei der Finazierung der Grundschulen und Kindergärten.

    3. Kann ich nichts zu sagen ohne genauere Kenntnis, aber ich werde mir das mal ansehen, denn ich bin daran interessiert.

    4. Welche Schulen sind das konkret, die in Deutschland nach skandinavischem Vorbild arbeiten und besser sind?

  50. 50 _Flin_ 20. Juli 2010 um 10:56 Uhr

    Wenn ich mich recht entsinne, ist „sozial schwach“ einfach ein Euphemismus für „arm“. Mir ist das ehrlich gesagt egal. Ich kann auch von „arm“ oder von „Unterschicht“ oder von „Prekariat“ oder von „Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen“ reden. Mir ist politische Korrektheit vollkommen gleichgültig, ich denke, wer mich verstehen will, versteht mich, wer mich absichtlich falsch verstehen möchte, der soll das bitte tun.

    Also von wem rede ich?
    Eben von den Menschen, die keine Lobby haben, die teilweise auf Sozialleistungen angewiesen sind, die teilweise einen Migrationshintergrund haben, und deren Aufstieg (und bitte nicht wieder das Wort „Aufstieg“ als unkorrekt darstellen) von der Unterschicht in die Mittelschicht höchstens durch viel harte Arbeit gepaart mit Glück, meistens aber gepaart mit Bildung, Bildung, Bildung zu erreichen ist. Einer Bildung, die sie aber nicht kriegen. Weil es in diesem unserem Lande mit seinem Standesdünkel und latenter Fremdenfeindlichkeit nämlich allen am Arsch vorbeigeht, ob diese Bevölkerungsschicht eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und Wohlstand hat. Und deswegen jeder OECD Bildungsbericht ein weiterer Skandal ist. In dem immer wieder steht, dass in Deutschland die soziale Herkunft den Bildungsweg und somit die Chancen auf Erfolg im Berufsleben vorherbestimmen (ganz Kapitalist definiere ich als Erfolg = Einkommen + Einfluss).

    Wenn nun diese Bevölkerungsschichten die Wahl haben, dieser Ungerechtigkeit durch eine Stimmabgabe etwas entgegenzusetzen, und sie diese Möglichkeit nicht nutzen, dann hinterlässt das bei mir nur Frust und Wut.
    Und ich denk mir: Wissts was, wenn Ihr Euch noch nichtmal selber um Euer Wohlergehen schert, dann habt Ihr es einfach nicht anders verdient. Und wenn Ihr zu dumm und zu ignorant seid, um Euch darum zu bemühen, (ach was, bemühen, ein Gang zum Wahllokal, maximal 30 Minuten Zeit), dass Eure Kinder bessere Bildung bekommen und bessere Chancen haben, als Ihr sie hattet… tja, dann haben Eure Kinder einfach Pech gehabt. Wie soll man jemandem helfen, der sich nichtmal selbst helfen will. Lest Eure BILD-Zeitung und AutoMotorSport, schaut Euer DSDS/Big Brother, bleibt arm und dumm.

    Und in Bezug auf Ausländer: Der Wahlbeteiligung sind Ausländer auch egal, da zählen nur Wahlberechtigte.

  51. 51 Carl 20. Juli 2010 um 11:06 Uhr

    „ganz Kapitalist definiere ich als Erfolg = Einkommen + Einfluss“
    „Wenn nun diese Bevölkerungsschichten die Wahl haben, dieser Ungerechtigkeit durch eine Stimmabgabe etwas entgegenzusetzen, und sie diese Möglichkeit nicht nutzen, dann hinterlässt das bei mir nur Frust und Wut.“

    Vielleicht haben sie die Möglichkeit deswegen nicht genutzt, weil sie dazu keine Meinung haben, sich unsicher waren etc. Wer bist du eigentlich den Leuten vorzuschreiben, dass sie zu wählen haben. Ein echter Demokrat wählt imho nur dann, wenn ersich ausreichend informiert fühlt und sich seiner Wahlentscheidung sicher ist.

    Finde ich ehrlich gesagt hohl.

    „Lest Eure BILD-Zeitung und AutoMotorSport, schaut Euer DSDS/Big Brother, bleibt arm und dumm.“

    Also erstmal finde ich, dass arm nicht mit dumm gleichzusetzen ist. Es gibt genug Beispiele für arme aber intelligente Menschen und auch für ungebildete aber intelligente Menschen. Leider, leider gibt es ebenfalls Beispiele für gebildete aber strunzendumme Menschen – die lesen zwar die Zeit und den Spiegel statt die Bild und AutoMotorSport aber intelligenter macht sie das auch nicht.

    Zweitens finde ich es bezeichnend, wie manche Leute sobald die Arbeiterklasse mal nicht tut was sie wollen sich quasi umdrehen und die Arbeiterklasse hassen.

    „Wie soll man jemandem helfen, der sich nichtmal selbst helfen will.“

    Erstens: Wie kommst du auf die Idee, dass die Arbeiterschicht von dir gerettet werden muss? Was ich so in Mittelschichtsfamilien mitkriege in Bezug auf Druck der auf den Kindern lastet (mindestens zwei Sportarten muss jedes Kind ausüben, schon vor der Grundschule eine Fremdsprache lernen, drei Musikinstrumente spielen, unbedingt auf die Uni und so weiter) sollten eher diese erettet werden. Die Schichten könnten sich gegenseitig helfen, das ist keine Einbahnstraße.
    Zweitens: Wenn ud jemanden helfen willst, fängst damit an, dass du ihn und seine Entscheidungen respektierst (jedenfalls wenn die Entscheidung nicht gerade ist mit 16 auf den Strich zu gehen und Heroin zu konsumieren – dann solltest du noch immer ihn respektieren und die Entscheidung).

  52. 52 Olaf 20. Juli 2010 um 11:11 Uhr

    Bielefeld (ots) – Der erfolgreiche Hamburger Volksentscheid gegen die Gemeinschaftsschule beflügelt die Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen: Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok bestätigte der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Dienstagsausgabe), dass die CDU für NRW ebenfalls einen Volksentscheid anstrebt, der sich gegen die geplante rot-grüne Schulreform richten soll.

    Landesregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sollen auch in NRW die Kinder demnächst länger miteinander lernen. Brok, der auch Mitglied im Landes- und Bundesvorstand der CDU ist, plädiert dafür, die Einzelheiten einer Volksbefragung beim Landesparteitag der NRW-CDU Anfang Oktober festzulegen. Er hofft darauf, dass die rot-grüne Minderheitsregierung bis dahin ihre Schulpläne offen legen wird. Schon jetzt sei klar, so Brok, dass die Bildung das zentrale Thema des CDU-Landesparteitags sein werde.

    Brok plädiert dafür, das Gymnasium unter allen Umständen zu erhalten. Auch in ländlichen Gebieten sei es wichtig, an den Gymnasien festzuhalten. „Man stützt nicht die Schwachen, indem man die Starken stoppt,“ meint Brok. Wesentlich wichtiger als das gemeinsame Lernen in der fünften und sechsten Klasse oder sogar bis zu zehnten Klasse findet Brok die vorschulische Erziehung: Der Bielefelder kann sich ein gemeinsames Vorschuljahr für alle Kinder vorstellen. Auch müsse die Durchlässigkeit zwischen den Schultypen verbessert werden. Aber man dürfe die Schulfrage nicht ideologisch angehen. Es bestehe in der Bevölkerung kein Bedarf nach einer neuen großen Schulreform, ist der ostwestfälische Christdemokrat überzeugt.

  53. 53 anonym 20. Juli 2010 um 11:42 Uhr

    Ich bin relativ überrascht, dass das Thema Bildung/Schule immer noch so viele Menschen zu einem Volksentscheid bringt. Denn das, worüber abgestimmt wird, ist zweit-, wenn nicht gar drittrangig. Es gibt viele Untersuchungen, die versuchen, bestimmte Einflussparameter mit dem Lernerfolg zu korrelieren. Die Ergebnisse sind seeeeeeeeeehr mager. Nicht einmal zwischen Klassengröße und Lernerfolg ist ein statistisch signifikanter Zusammenhang nachzuweisen (es wird trotzdem immer behauptet). Und das gilt für zweigliedrig, dreigliedrig, mit und ohne Gesamtschule, für 4 oder 6 Jahre Grundschule, etc. pp. Zu jeder Studie findet man zwei Gegenstudien. Auch aus PISA kann man nix ableiten. Denn wenn 2 (?) von 26 Ländern dreigliedrig sind und 3 (?) zweigliedrig bekommst du statistisch signifikant nur was, wenn die alle unten wären. Sind sie aber nicht. Österreich ist z.B. ähnlich wie Deutschland organisiert und war bei PISA im oberen Drittel. So what?

    Das Einzige, was wirklich zieht: Besser ausgebildete Lehrer, die modernen Unterricht machen (hier hat Deutschland extremes Nachholpotenzial) und mehr Schule (Ganztagsschule und zwar richtig mit Unterricht am Nachmittag, nicht nur Hausaufgabenbetreuung). Immerhin eines davon bekommt Hamburg eh (daneben noch die kleineren Klassen). Also war es eigentlich Wurscht, wie abgestimmt wird …

  54. 54 Olaf 20. Juli 2010 um 11:45 Uhr

    Der Volksentscheid in Hamburg wurde meiner Ansicht nach von vielen unterschätzt. Nicht nur von der Bevölkerung in den ärmeren Stadtvierteln Hamburgs, sondern auch auf der politischen Ebene.

    Das ist auch der Grund dafür, dass die Meisten nun das Bedürfnis verspüren, zumindest im Nachhinein darüber zu diskutieren. Dabei kann es nicht darum gehen, den Volksentscheid an sich in Frage zu stellen, doch aber darum, die Konsequenzen aus der aus meiner Sicht desaströsen Schulpolitik, die nun noch weitere Jahre so laufen wird, zu diskutieren.

    Ich vermute, dass auf der politischen Ebene auch die ungewöhnliche Parteienkonstellation dazu geführt hat, von allen Seiten keinen besonderen Elan für das politische Projekt Primarschule zu entwickeln. Die beiden Parteien, welche die oben genannten Schichten angesprochen hätten, nämlich SPD und Linke sind in Hamburg in der Opposition. Ohne einen Einblick in die Verhältnisse in Hamburg zu haben, habe ich doch den Eindruck, dass hier auch bundesweit nicht genug u.a. in den Medien mobilisiert wurde. Die jetzt erfolgte Forderung der SPD nach Neuwahlen deutet ebenfalls darauf hin.

    Diese Diskursunfähigkeit der Parteien spielt in diesem Fall den „Bürgerlichen“ in die Hände. Die Parteien aber spielen eine gewichtige Rolle bei der Organisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Konsequenzen aus dem Volksentscheid müssen die Parteien nun für sich treffen.

    Dies ist die organisatorische Ebene. Auf inhaltlicher Ebene zeigt sich, dass die Problematik der Schulform keineswegs so weitgehend in der Bevölkerung diskutiert wurde, als dass diese bereit sind, sich entsprechend an einem Volksentscheid zu beteiligen.

    Grüße

  55. 55 Carl 20. Juli 2010 um 11:54 Uhr

    Ich bin nicht der Carl vom 20. Juli 2010 um 11:42 Uhr, könnte jemand das ändern?
    Seltsam, sonst ist das doch immer nur Tobias passiert…

  56. 56 _Flin_ 20. Juli 2010 um 12:04 Uhr

    @Carl: Ich schreibe niemandem irgendetwas vor. Jeder ist seines Glückes Schmied. Und soll nach seiner Fasson glücklich werden, solange er dabei die Anderen nicht beeinträchtigt.

    Arm ist nicht gleich dumm. Aber ungebildet ist gleich arm. Denn ohne Ausbildung und Schulabschluss kriegt man keinen Job mit Durchschnittseinkommen.

    Da kann soziale Politik noch so sozial sein wollen, wenn es von den Menschen, die es betrifft, nicht angenommen wird, ist es vergeudet. Die Arbeiterschicht, was soll denn das sein? Ich rede von Unterschicht, von Armen, mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Ein Facharbeiter gehört da bestimmt nicht dazu. Auch ein Handwerker nicht. Und retten will ich auch niemanden.

  57. 57 Administrator 20. Juli 2010 um 12:10 Uhr

    @Carl,
    ja, zumal Olaf zwischendurch einen Beitrag geschrieben hat. Hab „Carl“ in „anonym“ geändert.

  58. 58 Olaf 20. Juli 2010 um 12:23 Uhr

    Vielleicht sitzt ihr an irgendwelchen Uni-Rechnern mit den gleichen IPs, so dass diese Fehler zustande kommen.

  59. 59 ben_ 20. Juli 2010 um 12:51 Uhr

    Es sind dies die Effekte der direkten Demokratie.
    Wer Volksentscheide will, muss sowas in Kauf nehmen.

  60. 60 Andreas 20. Juli 2010 um 13:04 Uhr

    @Winnie

    In der Korrelationtabelle fehlten tatsächlich Daten. Insgesamt ist das Ergebnis aber ähnlich, bzw. etwas „drastischer“ beogen auf den Zusammenhang von Arbeitslosenquote und Wahlbeteiligung.

    Danke für deine Aufmerksamkeit!

  61. 61 Martin 20. Juli 2010 um 13:21 Uhr

    In Deutschland gibt es leider noch keine Kultur beim Umgang mit Ergebnissen eines Volksentscheids.
    Wenn eine Abstimmung gegen die Meinung einer Partei ausgeht, werden „Schuldige“ gesucht. Hier sind es offenbar die „Privilegierten“, wer immer das auch sein mag. Warum waren es nicht einfach die Bürger von Hamburg, die sich für das Thema interessier und daher abgestimmt haben?
    Oft kommt von den Parteien auch direkt die Aussage, daß die Bürger einfach nicht in der Lage seien über ein Thema abzustimmen. Die Politik kann das besser.
    Dagegen wird niemandem die Kompetenz abgesprochen, wenn es darum geht bei der Wahl die Stimme für eine Partei abzugeben.
    In Wirklichkeit unterstützt keine Partei das Instrument Volksentscheid ernsthaft.
    Es gibt aber insbesondere auf kommunaler Ebene kein demokratischeres und transparenteres Element als einen Volksentscheid.
    Viele sinnlose und teuere Bauwerke und andere denkmalsetzende Auswüchse an Eitelkeiten hätten so verhindert und hunderte Millionen an Steuergelder sinnvoller verwendet werden können.
    Wer schon eimal in der Schweiz gelebt hat, weiß es zu schätzen, daß es einen Wettbewerb unter den Kommunen gibt und die Bürger über alle Themen abstimmen können.

  62. 62 Andreas 20. Juli 2010 um 13:39 Uhr

    @Martin,

    Du hättest Recht, wenn es nicht diesen erklärungsrelevanten Zusammenhang von Armut und Wahlbeteiligung gäbe. In dem Milieu, in dem ich groß geworden bin, galt der erfahrungsbedingte Satz: „Die da oben machen ja doch, was sie wollen.“ Damit haben sie nicht unrecht (Siehe Wahl des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein 2005). Vielleicht gibt es auch andere Gründe… Jedenfalls gibt es hier ein Problem.

  63. 63 Schulzin 20. Juli 2010 um 14:11 Uhr

    Und die Medien verwursten das Ergebnis im zweiten Verscheißer-Gang: Seht doch, das Volk will es so!

    Prekariare Manipulatiosdemokratie.

    Aber, wie bereits hier und da in den Diskussionen erwähnt: Deutschland kann sich das demographisch in Wirklichkeit überhaupt nicht leisten.

    Die Zeche zahlen am Ende auch die hanseatischen Villenkinder. Meinetwegen.

  64. 64 Pauls 20. Juli 2010 um 14:21 Uhr

    Hat des fuffzig Euro Eintritt gekostet oder wo liegt das Problem?

  65. 65 Andreas 20. Juli 2010 um 14:52 Uhr

    @ Schulzin

    Wir leben in Deutschland – und da haben sich lange aufgestaute Widersprüche traditionell nicht in emanzipatorische Prozesse aufgelöst. Die Elterngeldregelung zeigt ja bereits, dass der Widerspruch zwischen ökonomischen Erfordernissen und ständischer Klassenreproduktion zu biologistischen Auswegen führt:

    These 1: Die Wirtschaft braucht mehr Studierende
    These 2: Das Bildungssystem lässt nur Akademikerkinder studieren

    Schluss: Es müssen mehr Akademikerkinder geboren werden

    Ideologische Absicherung des Ganzen: Ein Eugenik-Diskurs, der gruppenspezifisch höher- und minderwertige Menschen unterscheidet.

  66. 66 _Flin_ 20. Juli 2010 um 15:23 Uhr

    @Martin: Schuld hat damit gar nichts zu tun. Dieser Volksentscheid sendet ein verheerendes Signal, mit einer bodenlos schlechten Bildungspolitik so weiterzumachen wie bisher. Hamburg stellt sich damit ein beeindruckendes Zeugnis vollumfänglicher Ignoranz aus, und beeinflusst die Politik in einer Art und Weise, die nur als katastrophal für Deutschland bezeichnet werden kann. Das Bürgertum glänzt mit Standesdünkel, Egoismus, Fremdenfeindlichkeit und bildungspolitischer Ignoranz. Die bildungsfernen Schichten zeigen eindrucksvoll auf, dass sie weder willens noch fähig sind, ihre eigenen Interessen demokratisch zu vertreten.

    Denn die Fakten zu unserem Bildungssystem sind seit langem bekannt und werden in jedem OECD Bericht den Regierungen der Länder und dem Bund um die Ohren gehauen:
    - Deutschland ist Weltmeister in der Zementierung der Bildungsunterschiede
    - Deutschland hat hohe Schul- und Studienabbrecherquoten
    - Deutschland kann die in Rente gehenden Ingenieure und Akademiker nicht aus dem eigenen Nachwuchs ersetzen
    - In Deutschland wachsen die Prozentsätze der Studierenden in jedem Jahrgang wesentlich geringer als in anderen Ländern

    Alle Welt und jede Partei faselt von Bildung, aber die logischen Schlüsse, die sich aus obigen Fakten ergeben, können nur lauten:
    - Entweder muss man die Durchlässigkeit unserer sozialen Struktur verbessern und Kindern aus bildungsferneren Schichten bessere Chancen einräumen,
    oder
    - konsequente Integrationspolitik und Anwerben sowie Einbürgern ausländischer Fachkräfte.

    Beides wird nicht gewollt.
    Deswegen kann das Ergebnis nur lauten:
    Weniger Ingenieure, weniger Akademiker, deswegen geringerer Wohlstand für alle.

    Danke nach Hamburg für ein tolles Signal der Ignoranz. Und ein special thanks an die Politikversager der Föderalismusreform.

  67. 67 _Flin_ 20. Juli 2010 um 15:39 Uhr

    Ach so, und nur, um meinem Rant noch die Krone aufzusetzen:

    Anstatt diese Probleme anzugehen, werden sie von Schwarz-Gelb sogar noch verschärft, durch folgende Gesetzesmaßnahmen:
    - Erhöhung des Kinderfreibetrags; denn reiche Kinder müssen auch ganz offiziell mehr wert sein
    - Verschiebung der Mehr-Belastungen durch die Beitragserhöhungen der Krankenversicherungen hin zu den Arbeitnehmern
    - Kürzung von Elterngeld (für Hartzer ganz gestrichen)
    - Senkung der Erbschaftssteuern für Geschwisterkinder

    Na sauber, und das alles in einem halben Jahr.

    Nach oben werden unsere sozialen Schichten zementiert, nach unten durchlässig gemacht. Und wer erstmal unten ist, kommt so schnell nicht mehr hoch. So fährt wir gemeinsam Hand in Hand den Staat offenen Auges an die Wand. Große Klasse.

  68. 68 Andreas 20. Juli 2010 um 15:59 Uhr

    @ _Flin_

    Die Analyse ist richtig. Die Frage ist offen: Was tun?

  69. 69 Kommunistin 20. Juli 2010 um 16:15 Uhr

    Jedenfalls keine Gewalt anwenden und die Demokratie abschaffen, das wäre schlimm schlimm!

  70. 70 _Flin_ 20. Juli 2010 um 16:19 Uhr

    Was tun… das Bürgertum aufklären, die Unterschichten mobilisieren.

    Aber das sagt sich leicht.

  71. 71 Andreas 20. Juli 2010 um 16:31 Uhr

    „Bürgerum aufklären, Unterschichten mobilisieren“

    Ja. Aber wie? Ein Weg, den ich vorschlage, ist die Selbstorganisierung der Betroffenen. Also hier die Selbstorganisierung der studierenden Arbeiterkinder.

  72. 72 Andreas 20. Juli 2010 um 17:55 Uhr

    @ Carl,

    du wolltest noch wissen, welche Schulen in Deutschland mehr Ähnlichkeit mit skandinavischen als mit deutschen Schulmodellen haben. Da gibt es die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden oder die Labor-Schule in Bielefeld. Hier ist ein kurzer Bericht über die Wilhelm-von-Humboldt-Schule in Berlin:

    Damit wäre auch der letzte der vier Punkte erschöpfend beantwortet. Die frühe soziale Selektion lässt sich durch NICHTS rechtfertigen, außer durch die Privilegierung für die Kinder der Privilegierten. Das ist ihr Zweck. Frühe soziale Selektion ist Klassenkampf von oben. Du wirst keine Studien finden, die die frühe soziale Selektion legitimieren, aber Dutzende unterschiedlicher Studien kommen zum Ergebnis, dass die frühe soziale Selektion falsch ist.

  73. 73 _Flin_ 20. Juli 2010 um 19:34 Uhr

    In Bezug auf die Hamburger Reformen der schwarz-grünen Koalition muss man schon auch mal sagen (jetzt, wo die Wut abgeklungen ist), dass die Dinge, die dort in die Wege geleitet worden sind, ja nicht schlecht sind, auch wenn sich die Bürger Hamburgs für die frühe Selektion entschieden haben.

    Weniger Schüler, mehr Lehrer, Stadtteil-Schule (wird sich zeigen, ob das so erfolgreich ist, wie man es sich jetzt erhofft), mehr individuelle Förderung, das sind ja alles keine schlechten Dinge.

    Maßnahmen auf kommunaler Ebene können auch so Dinge beinhalten wie die Organisation von Lese-Patenschaften, wo z.B. ehrenamtliche (z.B. Senioren) eine Patenschaft übernehmen und einem oder mehreren Kindern regelmäßig vorlesen.

    In Bezug auf die Selbstorganisation, ja, das wäre natürlich wünschenswert, in Anbetracht der Wahlbeteiligung in HH kann man sehen, dass es da viel Nachholbedarf gibt.

  74. 74 Andreas 20. Juli 2010 um 19:58 Uhr

    In Bezug auf die Selbstorganisation, ja, das wäre natürlich wünschenswert, in Anbetracht der Wahlbeteiligung in HH kann man sehen, dass es da viel Nachholbedarf gibt.

    Es wäre möglich – realistisch möglich – in einigen Asten und Studierendenvertretungen selbstorganisierte Referate für Arbeiterkinder einzurichten. Es gibt ja auch etliche Referate für Frauen, ausländische Studierende, behinderte und chronisch kranke Studierende und Queer/Transgender-Referate. Dass es keine Arbeiterkinder-Referate gibt, außer hier in Münster, ist bereits Teil einer strukturellen Klassendiskriminierung. Wenn man versucht, so ein Referat einzurichten, wird man auch in linken Gruppierungen sehr viel Widerstand erfahren. Das ist interessant und allein deswegen schon richtig, um die Standesdünkel in vermeintlich progressiven (und erst recht in liberal-konservativen) Organisationen deutlich zu machen.

  75. 75 _Flin_ 20. Juli 2010 um 21:30 Uhr

    Naja, das mit der Diskriminierung… es herrscht Versammlungsfreiheit. Jeder darf sich friedlich organisieren. Es wird nur niemand anders für einen machen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man hier von den Gewerkschaften (GEW, ver.di, IG Metall) volle Rückendeckung erhalten würde, wenn man sowas aufziehen will.

  76. 76 Andreas 20. Juli 2010 um 23:20 Uhr

    Formal herrscht natürlich Versammlungsfreiheit – aber Diskriminierung läuft subtiler, bspw. über Ignoranz. Wir hatten damals beim „freien zusammenschluss der studentInnenschaften“ (so eine Art Dachverband der ASten und Studierendenvertretungen) durchgesetzt, dass die Zusammensetzung der Mitgliederversammlung nach der sozialen Herkunft anonym erhoben werden sollte. Der Sinn der Übung: wir wollten herausfinden, wer wen repräsentiert. Soweit ich weiß, ist dies nie oder nur ein einziges Mal passiert, obwohl die Satzung dies verbindlich vorschreibt. Ich hatte letzte Woche den jetzigen Sozialreferenten vom fzs angeschrieben und gebeten, mir zu schreiben, ob und mit welchem Ergebnis die Erhebung durchgeführt wurde – keine Antwort.

    Vielleicht sollten wir eine Tour zu den verschiedenen Studierendenvertretungen organisieren und mit ihnen besprechen, wie man Vollversammlungen von studierenden Arbeiterkindern organisiert. So ähnlich hat auch die Schwulenbewegung begonnen…

  77. 77 Horst 22. Juli 2010 um 21:56 Uhr

    Hallo, ich haette mal eine Statistikfrage:
    Alle gehen hier ja davon aus, dass der Volksentscheid verloren ging, weil die Wahlbeteiligung bei den „armen“ niedriger war als bei den „Reichen“. Welches Ergebnis wäre denn rausgekommen wenn man den Effekt der unterschiedlichen Wahlbeteiligung rausgerechnet hätte. Praktisch. Jedes Wahllokal würde soviel Stimmen in den Stimmenpool legen, wie es Stimmberechtigte hat. Die abgegebenen Stimme sind die Grundlage der Hochrechnung in den Stimmbezirken. Oder anders gerechnet: Die Stimme in einem Wahlbezirk mit 10% Beteiligung zählt 10fach (weil) derjenige für 10 Andere mitstimmt, die Stimme eines Wählers in einem Wahlbezirk mit 50% Beteiligung zählt „nur“ doppelt.
    Hat jemand die Zahlen so aufbereitet, dass er das rechnen kann?

  78. 78 Hirnkrieger 22. Juli 2010 um 22:04 Uhr

    so ihr Armleuchter , ihr könnt in eurer multikulti-Hlle verrecken , wir schotten uns ab und wir betonieren den Status Quo …

    na was kommt jetzt , Verordnungen , Drohungen , Ansagen ?

    meine blonden & blauäugigen Kinder lernen NIEMALS mit Türken oder Arabern .

    wir kaufen Wohnungen und Häuser in linken Gegenden , diese pumpen wir mit Bereicherern voll , mal sehen wie euch das gefällt

  79. 79 Gebiss 23. Juli 2010 um 7:33 Uhr

    Tzzz, Diswascher als Freund und Hüter einer gerechten Konkurrenz im Ausbildungswesen. Am Ende dieser Kritik verlieren ein paar mehr Nichtarbeiterkinder, weil ein Ausgleich zugunsten der Arbeiterkinder stattfinden soll. Eins ist klar: Gewinner und Verlierer in der Bildungsselektion solls geben – nur das Verhältnis des Ergebnisses der Selektion soll verschoben werden zugunsten der Arbeiterkinder. Zynisch.

  80. 80 Andreas 23. Juli 2010 um 13:16 Uhr

    @Gebiss,

    wir sind auf deine Argumentationsfigur eingegangen. Eine fundierte Antwort steht leider aus. Lies mal das hier: Kritik der Chancengleichheitskritik. Vielleicht kannst du die Kritik an der Chancengleichheitskritik entkräften – oder reicht es nur zu zynischen Statements?

  81. 81 Carl 23. Juli 2010 um 19:58 Uhr

    off topic: Ich habe eben ein interessantes You-Tube-Video für den Dishwasher gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=eAGH5oyBwtM&feature=related

  82. 82 Carl 23. Juli 2010 um 20:04 Uhr

    off topic: Könnt ihr mal den Kommentar mit dem Link freischalten? Man kann Herr Ismail übrigens schreiben: ibifever(at)gmx de
    @ Olaf: Ich wohne inzwischen nicht mehr im Wohnheim und ein Unirechner ist das auch nicht. Daher kann es nicht kommen. Es kann eigentlich keiner diese IP haben außer mir. Das ist mir eigentlich auch noch nie woanders passiert außer beim Dishwasher.

    on topic:
    @ Andreas: Ich hatte befürchtet, dass du diese zwei Schulen nennst und gehofft du nennst andere, weil an diesen beiden Schulen gibt es kaum Arbeiterkinder, die sind selektiver als jedes Gymnasium.

  83. 83 Andreas 24. Juli 2010 um 2:47 Uhr

    @Carl, die Selektivität beruht doch nur auf deren Exklusivität. Wäre die Laborschule / Helene Lange Schule die übliche Schulform, gäbe es keine Selektion.

  84. 84 auweia 27. Juli 2010 um 15:09 Uhr

    Der Bezirk Hamburg Mitte, ist mit den Bevölkerungsreichen Stadtteilen, wie Billstedt, Wilhelmsburg ein einigermaßen homogener Bezirk (in der „Negativ“Betrachtung ) . Ergebnis: geringe Wahlbeteiligung von 29% aber trotzdem eine Ablehnungsquote der Schulreform von 55,2%.

    Die Idee, wenn nur alle zur Abstimmung gegangen wären, hätte das Ergebnis anders ausgesehen darf also bezweifelt werden.

    Tatsache ist: Die Masse der Pro Stimmen kommen aus den „Gut-Situierten“ Vierteln des linksliberalen Bürgertums. Dort ist die Welt noch heile – und wenn man ein Schwätzchen mit dem „Gemüsetürken“ hält, glaubt man hätte was für die Integration getan.

    Die Wahrheit ist doch: Spätestens wenn die eigenen Kinder aus der Grundschule raus sind (man sehnt sich das Ende der Klasse 4 herbei) wird umgezogen oder die Kinder werden auf Schulen in anderen Vierteln geschickt.

    Gerade der GAL sollte klar sein: wäre bei Wahlen die Beteilung in den armen Stadtvierteln in Hamburg hoch, die GAL würde zu einer 5% Zitterpartei degradiert. Denn dort wird sie nicht gewählt.

    http://www.statistik-nord.de/uploads/tx_standocuments/wahlanalyse_bue_bez_2008_gesamt.pdf auf Seite 13

    Insgesamt hat sich die GAL wohl stark von Ihren Wählern entfernt, denn auch in den GAL Hochburgen Winterhude, Eppendorf, Eimbsüttel,Rotherbaum gibt es wwl Mehrheiten.
    Der Volksmund weiß: Auf fremdem Arsch reitet man gern durchs Feuer. Auf dem Arsch des eigenen Kindes nicht.

  85. 85 Carl 28. Juli 2010 um 19:36 Uhr

    „Tatsache ist: Die Masse der Pro Stimmen kommen aus den „Gut-Situierten“ Vierteln des linksliberalen Bürgertums.“

    Hast du denn dafür einen Beweis?

  86. 86 Carl 28. Juli 2010 um 19:39 Uhr

    @ Admins: Was ist mit denn nun dem Video?

  87. 87 Andreas 29. Juli 2010 um 11:50 Uhr

    @Carl, ich habe es mir angeschaut. Aber ich sehe darin wenig Kritik. Es ist eine Helden-Geschichte und wir brauchen keine Helden, sondern die Abschaffung von Barrieren im Bildungssystem. Außerdem bin ich es leid, dass ohne Ende Einzelkämpfer_innen Preise erhalten, wenn sie systemgerecht Arbeiter- und Migrantenkinder fördern. Ich kanns nicht mehr hören.

    Vielleicht kannst du noch mal sagen, was an dem Beitrag interessant sein soll.

  88. 88 Carl 29. Juli 2010 um 13:09 Uhr

    Seh ich jetzt nicht so. Er hat doch ganz eindeutig erzählt, dass er gerade aus dem Libanon-Krieg kam und Bilder mit toten Menschen gemalt hat und da hat seine Lehrerin ihm das Blatt durchs Gesicht gezogen und später wurde er auf die Sonderschule (nicht ganz klar ist Sonderschule für was) geschickt. Das ist doch erstmal eine berechtigte Kritik am Verhalten der Lehrerin. Im weiteren Verlauf geht es auch um andere Dinge, aber das ist ja logisch da der Film über sein Leben und nicht über die Kritik am Schulsystem ist.
    Ich fände das würde wirklich gut zu den Erfahrungsberichten passen.

  89. 89 Andreas 29. Juli 2010 um 15:58 Uhr

    Ah, okay, als Erfahrungsbericht … Das wäre möglich und natürlich wäre es dann noch besser, wenn er mitdiskutiert. Ich habe das Kontaktformular rausgesucht. Hättest du Lust, dort anzufragen, ob wir das Video nutzen können und ob sie ihn darauf hinweisen können, dass wir als Arbeiterkinder gerne darüber diskutieren würden?

  90. 90 Carl 30. Juli 2010 um 21:32 Uhr

    Welches Kontaktformular? Meinst du: ibifever(at)gmx de?
    Kann ich jedenfalls gerne tun!

  91. 91 Andreas 31. Juli 2010 um 16:16 Uhr

    Ich meinte das hier:
    cosmo tv kontakt

    Das wäre toll, wenn du das machen könntest.

  92. 92 Andreas 05. August 2010 um 12:47 Uhr

    Ein spannendes Urteil in den Vereinigten Staaten:

    Ein Bundesrichter hob das auf einer beruhende Verbot von Homo-Ehen als verfassungswidrig auf. Es verstoße gegen die Gleichbehandlung und diskriminiere Schwulen und Lesben.

    Auch der Volksentscheid von Hamburg sollte als Verstoß gegen das Grundgesetz, wonach niemand aufgrund seiner sozialen Herkunft benachteiligt werden dürfe, aufgehoben werden. Die frühe Selektion findet eindeutig nach Kriterien der sozialen Herkunft statt. Das ist Diskriminierung.

  93. 93 Carl 09. August 2010 um 20:24 Uhr

    Ich glaube ich werde zuerst dem Herrn Ismail selbst schrieben, ob der auch damit einverstanden ist.
    Ich habe doch noch Zeit, oder? Es gibt ja keine Dead-Line.

  94. 94 Andreas 10. August 2010 um 16:24 Uhr

    Nein, keine Deadline ;-)

  95. 95 Tomas Andersson 16. Oktober 2010 um 17:15 Uhr

    Vielversprechender Ansatz, kommen da noch mehr Informationen?

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