Archiv für August 2010

Bessere Noten für Maximilian und Charlotte?

Pressemitteilung der Universität Oldenburg, 24.08.2010

Masterarbeit zu Vornamen beschäftigt sich mit der Notengebung

Oldenburg. „Vornamengebundene Vorurteile von Grundschullehrerinnen und – lehrern“, so lautet der Titel einer Masterarbeit von Kirsten Becker, Pädagogikstudentin an der Universität Oldenburg, die den Zusammenhang von Vornamen und Notengebung analysiert. Becker untersuchte, ob die Nennung verschiedener Vornamen bei derselben Schülerleistung die Bewertung der LehrerInnen beeinflusst. „Bekommen Schüler bessere Noten, nur weil sie Maximilian und Charlotte anstatt Kevin und Celina heißen?“ verdeutlicht Prof. Dr. Astrid Kaiser, Hochschullehrerin für Didaktik des Sachunterrichts und Betreuerin der Masterarbeit, den Forschungsansatz. (mehr…)

„Transferempfänger“ und „Bildungsferne“

Von Andreas Kemper

Noch immer fehlen kritisches Diskursanalysen, die sich mit der Konstruktion von klassistischen Bildern und Schlagworten befassen. Heute morgen habe ich mir zum zweiten Mal in dieser Woche eine BILD-Zeitung gekauft, da hier ein Vorabdruck von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ findet und entsprechende Bilder kosntruiert werden. Gestern hatte ich mich bereits hier zu der Frage geäußert, warum die SPD Thilo Sarrazin nicht rausgeworfen hat. Heute widme ich mich dem „Bildungskapitel“. (mehr…)

Warum Sarrazin noch in der SPD ist

Von Andreas Kemper

Vor einigen Monaten gab es gegen Sarrazin aufgrund seines Lettre-Interviews ein Parteiausschlussverfahren. Der Politikwissenschaftler Gideon Botsch hatte in einem Gutachten zu Sarrazin mitgeteilt, dass Sarrazins Äußerungen im Lettre-Interview „eindeutig rassistisch“ seien und sich dabei auf die Rassismus-Definition von Albert Memmi berufen. Hierzu äußerte sich die Landesschiedskommission folgendermaßen: (mehr…)

Brauchen wir proletarische Elternräte?

Von Andreas Kemper

Ich habe mir gerade noch einmal die Studie über Wiesbadener Grundschulen angeschaut, die bestätigt, dass Lehrer_innen sich in den Schulformempfehlungen gegenüber Arbeiterkindern diskrimierend verhalten.
Bei dieser antiquierten Diskriminierung gegenüber Arbeiterkindern stellt sich die Frage, ob nicht eine Idee aus der Weimarer Republik aufgegriffen werden sollte: Proletarische Elternräte, die bei diesen ungerechten Schulformempfehlungen und der diskriminierenden Praxis korrigierend eingreifen könnten. Schließlich zeigen Studien wie die aus Wiesbaden, dass Arbeiter noch am gerechtesten die Leistungen der Schüler_innen einschätzen können. Hier die entsprechenden Ergebnisse zu den Wiesbadener Schulen: (mehr…)

DSW-Sozialerhebung und Bildungsbarrieren

Von Andreas Kemper

Im Anhang befinden sich Auszüge der DSW-Sozialerhebung 2009 zum Schwerpunkt Soziale Selektion. Es handelt sich um eine Power-Point-Präsentation mit Kommentaren. Die Präsentation wird noch um Fragen der Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten ergänzt. Bisher sind dort die allgemeinen Ergebnisse zur Bildungsbeteiligung enthalten.

Hier finden Ihr die Grafiken des Hochschul-Informations-Systems HIS, welches die Sozialerhebung erstellt: (mehr…)

Die amerikanische Bildungskredit – Geschichte

Von Olaf Götze

Die amerikanische Bildungskredit – Geschichte

Privatschulden in den USA sind kein unbekanntes Phänomen und Bildungskredite spielen dabei eine mittlerweile immer wichtigere Rolle.
Studis – Online (www.studis-online.de) schreibt, dass mittlerweile ein Drittel aller Privatschulden der US-Amerikaner aus Bildungskrediten bestehen, insgesamt 800 Mrd. US-Dollar im Umfang. So die volkswirtschaftliche Sicht auf die Dinge. Hinter diesen Zahlen stehen aber auch unzählige Einzelschicksale von Menschen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben durch Bildung sich verschuldeten und deren Schulden durch die hohe Zinslast immer weiter ansteigen – bis zu 200.000 US-Dollar Schulden, welche in Einzelfällen auf bis zu 500.000 US-Dollar anstiegen. Hoch verschuldet sind dabei nicht nur UniversitätsabsolventInnen, sondern auch Menschen die sich in verschiedensten Ausbildungsberufen unter anderem für Gesundheitsberufe an kostenpflichtigen Schulen haben aus- und weiterbilden lassen. (mehr…)

Übereinkommen gegen Diskriminierung im Unterrichtswesen

Vor fünfzig Jahren, während der Tagung der Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wurde ein Übereinkommen gegen Diskriminierung im Unterrichtswesen erzielt. Als Diskriminierung galten Maßnahmen, die

  • a) einer Person oder Personengruppe den Zugang zum Unterricht – gleichviel welcher Art oder Stufe – zu verwehren,
  • b) eine Person oder Personengruppe auf einen niedrigen Bildungsstand zu beschränken,
  • c) für Personen oder Personengruppen getrennte Unterrichtssysteme oder -anstalten zu schaffen oder zu unterhalten

dies Diskriminierungsverbot galt explizit auch für eine auf sozialen Herkunft, den wirtschaftlichen Verhältnissen oder der Geburt beruhende Unterscheidung. Vierzig Jahre später beschloss die EU in den Amsterdamer Verträgen, die soziale Herkunft als Diskriminierungsgrund aus dem Katalog der Antidiskriminierungsrichtlinien zu streichen. Zahlreiche Studien belegen, dass heute noch immer ungebrochen eine Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft im deutschen Bildungssystem stattfindet. (mehr…)

Migrantinnen bekommen nicht mehr Kinder als Deutsche

Von Andreas Kemper

Dass in Deutschland „die Falschen“ die Kinder bekommen und daher „die Richtigen“ immer mehr Subventionen vom Staat erhalten sollten, ist nicht nur ethisch aeusserst problematisch, sondern es scheint auch empirisch falsch zu sein. Eine Studie von Hufnagel-Person konnte vor zwei Jahren bereits zeigen, dass Akademikerinnen ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen. Jetzt folgte eine Studie aus Rostock, die nachweist, dass auch Migrantinnen nicht ueberdurchschnittlich viele Kinder bekommen, sondern sich in ihrem Gebaerverhalten anpassen. Im Folgenden zitiere ich aus einem Bericht der Universität Rostock vom 10.08.2010 (idw): (mehr…)

Der Dishwasher entwickelt sich hervorragend

Positive Nachrichten! Das Magazin The Dishwasher ist vom Lay-Out, im Umfang und der Auflage verbessert worden, es gibt eine ISSN, es wird bei VG-Wort angemeldet, ist also auf dem besten Weg, zu einer „echten“ Zeitschrift zu werden.

Aber auch dieses Blog ist sehr erfolgreich. Bei Wikio, einem Informationsportal, welches Informationen von über 123.000 Medien und Blogs zusammenstellt, wird auch die Entwicklung vom Dishwasher-Blog dokumentiert. Der Dishwasher ist in wenigen Monaten von Platz 8.247 auf den Platz 762 vorgerückt. (mehr…)

Kalifornien und der Hamburger Volksentscheid

Von Andreas Kemper

Ein Bundesrichter hob am 04.08.2010 das auf einer Volksabstimmung in Kalifornien beruhende Verbot von Homosexuellen-Ehen auf. Das in der „Proposition 8″ enthaltene umstrittene Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe sei verfassungswidrig, befand Richter Vaughn Walker. Es verstoße gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

Dieses Urteil ist wegweisend nicht nur für die Rechte von Lesben und Schwulen, sondern auch für die Frage, ob per Volksabstimmung diskriminierende Gesetze eingeführt werden können. Prinzipiell müsste auch der Volksentscheid in Hamburg für ungültig erklärt werden. (mehr…)

Arbeiterkind…

Von Die 13
(Mit freundlicher Genehmigung von ihrem Blog Die 13’s Weblog Juli 28, 2010 at 2:24 pm)

Den folgenden Blogeintrag hätte ich schon länger gerne verfasst. Ich habe es immer wieder aufgeschoben. Wut, Unsicherheit, außerdem enthält er viel Persönliches. Der Artikel im SpOn gestern hat das Fass zum überlaufen gebracht. Ich habe überlegt, derartiges anonym zu veröffentlichen. Aber ich stehe zu allem was darin steht.

Es geht um den Bericht über HartzIV-Empfängerkinder, die von Arbeitsagenturen zur Ausbildung gedrängt werden.

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit ARGE-Mitarbeitern gemacht, und möchte das hier einmal schildern: (mehr…)




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