Die amerikanische Bildungskredit – Geschichte

Von Olaf Götze

Die amerikanische Bildungskredit – Geschichte

Privatschulden in den USA sind kein unbekanntes Phänomen und Bildungskredite spielen dabei eine mittlerweile immer wichtigere Rolle.
Studis – Online (www.studis-online.de) schreibt, dass mittlerweile ein Drittel aller Privatschulden der US-Amerikaner aus Bildungskrediten bestehen, insgesamt 800 Mrd. US-Dollar im Umfang. So die volkswirtschaftliche Sicht auf die Dinge. Hinter diesen Zahlen stehen aber auch unzählige Einzelschicksale von Menschen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben durch Bildung sich verschuldeten und deren Schulden durch die hohe Zinslast immer weiter ansteigen – bis zu 200.000 US-Dollar Schulden, welche in Einzelfällen auf bis zu 500.000 US-Dollar anstiegen. Hoch verschuldet sind dabei nicht nur UniversitätsabsolventInnen, sondern auch Menschen die sich in verschiedensten Ausbildungsberufen unter anderem für Gesundheitsberufe an kostenpflichtigen Schulen haben aus- und weiterbilden lassen.

Die Grasswurzel – Organisation StudentLoanJustice, welche im März 2005 gegründet wurde gab den Verschuldeten erstmal eine Stimme in der Öffentlichkeit. Auf ihrer Webseite www.studentloanjustice.org gibt sie den Betroffenen die Möglichkeit ihre Geschichte zu erzählen und zu veröffentlichen. Was dort zum Vorschein kommt ist erschütternd. Die Geschichten zeigen, wie viele der amerikanischen Studierenden mit der Hoffnung auf ein angemessenes, späteres Gehalt zu den von den Hochschulen gemanagten Studienkrediten gelockt wurden und aus der Schuldenspirale nicht wieder herauskamen. Die zunächst kleinen Kredite bliesen sich oftmals unverschuldet zu enormen Summen auf. Obwohl die Betroffenen Jahrzehnte an die Kreditinstitute – allen voran Sallie Mae – abbezahlten kamen sie häufig nicht über die Tilgung der Zinsen hinaus. Durch Krankheit, Jobverlust, Familie oder sogar der Unkenntnis über ihre Schulden stiegen diese ins Unermessliche. So kommt es, dass sogar die 74 Jahre alte Lorraine berichtet, von ihren spärlichen Sozialleistungen noch heute die Zinsen für ihren heute 12.000 Euro umfassenden Kredit abbezahlt. Die Promotion der Psychologin Joann verlängerte sich, nachdem ihr Institut geschlossen wurde. Von den 8.000 US-Dollar Kredit nach ihrem Master kam sie auf 30.000 US-Dollar nach der Promotion. Heute belaufen sich ihre Schulden auf 250.000 US-Dollar bei einer Verzinsung von 7 Prozent.

Dabei seien die Inkassounternehmen keineswegs zimperlich. Der ehemalige Student Jason berichtet, dass ein Inkassounternehmen ihn 3 Jahre lang 6-10 mal täglich anrief, seinen Arbeitgeber täglich belästigte und sogar im Krankenhaus hinterhertelefonierte. Viele Studierende berichten, wie die Hochschulen und deren Direktoren eine wesentliche Rolle in dem Kreditsystem spielen, indem sie ihnen etwa nach Aufnahme des Studium unverständliche Zusatzformulare zur Unterschrift vorlegten. Oftmals wechselten die Kreditansprüche über die Jahre über dutzende Firmen den Besitzer und änderten dabei jeweils die Zahlungskonditionen. Viele sprechen verzweifelt nur noch von einem „völlig absurden System“. Denn die Bildungskredite werden seit einer Gesetzesänderung von 1997 auch durch Privatinsolvenz nicht abgegolten, so dass viele ihr Leben lang nicht aus der Schuldenspirale werden entrinnen können.

Die Angestellte Darah fasst ihre Empfindungen wie folgt zusammen:
„Similar to criminals who have made poor decisions in there youth; I feel that I am paying the price for was making the decision in my 20’s to get an education. I thought education would result in freedom; instead I am in prison.“

Nachzulesen auf der Seite www.studentloanjustice.org

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Wikio




kostenloser Counter