Arbeitslosigkeit und Schulschwänzen

Volker Kauder, der Franktionsvorsitzende der CDU, fordert, Geldbußen konsequenter von Hartz-IV-Bezügen abzuziehen, wenn Kinder nicht zur Schule erscheinen. Er habe den Eindruck, dass Bußgelder wegen Schulschwänzens selten verhängt und noch seltener eingetrieben würden. Damit greift er eine der Ideen von Thilo Sarrazin auf, der in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ genau diese Regelung gefordert. Diese Strafen müssten so gestaltet sein, dass sie das Existenzminimum unterlaufen.
Zuvor hatte Sarrazin gefordert, dass Geldbußen gezahlt werden müssen, wenn Kinder ihre Hausaufgaben nicht machen. Dieser Idee schloss sich Kauder noch nicht an. Während Sarrazin noch allgemein davon sprach, Geldbußen für das Fernbleiben der Schulkinder zu fordern, bezieht sich Kauder nur auf Arbeitlose. Geldbußen müssen übrigens immer gezahlt werden. Entweder Kauder weiß das nicht oder er will eine Sonderregelung für Hartz-IV-Abhängige.
Eine Sonderregelung für arbeitslose Eltern oder Alleinerziehende könnte so aussehen, dass die Schulfehlzeiten monatlich direkt an die Arge weitervermittelt werden. Undenkbar? Es liegen genügend Erfahrungsberichte vor von Schüler_innen aus ärmeren Verhältnissen, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft von der ARGE direkt kontaktiert wurden, um ihnen mitzuteilen, dass sie gefälligst nicht studieren sollen. Vielleicht ließe sich das ja auch mit dem Bildungsgutschein koppeln, der Bildungsgutschein würde dann zu einer Art schulpolizeilichem Führungszeugnis. Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und ARGE in Bezug auf Reglementierung von „Unterschichtsfamilien“ ist ausbaufähig. Alternativ ließe sich fragen, warum viele Hauptschüler_innen pessimistisch und demotiviert sind, wie die jüngste SHELL-Studie festgestellt hat.


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