Archiv für Oktober 2010

Studieren ohne Abitur

Die IG Metall hat eine sehr informative und hilfreiche Seite angelegt zum Thema „Studieren ohne Abi“. Von den verschiedenen Länderregelungen bis zu Fördermöglichkeiten finden sich dort viele wichtigen Informationen für ein Hochschulstudium ohne Abitur.

www.studieren-ohne-abi.de

Reiche in der Schweiz – Unterschiede seit der Geburt

Im Artikel „Eine eigene Welt, vom Gebärsaal bis zur ­Altersresidenz“ in der Wochenzeitung (WOZ) vom 21.10.2010 findet sich eine Vorabveröffentlichung von Ueli Mäders, Sarah Schilligers und Ganga Jey Aratnams Studie „Wie Reiche denken und lenken“, die heute veröffentlicht wird.

Die Sonderbehandlung beginnt schon in den ersten Sekunden des Lebens: Zwar kommen alle Kinder nackt zur Welt. Aber nicht alle Kinder erblicken das erste Licht der Welt in einer Gebärsaal-Suite der Zürcher Privatklinik Hirslanden, wo für einen «stilvollen Start ins Leben» gesorgt ist («NZZ am Sonntag»). Seeblick, Gourmetküche, Hi-Fi-Anlage und Designermöbel zeichnen die Suiten aus, im eigentlichen Gebärzimmer steht ein Designer-Gebärstuhl mit Massagefunktion und indirekter Bodenbeleuchtung, und die Scheren, Zangen, Saugglocken und Putztücher sind diskret in der Wand verborgen – möglichst wenig soll man von der Medizin sehen. Weiter

Andrä Wolter zu Hochschulbildung und soziale Ungleichheit

Auf den Nachdenkseiten findet sich die Zusammenfassung eines Vortrags von Andrä Wolter während des Workshops: Bildung für alle? der Hans-Böckler-Stiftung und IG Metall Frankfurt am 27./28. September 2010 zum Thema Hochschulbildung soziale Ungleichheit . Hier werden von einem Mitarbeiter des Hochschul-Information-Systems sehr knapp die empirischen Daten zur sozialen Bildungsbenachteiligung zusammengefasst und kommentiert.

Bei der Bologna-Reform wurden die sozialen Fragen vergessen

Artikel von Lenz Jacobson und Johannes Pennekamp in der Wochenzeitung Der Freitag vom 21.10.2010

Wer hat, dem wird gegeben
Bei der Bologna-Reform ­wurden die sozial Schwachen vergessen. Die neuen Stipendien ändern daran nichts

Man muss sich nur das Papier ansehen, mit dem alles angefangen hat, um das Problem zu verstehen. Gut fünf Seiten ist die Bologna-Erklärung lang, mit der die europäischen Regierungen 1999 die Hochschulreformen starteten. Von „arbeitsmarktbezogener Qualifizierung“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ ist da die Rede. Soziale Fragen spielen keine Rolle, Begriffe wie Chancengleichheit oder soziale Durchlässigkeit fehlen in dem Text, der zur vielleicht größten Umwälzung im deutschen Hochschulsystem führte. Weiter

Klasseninteressen und Klassismus in der Sarrazin-Debatte

Veranstaltung vom Fikus-Referat Münster. Referent_innen: Andreas Kemper, Tobias Fabinger und Esra Onus

Klasseninteressen und Klassismus in der Sarrazin-Debatte

Gegen wen richtet sich der von Sarrazin und Anderen freigesetzte Diskurs über unproduktive Migrantenmilieus, Unterschichten und das vermeintliche Verschwinden Deutschlands? Sarrazins Argumentation naturalisiert gesellschaftliche Konflikte und richtet sich letztlich gegen die Arbeiterkinder und benachteiligten Migranten. Eine soziologische Analyse kennt Sarrazin nicht. Wir wollen der Naturalisierung nachgehen und ideologiekritisch den Biologismus und Ökonomismus der politischen Debatten befragen. (mehr…)

Lars Schmitt: Probleme und Konflikte von Arbeiterkindern an der Universität und ihre mögliche Lösung

Veranstaltung vom Fikus-Referat Münster:

Lars Schmitt:
Probleme und Konflikte von Arbeiterkindern an der Universität und ihre mögliche Lösung

Der Soziologe Lars Schmitt, der auch Erfahrungen in der Studienberatung hat, referiert über die Konflikte und Identitätskrisen, in die studierende Arbeiterkinder geraten können. Oftmals schreiben sie sich ihre Probleme als individuelles Versagen zu. Dabei liegt die Ursache in „Habitus-Struktur-Konflikten“, in die die Arbeiterkinder in einer weitestgehend bürgerlich-akademischen Umwelt geraten. Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Studierenden mit unterschiedlicher sozialer Herkunft und Ausgrenzungserfahrungen können die Folge sein. Nach dem Vortrag gibt es eine Diskussion und einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch, sowie einige Tipps zum Umgang mit der Studiensituation. Das Ziel ist, entspannter und bewusster mit der sozialen Situation im Studium umzugehen. Auf der Veranstaltung wird das Arbeiterkinder-Referat des AStA seine neue Beratung vorstellen. (mehr…)

Die Politik als sozialer Raum, der von akademischen Mittelschichten dominiert wird

Veranstaltung vom Fikus-Referat Münster. Referent: Tobias Fabinger

Die Politik als sozialer Raum, der von akademischen Mittelschichten dominiert wird
- Über den ungleichen Zugang für verschiedene soziale Milieus zur Politik, am Beispiel der Grünen und am Beispiel des Hamburger Schulkampfes

Die Politik ist sehr stark von akademischen Mittelschichten geprägt; dies trifft auch für die Hochschulpolitik an der Uni Münster oder etwa für die Kommunalpolitik zu. In einigen Parteien verstärkt sich diese soziale Homogenisierung noch, da sie nur bestimmte Milieus ansprechen. Auch bei Volksentscheiden dominiert die Mittelschicht den politischen Raum. Es ist also die Frage, welche politischen Praxen geschaffen werden können, damit die arbeiterlichen Milieus politisch sichtbar werden und ihre Interessen vertreten können. (mehr…)

Das Verhältnis von bürgerlicher Herrschaft und Bildungssystem

Veranstaltung vom Fikus-Referat und der Studiengruppe Kritische Theorie

Klassenherrschaft und Bildungssystem I:
Das Verhältnis von bürgerlicher Herrschaft und Bildungssystem

Fragestellungen:
(1) Das Verhältnis von bürgerlicher Herrschaft und Bildungssystem (kritisch-bildungstheoretische Bestimmung)
(2) Mit welcher Form der bürgerlichen Herrschaft haben wir es in der Gegenwart zu tun?
(3) Bürgerlich-liberale Herrschaft und Umgestaltung der Hochschule
(4) Bürgerliche Normalbiographie und Normalitätskonstruktionen als Herrschaftsmittel
(5) Interpretation von biographischen Berichten von Arbeiterkindern an der Hochschule (mehr…)

Grundgesetz und Bildung als öffentliches Gut und Bildungsbarrieren

Veranstaltung des Fikus-Referates und der Studiengruppe Kritische Theorie
Klassenherrschaft und Bildungssystem II:
Grundgesetz und Bildung als öffentliches Gut und Bildungsbarrieren

Fragestellungen:
(1) Überlegungen zum Grundgesetz und der (grundgesetzwidrigen) Domaninanz des bürgerlich-liberalen Herrschaftskomplexes
(2) Von der Bildung als öffentlich finanziertem Gut profitiert vor allem eine Elite
(3) Bildungsbarrieren und die Interessen dominanter Gruppen an diesen Barrieren
(3) Arbeitnehmerinteressen und Bildungssystem
(4) Die Möglichkeit einer gesellschaftspolitischen Stärkung der Arbeitnehmerinteressen und des Abbaus von Bildungsbarrieren (mehr…)

Verein gegen Bildungsbarrieren

Von Andreas

Während der nächsten Redaktionssitzung des Dishwasher am Mittwoch, den 27. Oktober, um 20 Uhr abends im AStA der Uni Münster, Schlossplatz 1, findet die Gründung des „Vereins gegen Bildungsbarrieren“ statt. Es ist vorgesehen, dass der Verein u.a. den Dishwasher herausgibt. Ihr seid herzlich eingeladen, zur offenen Redaktionssitzung und zur Vereinsgründung zu erscheinen.

Chance² Projekt der Uni Duisburg/Essen

Auszug aus der Projektbeschreibung Chance² der Univeristät Duisburg/Essen

„In Deutschland nehmen weniger Jugendliche ein Studium auf als in anderen Ländern. Gerade Kinder aus ökonomisch schwachen Verhältnissen studieren seltener als Kinder von Akademikern.
Häufig aber liegt es nicht an mangelnder Intelligenz, ob eine Schülerin oder ein Schüler das Abitur schafft und ein Studium aufnimmt, sondern an anderen Faktoren: Die Jugendlichen haben in ihrer direkten Umgebung keine Vorbilder, weder für ein Studium noch für den daraus möglichen resultierenden Beruf , trauen sich das Studium nicht zu oder sind häuslich eingebunden. (mehr…)

Kostenfreier Zugang zu Forschungsliteratur

Von Andreas Kemper

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) beteiligt sich mit einem Infostand aktiv an der 2. International Open Access Week vom 18. bis zum 24. Oktober 2010 im Foyer der ULB am Krummen Timpen. Ziel ist, für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und darüber zu informieren. Gerade für Arbeiterkinder ist der freie Zugang wichtig. Weitere Informationen finden sich hier: Miami / Open Access Woche in Münster

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CfP Race, Gender, Class Conference New Orleans

Race, Gender & Class Journal
via WCPCA-EMail-List

Dear RGC supporters and Activists,

We are very honored and proud asking you to be part of the 2011 RGC [“Race, Gender, Class“] Conference at New Orleans (see flyer attached). This conference is very important from a RGC approach, as we try to understand the way the Obama administration’s successes and failures affect the racialized, gendered, and classed experiences of those living in the United States and abroad. (mehr…)

Working with Working-Class Students

Über das E-Mail-Netzwerk der Working-Class-Poverty-Class-Academics (WCPCA) bin ich auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht worden: Working with Working-Class Students . Das WCPCA-Netzwerk existiert bereits seit über 15 Jahren. Einmal jährlich wird vom WCPCA zudem eine Tagung organisiert. Die nächste Tagung findet im Sommer 2011 in Deutschland statt.

Hier kannst du der WCPCA-Emailgroup beitreten


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Blockierter Aufstieg

Von Andreas Kemper

Das aktuelle Magazin Böll.Thema 03/2010 der Heinrich-Böll-Stiftung widmet sich dem Thema „Sozialer Aufstieg. Strategien gegen die blockierte Gesellschaft“. Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung erklärt im Vorwort, warum dieses Thema gewählt worden ist:

Weshalb ein Heft mit dem Oberthema sozialer Aufstieg und Chancengerechtigkeit? Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin, die im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet wurde, gibt darauf eine plastische Antwort: «Deutschland weist im internationalen Vergleich eine sehr
geringe soziale Mobilität auf, oder anders formuliert: Die Chancen, gesellschaftlich auf- oder abzusteigen, sind in kaum einem anderen industrialisierten Land so ungleich verteilt wie in Deutschland. Wir leisten uns mehr Ungleichheiten als notwendig, und dies insbesondere zum Nachteil derjenigen Kinder, die mit ihrer geringen sozialen Herkunft vergleichsweise wenig Chancen haben, aus diesen nachteiligen Positionen aufzusteigen.»

Uns liegt die Studie, die im Herbst erscheinen soll, noch nicht vor. Allerdings gibt Jutta Allmendinger erste Ergebenisse bekannt. (mehr…)




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