Andrä Wolter zu Hochschulbildung und soziale Ungleichheit

Auf den Nachdenkseiten findet sich die Zusammenfassung eines Vortrags von Andrä Wolter während des Workshops: Bildung für alle? der Hans-Böckler-Stiftung und IG Metall Frankfurt am 27./28. September 2010 zum Thema Hochschulbildung soziale Ungleichheit . Hier werden von einem Mitarbeiter des Hochschul-Information-Systems sehr knapp die empirischen Daten zur sozialen Bildungsbenachteiligung zusammengefasst und kommentiert.

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2 Antworten auf „Andrä Wolter zu Hochschulbildung und soziale Ungleichheit“


  1. 1 Andreas 25. Oktober 2010 um 16:12 Uhr

    Spannend finde ich vor allem die letzten drei Schlussfolgerungen, also die Punkte 8, 9 und 10:

    8. Es gibt in unserer Gesellschaft einen heftigen Kampf um die Verteilung des Bildungskapitals –um die Statusdistributionsfunktion des Bildungssystems.
    9. Die Bildungsexpansion führt zu einer stärkeren Konkurrenz um den Zugang zu den „privilegierten“ sozialen und beruflichen Positionen. Knappheit an höheren Zertifikaten und Berechtigungen vermindert den Konkurrenzdruck.
    10. Die Auseinandersetzung wird über weite Strecken dadurch geführt, dass externe Funktionen von Bildungseinrichtungen in interne transformiert werden (Eignung, Leistung, Studierfähigkeit u.a.) –ein Mechanismus symbolischer Gewalt (Bourdieu).

    Bei Punkt 9 dachte ich beim ersten oberflächlichen Erfassen des Textes, dass ich mich verlesen hätte: müsste dort nicht stehen: „Knappheit an höheren Zertifikaten und Berechtigungen ERHÖHT den Konkurrenzdruck“?

    Tatsächlich wird der Konkurrenzdruck vermindert, weil durch das Ausschalten der Konkurrenz mittels der symbolischen Gewalt, also der Transformation der externen Selektion in eine Zuschreibung der individueller „Ungeeignetheit“, nur noch wenige Akademiker_innen mit entsprechender „Geeignetheit“ um die begehrten privilegierenden Jobs konkurrieren müssen. Die Thesen über die Konkurrenzgesellschaft müssen um diese Komponenten der Ausschaltung der Konkurrenz ergänzt werden. Zwar findet sich auf dem Markt eine Konkurrenz. Aber mittels einer Zuspielung von privilegierenden Zertifikaten im Bildungssystem an diejenigen mit einer höheren sozialen Herkunft wird das Konkurrenzprinzip ausgeschaltet und damit wird das ganze Konkurrenzprinzip zur Farce und wir müssen konstatieren, dass wir eben nicht in einer Konkurrenzgesellschaft leben, sondern in einer kapitalistischen Gesellschaft, die mittels des Scheins einer Konkurrenzgesellschaft für bestimmte Schichten die soziale Vererbung von Privilegien und privilegierten/ privilegierenden Positionen legitimiert. Diese Feststellung ist vor allem an politische Zusammenhänge wie beispielsweise rund um den „Gegenstand“ gerichtet, die mit ihrer bestimmten Kritik an die Ideologie der Chancengleichheit leicht über das Ziel hinausschießen.

  1. 1 Study Center & Community » Blog Archive » Das System der Hochschulbildung in den USA Pingback am 23. November 2010 um 5:51 Uhr
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