Postdemokratie

Von Andreas Kemper

Michael Klundt, Professor für Kinderpolitik am Fachbereich für Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal, geht in einem Artikel in der Jungen Welt („Merkels Raubzug“, 26.11.2010) auf das 2008 erschienene Buch „Postdemokratie“ des britischen Soziologen Colin Crouch ein. Zitat: „Während die demokratischen Institutionen formal weiterhin vollkommen intakt sind […], entwickeln sich politische Verfahren und die Regierungen zunehmend in eine Richtung zurück, die typisch war für vordemokratische Zeiten: Der Einfluß privilegierter Eliten nimmt zu […]“ (Crouch 2008, S.13). Was haltet ihr von der These?

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Wikio

2 Antworten auf „Postdemokratie“


  1. 1 Andreas 26. November 2010 um 12:29 Uhr

    Hier noch ein aktueller Artikel: Gustav Sebt: Dem Bewahren, Schönen, Guten in der aktuellen SZ. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern…“

  2. 2 suse 26. November 2010 um 20:40 Uhr

    „vordemokratische Zeiten: Der Einfluß privilegierter Eliten nimmt zu“

    Oje. Da entdeckt ein Soziologe, dass Demokratie und Privilegien miteinander vereinbar sind – entgegen seiner Grundannahme – und macht daraus einen gesellschaftlichen Anachronismus. Wenn vor jeder Prüfung, wer warum worin „Einfluss“ hat (und warum die zunehmende Ohnmacht einer Klasse beschlossene Sache ist), feststeht, dass Demokratie das Gegenteil von Privilegien sei, wundert einen das Ergebnis natürlich nicht: Mitten in der Demokratie „Vordemokratisches“ – blöde Idee.

    Statt die „Entwicklung“ als Produkt der maßgeblichen Subjekte zu erklären, erfährt man mehr über den Demokratiehimmel von Crouch und bekommt fast schon den Eindruck, als wollte Crouch „politische Verfahren und die Regierungen“ zum Opfer einer Entwicklung erklären, die die Herrschenden nicht wollen könnten.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



kostenloser Counter