“Bildungsferne” und Arbeiterkinder im Studium – Analysen und Hilfen für einen manchmal steinigen Weg; Veranstaltung an der Uni Münster

Oder: Warum scheinbar psychologische Studienprobleme manchmal soziale Ursachen haben

Wenn Arbeiterkinder sich in ihrer Studiensituation nicht so wohl fühlen oder in bestimmten Situationen keinen Draht zu Kommilitonen haben, glauben sie, es läge an ihnen. In Wirklichkeit stehen soziale Strukturen dahinter: Die Arbeiterkinder und Studierenden aus “bildungsfernen Schichten” geraten aufgrund ihres “Habitus” in einer bürgerlich-akademischen Umwelt in Konfliktsituationen und Kommunikationsmissverständnisse.
Es kann sogar die These gewagt werden: Die meisten Dinge, die wir erleben sind durch soziale Strukturen mitverursacht!

Es ist sehr spannend, diese Strukturen zu analysieren. Und vor allem: Es hilft, um die Ursache von Studienproblemen zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Studienblockaden und längere Studiendauer können die unangenehmen Folgen für Arbeiterkinder sein – die Universitätsleitung tut derzeit nichts, um das Problem zu bearbeiten. Wir wollen Bildungsbarrieren abbauen – auch die Barrieren im Kopf – undzwar sowohl auf Seiten der “Bildungsnahen” und “Bildungsfernen”.

Studierende Arbeiterkinder können die Veranstaltung nutzen, um ihre Situation etwas zu erhellen. Aber auch die Studierenden aus den bildungsnahen Schichten, deren Eltern bereits ein Hochschulstudium vorweisen, sind herzlich eingeladen, die Probleme ihrer Kommilitonen besser verstehen zu lernen.

Dr. Lars Schmitt ist Soziologe am Marburger Zentrum für Konfliktforschung. Dr. Schmitt hat außerdem viel Erfahrung in der Studienberatung und kann viele praktische Tipps geben. Auf unserer Abendveranstaltung wird Dr. Lars Schmitt zuerst sein Konzept des “Habitus-Struktur-Konfliktes” vorstellen. Zu diesem Thema hat er auch ein Buch geschrieben: “Bestellt und nicht abgeholt – Soziale Ungleichheit und Habitus-Struktur-Konflikte im Studium”. Nach der Vorstellung seiner wissenschaftlichen Ergebnisse wollen wir in eine praxisorientierte Diskussionsrunde eintreten und ganz konkrete Lösungsmöglichkeiten für Studienprobleme besprechen.

Donnerstag, 2.12. 2010

im Senatssaal im Schloss

(Hauptgebäude der Uni Münster)

um 18 Uhr

Veranstaltet wird er Abend vom AStA-Referat für finanziell und kulturell benachteilgte Studierende an der Uni Münster. Kontakt: Telefon 0251/8322287 oder E-mail asta.fikus@uni-muenster.de

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