Archiv für Januar 2011

„Studieren ist echt ein Luxus, wenn du aus einer Arbeiterfamilie kommst“

„Mein Studium zahlt McDonalds.“
McDonalds Fernseh-Werbeclip.

Gewaltfreie Erkenntnisfähigkeit statt IQ-Zuchtwahl

Von Andreas Kemper
Jetzt wird also die „Gelbe Gefahr“ neu beschworen, die „chinesischen Tigermütter“, Heerscharen gedrillter ostasiatischer Uni-Absolventen, die den sarrazin-spenglerschen Untergang Deutschlands, des Abendlandes besiegeln könnten. Als würde das Menetekel der „dekadenten Minderleistung durch islamisch-unterbürgerliche Dysgenik“ nicht ausreichen, muss nun die Drohkulisse einer durchdisziplinierten Leistungsgesellschaft her, die unsere „Population“ geige-spielend dem wachsenden Krebsgeschwür einer erblich bedingten Bildungsunfähigkeit überlassen. Dabei sollte klar sein: Sie sagen „Gelbe Gefahr“ und meinen „Schwarze Pädagogik“. (mehr…)

Klassenspezfisches Konfliktverhalten in Facebook

Von Andreas

Vielleicht kennt ihr persönliche Beispiele für klassenspezifisch unterschiedliches Konfliktverhalten? Auf der Seite Classism.org fand ich einen Beitrag von N. Jeanne Burns: Classed Relationships on the Internet:

“Social class and the Internet” usually implies issues of access to high-speed Internet and newer computers. But recent online discussions have me reflecting on how my Facebook friends are divided clearly along class lines, in how we interact online. Class differences in dealing – or not dealing – with conflict show up starkly in my online conversations.

Schafft ein, zwei, viele Arbeiterkinder-Referate!

Schafft ein, zwei, viele Arbeiterkinder-Referate!

Die Betroffenen müssen sich vernetzen können.
Ohne feministische Frauengruppen hätte sich im Hochschulbereich nicht viel verändert!
Ohne die Bauern im Wendland gäbe es dort keine starken Proteste!
Ohne die Schwulen- und Lesbenbewegung wäre Homosexualität noch immer eine “kriminelle Krankheit”!
Und ohne das Black Movement in den 60ern wäre Obama undenkbar!

Organisiert Arbeiterkinder-VVs und autonome Arbeiterkinder-Referate!

Der Widerstand gegen soziale Selektion muss nachhaltig werden.

http://dishwasher.blogsport.de

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Chance 2 – Auftaktveranstaltung

Am Freitag Nachmittag bin ich zur offiziellen Auftaktveranstaltung des Projekts „Chance 2“ der Uni Duisburg/Essen gefahren. Ich hatte erst gegen Mittag erfahren, dass es sich um eine hochkarätige Veranstaltung mit Schulministerin, Oberbürgermeistern und Fernsehpräsenz handelt, konnte mich aber aus zeitlichen Gründen nicht vorbereiten und nahm dann völlig „underdressed“ an der Zeremonie teil. (mehr…)

Fragen zu Bildungsbarrieren?

Wir haben im Rahmen des Dishwasher-Projekts eine „Frage-und-Antwort-Seite“ eingerichtet. Hier können sowohl praktische Fragen zu Stipendien und Bafög, als auch Fragen zur Theorie und Literatur, als auch zur politischen Praxis bzw. zum Dishwasher-Projekt gestellt werden. Neben dem Blog existiert nun also auch ein Wiki, ein Forum und eine Frage-Antwort-Seite.

Projekte diskutieren!

Es gibt eine Reihe von Ansätzen, mit denen sich konkret Bildungsbarrieren abschaffen ließen. Einige Projekte stehen auf der Dishwasher-Seite. Es gibt jetzt zudem die Möglichkeit, im Forum zum Abbau von Bildungsbarrieren diese Projekte zu diskutieren und eigene vorzuschlagen.

Sarrazin Vortrag an der TU Berlin abgesagt

„Der ge­plan­te Auf­tritt von Thilo Sar­ra­zin an der TU Ber­lin ist ab­ge­sagt wur­den. Auf Druck von Stu­die­ren­den lud Prof. Dr. Henke Thilo Sar­ra­zin kurz­fris­tig aus. Nach­dem der Auf­tritt von Sar­ra­zin am Diens­tag be­kant wurde, wurde die Ab­sa­ge des Auf­trit­tes des Ex-​Fi­nanz­se­na­tors von Sei­ten der Stu­die­ren­den­schaft ge­for­dert. Zäh­ne­knir­schend mußte sich Prof. Henke die­sem Druck beu­gen und seine Freund Thilo kur­zer­hand wie­der aus­la­den. “ Weiter bei Antifa TU Berlin

Erfahrungsbericht – Ein Kommilitone aus der „A-Klasse“

Dies ein Erfahrungsbericht von Stephan Schleim, den er als Antwort auf das Interview zwischen Reinhard Jellen und Rolf Jüngermann („Deutschland hat weltweit das ungerechteste Schulsystem“, 19.01.2011) schrieb, und dem Dishwasher dankenswerterweise zum Nachdruck überließ. (mehr…)

Aufgeschnappt

Aus einem Kommentar zum Interview „Deutschland hat weltweit das ungerechteste Schulsystem“ mit Rolf Jüngermann.

Sollen nun auch noch die Gymnasien kaputtreformiert werden?

Packt die Gymnasien also voll mit Kindern aus bildungsfernen Schichten, die es schon seit langem ablehnen, ihre Kinder überhaupt nur zu erziehen.
Dann runter mit den Anforderungen […], damit auch jeder sein Abitur bekommt.[…]
Es wird Zeit, dass unsere Gymnasien endlich inhaltlich wieder anspruchsvoller werden und dass man endlich wegkommt von dieser unseligen und den Geist tötenden Auswendiglernerei. Aber die „Reformen“ haben nicht erhöhte inhaltliche Ansprüche zum Ziel, sondern eine Erleichterung des Zugangs zum Gymnasium und auch für das Erreichen des Abiturs für bildungsferne Schichten.
Ich weiss nicht so recht: Vielleicht sollte man das Abitur gleich zusammen mit der Geburtsurkunde ausstellen. Das wäre doch das Gerechteste.“ observer3

Neues Dishwasher-Forum

Der Dishwasher verfügt nun über ein Forum.

In diesem Forum könnt Ihr nach einer Anmeldung eigenständig Themen anlegen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Studienstiftung des deutschen Volkes fördert noch immer 80% Akademikerkinder

Im Effekt hat sich so gut wie nichts geändert. Zwar können sich studierende jetzt selber bewerben und müssen nicht mehr vorgeschlagen werden. Aber auch nach einem Jahr kommen 80% der Stipendiant_innen der Stiftung des deutschen Volkes aus der Akademikerschicht. Kein Wunder, wenn man sich den Erfahrungsbericht durchliest, den Julian Kranz SPIEGEL-Online mitteilte. Bereits auf dem Weg zur Stiftung kamen ihm Bedenken: (mehr…)

Die Eltern sind schuld?

Von Andreas Kemper

Wieder mal ein Artikel, der für die Bildungsbenachteiligung von Arbeiterkindern die Eltern verantwortlich macht. Diesmal in der Welt-Online. In Einzelfällen mag es zutreffen, dass Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder studieren. Aber was hier mal wieder stattfindet, ist eine pauschale Verunglimpfung der sogenannten „unteren“ Schichten: Drei von vier Arbeiterkindern scheuen ein Studium. Interessant sind auch die Leserkommentare: „Es ist einfach nur schlimm mit anzuschauen, wie Eltern aus ungebildeten Familien Ihren Kindern womöglich einen Teil der Zukunft verbauen.“ oder „Das liegt aber nicht am Schulsystem, das ist das Gleiche wie vor 20 Jahren, sondern das liegt an den Eltern und vor allem daran, dass viele nicht während des Studiums arbeiten wollen.“ Arbeiterkind.de strickt am Mythos „Eltern sind schuld“ mit. Schade.


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Ein Jahr Dishwasher

Vor einem Jahr wurden die ersten Artikel auf dieser Seite gepostet. Hier die Liste mit den fünf am häufigsten aufgerufenen Artikeln:

Skifahren und Klassenfahrten

Arbeiterkinder werden systematisch von Schulangeboten ausgeschlossen. Später heißt es dann: sie wären die Asozialen. Ein Beispiel: Kein Skilager für sozial schwache Kinder.




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