Von Andreas Kemper
Vor ziemlich genau hundert Jahren wurden erstmals Studierende nicht mehr nur durch elitäre Burschenschaften vertreten, sondern durch allgemeine Studierendenausschüsse. Vor hundert Jahren also gab es bereits Bestrebungen, die Vielfalt der Studierenden durch einen Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) abzubilden. In den 1970er Jahren zeigte sich, dass die allgemeine Wahl zu einem Studierendenparlament nur formal die allgemeinen Interessen der Studierendenschaft spiegelt. Daher erstritten sich Frauen, ausländische Studierende, Schwule, Lesben und behinderte/chronisch kranke Studierende autonome Vertretungen mit eigenen Vollversammlungen und Wahlen. Leider zeigen die Auseinandersetzungen um den Film „Inside AStA“ in Hamburg, dass Allgemeine Studierenden-Ausschüsse nicht unbedingt allgemein, sondern mitunter aus der Burschenschaften-Perspektive (deutsch, männlich, hetero, sozial privilegiert) agieren. Wie ernst nehmen die Allgemeinen Studierenden-Ausschüsse ihre autonomen Anti-Diskriminierungs-Referate?
Anscheinend macht der AStA der Uni Hamburg nun einen Urheberrechtsanspruch geltend. Damit ist die gefilmte Debatte über die Premiere des Films nicht mehr auf dem Portal der Studierenden der (ex) HWP sichtbar.
Was mit der Urheberrechts-Aktion bezweckt werden soll, ist mir unklar.
Der Film ist auch über folgenden Link nachzuschauen: http://www.veoh.com/browse/videos/category/activism_non_profit/watch/v20777592NcBPx927.