Guttenbergs Doktor-Arbeit und die Scheineliten im Hochschulbetrieb

von Tobias Fabinger

Die Affäre um den Verteidungsminister Guttenberg (CSU) wirft ein Licht auf den Hochschulbetrieb überhaupt. Es handelt sich bei dieser Affäre nur um die berühmte Spitze des Eisbergs. Nur weil Guttenberg ein bekannter Politiker ist, hat man hier einmal einen genaueren Blick in seine Doktor-Arbeit geworfen, bei wievielen Anderen wird das nicht der Fall sein.

Ein Doktortitel hat in der Öffentlichkeit immer noch ein hohes Ansehen. Es gibt auch viele Doktor-Arbeiten, die von den Promovierenden eigenständig erstellt wurden und eine hohe Qualität aufweisen. Aber: Sie werden immer mehr zur Ausnahme. Gerade für die bürgerlichen (oder adligen) Eliten ist die Promotion nur ein Schritt, eine Qualifikation, die man hinter sich bringen muss. Für einige Positionen braucht man sie, zumindest garniert sie den hohen sozialen Status zusätzlich und scheint ihn zu legitimeren „Dieser Mann muss zu einer geistigen Elite gehören“, denkt sich vielleicht so mancher „Bildungsferne“, der Ehrfurcht vor dem Doktortitel empfindet .

Schaut man sich den Output der Universitäten an, so wird zumeist Mittelmaß produziert, letztlich irrelevante Fragestellungen und Scheinergebnisse, die als echte wissenschaftliche Leistung ausgegeben werden. Studienabschlüsse und Promotionen sind mehr ein Ritual, keine Erschließung eines neuen Inhalts. Man sieht den Themen und der Art ihrer Bearbeitung an, dass sie erstellt wurden, um diesen Karriereschritt instrumentell abzuarbeiteten. Dass das so ist, wissen alle und da liegt es nahe, sich einen Ghostwriter zu engagieren. Wenn schon der Inhalt sowieso keine Rolle spielt, so kann es auch ein Anderer schreiben, vorausgesetzt, das nötige Geld ist da. Ghostwriting und Plagiate sind Folge des Universitätssystems, das jede inhaltliche Relevanz verloren hat und nur noch Durchlauferhitzer für Karrieren ist. Aber auch im Hochschulsystem selbst rekrutiert sich der wissenschaftliche Nachwuchs zumeist aus denen, die nicht zu kritisch sind, instrumentell arbeiten können und die bereits eine bürgerlich-akademische Herkunft aufweisen. Auch hier wird nur Mittelmaß erreicht, da die begabten Studierenden aus der Arbeiterklasse in diesem für sie intransparenten Betrieb kaum eine Chance haben. Verschulte und warenförmige Studiengänge und pseudolelitäre Inszenierungen wie „Exzellenzcluster“ tuen das ihre zum völligen Substanzverlust der Hochschule.

Man muss sich nur mal in so einem „Exzellencluster“ umschauen, wie die Leute angezogen sind, welchen Habitus sie haben, und vor allem: Mit welcher Vehemenz sie alle kritischen wissenschaftlichen Ansätze ablehnen oder gar nicht kennen. Die Hochschule ist zum Betrieb geworden, der viele Veröffentlichungen und Karrieren hervorbringt, Diskurse, die keinen interessieren, weil sie nur dazu da sind, ein Art Medium der Legitimation dieser Eliten darzustellen. So hebt die Universität von jeder gesellschaftlichen Problemlösungskompetenz ab. Die begabten, kritischen und geistvollen Wissenschaftler oder solche, die es werden können, finden zwar bei den Studierenden oft ein positives Echo, im Hochschulbetrieb selbst haben sie es über alle Maße schwer. Noch nie hat die Hochschule so viele Spitzenleistungen verhindert. Es ist vollkommen undenkbar, dass in dem gegenwärtigen System noch einmal ein Adorno oder ein Habermas entstehen könnte. Wer eine solche Begabung aufwiese, würde durch Verschulung, Flexibilisierung, fehlende Systematik des Lehrbetriebs und schließlich intransparente Zugangsformen zum Wissenschaftsbetrieb vorher zerrieben. Wer
mehr leistet als nötig, wer nicht nur die Anforderungen der Rituale erfüllt – auswendig gelernte Wissenfragmente und ästhetisch ansprechendes Auftreten – der ist in dem gegenwärtigen Hochschulsystem der Dumme. Weder seine Begabung noch seine Mehrleistung und sein inhaltliches Interesse werden belohnt. Die Begabten, zumal wenn sie aus der Arbeiterklasse stammen, finden sich derzeit in den Randbereichen der Universität oder gar in außeruniversitären Diskursen. Auch so manche emeritierte Professoren mögen noch geistig befruchtend zu wirken, da sie noch dem Ethos einer der Wahrheit und der an der „Einheit von Forschung und Lehre“ orientierten wissenschaftlichen Praxis verpflichtetet sind.
Eine seltsame Verkehrung der Verhältnisse ist eingetreten: Eine substanzlose bürgerlich-liberale Scheinelite hat die Macht, während der Geist, von dem her sich die Universität einst definierte, nahezu entmächtigt ist. Was ich hier schreibe, bezieht sich vor allem auf die Geistes- und Sozialwissenschaften, in den Naturwissenschaften mag es, schon aufgrund einer Arbeitsweise und Methodik, die unmittelbar einsehbare Ergebnisse hervorbringt, noch eher mit rechten Dingen zugehen.

Die Geistes- und Sozialwissenschaften aber sind Reflexionsinstanzen der gesellschaftlichen und kulturellen Praxis – wenn sie zugrunde gehen, verliert die Gesellschaft ihre kritisches Selbstbewusstsein, aber auch ihre normative Orientierung. Ähnlich ist es mit der Rechtswissenschaft. Eine nur rechtspositivistische Ausrichtung, ohne dass etwa die Anbindung des Rechtes an das Grundgesetz substanziell, wertorientiert und rechtsphilosophisch begründet, erfolgt, führt dazu, dass auch das Recht nur noch zum Mittel wird, zum nicht mehr wertmäßig angebunden Verfahren, das lediglich der Durchsetzung der eigenen Interessen dient.

„So macht man des eben heute, ich will mich nicht mit der Examens- oder Doktorarbeit aufhalten, sondern mich auf meine beruflichen Ziele konzentrieren“, hört man so manche sagen, die sich einen Ghostwriter engagieren oder ihre Arbeiten mit Minimalaufwand schreiben und akzeptiert werden, weil sie sowieso schon dazugehören.
Die Studierenden, die an substantiellen Bildungsprozessen interessiert sind, sind so enttäuscht wie noch nie. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt, im Bachelorstudium werden die Inhalte nur angerissen, nirgends wird in die Tiefe gegangen. Noch immer ist die Hochschule – trotz dieser Bürgerlichkeit und der Produktion von Scheinergebnissen – ein Ort, der zugleich auf gewissen geistigen Überlebensinseln bedeutende Reflexions- und Bildungsprozesse ermöglicht. Ich rufe alle auf, die sich ihre Bildung nicht nehmen lassen wollen, diese Inseln auszuweiten, eine relevante und inhaltsreiche Lehre zu fordern und vor allem: Den eigenen Anspruch auf Bildung ernst zu nehmen, ihn öffentlich zu kommunizieren und zusammen mit den Hochschullehrern, die aus wissenschaftsethischen Gründen den Scheinbetrieb ablehnen, produktiven Widerstand zu leisten, akademische Abschlüsse zu machen und sich die Universität neu anzueignen. Denkbar sind auch Praxisübungen für studierende Arbeiterkinder, damit sie ein Gespür für die herrschenden Machtverhältnisse bekommen und sich letztlich durchsetzen. Vor allem sie sind aufgrund ihrer widersprüchlichen Sozialisationserfahrungen daran interessiert, dass die Wissenschaft einen Beitrag zu einer humanen und sozial gerechten Weiterentwicklung der Gesellschaft leistet, man könnte auch, in Marx’schen Begriffen, sagen: Es geht darum, den Gebrauchswert der Wissenschaft einzusetzen, nicht nur ihren Tauschwert, also ihre Bedeutung als Statussymbol in der bürgerlichen Gesellschaft. Wissenschaft ist ein Feld, in dem es, wie in allen sozialen Feldern auch um Macht geht. Die Macht der Scheinelite zu brechen ist ein interessantes und komplexes Unterfangen, welches seinerseits viel Bildung erfordert: Kritische Bildung, das Durchschauen der soziologischen und sozialpsychologischen Mechanismen dieses Scheins. Und vielleicht kann die Affäre um Guttenbergs Doktor-Arbeit nun dazu führen, dass mündige Studierende und Hochschullehrer einen Prozess beginnen, der diese Machtverhältnisse neu ordnet. Die Universität ist veränderbar, sie könnte ganz anders sein, sie könnte auch für andere soziale Milieus geöffnet werden. Im Alltag erscheint sie uns oft wie ein unveränderbarer Block, aber dem ist nicht so.

Teil 2 des Artikels, der auch auf einige Kommentare eingeht, findet sich hier

http://dishwasher.blogsport.de/2011/02/18/nur-die-uebertreibung-ist-wahr-adorno-eine-antwort-an-kritiker-und-freunde/

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62 Antworten auf „Guttenbergs Doktor-Arbeit und die Scheineliten im Hochschulbetrieb“


  1. 1 Fritzchen 17. Februar 2011 um 18:17 Uhr

    Du stellt hier vielleicht bescheuerte und völlig unbegründete Behauptungen auf, die mir echt die Kotze hochtreiben.

    „von den Promovierenden eigenständig erstellt wurden und eine hohe Qualität aufweisen. Aber: Sie werden immer mehr zur Ausnahme.“ Woher willst Du das wissen? Kannst Du Studien anführen zur Qualität deutscher Dissertationen in den letzten 20 Jahren?

    Typisch für Linksradikale Intelektuellenhasser. Kein Wunder, Honecker war ja auch nur Handwerker. Und Mao hat die Akademiker zum Verhundern auf den langen Marsch geschickt.

    Nicht jeder, der einen Anzug trägt ist ein Ausbeuter und nicht jeder mit Palästinensertuch ein Menschenfreund.

    Und noch was, der Adel ist in Deutschland seit Weimar abgeschafft!

  2. 2 Hermann 18. Februar 2011 um 0:23 Uhr

    Mmmh, aber was mir fehlt: WARUM sollten es die „Schnell-Doktors“ anders machen? Was könnte die Menschen, die den Doktor nicht mehr ernst nehmen, dazu motivieren, dies wieder zu tun?

  3. 3 Emil Blume 18. Februar 2011 um 0:39 Uhr

    @Fritzchen: Das mit der hohen Qualität sieht man ja schon. …
    »hat die Akademiker zum Verhundern auf den«

  4. 4 Heinzelmann 18. Februar 2011 um 0:46 Uhr

    „Die Geistes- und Sozialwissenschaften aber sind Reflexionsinstanzen der gesellschaftlichen und kulturellen Praxis – wenn sie zugrunde gehen, verliert die Gesellschaft ihre kritisches Selbstbewusstsein, aber auch ihre normative Orientierungen.“ Naja irgendwie habe ich bei solchen Sätzen immer das Gefühl das sich die Geistes- und Sozialwissenschaftler zu wichtig nehmen. Vielleicht liegt es tatsächlich an der sinkenden Qualität und möglicherweise auch meinem unscharfen Blick von aussen aber irgendwie kommen mir manche dieser Fächer manchmal wie Selbstbefriedigung vor.

  5. 5 Tannador 18. Februar 2011 um 0:55 Uhr

    Kann sein, dass das für geisteswissenschaftliche Promotionen gilt; aber auch da scheinen mir die Aussagen hier übertrieben zu sein. Gerade die Formulierung „werden immer mehr zur Ausnahme“ finde ich krass. Übertreibung macht anschlaulich – oder ist das wirklich ernst gemeint?

    Für Naturwissenschaftler, Mathematiker, Informatiker und Ingenieure gilt das so auf jeden Fall nicht. Klar kommt es auch hier vor, dass Leute einen Doktortitel bekommen, obwohl ihre Leistungen eigentlich zu schlecht waren und es kommt ebenfalls vor, dass Ergebnisse gefälscht oder abgeschrieben werden. Aber das ist doch die absolute Seltenheit.
    Diese Studiengänge haben natürlich den Vorteil, dass es klare Zielvorstellungen gibt: ein Verfahren ist nur dann gut, wenn es einen Vorteil bringt und auf genug interessante Probleme angewendet werden kann. Außerdem muss man harte Zahlen vorlegen, die i.d.R. nachgeprüft werden können.

    Was Exzellenzcluster angeht: zumindest die Info-Cluster, die ich kenne, werden wie jede andere Geldquelle behandelt: man erfüllt die Vorgaben und versucht ansonsten seine Forschung soweit wie möglich zu treiben und gleichzeitig gute Lehre zu machen. Anderer Habitus? Habe ich nie wahrgenommen. Vielleicht etwas entspannter, weil im Gegensatz zu EU-Projekten weniger Verwaltungsaufwand anfällt. Elitedenken oder ähnliches kommt nicht unbedingt auf, wenn man eine 60+ Stundenwoche hinter sich bringt und dann noch Hausarbeit auf einen wartet; selbst wenn das Gebäude ganz neu ist und alle Türen sensorgesteuert sind.

    Wenn die Geistes- und Rechtswissenschaften wirklich so an diesem Problem leiden, können Sie sich nur selber helfen: stärkere Plagiatskontrolle (gibt’s in der Informatik seit Jahren standardmäßig; einfach weil wir gerne Software benutzen), mehr Peer-Review-Konferenzen statt Fachjournale.
    Das Problem ist, dass Kontrollen Arbeitszeit kosten und Konferenzen Reisekosten erzeugen. Zeit und Geld ist in der Bildung aber knapp, besonders in den Geisteswissenschaften, die nunmal nicht so drittmittelstark sind.

    Bei uns rer-nat/ing Leuten lohnt sich auf die Mehrarbeit und man ist dann nicht „der Dumme“; egal aus welcher Schicht. Teufel, ich weiß nicht mal als welchen „Schichten“ meine Kollegen kommen. Ist mir auch egal. Aber wenn einer von denen sich den Arsch aufreißt und neben Forschung und Lehre noch einen Projektantrag schreibt und damit sechs- bis siebenstellige Drittmittel ranholt, dann macht das Eindruck und im Lebenslauf (und auf dem späteren Gehaltszettel) einen deutlichen Unterschied.

    Also: weniger Verallgemeinern, vielleicht ein bisschen mehr aus der eigenen Erfahrung mit mehr Details erzählen. Und das Vermischen mit dem Klassenkampf: das kann auch nur einem Geisterwissenschaftler (sic) einfallen :P

  6. 6 Olaf 18. Februar 2011 um 1:29 Uhr

    Ich finde es nicht richtig, dass die Naturwissenschaften hier perse aussen vor gelassen werden. Das Argument, dass der Autor Geisteswissenschaftler ist, zählt da wenig.
    Zumindest während des Studiums wird in den Naturwissenschaften (Physik, Mathe, Chemie) abgeschrieben was das Zeug hält und wer’s nicht tut, ist tatsächlich der Dumme. Das rät einem sogar mancher Tutor.
    Wie’s bei Diplomarbeiten ausschaut kann ich aber nicht beurteilen.

  7. 7 Der Bearbeiter 18. Februar 2011 um 6:47 Uhr

    Also aus (studentischer) rechtswissenschaftlicher Sicht, kann ich das so nur bedingt nachvollziehen. Zumindest bei Arbeiten, die auf einer Stelle an einem Lehrstuhl geschrieben werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass dort Ghostwriter engagiert werden, was natürlich auch an der sozialen Kontrolle liegen kann.

    Richtig ist, dass es viele kürzere Arbeiten gibt, allerdings ist es auch völlig utopisch, zu fordern, dass die Studenten sich wieder mindestens ein halbes Jahrzehnt an ihre Promotion setzen. Selbst für Leute, die eine Unikarriere anstreben, ist das einfach zu lange. Schließlich will man ja irgendwann auch mal mit irgendwas außerhalb des Studiums oder der Promotion anfangen.
    Der wissenschaftliche Geist hängt nicht unbedingt an der Länge der Arbeit, sondern zeigt sich in der Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten. Wie groß der Wissensgewinn für die Gesellschaft ist, hängt natürlich auch vom Thema ab, aber wie in den naturwissenschaften auch, braucht man nicht nur Grundlagenforscher. Die Rechtswissenschaft beschäftigt sich naturgemäß viel mit überschaubaren Einzelproblemen, weil es viele davon gibt. Es wäre völlig weltfremd, diese Themen nicht in Dissertationen zu verwerten, denn Praxis und Wissenschaft liegen nicht weit auseinander. Die Wissenschaft dient häufig der Praxis, in der sich auch immer ein gesellschaftlicher Diskurs spiegelt.
    Was spricht dagegen, das Promotionsverfahren in 1-3 Jahren zu durchlaufen? Die überwiegend fähigen Leute, die zur Promotion zugelassen werden und diese durchziehen, nehmen das kritische Denken, dass ihnen in der Promotionsphase abverlangt wurde hoffentlich mit in die Rechtsanwendungspraxis oder sogar in die Politik, wo es gebraucht wird. Wer lange promoviert, will entweder in den Unibetrieb, oder trödelt. Dies sei jedem gegönnt, im Umkehrschluss auf die Verfasser kurzer Dissertationen zu schimpfen, ist aber nicht zielführend.

    Wenn dafür mehr Leute promovieren, leidet die Wissenschaft nicht darunter, sie kann von der erhöhten Vielfalt sogar profitieren.

  8. 8 Betriebswirt (VWA) 18. Februar 2011 um 7:18 Uhr

    Der Autor hat mehr als Recht! Alleine der Umstand, dass KTvuzG aus Zeitungen zitiert ist eine Schande. Ich habe keinen Dr. sondern „nur“ einen Betriebswirt, doch mein Prof. hätte mich gesteinigt, wenn ich aus schnöden Zeitungen Populärgetöse zitiert hätte. Wisenschaftliche Arbeiten haben mit WISSEN SCHAFFEN zu tun, nicht mit Journalistenblabla abschreiben.
    Fußnoten hin oder her, alleine wg. der Zitate aus der Tagespresse hat KTvuzG die Aberkennung seines Dr. verdient.

  9. 9 PeterPan 18. Februar 2011 um 7:52 Uhr

    Nun ja, der Kollege Ist nicht bei der CDU, oder hab ich was verpasst…

  10. 10 Sebastian 18. Februar 2011 um 8:16 Uhr

    In den Ingenieurswissenschaften kann ich mir auch kaum vorstellen, dass es „die Regel“ ist. Ein Ghostwriter würde mit dem Wissen und der Arbeit, die er in so eine Dissertation steckt in der freien Wirtschaft ein vielfaches des Geldes verdienen… Und da kann man nicht so einfach „irgendetwas“ schwafeln!

  11. 11 Stephanie 18. Februar 2011 um 9:47 Uhr

    Als Doktorandin der Neurowissenschaften im Rahmen eines Exzellenzclusters kann ich mich „Fritzchen“ nur anschließen. Ich gehe im übrigen davon aus, dass die Rechtschreibfehler einem erhitzten Gemüt geschuldet sein mögen.

    Dieser Artikel ist jedenfalls das polemischste was ich seit langem lesen musste. Aber vielleicht passend für Menschen, die das Wort „Arbeiterklasse“ noch ernsthaft benutzen. Der Autor tritt die harte Arbeit vieler Promovierender – die ich durchaus auch in den Geisteswissenschaften kennen gelernt habe – mit Füßen und trägt zur Intellektuellenfeindlichkeit einer Gesellschaft bei, in der man seine guten Noten in Mathe vor dem Banknachbarn verstecken muss, aber in der Pause mit seinem Wissen über das DSDS Finale auftrumpfen kann.

    Eine Abhandlung mit so vielen starken Thesen und ohne jegliche Quellen- oder Belegangabe hätte übrigens auch im angeblich verlotterten Universitätsbetrieb unserer Tage keine Chance.

    Und zwei letzte Bemerkungen bezüglich der Arbeiterkinder: Ich wurde in der DDR geboren und kenne die Auswüchse dieser Klassenkampfrhetorik. Der Autor auch? Im übrigen war für die angeblich so verblendeten geistigen Eliten einer bayerischen Universität meine Herkunft (Ossi ohne Adel und dazu noch unvermögend) nie ein Karrierehindernis.

  12. 12 cwc 18. Februar 2011 um 9:57 Uhr

    Ich denke, man muss hier ganz genau betonen, dass der Dr. bei Juristen und BWLern häufiger von Ghostwritern erstellt wird.
    Aber bei MINT ist dies schwer vorstellbar. Es ist ja so, dass hier die Doktoranden zu einem sehr hohen Anteil als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni promovieren und auch wirklich Neuland begehen – möge es auch noch so unbedeutend erscheinen. Diese Doktoranden betreuen dabei auch die Diplomanden, die den Doktroranden z.B. mit Forschungsergebnissen versorgen oder experimental unterstützen.
    Man sollte hier wirklich zwischen Geisteswissenschaften und den „echten“ Wissenschaften unterscheiden.

  13. 13 Gonzosoph 18. Februar 2011 um 10:20 Uhr

    Sehr feiner Text und an den Reaktionen erkennt man abermals, was man den Reaktionen auf Guttenbergs Plagiat ebenfalls ablesen kann: Dass viele Leute die Tragweite eines solch ehrenrührigen Verhaltens nicht verstehen. Hier geht es nicht darum, dass Guttenberg „Fehler“ begangen hat. Er hat sich nicht geirrt, er hat einen Betrug begangen – wissentlich.

    Dieses Verhalten entsetzt Studenten, die noch an so etwas wie Bildung glauben, wie sie alle anderen völlig kalt lässt. Das hört man aus Reaktionen heraus: Es sei doch nicht so wild. Schäuble gibt kund: So etwas könne jedem passieren. Wer ohne Sünde sei, werfe den ersten Sein.

    Sie haben allerdings sehr gut herausgestellt, welche systemischen Ursachen dieses Verhalten und vor allem die Toleranz gegenüber diesem Verhalten haben. Ich habe in einem Artikel über den vergangenen Bildungsstreik, wie ich in ganz unbescheiden meine, den Kern dieser Einstellung schon einmal angesprochen:

    „Im WDR5 spricht eine Münsteraner Studentenvertreterin für den Bildungsstreik. Sie sehe sich selbst in erster Linie als Kundin, so sagt sie, die viel Geld für die Bildung ausgebe und deswegen vor allem einen besseren Service erwarte. Damit bringt sie das Bildungsverständnis vieler ihrer Kommilitonen auf den Punkt. Solch Argumentation versucht nicht einmal ein übergreifendes Anliegen zu suggerieren. Sie streikt für ein Preis/Leistungsverhältnis, das noch mehr zu ihren Gunsten gehen soll. Sie betreibt Lobbyarbeit in eigener Sache. Das ist es vielleicht, was abseits der multimedialen Protestformen neu ist. Der Glaube, das Vertrauen in Nichts außer in den Markt und die Selbstvermarktung. In den Kunden, der einem sagt was man tun soll und dem Kundigen, der einem sagt wie man das hinbekommt. Hierin erschöpfen sich Hoffnung, Glaube und Gewissen.“

    Wer sich in der universitären Landschaft auskennt, dem sind die sich daraus speisenden Mechanismen ebenfalls bekannt. Ich stimme Ihnen zu: Gerade in Geisteswissenschaften geht es nicht in erster Linie um einen Forschungsdiskurs, sondern um Verteilungskämpfe. Gerade die Exzellenzcluster haben diese Situation weiterhin verschärft. Wer an den Universitäten Karriere machen will, der sollte auf anderen Wegen als durch Studienleistungen auf sich aufmerksam machen. Wer sowieso in andere Bereiche abzielt, lässt sich ausbilden und prüfen – mehr nicht. Und das haben auch die Lehrenden mittlerweile so akzeptiert.

  14. 14 karpatenhund 18. Februar 2011 um 10:28 Uhr

    Verallgemeinerung ftw! Ich weiß ehrlich gesgt nicht, wie es an anderen Unis oder an anderen Fakultäten aussieht, aber: Ich kenne mehrere Leute, die eine Doktorarbeit im rechtswissenschaftlichen Bereich schreiben oder geschrieben haben. Nicht mit „Minimalaufwand“, keine „bürgerlich-liberale Scheinelite“. Stell dir vor: Die Doktoranden, die ich kenne, ARBEITEN für ihren Doktortitel. Die setzen sich ganz klassisch hin, recherchieren, entwickeln Lösungsansätze und lehren daneben auch noch. Und welch‘ eine Überraschung: Das sind dann nicht die Leute, die von Mama und Papa alles hinten reingeschoben bekommen und ohnehin die S-Klasse vor der Tür stehen haben: Nein, die sorgen tatsächlich durch die Anstellung als HiWi für ihren eigenen Lebensunterhalt.

    Ich habe keine Ahnung, worauf der Artikel basiert. Ich kann nur sagen: Nach meinen Erfahrungen wird Fleiß tatsächlich – zumindest im rechtswissenschaftlichen Bereich – belohnt. Mit auswendig lernen und der bekannten „Lernbulimie“ (Wissen reinstopfen, auf Befehl auskotzen) gewinnt man keinen Blumentopf. Man besteht vielleicht. Mehr aber auch nicht.

  15. 15 Tobias 18. Februar 2011 um 10:39 Uhr

    Zunächst mal eine Antwort an Sebastian. Ja, das ist wahr, deswegen habe ich die Naturwissenschaften davon ausgenommen. In den Ingenieurwissenschaften stellt sich die Sachlage wohl ähnlich dar. Es wirken aber auch in den Naturwissenschaften sozial selektive Prozesse, weil man durchaus große Ressourcen braucht, um ein naturwissenschaftliches Studium zu bewältigen, die Arbeiterkinder oftmals nicht haben. Aber das Moment des Scheins, der sprachlichen Eloquenz und der Dominanz des bürgerlichen Habitus dürfte hier nicht so stark wirken. Der Naturwissenschaftler und Ingenieur definiert sich eher vom materiell nachzuvollziehendem Sachergebnis her, weniger von der Performance oder dem Begriffsapparat. Die meisten Arbeiterkinder finden sich übrigens an Fachhochschulen im Ingenieurbereich, eben weil sie sich dort am besten mit ihrem Habitus und den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen durchsetzen können (der Anteil ist doppelt so hoch, wie an der Universität in geisteswissenscaftlichen Fächern)
    Wie aber Olaf hier im Blog auch berichtet, wird auch in den Naturwissenschaften „kräftig abgeschrieben“, also ganz frei von „Schein und Sein“ sind auch sie wahrscheinlich nicht.

    Dass das Ghostwriting wahrlich kein Randphänomen ist, kann man dem unten stehenden Link entnehmen, der auf einen Artikel im Freitag verweist. Ich arbeite selbst als Wissenschaftslektor, lehne Ghostwriting aber ab und habe einen gewissen Einblick in die Realität des Hochschulbetriebs.

    http://www.freitag.de/2006/21/06211801.php

    Ich schlage den Kritikern vor, einmal „Ghostwirting“ usw. zu googlen, das Ergebnis wird erstaunlich sein. Nun, es geht mir nicht um einen Tugendterror, sondern darum die Tendenz zum Plagiat aus der Krise der Hochschule zu erklären: Hochschule als Mittel der Karriere (und eben fast nur noch das), als Reproduktion sozialer Eliten und vor allem, was die Geisteswissenschaften betrifft: Als „Bildungsfabrik“ für eine Wissensform, die eine riesige Menge an „output“ erzeugt, in Form von wissenschaftlichen Arbeiten, endlosen Veröffentlichunglisten usw. die aber nicht mehr an die substanziellen Erkenntnisinteressen der Studierenden und der Gesellschaft rückgebunden sind. Ein Symptom davon ist, dass die heutige Generation von Hochschullehrern, vor allem an ihrer Veröffentlichungsliste arbeitet, sich in einer von der Lehre abgelösten Forschung zu profilieren versucht, aber die HOCHSCHULPÄDAGOGISCHE Aufgabe einer geistigen und substantiellen Auseinandersetzung mit den Studierenden nicht mehr erfüllt. So kommt es zu de seltsamen Widerspruch – und es liegen Erfahrungswerte in dieser Sache vor – dass gerade an den „exzellenten“ Universitäten das Studium von seiner Lehrqualität her, nicht besonders gut ist. Es ist völlig legitim, wenn die Studierenden sich dagegen wehren, nur denken wahrscheinlich viele, das müsste so sein, weil sie bislang nicht die Erfahrung machen konnten, die man mit einem etwas altmodischen Wort mit „Geist“ bezeichnet und um derentwillen die Universiäten doch da sind. Geistige Erfahrung ist nur möglich, wenn die Hochschullehrer und Studierende gemeinsam die Lernprozesse dialogisch und mit echtem Interesse an der Sache gestalten – und mit einer Disziplin und Sachtreue gegenüber den Anforderungen des kulturellen Inhalts – aber diese Disziplin ist etwas völlig anderes als die ökonomische „Outputorientierung “, die den Eigensinn der Inhalte zerreisst und fragmentiert – letztlich zu „Halbbildung“ führt.

    Das produzierte Wissen wird weder von den Hochschullehrern noch von den Studierenden ernsthaft als geistige, gesellschaftliche oder individuelle Orientierung wahrgenommen. Dabei kann durchaus ein äußerlicher „Fleiss“ herrschen, der aber zunehmend reflexionslos wird – eben eine Art „Bildungsfabrik“, die den Kernbereich der Universität – Refelxivität, Humanität und qualifizierte gesellschaftliche Praxis – schon im Ansatz erstickt.

    Verzeiht mir bitte, dass der Artikel sehr zugespitzt ist, an manchen Stellen sogar übertrieben. Auch habe ich wahrscheinlich eine bestimmte „hermeneutische Position“ und sehe den Wissenschaftsbetrieb aus der Sicht eines Arbeiterkindes. Das erschließt wahrscheinlich einen gewissen Zugang zu Phänomenen, die sonst unsichtbar bleiben, ist aber nicht die absolute Wahrheit. Die große Zustimmung zum Artikel bei Facebook „gefällt mir“ zeigt doch, dass viele Studierende der Tendenz des Artikels zustimmen. Also finden sie sich und ihre sozialen Erfahrungen in dieser Analyse wieder. „Nur die Übertreibung ist wahr“ (Adorno)

    Zu der Kulturkrise titt noch ein anderes hinzu: Letztlich sind alle unsere Bildungsbemühungen durch den Kapitalismus korrumpiert, durch die Notwendigkeit sich selbst darzustellen und mit Tricks und Macht in der allgemeinen Konkurrenz durchzusetzen. Es ist also nicht nur den Subjekten anzulasten, wenn sie irgendwie versuchen, sich durchzusetzen, es handelt sich durchaus um Systemeffekte. Ein Kommentator schreibt, der Kollege, also der Autor des Artikels, sei nicht bei der CDU. Hierzu ist anzumerken, dass die CDU in ihrem Ahlener Programm von 1947 sich über die negativen Struktureffekte des Kapitalismus bewusst war und eine andere Wirtschaftsordnung forderte. Diese Erkenntnis gab es in der Nachkriegszeit in allen Parteien, sie ist aber mehr und mehr tabuisiert worden.

    Artikel 5, Absatz 3, Grundgesetz:

    „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

    Der Begriff der Menschenwürde, das Rechts- und Sozialstaatsgebot sowie die Gerechtigkeitsvorstellungen des Grundgsetzes verpflichten auch die Wissenschaften. Das heißt, dass die sozialethische Substanz, die durch das Grundgesetz impliziert wird, gerade auch von Geistes- und Sozialwissenschaften ernst genommen werden muss. Undzwar im Inhalt und in der Form. Wofür leistet sich ein demokratischer Verfassunsgsstaat Universitäten? Doch nicht, um in den Geisteswissenschaft zu hören, dass es ohnhin keine Wahrheit gäbe, dass alles Konstruktion sei und auch nicht, um durch die FORM der Bildung jede sozialethisch relevante Form der Diskussion zu verhindern. Zugleich, und das muss man sich klar machen, verfügt rein statistisch eine relativ kleine Bildungselite über die öffentlichen finanzierten Universitäten, die den Zugang für viele Menschen aus Arbeitnehmerfamilien verschließen. Es gibt so etwas wie eine schleichende Aushöhlung der kulturellen und ethischen Substanz der Gesellschaft und die scheinelitäre und zugleich „liberal-ökonomisierte“ Wissenschaftskultur der Universitäten trägt dazu bei. Das alles sind Prozesse, die auf Dauer für die Republik gefährlich sind. Das könnte sogar ein konservativer Humanist aus der CDU einsehen.

  16. 16 nurmalso 18. Februar 2011 um 11:12 Uhr

    jaja, vor allem die vielen doktorväter (und natürlich -mütter), die ja so akribisch das verfassen der doktorarbeit überwachen …
    man kann mittlerweile ja froh sein, wenn die das überhaupt lesen.

    weiss der guttenberg doktorvater eigentlich, was er sich mit seiner „hand ins feuer“ aussage für ein eigentor geschossen hat? 30 unbelegte zitate und nichts ist ihm aufgefallen? summa cum laude? (okay, die note bestimmt nicht er allein)
    und was sind das für ausreden, die quantität einer arbeit deckt abkupfern bis zu einem gewissen grad?
    mich deucht, da äußern sich viele unberufene zum thema. wie soll denn nach der causa guttenberg noch das saubere wissenschaftliche arbeiten im grundstudium vermittelt werden? „haben sie sich nicht so, der verteidigungsminister hat auch nicht alles belegt …“

  17. 17 Lastknightnik 18. Februar 2011 um 11:27 Uhr

    Hi,
    also erstmal ist Guttenberg in der CSU, nicht in der CDU. Das ist zwar oft Deckungsgleich aber schon ein gewisser Unterschied. Zum anderen gebe ich Dir in Teilen Recht – es ist erstaunlich wer sich alles mit welchen Argumenten dazu äußert.
    Im Gegenzug muß ich aber Fragen ob Du Dir mit allen Behauptungen sicher bist – was zum beispiel die Qualität von Doktorarbeiten angeht. Auch würde ich die Fächer nicht über einen kamm scheren – eine Doktorarbeit in Geschichte hat einfach einen anderen wissenschaftlichen Anspruch als eine in Medizin oder in Jura.

    Liebe Grüße,
    Lastknightnik

  18. 18 melodica 18. Februar 2011 um 12:19 Uhr

    Die Bildungsmaschine lässt zwar wissenschaftlichen Nachwuchs wachsen, funktiniert aber eher wie eine Baumschule. Ein Teil wird in dann in der Industrie verheizt und der andere steht als beschnittener Bonsai in irgendwelchen privaten Schaukästen. Und alle wundern sich, warum kein gesunder Wald entsteht.

  19. 19 wschira 18. Februar 2011 um 12:25 Uhr

    Ich habe an einer Technischen Universität studiert und Juristen und andere Geisteswissenschaftler wurden (nicht immer zu recht) stets als Schmalspurakademiker betrachtet. Ein Standardwitz oder, wie man heute sagen würde, running gag war:
    Ein Medizinstudent ist auf dem Weg zu einer Zwischenprüfung. Er verläuft sich und gerät in ein Rigorosum der juristischen Fakultät. Er kommt als Dr. Jur. summa cum laude wieder heraus.

  20. 20 Erbloggtes 18. Februar 2011 um 12:47 Uhr

    Wer als Scheinelite die Hamsterräder des Hochschulbetriebs bedient (hat/bedienen will), ist genötigt, diese Praxis hier zu verteidigen.

    Daher kann ich mir erlauben, den Ansatz der hier vorgetragenen Analyse zu loben, der sich auf die Habitusformen bezieht. Die Erkenntnis, dass auch Scheineliten (vielleicht vor allem diese) nur mit Wasser kochen, ist durchaus auf alle universitären Fächer anwendbar, nur drückt sich das in den verschiedenen Fachbereichen unterschiedlich aus. Dabei spielt aber weniger das jeweilige Forschungsobjekt die Hauptrolle; die Unterschiede sind vielmehr bestimmt durch die ökonomischen Strukturbedingungen der Fächer. Das heißt aber dann nicht, dass es in dem einen Fach mehr Elite und weniger Schein gäbe als im anderen.

    Kritisieren möchte ich am obigen Text die Konzentration auf „Begabung“. Dabei handelt es sich um eine klare Arbeiterkinder-Ideologie, der man zuzustimmen gelernt hat, wenn man als „begabtes Arbeiterkind“ Förderung in Anspruch nehmen wollte. In der Theorie ist „Begabung“ etwas diffuses Genetisches, quasi die biologistische Legitimation einer Elite (nur dass sich das Elitäre nicht mehr parallel zum „von“ im Namen vererbt). In der Praxis jedoch ist „Begabung“ das, was der Erstsemester an die Uni mitbringt, und dabei handelt es sich (natürlich) um jenes kulturelle, soziale und ökonomische Kapital, das ihm in seinen vorhergegangenen Lebensjahren übertragen wurde.

    Wo umfangreiche Ausgaben von Goethe und Kant (in der DDR und bei 68ern auch Schiller und Marx) im elterlichen Bücherregal standen, da weist der Nachwuchs einige „Begabung“ in Form kulturellen Kapitals auf. Doch nicht nur dieses ist an einer Hochschule in das institutionalisierte Kulturkapital eines akademischen Abschlusses umwandelbar. Das geht auch mit sozialer und/oder ökonomischer „Begabung“, wie sie der Minister zweifellos mitgebracht hat. Dass das Kulturkapital die legitimere „Begabung“ wäre, sehe ich nicht. Das ist auch nur Klassenstandpunkt der bildungsbürgerlichen Kulturkapitalisten.

    In diesem Sinne plagiiere ich: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

  21. 21 Stephanie 18. Februar 2011 um 12:52 Uhr

    „Die große Zustimmung zum Artikel bei Facebook „gefällt mir“ zeigt doch, dass viele Studierende der Tendenz des Artikels zustimmen.“

    @ Tobias
    Es gibt leider keinen „lehne ich ab“ Button.

    Und bei den vielen Besuchern, die dieses Forum hier durch die Verlinkung im bildblog bekommen haben wird, sind 120 wohlwollende Klicks wenig aussagekräftig. Aber mit Statistiken hat es dieser Blog hier wohl nicht so. (Was gibt dir überhaupt die Gewissheit, dass die 120 Sympathisanten Studenten sind?)

  22. 22 Tobias 18. Februar 2011 um 12:55 Uhr

    Nun ja, wschira, ohne Zweifel müssen Mediziner sehr viel leisten. Aber meine These ist ja, dass die Gesellschaft dringend das Reflexions- und Analysepotential der Geisteswissenschaften braucht. Schau mal wie viele ungelöste soziale und ökologische Probleme es gibt… Die lassen sich nicht rein „technisch“ lösen. Allerdings müssen die Geisteswissenschaften ihre analytische Kraft auch entfalten, und das geht eben nicht, wenn sie durch verkürzte „Leistungsorientierung“ und Auflösung jeden spekulativen Wahrheitsgehaltes versuchen, die Naturwissenschaften nachzuahmen. Geisteswissenschaften können eine humanisierende Kraft haben, aber nur, wenn sie in einem Rahmen ablaufen, wo sie über die Karriereorientierung hinaus bildend wirken können. Diese Form der Bildung kann auch als Studienelement in andere Wissenschaften integriert werden. Sollte die ethische, analytische und kritische Kraft der Geisteswissenschaften wirksam werden entstünde vielleicht eine echte Elite.

  23. 23 Alex 18. Februar 2011 um 13:02 Uhr

    Auch wenn mir das wirklich wehtut zuzugeben, aber es steckt doch Wahrheit in diesem Beitrag. Ich kann und will nur für mein Studium (Rechtswissenschaft) sprechen, ich glaube vor allem nicht, dass das auch für die Naturwissenschaften gilt. Und eins vorweg noch: Der Begriff „Arbeiterklasse“ gehört wirklich in ein anderes Jahrhundert. Die Schichtzugehörigkeit – soweit es so etwas überhaupt gibt – spielt überhaupt keine Rolle.

    Meine Beobachtung ist folgende:

    „Warum studierst du Jura?“ Diese Frage wurde uns im ersten Semester gestellt. Die beiden häufigsten Antworten waren „Weil mein Vater/Mutter auch Jurist ist“ oder „weil ich damit erfolgreich sein kann“. Wobei Erfolg natürlich das gleiche war wie ein Haufen Geld verdienen. (Ich habe übrigens – als einziger von 200 Leuten – geantwortet: „weil ich mir Fähigkeiten erwerben möchte, der Gesellschaft dienen zu können“ – die Gesichter waren unbezahlbar :D )

    Das Karrieresegment meiner Kommillitonen war ziemlich groß. Ausnahmslos alle hatten ihren „Karriereplan“. Ziel: Großkanzlei. Anforderungen: Regelstudienzeit eingehalten, besser ein Semester weniger. Praktika bei Großkanzleien + Auslandsaufenthalt. Examen im Prädikatsbereich, wenn möglich ein „Gut“ (eine Note, die fast unerreichbar ist bei Juristen). Promotion, ll.m. Beides darf maximal je ein Jahr dauern, besser neun Monate. Wie schaffen wir das? Lernen. Auswendig. Nicht fragen. Machen.

    Ich habe wenig Anschluss gefunden während meines Studiums. Ich konnte mit kaum jemandem über die Themen diskutieren – also wissenschaftlich sein. Entweder war es den Leuten wurscht (die „ich weiß nicht besseres“-Studis also) oder ich bekam einen 15minütigen Vortrag über die Lösung der h.M. (herrschenden Meinung), warum das aber gut oder schlecht war, konnte und wollte mir niemand sagen. Dafür gibts schließlich keine Punkte.

    Im Zuge der Bacheloreinführung ist das – zumindest bei uns – exponentiell gestiegen. Wer studiert schon „unternehmensjurist“ und will nicht später Berater/Anwalt etc. werden. Viel Kohle halt.

    Man wird durchaus sagen können, dass das Studium (und die Promotion) zumindest im Bereich Jura/BWL begriffen wird als notwendiges Übel auf dem Weg zu sechsstelligen Jahreseinkommen, nicht aber als Mittel der persönlichen Weiterentwicklung. Diese „social skills“ erwirbt man in Seminaren mit benotetem Schein. Denn wenn nicht auf einen Blatt Papier steht, man sei „socially skilled“, dann ist man es auch nicht.

    Insgesamt giebt es zumindest bei uns schon sehr viele „zielorientierte“ Dissertationen. Letzlich hat sich das aber unser Stand selbst zuzuschreiben. Wer wissenschaftliche Arbeiten verlangt und (fast) alles als Promotion akzeptiert, darf sich hinterher nicht darüber wundern.

    Viele meiner Freunde sind Naturwissenschaftler. Die haben irre viel Spaß, im Rahmen ihrer Promotion wirklich Neues entdecken zu können. Wir Juristen hingegen sind die meiste Zeit damit beschäfigt, Meinungen zu aggregieren. Naja, man muss eben was draus machen.

    Also: Ein wahrer Kern steckt drin, aber die Polemik hätte nun wirklich nicht sein müssen.

  24. 24 Kommentator 18. Februar 2011 um 13:04 Uhr

    Zum Thema Arbeiterkinder und Naturwissenschaften: mein kompletter studentischer Freundeskreis besteht aus „Arbeiterkindern“ (sind wohl ca. 10 Leute). Die hatten mir gegenüber alle einen gewaltigen Vorteil: Bafög. Ich komme aus einer unglaublich reichen Familie: meine Mutter ist Lehrerin auf einer Halbtagsstelle (deren Eltern waren übrigens eine dekadente Verkäuferin und ein dekadenter Fabrikfließbandarbeiter) und mein Vater Ingenieur (dessen Eltern waren übrigens dekadente Bauern). Damit konnten sich meine Eltern sogar eine unvorstellbar dekadente eigene Reihenhaushälfte leisten (mit tatkräftiger Mithilfe einer Bank, naja und dann halt 30 Jahre Kredit abzahlen).
    Und weil ich meinen Eltern nicht auf der Tasche liegen wollte, habe ich verwöhntes Akademikerkind mein Geld nebenherverdient. Als Erbaristokrat hatte ich natürlich eine Menge Beziehungen, so dass ich nur ein Dutzend Bewerbungen schreiben musste, bis ich einen 400€-Job hatte. Und als verwöhnter Akademikerstudent durfte ich dann sogar steuerfrei arbeiten, nur in die Rentenkasse und die Krankenkasse musste ich einzahlen.
    Das Problem mit Vorurteilen ist halt: man sollte sie auch regelmäßig überdenken.

  25. 25 Tobias 18. Februar 2011 um 13:11 Uhr

    Liebe Stephanie,

    man muss in der Tat aufpassen, dass aus der Erfahrung des Ausschlusses der unterschiedlichen Arbeitnehmermilieus (die „Arbeiterklasse ist also sehr heterogen und kein „Block“) von höherer Bildung (und das lässt sich statistisch nachweisen, sowohl die UNO als auch die OECD kritisieren Deutschland dafür) nun kein Ressentiment gegenüber Geist, Bildung und Wissenschaft überhaupt entsteht.
    Da ich die Wahrnehmungsweise studierender Arbeiterkinder durchaus etwas beurteilen kann, vermute ich eine spontane Zustimmung. Und weil diese Zustimmung auch schon hier im universitären Umfeld geäußert wurde. Ebenso bei Twitter, dort offensichtlich von zahlreichen Studierenden. Dass einzelne Arbeiterkinder es immer wieder schaffen, eine akademische Karriere zu machen, ist unbestritten. Nur ist es eben statistisch und unwahrscheinlicher als bei Studierenden höherer soziale Herkunft. Für Deine Doktor-Arbeit wünsche ich Dir viel Erfolg und ich freue mich für Dich, dass Du eine Doktorantinnen-Stelle hast. Die Exzellenzcluster und die Hochschule überhaupt müssen stärker sozial geöffnet werden. Hierzu sind viele Analysen und Reformmaßnahmen im Einzelnen nötig.

  26. 26 Tobias 18. Februar 2011 um 13:23 Uhr

    Lieber Alex,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Er illustriert auf sehr anschauliche Weise, was ich meinte. Über das Jura-Studium weiß ich auch nur etwas von Kommilitonen. Insofern ist Dein Beitrag für mich sehr lehrreich. Die Instrumentalisierung des Studiums spitzt sich dort zu, das war durchaus auch mein Eindruck. Beim verfassen des Artikels war ich mir selbst nicht sicher, ob er nicht etwas überzogen ist. Allerdings ist gerade die „wissenschaftliche Neugier“ der Naturwissenschaftler und der fehlende Ort dafür in Jura und Geisteswissenschaften, wo oft nur noch der „Betrieb“ herrscht, ein sehr wichtiger Punkt. Da scheinen wir ja übereinzustimmen. Wenn die Freude an den geistigen Inhalten verloren geht, die Identifikationen mit ihnen, dann kommt es doch zu sowas wie „Nihilismus“. Man glaubt nichts mehr (außer dem eigenen Geldbeutel) und macht einfach nur noch. Eine dermaßen geprägte akademische Elite hat doch auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Und: Soll man die begrenzte Lebenszeit mit Inhalten verbringen, die irrelevant sind und mit auswendig Lernen? Haben wir nicht ein recht auf wissenschaftliche Neugier und Freude an wissenschaftlichen Neuentdeckungen – gerade auch in den Geisteswissenschaften? Auch wenn der Forschungsprozess hier anders abläuft als in den Naturwissenschafen – es gibt Neues zu entdecken und Altes neu anzueignen und zu aktualisieren!

  27. 27 Kritiker 18. Februar 2011 um 13:34 Uhr

    @ Alex Also ich habe auch Jura studiert, und auch in meinem Semester hatte der Großteil in den ersten 4 Semestern diese Flausen mit Großkanzleien im Kopf. Das legte sich dann nach der Zwischenprüfung sehr schnell, einerseits weil viele ausgesiebt wurden andererseit weil man erwachsener wurde :)

    Wegen dieses polemischen Artikels, null quellenangaben , nur dahergesalbtes Zeug vom Stammtisch der Langzeitstudenten im AstA-Cafe. Grade in Jura muss du dir den Arsch aufreißen, nur um durchs Examen zu kommen (Hab in BaWü studiert) Mittelmaß reicht da nicht, schon gar nicht für einen Examensabschluß, mit dem du berechtigt bist, eine Doktorarbeit zu schreiben.
    Auch dieses auseinanderreißen von Guttenbergs Doktorarbeit ist zum größten Teil eine Farce. Teilweise sind juristische Sätze derart komplex und kompliziert, gelten in ihrer Formulierung unter der Hand als Gemeingut, das es sehr schwer ist, diese so umzuformulieren, das sie ihre juristische Tragweite nicht einbüßen.
    Und die sogenannten Ghostwriter….das dürften wirklich marginale Anteile an wissenschaftlichen Arbeiten sein. Denn so einfach ist das auch nicht, denn das schreiben ist das eine, du musst die Doktorarbeit auch noch mündlich verteidigen

  28. 28 karpatenhund 18. Februar 2011 um 13:35 Uhr

    @Alex: Dann muss ich ganz klar sagen: Du hast dich mit den falschen Leuten umgeben. Ein Großteil meines Freundeskreises besteht aus Juristen. Und mit denen kann man sich ausgezeichnet wissenschaftlich unterhalten – inklusive Fragen bezüglich der Dogmatik von BGH- oder BVerfG-Rechtsprechung oder eben anderen Streitständen.
    Die Leute, die stumpf (nur) die herrschende Meinung abspulen können, haben ohnehin ein Problem: Die können in den Klausuren Streits nicht entwickeln und im Examen nicht die geforderte Argumentation abliefern.
    Wie schon geschrieben: Von denjenigen die ich kenne und die ihre Doktorarbeit schreiben oder geschrieben haben sind alle in der Lage, systematisch und strukturiert zu arbeiten und ein vernünftiges Ergebnis abzuliefern sowie Problemkonstellationen zu erkennen und sauber abzuarbeiten.

    Die Leute, die mit der Vorstellung „Jurist=Reichtümer“ oder „Ich mache dann mal ein gutes Staatsexamen“ an die Sache herangehen, werden zumindest bei uns ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Da ist das Staatsexamen dann eben nicht mit VB bestanden. Und ein VB ist bei den Juristen noch immer ein Qualitätsmerkmal. Schon weil man dabei nur sehr schwer manipulieren kann…

  29. 29 Tobias 18. Februar 2011 um 13:44 Uhr

    Lieber „Erbloggtes“,

    vielen Dank für Deinen Hinweis auf das kulturelle und soziale Kapital, welches als „Begabung“ erscheint. Ich sehe das auch so, unbedingt! Ich glaube aber darüber hinaus,dass es sowas wie „echte“ Begabung gibt, wenn auch Begabung dynamisch ist, etwas mit Neugier und den Interessen des Subjekts zu tun hat und sich entwickeln kann. „Begabt“ ist vielleicht auch ein etwas verkürzter Begriff. Der Widerspruch, den ich zu beschreiben versuche tritt auf, wenn jemand „begabt“ ist – an seinem Fach besonderes interessiert, zu großartigen Leistungen in der Lage, vielleicht auch ethisch und an gesellschaftlichen Veränderungen orientiert und dann auf den „Scheinbetrieb“ trifft. Und diesen „Schein“ zu verbreiten, diese Dominanz an den Tag zu legen und sich mit der Aura des Besonderen umgeben, obwohl alle nur mit Wasser kochen, wie Du schreibst – eben das ist den sozialen Mileus zu eigen, die im „sozialen Feld der Wissenschaft“ herrschen. Ich glaube eben, dass das „kulturelle und soziale Kapital“ nicht ausreicht, um relevante und interessante Forschungsergebnisse zu produzieren, sondern dass es sich dabei ja um blind aublaufende Prozesse der Wissensreproduktion handelt. Natürlich kann das soziale und kulturelle Kapital die Begabung auch verstärken, vielleicht sogar hervorrufen, aber umgekehrt schaffen es doch auch zahlreiche Arbeiterkinder, trotz widriger Bedingungen, sich aufgrund ihrer Neugier und ihres Wissensdrangs sich im wissenschaftlichen Feld durchzusetzen. Es sind aber zuwenige, viele lassen sich eben von dem „Schein“ „hypnotisieren“, halten sich für unzureichend und prallen auf die sozialen Grenzen der intransparenten „bürgerlichen“ Regeln. Die Naturwissenschaften und die soziale Form der Wissensreproduktion, die dort herrscht, müssten wir näher untersuchen. Das wäre sehr interessant, ich glaube dazu gibt es nur wenige Analysen.

  30. 30 Tobias 18. Februar 2011 um 13:55 Uhr

    An die Kritiker: Vielleicht lest ihr meine Antwort hier im Blog auf der Artikel-Seite. Die Kritik regt mich im Prinzip auch an, meine Argumentation etwas auszudifferenzieren. Es ist nicht unbedingt der fehlende Fleiß, den ich kritisiere, „leisten“ muss man im gegenwärtigen Hochschulsystem sehr viel. Es kommen aber Reflexionsfähigkeit und vor allem sozialethische Anbindung zu kurz. Für eine „akademische Elite“ wäre das doch ein ausgezeichnetes Qualitätsmerkmal, das „Bemühen um ein gutes gesellschaftliches Ganzes“, um es mal frei nach Horkheimer zu sagen. Im übrigen ist der Text ein Text im Blog, kein Aufsatz mit Quellenangaben. Ein solcher wird demnächst parallel zu unserem universitätskritischem Seminar im Mai hier zu lesen sein.
    Es freut mich auch, Karpartenhund, dass Du interessante wisssenschaftliche Ansprechpartner hast. Die Universität ist noch nicht ganz verloren, wenn es so etwas nicht gäbe, bräuchte man auch keine produktiv gemeinte Kritik zu verfassen. Und was die Ghostwriter betrifft: In der Antwort auf die Kommentare habe ich auf einen Zeitungsartikel verlinkt. Ich fürchte, Ghostwrting kommt häufiger vor, als man denkt.

  31. 31 Fritzchen 18. Februar 2011 um 15:56 Uhr

    Sag mal, Du scheinst doch Akademiker im Grunde deines Herzens zu verabscheuen. Warum hast du studiert (oder noch)? Oder stimmt das „Magazin für studierende Arbeiterkinder“ nicht?
    Aber ich muss zugeben, dass dein geschwurbeltes und kraftloses Geschreibe mich meist nur bis zum dritten Absatz kommen lässt.
    Alles die selben gebetsmühlenartigen Wiederholungen der ewig gleichen linken Phrasen der Willi-Wacker-Gedächtnismünzen-Empfänger. Einseitiges Gebrülle eines Gorillas auf der Schreibmaschine für Leute, die nur Texte mit ihrer eigenen Meinung suchen.
    Ach, Gähn, ich hör lieber auf, du scheinst anzustecken, langweile mich ja schon selbst.

  32. 32 Kritischer Naturwissenschaftler 18. Februar 2011 um 16:38 Uhr

    Als Geowissenschaftler kenne ich nun die Geisteswissenschaften wenig, aber außer das „wir“ Naturwissenschaftler abschätzig auf sie herabblicken (was „wir“ Geowissenschaftler auch mit den Geographen tun und was ich als stumpfes Gruppenverhalten abtun würde) möchte ich die Geisteswissenschaften nicht generell abtun, mein Standpunkt ist aber ein anderer.

    Kritische Geisteswissenschaftler dürften es deutlich einfacher haben als kritische Naturwissenschaftler.

    Ich möchte den Aufwand, den eine Promotion in einem solchen Fach macht nicht herunterreden, allerdings ist man doch deutlich unabhängiger, und die Mittel, die man benötigt, sind Literatur, Umfragen oder mal eine Statistik. In den Naturwissenschaften gehört zu einer kritischen Arbeit ein Labor, in dem man analysieren kann, tonnenweise Proben und Geräte im bis zu siebenstelligen Eurobereich. Nimmt man keine Arbeit an, wie sie vorgeschlagen wird, so muss man sich diese Ausrüstung organisieren. Gerade bei der Manipulation von Erbgut ist es aber beispielsweise so, dass die Universitäten and denen geforscht wird von den Firmen finanziert werden, die am Ende das Saatgut verkaufen wollen – eine kritische Arbeit hat hier wenig Chancen. In meinem Falle ist es so, dass ich inzwischen an der Realisierbarkeit meiner Bachelorarbeit zweifle, weil wenige Labore gut ausgerüstet sind, um Hintergrundradioaktivität vernünftig zu analysieren und gleichzeitig Interesse daran haben, Ergebnisse zu liefern, welche eine Bedrohung der Bevölkerung aufzeigen.

    Forschungsprojekte werden finanziert, wenn sie „in“ sind.
    Das muss nicht immer industriekonform sein, beispielsweise erhöht das Wort „Klima“ im Titel derzeit die Finanzierbarkeit, aber wenn ein Thema nicht populär ist, wird es nicht erforscht.

  33. 33 Siggi 18. Februar 2011 um 17:44 Uhr

    Nur so ein Datenpunkt im thematischen Umkreis: man google mal nach „custom essay“ betrachte sich die Menge der gewerblichen (industriellen?) Links und murmle dann stoisch vor sich hin: in Deutschland ist das anders, in Deutschland ist das anders…

  34. 34 Esra 18. Februar 2011 um 18:20 Uhr

    Der Artikel ist klasse und scheint einen wichtigen und empfindlichen Nerv getroffen zu haben. Das belegen auch die sehr tendenziösen Reaktionen von beleidigten Studis und Wissenschaftlern. Zwei verkürzte Gedanken möchte ich zu der gegenwärtigen Kritiklosigkeit und Huldigung des Hochschulapparats durchaus loswerden, was sich auch hier sehr deutlich bemerkbar macht. 1. Die Naturwissenschaften scheinen vom Uni-Bluff oberflächlich betrachtet befreit zu sein. In Wirklichkeit dienen bzw. unterliegen sie einer streng ökonomischen und politischen Logik, die auf Werte wie Zuwachs, Gewinn, machtpolitisches Fortschrittsdenken pp. beschränkt sind. Keineswegs sind die globalökonomischen, -politischen und -ökologischen Auswüchse des 21. Jahrhunderts von der Strukturierung und Produktion auch dieser Wissenschaften freizusprechen. Ein geistvollerer und anspruchsvollerer Umgang mit der „Wissenschaft“ im Allgemeinen und der Natur im Besonderen hätte sich im globalen Wahnsinn besser qualifiziert und positioniert. Sonst wären wir nicht da, wo wir sind, das bekannte Elend ist gemeint.

    2. Die Naturwissenschaftler selbst mögen in Ausnahmefällen sehr ehrenhafte, d.h. ethisch einwandfreie, verantwortungsbewusste und geistvolle Menschen sein, das zeigt sich dann insbesondere, wenn man zu den naturwissenschaftlichen Entwicklungen die kritisch Stellung bezieht, die notwendig wäre. Die vermisse ich hier von den Kritikern. Aber von echauffierten Kritikern, die den Text als Angriff auf ihre Huldigung der Materie und ihren „Leistungen“ verstanden haben, erwarte ich auch nichts anderes. Mehr Distanz zur Eigenperspektive und kritische Auseinandersetzung des eigenen Standpunkts würde da sicherlich alles auflockern und insgesamt auch den in aufgesetzten Selbstgewissheiten eingesperrten Geist befreien…

  35. 35 Tobias 18. Februar 2011 um 20:46 Uhr

    Naturwissenschaft – Kapitalinteressen – Geisteswissenschaften

    Das ganze Thema spricht sehr komplizierte wissenschaftssoziologische Aspekte an. Vielen Dank für Deinen Beitrag Esra. Die Naturwissenschaften sind einerseits „objektiv“ in dem Sinne, dass sie materiell nachprüfbar sind: Eine Maschine läuft, ein physikalisches Experiment kann wiederholt werden. Allerdings besteht bei ihnen tatsächlich die Gefahr, dass sie den Verwertungsanprüchen des Kapitals unmittelbar unterworfen sind – undzwar ohne jede kritische Reflexionsebene diesem Gegenüber. An der Uni Münster gab es vor einigen Semestern eine Ringvorlesung zum Thema Gen- und Biotechnologie, dort referierten Professoren, die bei Bayer arbeiten über gentechnisch manipulierte Pflanzen als Wachstumsmarkt, dem ein Potential von Billionen Euro (!) innewohne. Die Studierenden, etwa hundert Teilnehmer, zumeist Biologen und andere Biowissenschaftler, waren völlig, wirklich vollkommen kritiklos. Die einzige kritische Bemerkung zur Verzahnung von Kapitalinteressen und Forschung wurde vom Auditorium der Studierenden mit Empörung beantwortet und mit süffisanten Bemerkungen des referierenden Profs. In den Ingenieurwissenschaften ist es üblich, das die Industrie Drittmittelprojekte bezahlt, die der unmittelbaren Technologieentwicklung des Unternehmens dienen. Das müsste gar nicht schlecht sein, im Sinne einer Verzahnung von Theorie udn Praxis, doch ist es eben dann problematisch, wenn jede kritische Ebene gegenüber den industriellen Interessen fehlt. Auch Technologie und Naturwissenschaften bergen andere Möglichkeiten einer humaneren und ökologischeren Technologieentwicklung, die unter den Bedingungen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse nicht immer genutzt wird – so wie in den Geisteswissenschaften mittlerweile tendenziell die Warenform des Geistes dominiert, so dominiert zumindest in der Technologieentwicklung die Warenform der Technologie, der Blick auf ihre spätere Verkaufbarkeit. Daher ist gerade für Naturwissenschaftlicher und Ingenieure meiner Meinung nach eine kritische Sozialwissenschaft als kritisches Reflexionsebene nötig, beispielsweise als Studienelement. Das hier beschriebene Problem kreist vor allem darum, was passiert, wenn die Geistes- und Sozialwissenschaft nicht einmal in sich selbst mehr kritisch sind, sondern zu einem blinden Betrieb werden, der nur noch um seiner selbst Willen und als Reproduktionsmechanismus einer gewissen „Elite“ da ist.

    Kritik muss sich in zwei Richtungen entfalten: Hinsichtlich der gesellschaftlichen Praxis, die wie Esra schreibt, für weite Bevölkerungsteile tatsächlich von psychischem und sozialem und zunehmend auch materiellem Elend geprägt ist und hinsichtlich der Selbstreflexion der eigenen Methoden. Die psychischen Krankheiten etwa sind in den letzten Jahren so stark angestiegen, dass es mittlerweile Inititiativen von Psychologen gibt, die das thematisieren. Undzwar nicht nur „linke“ Psychologen, sondern aus allen politischen Lagern. Dieses ganz reale gesellschaftliche Problem wäre eine wichtige Aufgabe für Sozialwissenschaften, die an der lebendigen Wirklichkeit orientiert sind. Sie könnten Ursachen bestimmen, auf ökonomische und soziale Strukturen einwirken und fundierte Präventionsprogramme verwirklichen. Die mangelnde Qualität der Geistes- und Sozialwissenschaften führt letztlich zu vermeidbarem Elend und das ist nicht lustig. Letztlich ist die Frage, wofür das ganze Geld überhaupt ausgegeben wird. Kann ein Excellenz-Cluster „Religion und Politik“ auch nur eine Handlungsempfehlung für das brisante Verhältnis zum Islam und dem westlich-islamischen Dialog geben? Versuchen sich die Forscher einmal wirklich mit den Menschen, mit der Realität zu beschäftigen? Oder sind das konstruktivistisch und systemtheoretisch aufgeblasene Luftschlösser und hermetische Diskurse, die da produziert werden, geschminkt mit bürgerlichem Schick und dem Gefühl „hach, wir sind doch exzellent“. Meiner Meinung nach ist das die größte Fehlallokation von Ressourcen, die man sich vorstellen kann. Eigentlich ist meine Kritik angesichts des realen Problemdrucks und der verhinderten Nutzung der wissenschaftlichen Humanitätspotentiale noch viel zu milde ausgefallen. Die fehlende Relevanz der Geistes- und Sozialwissenschaften ist nicht nur durch ihre soziale Funktion als Elitenreproduktion begründet, sondern wahrscheinlich bereits methodisch im Paradigma der bürgerlich-liberalen Moderne begründet. (Stichwort: methodischer Zweifel und „Wertfreiheit“ der Wissenschaft, die Universität als Repräsentationsform der bürgerlichen Gesellschaft, Erzeugung von „nihilistischem“ Reflexionswissen ohne Orientierung an der Idee des Guten, also z.B. sagen: Kant ist dies oder jenes, lässt sich in der Transzendentalphilosophie einordnen, aber, was nicht gefragt wird: Hat Kant für heute Relevanz? Ist es wahr, was er sagt? Wie beurteilen wir seine Philosophie qua unserer eigenen kritischen Vernunft? Kann er uns philosophische Orientierung geben? – Aber das sind doch die eigentlichen Fragen! Ich möchte nur, dass sie wieder gestellt werden dürfen und dass sie mit der gleichen Energie bearbeitet werden, wie das angeblich exakte „Einordnungswissen“. Es wird uns doch aberzogen diese Fragen zu stellen und wissenschaftlich zu beantworten – ein Ausdruck der Kulturkrise der westlichen bürgerlichen Welt. Und die Thematisierung eines ganzen geistigen Phänomenbereichs, wenn man so will der Intentionalität des erkennenden Subjekts und des mit ihm korrespondierenden Wahrheitsgehalt der entsprechenden Theorie wird als „unwissenschaftlich“ abgetan. Warum? Weil dieser Phänomenbereich des lebendig-relevanten Denkens letztlich die bürgerliche Hegemonie in Frage stellt? So geht es nicht!
    Hallo Esra übrigens, es freut mich, dass Du in diesen „Phänomenbereich“ einer hitzigen wissenschaftspolitischen und wissenschaftsethischen Debatte eingetreten bist. Deine beiden Beiträge gefallen mir aufgrund ihrer klaren Postion sehr gut. An dieser Stelle liebe Grüße von mir.

  36. 36 AX 18. Februar 2011 um 21:04 Uhr

    Anmerkungen aus Sicht eines Juristen:
    Zunächst scheint mir der Eintrag und Tobias spätere Anmerkung in zwei Grundaussagen widersprüchlich. Erstens wird mehr Gebrauchswert gefordert, aber gleichzeitig weniger Rechtspositivismus und mehr ethische Diskussion (letzteres hilft z. B. dem zu beratenden Arbeitnehmer, der eine Kündigung erhalten hat und nicht weiß, was er dagegen machen kann, erst einmal herzlich wenig). Zweitens wird gleichzeitig der Einsatz finanzieller Mittel für Universitäten (da nur einer kleinen Schicht dienend) und die Verhinderung von wissenschaftlichen Spitzenleistungen durch das derzeitige System kritisiert; letzteres dürfte aber gerade auch darauf zurückzuführen sein, dass z. B. in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften inzwischen über 100 Studenten auf einen Professor kommen.

    Die hohe Mauer, die in den anderen Kommentaren zwischen Geistes- und Naturwissenschaften gebaut wird, sehe ich nicht. Letztgenannte mögen eine ausgeglichenere Sozialstruktur (nicht zuletzt wegen der Beschäftigungsaussichten) und eine längere Promotionsdauer bei teils geringer Promotionsquote (was im Einzelnen sicher für eine höhere Qualität der Arbeiten bürgt) aufweisen, sakrosant sind sie deswegen nicht. In Teilbereichen könnte man sogar gerade ihnen eine mangelnde Auseinandersetzung mit ethischen Prinzipien vorwerfen.

    Noch kurz zum Vorwurf fehlender kritischer Auseinandersetzung: Mein örtlicher OPAC spuckt etwa hundert juristische Dissertationen aus, die mit den Schlagwörtern Grundrechte oder Europäische Menschenrechtskonvention gekennzeichnet und in den letzten fünf Jahren verfasst sind. An meiner sogenannten Elite-Universität bekam man als Jura-Student übrigens schon nach dem 1. Semester einen semi-fiktiven Fall zu bearbeiten, der darauf angelegt war, ein Gesetz und das Verhalten des Bundespräsidenten je als verfassungswidrig zu beurteilen.

  37. 37 Olaf 18. Februar 2011 um 22:13 Uhr

    Ich kann das gerne nochmal präzisieren mit dem Abschreiben. Im Grund- und Hauptstudium müssen beispielsweise in der Physik Laborpraktika absolviert werden. Es handelt sich um Standardversuche der Physik. Die Versuchsprotokolle sind im Netz weit verbreitet.
    Das Abschreiben der Studierenden reicht vom Einfügen einzelner Absätze für den theoretischen Teil bis zum Übernehmen der im Netz oder vom vorigen Jahrgang zu findenden Messergebnisse, wenn die eigenen „nicht so passend waren“ – also keine gerade Linie in der Grafik ergaben.
    Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun. Meist aber mit extremen Zeitdruck. Es bleibt aber dabei, wer es nicht macht ist der Dumme.

    Die Westfälischen Nachrichten berichten heute, dass an der Uni Münster 2006 eine Befragung durchgeführt wurde, in der 60 Prozent aller Studierenden „minder schwere Plagiate“ zugaben.
    Der Dekan der erziehungswissenschaftlichen Fakultät spricht von etwa einem schwerwiegenden Vergehen alle zwei Wochen.

    An eine Doktorarbeit mit schwerwiegenden Vergehen konnte sich demnach an der Uni Münster niemand erinnern. Wohl aber „selten“ bei Abschlussarbeiten.
    Nichtsdestotrotz – ich kenne zufällig einen Ghostwriter – und demnach gibt es Menschen die ihre Abschlussarbeiten fremdschreiben lassen.

  38. 38 Andreas 18. Februar 2011 um 22:50 Uhr

    Hi Olaf,
    mich würde ja genrell die soziale Herkunft von Ghostwritern interessieren. Die Kompetenz aufzuweisen, mal eben so Dissertationen zu verfassen und gleichzeitig finanziell darauf angewiesen zu sein, das zu tun, statt mit dem eigenen Doktorgrad und der dahinter stehenden echten Kompetenz Karriere zu machen – es würde mich nicht wundern, wenn es ich bei Ghostwritern oft um Arbeiterkinder handelt.

  39. 39 Tobias 18. Februar 2011 um 23:08 Uhr

    Lieber Andreas,

    genau zu dem Thema habe ich im Teil 2 des Artikels eine Antwort auf Olafs Beitrag geschrieben. Es ist so! Ich habe auch die Vermutung, dass es sich bei Ghostwritern oft um Arbeiterkinder handelt, ich kann das zum Teil durch meine qualitativen Untersuchungen zusätzlich bestätigen. Viele ökonomische und sozialpsychologische Überlegungen sprechen dafür:

    (1) Die Geldknappheit = Der Ghostwritier hat eine akademische Qualifikation, er schafft es aber nicht, sich im bürgerlich strukturierten sozialen Feld der akademisch orientierten Berufe zu behaupten und „ordentlich“ Geld zu verdienen – aus Gründen das Habitus und weil das Investitionskapital für die Berufseinmündung fehlt (Fortbildungen, soziales Kapital). Er möchte aber aufgrund seiner akademischen Qualifikation keinen anderen Job machen, was man verstehen kann. Ghostwriting ist das kleiner Übel.

    (2) Das Herr-Knecht Verhältnis. Hier kann man Hegel sehr zutreffend anwenden: Der Ghostwriter ist der klassische Knecht, er hat zwar den „Genuss“ der Arbeit an der Materie, doch der Auftraggeber übernimmt in der bürgerlichen Öffentlichkeit die Verantwortung dafür. Der Auftraggeber ist gegenüber dem Knecht das „abstrakte Bewusstsein“, welches die Arbeit des Knechtes negiert und sie sich aneignet. Der Auftraggeber eignet sich das Produkt an, er ist der Herr, der das Allgemeine vertritt. Der Ghostwriter bleibt immer im Hintergrund, er bleibt in der Knecht-Rolle und kann sich daraus nicht befreien.

    (3) Ich habe solche Prozesse schon oft beobachtet. Ich kenne habilitierte, die immer einen ganzen Reigen von „Knechten“ um sich hatten (nicht unbedingt die Hilfskräfte), deren Zuarbeit sie gesteuert haben, schließlich haben sie sich die Ergebnisse abgegriffen. Eigentlich sind das in der bürgerlichen Gesellschaft ganz normale Prozesse. Warum sagt wohl Brecht: „Und die einen, stehn im Schatten, und die anderen stehn im Licht, doch man sieht nur, die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht“.

    (4)
    Knechte befreit Euch, wenns sein muss, mit bürgerlichen Mitteln. Lasst Euch nichts mehr gefallen, schreibt selbst ein Buch, geht mit Euren wissenschaftlichen Ergebnissen an die Öffentlichkeit! Sagt den Professoren, dass ihr eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter wollt. Nervt sie und erklärt ihnen die sozialen Mechanismen. Wir unterstützen Euch dabei!

    (5)
    Ghostwriter wären nach Gramsci dann vielleicht oftmals „organische Intellektuelle“ der Arbeiterklasse. Hihi – Können wir nicht eine Arbeiterpartei gründen und dort ein paar Jobs schaffen?

  40. 40 Xylit 19. Februar 2011 um 10:17 Uhr

    Die Einsichten der POLITISCHE PONEROLOGIE und das Wissen über andere Zusammenhänge wie PNAC und die agierenden, werden halfen die Wissenslücken zu schließen.

    http://quantumfuture.net/gn/ponerologie/

    http://lupocattivoblog.wordpress.com/

  41. 41 karpatenhund 19. Februar 2011 um 12:02 Uhr

    @AX: Ich stimme den Kommentaren hier tendenziell zu, die sagen, Ghostwriting ist im naturwissenschaftlichen Bereich weniger verbreitet als im Geisteswissenschaftlichen Bereich. Der Grund dafür ist ziemlich profan: Basis für naturwissenschaftliche Promotionen ist die Forschung. Diese findet in Laboren oder in Institutionen statt, die Geräte einsetzen, die verdammt teuer sind. Würde man in diesem Bereich Ghostwriter engagieren, müsste man diesen Zugang zu den Forschungsinstitutionen verschaffen. Praktisch ist das relativ schwer zu realisieren, die Forschungen und Messungen müssen also selbst vorgenommen werden (auch deswegen, weil man in der Regel in Forschungsgruppen eingebunden ist). Wenn aber die Forschung selber vorgenommen werden muss, ist es ziemlich ineffektiv, das schreiben der Dissertation auszulagern. Denn im schreiben selber liegt nicht der Hauptaufwand, die Dissertation ist „nur“ eine Darlegung der Ergebnisse aus der Forschung.
    Im geisteswissenschaftlichen Bereich geht es dagegen um die Entwicklung von Gedanken und Positionen. Das kann man ohne Probleme auslagern. Schreibt man dann noch über irgendwelchen schwammigen Themen ist es natürlich möglich, mit einer blumigen Sprache etwas zu formulieren, was praktisch ausreichend Interpretationsspielraum lässt, um es nach allen Seiten beliebig zu dehnen. Und das ist eben im Naturwissenschaftlichen Bereich ungleich schwerer.

  42. 42 coolray 19. Februar 2011 um 12:26 Uhr

    Ich kann diese Aufregung nicht verstehen.
    Fühlen sich einige der so Erregten persönlich angesprochen??
    Oder wie kommt es das man allen die an etwas Kritik üben
    in die linksradikale Ecke stellt. Ist das das Verständnis von Meinungsfreiheit und Pressefreiheit.
    Es schein so zu sein das nicht sein kann was nicht sein darf , und
    da darf man dann beim Ungläubigen bestreiten und in Frage stellen
    auch schon mal beleidigend werden und haltlose Unterstellungen machen.
    Die angeblichen Eliten die nach eigener Meinung das Land nach vorne bringen, denen sollte man ihre Nutzlosigkeit vor Augen halten.
    Wenn alle die auf die sie herabblicken, weil sie meinen das
    sie etwas besseres sind, nur mal eine Woche lanng nicht mehr arbeiten gehen würden, dann würde das Land stillstehen. Denn es würde nicht produziert werden, man könnte nicht einkaufen, in Krankenhäusern und Arztpraxen würde nichts mehr gehen, und die Tempel der Eliten würden im Dreck ersticken weil ihn niemand wegmacht.
    Auf die Eliten kann man im Notfall verzichten, aber nicht auf die Millionen Menschen die tagtäglich fdafür sorgen das die Büros,Straßen,Krankenhäuser us.w… sauber sind, die die Kranken, behindertn und Alten pflegen und versorgen, die die Waren produzieren die uns zu Exportweltmeisern machen, die dafür sorgen das man alles mögliche einkaufen kann.
    Man kann ja mal einen Monat testen wer unverzichtbarer für das Land ist..ein paar Tausend die meinen die Elite zu sein..oder die Mehrheit die arbeiten damit alles funktioniert..

  43. 43 Ralf 19. Februar 2011 um 16:29 Uhr

    Mittlerweile scheint es auf 2/3tel der Seiten von Guttenbergs Diss abgeschriebene Textstellen zu geben, zu denen es keine entsprechende Fussnoten gibt. Selbst wenn sich einige Vorwürfe noch als falsch herausstellen sollten (aber vielleicht kommen auch noch neue hinzu), muss man sich mal fragen, warum ist dies der Universität Bayreuth nicht aufgefallen?

    Sicher werden (zumindest wurden damals) juristische Dissertationen nicht systematisch auf Plagiate untersucht, aber hätte nicht bei so vielen Plagiaten dem Prüfer etwas auffallen müssen(!)?

    Daher scheint mir hier nicht nur Guttenberg in Erklärungsnot zu kommen sondern auch die Universität Bayreuth. Denn sicher ist doch: wäre Guttenberg nicht Verteidigungsminister geworden, wäre die Doktorarbeit nie so systematisch auf Plagiate überprüft worden.

    Wenn also so wenig Plagiate in Doktorarbeiten auffallen, kann es vielleicht auch daran liegen, dass diese so wenig daraufhin überprüft werden (ich weiß, es gibt mittlerweile Software, aber erstens ist dies noch eine recht neue Methodik, zweitens nicht wirklich zuverlässig und drittens wird diese längst nicht bei jeder Doktorarbeit angewandt)?

    Oder könnte es auch sein, dass Guttenbergs Doktorvater einfach über diese falsche Zitierweise hinweggesehen hat, weil er wollte, dass Guttenberg den Doktor erhielt? Ist natürlich Spekulation, aber es ist doch seltsam, dass dieses copy/paste dem Doktorvater nicht wirklich aufgefallen sein soll.

    Und wenn dem so ist, könnte dies nicht auch mit der sozialen Stellung von Guttenberg zusammenhängen?

    Um auf eine mögliche Kritik gleich zu reagieren: Nein, ich habe hierfür keine Belege. Ich stelle es nur als Überlegung und Diskussionsbeitrag hier rein. Diese Spekulationen können natürlich falsch sein, aber ich denke, es lohnt sich doch in dieser Richtung weiterzudenken: dass es sich hier nämlich nicht nur um einen Guttenberg-Skandal handelt sondern um einen, der auch die Universität Bayreuth oder sogar die Universitäten insgesamt in ein schlechtes Licht rückt.

  44. 44 Andreas 20. Februar 2011 um 15:54 Uhr

    Die Uni Bayreuth ist eine Campus-Uni mit einem extrem auffälligem Herkunftsprofil. Die DSW-Sozialerhebung listet leider seit der 15. Erhebung keine direkten Vergleiche der Hochschulen mit dem Herkunftsprofil der Studierenden mehr auf. In dieser war Bayreuth jedoch die westliche Hochschule mit den wenigsten Studierenden mit dem Herkunftsmerkmal „niedrig“ (8% gegenüber dem damaligen Durchschnitt von 14%). In diesem Zuammenhang ist noch interessant, dass die Uni Bremen die höchste Quote von studierenden mit niedriger sozialer Herkunft hat und zwei Professoren der Uni Bremen brachten die Guttenberg-Affäre ins Rollen.

    Das Studierendenmagazin Tip der Uni Bayreuth veröffentlichte vor der Guttenberg-Affäre ein Interview mit Guttenberg. Hier äußerte er sich folgendermaßen:

    „Der unmittelbare Kontakt mit Professoren, Lehrbeauftragten, Assistenten und anderen Universitätsangehörigen eröffnet Horizonte, die weit über das reine Lehrbuchwissen hinausgehen. […] Als große Bereicherung habe ich zudem den kollegialen Umgang zwischen Professoren und Studenten empfunden, der dadurch befördert wird, dass es sich um eine Campusuniversität handelt, bei der man sich auch außerhalb des Hörsaals begegnet und nach dem Seminar auch gerne noch gemeinsam den Biergarten besucht. […] Von besonderer Bedeutung war und ist für mich das legendäre „Häberle-Seminar“.“ Guttenberg-Interview mit dem bayreuther Studierenden-Magazin „Tip“: Wir sitzen alle im selben Boot

  45. 45 Ralf 21. Februar 2011 um 13:27 Uhr

    Kommentiert haben wohl vor allem Leute, die von diesem idiotischen Hochschulsystem gefördert wurden oder noch werden. Zu dem richtigen völlig Begriff „Scheinelite“ füge ich noch „Vetternwirtschaft“ hinzu. Querdenker und Individualisten werden nicht gefördert. Die Stimme der Studenten zählt ebenso wenig. Als Privatdozent könnte ich viele konkrete Beispiele anführen. Es ist gut, dass man sich wieder über die Qualität unseres Forschungssystems Gedanken macht!

  46. 46 Tobias 22. Februar 2011 um 21:18 Uhr

    Lieber Ralf, Dein Beitrag freut mich sehr, da Du als Privatdozent ja Einblicke in die Realität des Hochschulbetriebes hast. Ich habe auch schon eine ganze Reihe von Lehrveranstaltungen organisiert, undzwar in Form von Studiengruppen, was von den Teilnehmern immer als angenehm und sehr bildend empfunden wurde. Das hat mir Hoffnung auf Veränderungsmöglichkeiten der Universität gegeben. Du kannst gerne noch ein paar konkrete Beispiele anführen. Das kann der Erkenntnis nur dienlich sein.

  47. 47 Thomas 23. Februar 2011 um 8:33 Uhr

    Akademikerkinder sind mittelmaß, schreiben ab oder lassen schreiben? Die Talente kommen aus der Arbeiterschicht, aber keiner fördert sie? Als ob „der Geist“ mehr bei den Arbeiterkindern als bei den Akademikerkindern ist! Sind letztere wirklich weniger kritisch? Gibt es da vielleicht ein Gen für? Den Klassenkampf den der Autor an der Uni verschärfen will, den kann er mal alleine kämpfen. Meine Profs sind übrigens fast alle Arbeiterkinder. Der Autor soll sich hinsetzten, lesen lesen lesen, üben üben üben und dann braucht er auch keine Neiddebatte mehr anzetteln.

  48. 48 Andreas 23. Februar 2011 um 13:28 Uhr

    Hallo Thomas,
    bevor du jetzt gleich mit einem Gen um die Ecke kommst (was ja gerade wieder sehr popoulär ist, Sarrazins Buch behauptet ja, dass sich die Intelligenz schichtspezifisch vererbt, Arbeiterkinder sollen im Schnitt genetisch bedingt dümmer sein – wir behaupten nichts derartiges), seh dir doch drei Tatsachen an:
    - Arbeiterkinder riskieren mehr, wenn sie studieren und sie tun mehr dafür, studierenden zu dürfen – es dürfte also eine größere Motivation vorliegen
    - Arbeiterkinder wurden stärker ausgesiebt, sie müssten also im Durchschnitt an der Uni kompetenter sein
    - Arbeiterkinder haben als „Straddler“ eine marginalisierte Sichtweise – und entsprechend viel zu sagen.
    Diese drei Punkte müsstest du eingestehen, vorausgesetzt du selber kommst nicht mit irgendwelchen erbbiologischen Dingen um die Ecke.

  49. 49 Tobias 23. Februar 2011 um 21:13 Uhr

    Lieber Thomas,

    ich habe an der Uni unzählige Lehrveranstaltungen inszeniert und im Rahmen meines Lektorats viele wissenschaftliche Arbeiten betreut. Niemand wird mir die wissenschaftliche Kompetenz absprechen. Ich kann Dir sagen, dass es da wirklich diskrimnierende Mechanismen gibt. Du und Deinesgleichen, die blind dafür sind, sind mitverantwortlich für den Ausschluss von Arbeiterkindern aus der akademischen Sphäre. Deine Profs wurden Profs in einer Zeit, wo man die Uni kurzfristig für andere soziale Milieus öffnete. Ich rate Dir mal folgendes: Nimm ein Soziologie-Buch in die Hand, und dann üben, üben, üben.

  50. 50 Tobias 23. Februar 2011 um 23:38 Uhr

    Ein weiterer entscheidender Punkt: Arbeiterkinder haben einen ungeheuren Mehraufwand, da sie sich an die bürgerliche Sozialisation anpassen müssen. Sie müssen zum Teil jedenfall bürgerliche Habitus-elemente implementieren. Wäre die Unis anders, mehr an den Habitus der Arbeiterkinder angepasst, bzw. würde die Uni darauf verzichten, eine repräsentative Institution der bürgerlichen Gesellschaft zu sein, mit allen Ritualen und formalisierten Verkehrformen, die dazugehören, so wäre der Reibungsverlust für Studierende aus anderen sozialen Mileus nicht so hoch. Die Arbeiterkinder müssen eine praktische sozialpsychologische und Identitätsarbeit aufbringen, die sicherlich 50% ihres Arbeitsaufwandes ausmacht – diejenigen, die an die Verkehrsformen der Uni schon angepasst sind, müssen das nicht. Besonders gut finde ich das Argument von Andreas, dass die Arbeiterkinder als „Straddler“, also als „Spreizer“ zwischen zwei Welten besonders viel zu sagen haben. Dass, was die soziologischen Theorien erkannt haben, erleben Arbeiterkinder an der Hochschule am eigenen Leib. Weder die bürgerlichen Akademiker noch die nichtakademischen Arbeiter haben solche Erkenntnismöglichkeiten. Diese hermeneutische Ausgangsposition ist nicht nur für die Soziologie relevant, sie verändert auch den Blick auf Literatur, Philosophie und Geschichte. Alle Sozial- und Geisteswissenschaften werden von der Position, die das erkennende Subjekt im sozialen Raum hat, beeinflusst. Ein geistiges Gebilde etwa wie die Kritische Theorie konnte nur entstehen, weil Adorno und Horkheimer Juden waren, das haben sie selbst auch reflektiert. Durch das nicht ganz Integriertsein konnten sie die bürgerliche Gesellschaft mit einem gewissen Abstand betrachten und mehr erkennen. Ich halte die These nicht für übertrieben, dass die studierenden Arbeiterkinder aufgrund ihrer sozialen Erfahrungen in besonderem Maße in der Lage sind, die Gesellschaft human zu gestalten. Bürgerliche Politiker etwa können sich da einfach nicht reinversetzen, was es heißt, wenn eine Familie von sehr wenig Geld leben muss und wie wichtig öffentlich finanzierte Einrichtungen wie Bibliotheken sind. Das alles bleibt doch für bürgerlich-akademische Schichten mehr oder weniger abstrakt. Wie Andreas schon schreibt, hier ist nicht von Genen, wohl aber von sozialen Erfahrungen die Rede. Worin besteht nun die Diskriminierung? Ein Arbeiterkind bekommt in der bürgerlichen akademischen Sphäre keine Rückmeldung auf seine sozialen Erfahrungen in seiner arbeiterlichen Herkunftsfamilie. Diese Seite der Identität ist wie „abgeschnitten“. Dadurch kommt es natürlich zu Verzerrungen in der Kommunikation. Würde das Arbeiterkind das ansprechen hieße zum Beispiel: Ja, aber Du hast es doch geschafft, Du bist doch gar kein Arbeiter mehr…Oder: Aber ich kenne einen Professor aus einer Arbeiterfamilie. Genau dadurch wird der kommunikative Raum einer Identitäsbildung verschlossen. Daher ist die Strategie von Andreas, mithilfe eines Autonomen AStA-Referats für Arbeiterkinder zunächst mal kommunikative Freiräume zu schaffen, sehr gut. Das Problem wird sich abschwächen oder gar ganz gelöst, wenn wir mehr Hochschullehrer aus Arbeiterfamilien und mehr Studierende aus Arbeiterfamilien haben. Das soziale Klima an der Universität wird dann anders und es gibt akademische Rollenvorbilder, mit denen man sich identifizieren kann. An der Hochschule gibt es sehr wenige Hochschullehrer aus Arbeiterfamilien. Akademiker aus Arbeiterfamilien trifft man vielleicht in der Gewerkschaft, als Bildungsreferenten usw. Ich selbst empfand es als geradezu befreiend, als ich einen Vortrag des Soziologen Lars Schmitt gehört habe, der auf seine arbeiterliche Herkunft reflektiert hat. Übrigens hat all diese Effekte bereits Ralf Dahrendorf Mitte der 60ger Jahre beschrieben. Das Thema über das wir reden ist eigentlich seinerseits ein akademischer – aber eben nicht nur akademischer – Bildungsgegenstand. Von einer „Neiddebatte“ kann hier nicht die Rede sein. Es handelt sich vielmehr um eine empfundene Ungerechtigkeit und dieses Gefühl als Ausgangspunkt auch einer soziologischen Forschung, die das Wahrgenommene theoretisch und empirisch fundiert ist ernstzunehmen. Bis heute frage ich mich, ob die „bürgerliche“ Seite diese real existierende Ungleichheitsdimension anerkennen kann. Warum eigentlich nicht? Warum muss das immer abgewehrt werden? Es ist zwar sehr utopisch, was jetzt sage, aber könnte man nicht gemeinsam an einer herrschaftsfreieren Gesellschaft arbeitenb? Ist das letztlich nicht unsere einzige Überlebenschance? Ein Bündnis verschiedener soziale Mileus, um mehr Gleichheit in der Gesellschaft herzustellen. Das wäre ein faszinierender Erkenntnisprozess, vielleicht das große Abenteuer unserer Zeit. Und in einer mehr von Gleichheit geprägten Gesellschaft würden alle an Lebensqualität gewinnen.

  51. 51 Alexandra Roberts 24. Februar 2011 um 0:42 Uhr

    Thanks for this writing, now i understand this whole thing better.Keep ‚em coming!!!

  52. 52 Tobias 24. Februar 2011 um 2:02 Uhr

    Dear Alexandra,

    you write in english, but you understand german?

  53. 53 Martin 31. Juli 2011 um 20:42 Uhr

    Würde das alles nicht so hochkochen, mit einer besseren Unterstützung hätte zu Guttenberg das besser hingekriegt. Damit meine ich durchaus Unterstützung zu wissenschaftlichen Arbeiten durch externe Agenturen. Hier gibt es durchaus seriöse und legale Angebote, aber auch einige schwarze Schafe. Die besten Erfahrungen habe ich mit folgenden Agenturen gemacht: www.schreibenlesenabgeben.de und www.writeservice.de. Echt zu empfehlen!

  54. 54 Irene 01. August 2011 um 10:49 Uhr

    Kicher.

    Ich finde, dieser Spam sollte wegen des Unterhaltungswerts stehen bleiben und nur die URLs so verändert, dass sie nicht mehr direkt klickbar sind und Googlejuice liefern.

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