Der eigentliche Skandal ist dieser Auftritt

Guttenbergs Erklärung
Bitte schaut euch den Mitschnitt an: Guttenbergs Erklärung. Er beginnt und endet damit, dass irgendein wichtiger Offizier hinter Guttenberg herschreitet. Ich hatte an anderer Stelle über Klassenkörper geschrieben und mich dabei auf Foucault und Bourdieu bezogen. Michael Hartmann spricht von einem bestimmten souveränen Auftreten, welches man als Arbeiterkind kaum lernen kann. Der eigentliche Skandal in unserer Gesellschaft ist die eingeräumte Wirkmächtigkeit solcher Auftritte, die Dominanz der Form über den Inhalt, die dafür sorgt, dass sich die Klassen in den gehabten Bahnen reproduzieren. Diese Dominanz gilt es zu dekonstruieren. Aber wie?

Ergänzung: Als ich den obigen Text schrieb, war mir nicht klar, dass ein Großteil der Medien von der Erklärung ausgeschlossen gewesen ist. Hier die ZDF-Berichterstattung über die in der Bundespressestelle wartenden Journalist_innen: Was soll der Kokolores? Tatsächlich scheint Guttenberg hier nur in einem bestimmten Rahmen seine Souveränität aufrechterhalten zu können.

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20 Antworten auf „Der eigentliche Skandal ist dieser Auftritt“


  1. 1 mti 18. Februar 2011 um 17:41 Uhr

    Ich frag mich wo euer Problem ist. Universitäres Dummschwätzen beherrscht ihr doch offensichtlich, wo ist denn da die Benachteiligung im Vergleich zu den anderen Deppen?

  2. 2 Andreas 18. Februar 2011 um 17:59 Uhr

    Hi mti, soll ich jetzt auf deinen Kommentar eingehen? Dann müsstest du erstmal sagen, was genau dort oben „Universitäres Dummschwätzen“ sein soll?

    Die Verweise auf Foucault und Bourdieu?

    Das ganze Elend besteht darin, dass sich der existierende Uni-Bluff in zweifacher Weise gegen Arbeiterkinder wendet: er gilt ihnen, sie sollen abgehalten werden zu studieren oder im Studium eingeschüchtert werden. Und sie werden am stärksten mit dem Uni-Bluff identifiziert, weil sie den Kontakt mit ihren Verwandten und Freunden aus der Arbeiterschicht haben und zu Dummschwätzern erklärt werden, so bald sie ein Fremdwort in den Mund nehmen.

  3. 3 Worker 18. Februar 2011 um 21:10 Uhr

    Und dafür braucht es hunderte von News zu ein und der selben Geschichte ? Teilweise sogar aus schon in anderen News verfassten Kommentaren aufgebaut ? Wie wäre es mit einer, aber dafür fundierten News ? Eure nervösen Finger am Release-Button solltet ihr im Sinne der Seriösität vielleicht etwas zügeln…

    Ebenso frage ich mich, wieso ich mich als Arbeiterkind von dieser Seite angesprochen oder vertreten fühlen sollte. Für mich ist das hier eher ein politisches Projekt mit ziemlich radikaler Auslegung, welcher unter dem Deckmantel des Arbeiterkindes um die Ecke kommt. Die Inhalte sind meist hochtrabende Texte, bei denen ich (vielleicht aifgrund des mir eingepflanzten Habitus?) nach drei Sätzen einschlafe. Immer wieder die gleichen Klassiker, aus denen man sich in der Argumentation bedient, Schwarzmalereien zur Zukunft der Arbeiterkinder und das komische Gefühl, als gäbe es da wohl eine geheime Macht, die uns auszulöschen gedenkt. Klicke ich auf die Werbungs-Anzeigen („Linke T-Shirts“) find ich irgendwelche zur „Action“ aufrufende Molotov-Shirts und A.C.A.B.-Fetzen (Weil das linke Lager ja auch Pauschalisierungen so mag…).

    Ich halte die Arbeiterkinder-Fraktion an der Uni für viel zu heterogen ausgerichtet, als das man mit dieser Seite irgendeine Art Bewegung (oder was immer ihr vor habt) initiieren könnte. Und wenn ich hier ins Forum gucke, denke ich auch nicht das die dort herrschende Langeweile nur mit mangelnder Werbung zu tun hat. Gab es hier schonmal irgendeinen Artikel, ob es auch Vorteile geben könnte, an der Uni oder im Leben generell ein Arbeiterkind zu sein ?

  4. 4 Andreas 18. Februar 2011 um 21:34 Uhr

    >Gab es hier schonmal irgendeinen Artikel, ob es auch Vorteile geben könnte, an der Uni oder im Leben generell ein Arbeiterkind zu sein ?

    Du meinst sowas: http://dishwasher.blogsport.de/2011/02/15/meine-unterprivilegierte-kindheit/

    Zur Werbung: wir haben im Moment noch kein Vereins-Konto, um die 18 Euro für die Werbefreiheit zu finanzieren.

  5. 5 bla 18. Februar 2011 um 22:21 Uhr

    Zur Werbung: wir haben im Moment noch kein Vereins-Konto, um die 18 Euro für die Werbefreiheit zu finanzieren.

    Das Schicksal scheint die studierenden Arbeiterkinder auch im Internet besonders hart zu treffen. Ich fordere praktizierte Chancengleichheit von blogsport.de! Keine Gebühren von Arbeiterkindern!

  6. 6 bla 18. Februar 2011 um 22:30 Uhr

    Jetzt musst du dich mal entscheiden: Entweder ist die Souveränität Guttenbergs abhängig vom Rahmen, in welchem er auftritt, oder sie ist ihm qua Habitus gleichsam eingeschrieben und die Wirkmächtigkeit solcher Auftritte gesellschaftlich eingeräumt und somit fraglos. Beides zugleich ist schlechterdings nicht möglich.

  7. 7 Administrator 18. Februar 2011 um 22:33 Uhr

    Mach lieber einen Spendenaufruf für unseren „Verein zum Abbau von Bildungsbarrieren“ – ewig wird es nicht mehr dauern, bis dieser endlich ein eingetragener e.V. ist und dann über ein Konto verfügt.

  8. 8 Worker 18. Februar 2011 um 23:07 Uhr

    @Andreas: Den von dir verlinkten Artikel möchte ich mal als auf halber Strecke liegen geblieben klassifizieren. Und das „Hütten bauen“ und „Feuer machen“ als Kind eine Exklusivveranstaltung und stilbildendes Element von Arbeiterkindern seinen sollen, halte ich mal für eine ziemlich kühne Thesen. Ich rede eher von Vorteilen, die mir auch im Unialltag nützlich sind. Sowas wie „auf fremden Terrain durchbeißen“ und „ne Schaufel mehr drauf legen als der Kollege“. Das waren meine entscheidenden Eindrücke meiner Berufslaufbahn VOR der Uni. Nur als zwei von vielen Beispielen, die ich bei so manchem trägen Erbstudenten manchmal vergeblich suche…

    Und zu der Werbung: Es wäre interessant zu erfahren, wie schnell sich 18 Euro sammeln liesen, wenn euer Werbepartner ein „Rüttgers Fan-Shop“ wäre. Ich wollte mit dem Einwand einfach mal darauf hinweisen, im Sinne eurer eigenen Sache etwas neutralere Reklame zu suchen. Aber gut, ist euer Ding.

    Das Nichteingehen auf die zentralen Punkte meiner Kritik, während hier ansonsten fast jeder feindselige Proll bedient wird, werte ich entweder als Volltreffer, oder als Abheftung unter die Rubrik „dummes Geschwätzt“ eurerseits. Letzteres wäre wohl schlimmer, denn ich glaube man sollte vielleicht wenigstens mal kurz über eure generelle Außenwirkung und Attraktivität für die Mehrheit der Arbeiterkinder nachdenken.

  9. 9 mti 18. Februar 2011 um 23:24 Uhr

    Dummschwatz ist z.B. das:

    Michael Hartmann spricht von einem bestimmten souveränen Auftreten, welches man als Arbeiterkind kaum lernen kann. Der eigentliche Skandal in unserer Gesellschaft ist die eingeräumte Wirkmächtigkeit solcher Auftritte, die Dominanz der Form über den Inhalt, die dafür sorgt, dass sich die Klassen in den gehabten Bahnen reproduzieren.

    Ein Gerhard Schröder (btw. richtiges Arbeiterkind) kriegt doch das gleiche souveräne Auftreten locker hin und ist dabei vielleicht noch ein bisschen dreister. Das ist doch nicht der „Klassenkörper“ des Baron Theo, der da so souverän wirkt, sondern, steile These, die Charaktermaske eines Politikers, eines „Machers“ und wie die sich sonst noch gerne darstellen. Und von wegen, man könnte das nicht erlernen, das ist doch die erste Schulung die man bei den Jusos kriegt, wenn man da anfängt, Rhetorikseminar und der ganze Scheiß. Dieses blöde Getue von den Typen und das sie damit durchkommen dann für den „eigentlichen Skandal“ zu halten geht doch auch vollkommen daneben. Dieses schlechte Benehmen, meinetwegen kann man’s auch „Arroganz der Macht“ nennen, passt doch Arsch auf Eimer zu den Vertretern der politischen Gewalt. Die müssen sich doch ständig durchsetzen, gegen ihre Konkurrenz und wenn sie regieren auch noch gegen ihr Volk. Was soll denn da sonst bei rauskommen? Gerhard Schröder hat sich da ja durchgesetzt, als Arbeiterkind. Wenn man sich das Verarmungsprogramm anschaut was der gegen die arbeitende Bevölkerung durchgesetzt hat, dann könnte man ja beinahe sagen, schön wäre es, könnten sich die Arbeiterkinder nicht an die politische Spitze dieses Landes vorkämpfen. :P Der Witz ist bloß, diese Figuren und ihr schlechtes Benehmen sind überhaupt nicht der „eigentliche Skandal“ in diesem Land, der Skandal ist nämlich ne politische Gewalt die hier Wirtschaftswachstum einrichten will und dabei das, was man vielleicht „Klassenkörper“ nennen könnte, notwedig zu schanden kommen lässt. Das geht nämlich schlechterdings nur auf Kosten der Arbeiter. Und das alles ganz unabhängig davon, wer da rum steht.

  10. 10 Andreas 18. Februar 2011 um 23:36 Uhr

    Hallo Worker,
    nochmal zur Werbung: wir haben mit der Werbung nichts zu tun, die findet sich hier, weil wir bei Blogsport das Blog haben. Im letzten Jahr hatten wir das Geld bezahlt, aber seit Januar ist die Werbung wieder online für den kurzen Zeitraum, bis der Verein über ein Konto verfügt. Ich könnte natürlich auch die 18 Euro aus der eigenen Tasche zahlen, fände es aber sauberer, wenn tatsächlich so etwas vom Vereinskonto gezahlt wird.

    Zum anderen Punkt: auf einem Blog sind drei bis vier Beiträge täglich normal. Bei so einer Geschichte wie die von Guttenberg dürfen auch mal sechs Beiträge in zwei Tagen zu dem Thema sein, wenn drei der Beiträge nur aus ein bis zwei Sätzen bestehen. Welchen Beitrag findest du unseriös?

    Eigentlich würde ich das Blog gerne entzerren: Diskussionen und Kurzmitteilungen können im neu eingerichteten Forum stattfinden, substanzielle Artikel zu bestimmten Themen finden sich im Wiki. Leider werden beide Angebote nicht wahrgenommen, so dass hier im Blog sowohl Kurzmitteilungen als auch substanzielle Artikel zu finden sind.

    Gib uns Zeit, das muss alles noch wachsen und wir verfügen über keine nennenswerten finanziellen Ressourcen.

  11. 11 Andreas 18. Februar 2011 um 23:44 Uhr

    @bla
    >Jetzt musst du dich mal entscheiden: Entweder ist die Souveränität Guttenbergs abhängig vom Rahmen, in welchem er auftritt, oder sie ist ihm qua Habitus gleichsam eingeschrieben und die Wirkmächtigkeit solcher Auftritte gesellschaftlich eingeräumt und somit fraglos. Beides zugleich ist schlechterdings nicht möglich.

    Nein, das ist natürlich nicht unmöglich. Habitus und Struktur interagieren. Lars Schmitt spricht beispielsweise vom Habitus-Struktur-Konflikt Einen solchen Konflikt kann es eben nur geben, weil bestimmte Felder und Habitus gut zueinander passen, andere eben nicht.

    Im obigen Fall wirkte Guttenberg sehr souverän auf mich, weil er im Verteidigungsministerium quasi zuhause war und sein Auftreten bestens passte. Sein Körper und die Halle mit den Offizieren bildeten eine passende Einheit. Aber er wird sich natürlich auch sehr gut in einer Prüfungssituation an der Uni vertreten können.

    In der Bundespressestelle hätte er schon angreifbarer ausgesehen.

  12. 12 Sy 19. Februar 2011 um 0:11 Uhr

    Ich frage mich, nachdem ich die Blogs hier ein wenig gesichtet habe, ob es nicht tatsächlich nur EINEN Grund gibt, warum Deutschland sich langsam aber sicher selbst hinrichtet: der hingebungsvolle Wille vieler Menschen, wirklich alles zu zerdiskutieren. Wäre es nicht sinnvoll, an einem Strang zu ziehen, anstatt Postings nach eventuellen Fehler, Unschönheiten & Co zu sezieren? Ich für meinen Fall fühle mich mal wieder stark an die Volksfront von Judäa erinnert…Und nein, ich will nicht sagen, dass alles besser wäre, wenn man „fressen“ würde, was man an Texten im Netz vorgesetzt bekommt. Aber etwas weniger Piesepömpeligkeit wäre schon angebracht…es geht schließlich um was. Und zwar nicht um den ersten Preis im Schönposten…

  13. 13 mti 19. Februar 2011 um 0:50 Uhr

    Worum geht’s denn, Sy? Kapierst du irgendeinen Streitpunkt/Widerspruch/Dissenz nicht? Oder willst du gleich von allen inhaltlichen Streitpunkten abstrahieren damit sich Deutschland nicht selbst hinrichtet?

  14. 14 mti 19. Februar 2011 um 3:10 Uhr

    In der Bundespressestelle hätte er schon angreifbarer ausgesehen.

    Das ist sogar in der Theorie Bourdieus Quatsch. Warum sollte denn die Bundespressekonferenz ein anderes „soziales Feld“ sein als eine improvisierte Pressekonferenz im Verteidigungsministerium. Beides zählt zum Feld der Politik oder meinetwegen der „medialen Öffentlichkeit“. Mit dem Habitus eines Guttenbergs kommt man zumindest in beiden Situationen (wenn sie sich denn jetzt tatsächlich graduell unterscheiden mögen, was ich bezweifele) gut zurecht. So wie ein Guttenberg auch in einer Uni-Prüfung gut zurecht kommt. Son Typ ist im Verteidigungsministerium genauso zu Hause wie auf der Aktionärsversammlung, in der Oper, im Offizierscasino, bei der Papstaudienz oder auf der Bundespressekonferenz. Der gehört in fast jedem Feld zu den „Arrivierten“, mal abgesehen von der proletarischen Eckkneipe. Und selbst da bin ich mir bei Super-Gutti nicht so sicher. Btw. ist das auch der Witz an Bourdieus Theorie, dass die Durchsetzungsfähigkeit in den Feldern sich danach richtet, wieviel „Kapital“ bei den Leuten am Start ist. Und Guttenberg ist nun ziemlich universell mit Kapital gesegnet, wenn man mit Bourdieu draufschielt.
    Andernfalls, mal unter uns Betschwestern Soziologinnen, kannst du dir dann die Felder auch gleich sparen und von sozialen Systemen reden, in denen gewisse Eigenlogiken herrschen, die Kommunikation auf bestimmte Codes restringieren. Das ganze läuft dann auf ne Theorie horizontaler funktionaler Differenzierung raus. Da gibt’s dann auch keine „Klassen“ und Arbeiterkinder mehr und Gutti kommt so gut klar, wie er seinen Scheiß in den Code des Systems übersetzen kann. Letzteres vereinfacht die Antwort auf Fragestellungen wie „Wie krieg ich Gutti dran?“ übrigens ungemein (und obendrein kommt man nicht so arg ins Schwafeln).
    Womit ich jetzt bei meinem eigentlichen Punkt wäre, der nicht soziologisch ist, sondern als Frage politisch: Du wärst schon ein Fan vom Guttenberg, hätte er seine Dissertation mal ordentlich geschrieben?

  15. 15 Andreas 19. Februar 2011 um 19:15 Uhr

    Hi Mti,
    auf mich hat vor allem der Auftritt im Verteidigungsministerium gewirkt. Ich gehe nicht im Soziologen auf, der sich Dinge nur distanziert anschaut. Er hat es tatsächlich geschafft, eine Stimme in mir sagen zu lassen: „Hallo, Andreas: störe bitte nicht mehr Herrn Guttenberg, der hat wichtige Dinge zu tun.“ Im Bundespresseamt wären nicht irgendwelche hochrangigen Offiziere im angemessenen Abstand hinter ihm hergeschritten und er hätte sich den unangenehmen Fragen der Presse stellen müssen. Natürlich hätte er soetwas auch besser gemeistert als unsereiner, aber wir dürfen nicht vergessen, dass in den unterschiedlichen Feldern die Kapitalsorten unterschiedlich gewichtet werden. Viele Bildungsbürger_innen, die zu den bevorzugten Leser_innen bestimmter Zeitungen zählen, mögen es überhaupt nicht, wenn eine Doktorarbeit so flapsig dahingeschmiert wird.
    Zur Systemtheorie: Mich interessiert ja gerade nicht der Code in Systemen, sondern materiell das Zusammenspiel von Klassen-Körper und architektonischem Dispositiv, welches Souveränität ermöglicht.
    Natürlich geht es mir nicht um die Frage „Wie krieg ich den Gutti dran?“. Es geht hier um die Analyse seines Auftretens, um die Analyse des jetzigen Vorgangs, also wie reagieren und interagieren die verschiedenen Felder Politik, Hochschule und Medien? Und mir geht es natürlich um die Frage, wie wir als studierende Arbeiterkinder die Guttenberg-Affäre nutzen können, um die Benachteiligung von Arbeiterkindern gerade auch beim Promovieren stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit zu bringen. Stichwort: Uni-Bluff.

  16. 16 Andreas 20. Februar 2011 um 4:36 Uhr

    Hallo mti,
    ich würde auch gerne auf deinen Vergleich Schröder – Guttenberg eingehen. Schröder hat die Ochsentour gemacht und sich von unten nach oben hochgearbeitet. Natürlich hat er so systematisch gelernt, mit den Medien umzugehen.
    Es scheint aber dennoch einen qualitativen Unterschied zu geben. Jörg Schöneborn fragt in den Tagesschau-Blog inzwischen zum zweiten Mal: Kann Guttenberg über Wasser gehen? http://blog.tagesschau.de/2011/02/19/guttenberg-kann-uber-wasser-gehen/
    Natürlich kann er nicht über Wasser gehen, aber die Analysen Hartmanns über die Elite und ihr spezifisch souveränes Auftreten finde ich hier stichhaltig.

  17. 17 Carl 20. Februar 2011 um 11:46 Uhr

    @Worker: „Gab es hier schonmal irgendeinen Artikel, ob es auch Vorteile geben könnte, an der Uni oder im Leben generell ein Arbeiterkind zu sein ?“

    Du kannst einen Erfahrungsbericht für den Dishwasher oder einen Artikel über die Vorzüge der Arbeiterkinder schreiben.
    Mich würde dieser jedenfalls interessieren.

  18. 18 Carl 20. Februar 2011 um 11:54 Uhr

    @ Sy: „Ich für meinen Fall fühle mich mal wieder stark an die Volksfront von Judäa erinnert…“

    Waaaaaaas, das hier ist doch nicht die Volksfront von Judäa, nieder mit der Volksfront von Judäa. Hoch die judäische Volksfront.

    Mal ehrlich: Mich auch, nicht nur hier, sondern auch in anderen politischen Gruppen erinnert so einiges an die Volksfront. Gibt’s wirklich nichts anderes zu tun als sich wegen Kleinigkeiten in die Wolle zu kriegen? Könnten wir nicht mal ansatzweise ein ganz kleines bißchen versuchen an einem Strang zu ziehen?

  19. 19 Andreas 20. Februar 2011 um 14:49 Uhr

    @Carl
    >Gibt’s wirklich nichts anderes zu tun als sich wegen Kleinigkeiten in die Wolle zu kriegen? Könnten wir nicht mal ansatzweise ein ganz kleines bißchen versuchen an einem Strang zu ziehen?

    Ich denke, es muss zwischen Analyse und Praxis unterschieden werden. In der Analyse sollten wir keine Differenzen unter den Tisch fallen lassen, sondern die Unterschiede herausarbeiten, die Widersprüche stark machen.

    Für die Praxis stelle ich fest, dass viel zu wenige sich engagieren. Es ist realistisch möglich, an weiteren Hochschulstandorten autonome Arbeiterkinderreferate zu gründen. Das Engagement findet aber entweder in unpolitischen Gruppen wie Arbeiterkind.de statt oder in Bildungsstreik-Gruppen, die nicht explizit vom Standpunkt der Arbeiterkinder agieren. Beide Initiativen machen wichtige Arbeit, das ist nicht der Punkt, sondern der Punkt ist, dass es bislang noch keine Selbstorganisierung derjenigen gibt, die aufgrund von sozialer Herkunft benachteiligt werden. Dies wäre der Strang, an dem gemeinsam gezogen werden kann. Wir vom Dishwasher können nur die Beteiligungsmöglichkeiten erhöhen, aber wir können nicht mit einer Handwoll Aktiven die Praxis ersetzen. Konkrete Arbeit gäbe es genug, unser Wiki wartet auf den Ausbau, der Dishwasher auf Artikel und vom Elterngeld bis zur Promotionsförderung gibt es hunderte von politischen Projekten, die von Arbeiterkindern aufgebaut werden könnten. Unsere Initiative in Münster zeigt, dass ein Zusammenschluss von studierenden Arbeiterkindern Sinn macht, für die Analyse, wie jüngst das häufige Weiterverlinken von Tobias Artikel im Internet zeigt, als auch für die Praxis.

  20. 20 Carl 26. Februar 2011 um 18:45 Uhr

    Ich hatte eigentlich auf diese Streitigkeiten hier in den Kommentaren angesprochen. „Mein Studienfach ist aber besser als deines. Ätsch“. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von Streit abschreckend wirkt und vor allem ist er auch zu nichts gut.

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