Archiv für März 2011

„Jungenbenachteiligung“? Maskulinisten in der Piratenpartei

Von Andreas Kemper

Die erste Ausgabe vom Kompass, der Piratenzeitung, wurde schwerpunktmäßig ausgerechnet von der umstrittenen Männer AG der Piratenpartei verfasst. Das Thema „Jungenbenachteiligung in der Bildung“ wäre an sich durchaus spannend. Wichtig wäre hier die Intersektion von geschlechts-, migrations- und klassenspezifischer Benachteiligung – Jungen aus der Oberschicht erfahren mit Sicherheit nicht die selbe Bildungsbenachteiligung wie türkischstämmige Arbeitersöhne. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht inhaltlich auf die Thesen zur Jungenbenachteiligung eingehen, sondern auf die Männer AG, die diesen Text so prominent verfassen konnte. (mehr…)

Die Grünen – eine Abiturientenpartei

Aus dem Freitag, 31.03.2011, Ulrike Winkelmann
Die Grünen – eine Abiturientenpartei
„Die Grünen sollen jetzt eine Volkspartei sein. Das stimmt – und wieder nicht. Auf Arme und Arbeitslose muss die Partei jedenfalls keine Rücksicht nehmen, sagt das DIW.“
Zum Freitag-Artikel

Umwelt-Klassismus und Naturkatastrophen

Nachdem vor sechs Jahren der Hurrikan Katrina New Orleans zerstörte, übersetzte ich einen Artikel von Kirsten Anderberg zum „rassistischen und klassistischen Genozid“ in New Orleans. Man mag die Bezeichnung „Genozid“ übertrieben finden, aber spannend fand ich ihre detaillierte Beschreibung. Ein Jahr später arbeitete ich selber als Volunteer in der durch den Hurrikan und die Flutwelle zerstörte Stadt – aus Solidarität und um herauszufinden, wie sich Klassendiskriminierung / Klassismus in der Politik nach der Zerstörung zeigt. Tatsächlich hatte meine Arbeit auch direkt mit unserer Themenstellung des Dishwasher zu tun. In den letzten Tagen stellte ich meine bescheidenen handwerklichen Fähigkeiten dem Wiederaufbau einer Schule zur Verfügung, in der nur Kinder aus dem benachteiligten „Lower 9th Ward“ gingen. Die Common Ground Gruppe, bei denen ich mitarbeitete, mussten gegen Polizeischikanen auf eigene Faust die Schule wieder herrichten. (mehr…)

Der Adel bleibt

Der Nachfolger von zu Guttenberg im Verteidigungsministerium wird Thomas de Maizière, hugenottischer Landadel. Sein Onkel Clement de Maizière war Stasi-Mitarbeiter, dessen Sohn Lothar de Maizière war letzter Ministerpräsident der DDR und trat wegen Stasi-Vorwürfen zurück. Sei Vater Ulrich de Maizière war ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, sein Bruder Andreas de Maizière ehemaliges Vorstandsmitglied der Commerzbank.

Jurafakultäten in Aufruhr

Der Guttenbergskandal hat Unruhe in die juristischen Fakultäten gebracht. Während die Flagshipstores von Barbour, Burberry und Tommy Hilfiger in den Universitätsstädten heute wie ausgestorben waren und auch viele Golfplätze leerblieben, waren die Lesesäle der Bibliotheken plötzlich proppenvoll. Zudem verzeichneten die Studienberatungen einen enormen Anstieg der Anfragen nach Alphabetisierungskursen bei Erstsemestern. In Tübingen kam es nach Polizeiangaben sogar zu einer Mahnwache von vermummten Ghostwritern, die gegen den rapiden Preisverfall bei ihren Produkten demonstrierten. Newsticker Titanic

Guttenberg tritt zurück – jetzt muss die Aufarbeitung folgen

Von Andreas Kemper

Guttenberg hatte seine Doktorarbeit plagiiert und dies nur scheibchenweise zugegeben. Im akademischen Feld wurde daraufhin massive Kritik an Bundeskanzlerin Merkel geäußert, die sich schüzend vor ihrem Verteidigungsminister stellte. Unter anderem gab es einen öffentlichen Brief, der von über 30.000 Doktorand_innen und weiteren Unterstützer_innen unterschrieben wurde. Auch zahlreiche Wissenschafts- und Forschungsverbände, sowie mehrere Hochschulrektoren protestierten.

Es ist jetzt wichtig, dass die Causa Guttenberg aufgearbeitet wird. Es handelt sich schließlich nicht um einen Einzelfall. Arbeiterkinder promovieren sehr selten. Privilegierten scheint hingegen ein Summa Cum Laude hinterhergeworfen zu werden. (mehr…)




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