Guttenberg tritt zurück – jetzt muss die Aufarbeitung folgen

Von Andreas Kemper

Guttenberg hatte seine Doktorarbeit plagiiert und dies nur scheibchenweise zugegeben. Im akademischen Feld wurde daraufhin massive Kritik an Bundeskanzlerin Merkel geäußert, die sich schüzend vor ihrem Verteidigungsminister stellte. Unter anderem gab es einen öffentlichen Brief, der von über 30.000 Doktorand_innen und weiteren Unterstützer_innen unterschrieben wurde. Auch zahlreiche Wissenschafts- und Forschungsverbände, sowie mehrere Hochschulrektoren protestierten.

Es ist jetzt wichtig, dass die Causa Guttenberg aufgearbeitet wird. Es handelt sich schließlich nicht um einen Einzelfall. Arbeiterkinder promovieren sehr selten. Privilegierten scheint hingegen ein Summa Cum Laude hinterhergeworfen zu werden.

Zur Aufarbeitung sind mehrere sozialspezifische Dinge wichtig:

  • Die Universität Bayreuth hat eine noch größere Schräglage als andere Hochschulen, es gibt dort viele privilegierte Studierende und kaum Arbeiterkinder
  • Der Protest kam vor allem aus Hochschulen mit relativ vielen Arbeiterkindern (Uni Bremen, Uni Duisburg/Essen – Bundestagspräsident Lammert (CDU) sprach sich gegen Guttenberg aus und lehrt an der Uni Bochum)
  • Die Uni Bayreuth erhielt 700.000 Euro Spende von den Rhön Kliniken, Guttenberg saß dort im Aufsichtsrat und schrieb gleichzeitig an der Dissertation.
  • Trotz mittelmäßigem ersten Staatsexamen erhielt Guttenberg die Möglichkeit, zu promovieren.
  • Und schließlich erhielt er ein Summa Cum Laude für eine zusammengeschusterte Arbeit.

Hier einige Artikel vom Dishwasher zur Problematik:
17.02. Olaf Götze: Minister zu Guttenberg ist Teil des Uni-Bluff
17.02. Tobias Fabinger: Guttenbergs Doktor-Arbeit und die Scheineliten im Hochschulbetrieb
18.02. Tobias Fabinger: „Nur die Übertreibung ist wahr“ (Adorno) – eine Antwort an Kritiker und Freunde
19.02. Esra Ayse Onus: Gegen den Wahnsinn von und zu Guttenbergs
20.02. Andreas Kemper: Uni Bayreuths sozialhomogene Biergartengespräche
23.02. Andreas Kemper: Die übliche Klassenjustiz wirkt auch im Fall Guttenberg
28.02. Kommentar eines Cousins von Stephanie zu Guttenberg

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