Anja Reschke hatte bereits vor einem Jahr für die Sendung Panorama eine sehr gute Reportage über den Hamburger Schulkampf produziert. Jetzt widmet sie sich dem „Lügenfernsehen“: der bewussten Konstruktion von klassistischen Stereotypen und dem verantwortungslosen und ausbeuterischen Umgang mit Menschen, die in Notlagen sind. Paul Nolte prägte für diese Formate den Begriff „Unterschichtenfernsehen“, womit die Betroffenen noch zusätzlich gebasht werden. „Lügenfernsehen“ ist da schon besser – vielleicht gibt es ja einen noch treffenderen Begriff?
Danke für die Info. Ich dachte nämlich bisher, „Unterschichtenfernsehen“ sei ein Begriff von Harald Schmidt.
Ursprünglich kam der Begriff „Unterschichtenfernsehen“ wohl von der Titanic. Paul Nolte hat ihn in der diffamierenden Weise verwendet, um auf die „Kulturlosigkeit“, bzw. die „unterbürgerliche Kultur“ der sogenannten Unterschicht hinzuweisen.
Ich habe hier einen kleinen Artikel mit dem Titel „Lügenfernsehen“ angelegt:
Lügenfernsehen.
Gerade vor dem Hintergrund des Lügenfernsehens wäre es wichtig, unser Wissen vom sozialen Standpunkt her zusammenzutragen. Überlegt doch bitte, ob ihr Euch nicht auch am Sozialen Wiki beteiligen möchtet. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Einen Begriff von der Titanic übernehmen und dann völlig ernst nehmen, das ist ja sehr uncool.
Mein Vorschlag: Helmut-Kohl-Fernsehen.
Helmut Schmidt wäre dann ein passender Schutzpatron für orthodoxe Fernsehverweigerer, die sich viel auf ihre Klugheit einbilden
Lügenfernsehen auf türkisch und arabisch:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10657
Hallo Irene,
der Beitrag über Antisemitismus unter Muslimen in der jüdischen Zeitung verkennt und ignoriert die hauptsächlichen Probleme, die sehr wesentlich in dieser Thematik sind. Der Nahost-Konflikt ist leider ursächlich für entstehende negative Haltungen gegenüber Israel. Es ist daher ungerecht, wenn die politische und militärische Komplexität heruntergebrochen und im Umkehrschluss des politischen Tatbestandes verschwommen wird, also in der politischen Auseinandersetzung, Opfer zu Tätern gemacht werden.
Islam als Feindbild der westlich-kapitalistischen Gesellschaft, hier muss es förderlich sein, wenn gleich große Muslimgruppen als Antisemiten, Fundamentalisten, Terroristen karikiert und als große Gefahr gebrandmarkt werden. Damit schlägt man viele Fliegen mit einer Klatsche und beschwichtigt auch die militärischen Einmischungen und Eingriffe von herrschenden westlichen Mächten in muslimischen Ländern.
Antisemitismus ist kein muslimisches Phänomen. Die heutige Haltung ist ein politisches und kein islamisches Problem. Natürlich rechtfertigt man die militärischen Aggressionen so, indem man diese als Spiegelbild auf Muslime projiziert und diesen hypothetisch eine Gewaltbereitschaft und Barbarei als Wesensmerkmal unterstellt. Somit hat man ein ruhiges Gewissen und legt alle Eingriffe aus dem Westen in muslimisch geprägten Staaten als Notwehr aus. Das funktioniert und Muslime werden als Tätervolk angesehen, obwohl sie die meisten Opfer bringen.
Ah, da war ja noch eine Antwort.
Der Nahost-Konflikt ist leider ursächlich für entstehende negative Haltungen gegenüber Israel.
Die anderen sind schuld und haben provoziert? Da macht es sich jemand ganz schön einfach.