Peter Nowak: Klassismus – Konzept zur Gesellschaftsveränderung oder zur Mittelstandsförderung?

Hier eine Rezension von Peter Nowak zum Buch „Klassismus. Eine Einführung“: http://peter-nowak-journalist.de/2011/05/31/klassismus/ Peter Nowak kritisiert einen Bedeutungswandel des Begriffs:

„Von der Gesellschaftsveränderung zur Karriereförderung
Die Furies werden in dem Buch als eine Gruppe von Frauen aus der ArbeiterInnenklasse vorgestellt, die eine ganz eindeutig antikapitalistische Zielsetzung verfolgten. Eine andere in dem Buch vorgestellte Gruppe, die Working-Class-Akademikerinnen (WCA), haben mit den Furies die Herkunft gemeinsam. Doch zwischen ihren politischen Intentionen klaffen Welten. Den in den 90er-Jahren gegründeten WCA ging es nicht um die gesellschaftliche Umwälzung, sondern um die gegenseitige Unterstützung bei der Jobsuche im Wissenschaftsapparat.“

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1 Antwort auf „Peter Nowak: Klassismus – Konzept zur Gesellschaftsveränderung oder zur Mittelstandsförderung?“


  1. 1 Julia 18. Juli 2011 um 10:33 Uhr

    Ich würde den Unterschied zwischen den FURIES und WCPCA´S (Working Class Poverty Class Academics) zuerst mal darin sehen, dass in unterschiedliche Kontexte interveniert wird. Die FURIES haben Klassismus innerhalb der (kapitalismuskritischen) Frauen_Lesbenbewegung kritisiert, WCPA´s kritisieren Klassismus innerhalb des Hochschulbetriebs. Und beides ist notwendig.

    Ich denke aber auch, dass die Frage sehr wichtig ist, wie das Verhältnis von Diskriminierungen/Privilegierungen UND ökonomischen Ausbeutungsverhältnissen/ungleiche Verteilung von Ressourcen gedacht wird…

    Peter Nowak dazu:
    „Wer unter Klassismus den Ausschluss von materiellen Ressourcen und Partizipation versteht, strebt, wie die Furies, eine Änderung dieser Verhältnisse an. Wer unter Klassismus hingegen die Verweigerung von Respekt und Anerkennung gegenüber Menschen mit ihren Rechten, Lebensweisen und Vorstellungen versteht, muss nichts dagegen haben, dass Menschen arm und beispielsweise gezwungen sind, Flaschen zu sammeln.“

    Ich würde sagen: Beides ist notwendig. Ich denke, dass es wichtig ist, nach den Wechselverhältnisse zu fragen zwischen „Verweigerung von Respekt und Anerkennung“ und „Ausschluss von materiellen Ressourcen und Partizipation“. Die Frage ist, ob es politisch sinnvoll ist, beides als Klassismus zu bezeichnen oder als „Klassismus und Kapitalismus“, „Klassismus und ökonomische Klassenprozesse“…..?

    any ideas?

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