Breivik ist nicht „wirr“

Von Andreas Kemper

Als ich bereits Freitag Nacht darauf hinwies, dass der Täter von Oslo die Jugendlichen erschoss, weil er damit eine politische Strategie verfolgte, nämlich die vermeintliche Ursache für eine „Islamisierung“ durch einen Angriff auf den „Kulturmarxismus“ und insbesondere auf die linke Jugend, die „Stoltenberg Jugend“ zu stoppen, wurde mir in meinem Blog „Pietätlosigkeit“ vorgeworfen. In den Medien ist jetzt zu hören, dass Breivik ein „wirres“ Geständnis abgelegt habe. Liest man seine Kommentare in document.no oder sein „2083 – A European Declaration of Independence“, so zeigt sich, dass Breivik alles andere als „wirr“ ist. Der Massenmord war genau geplant, er dient als Auftakt einer konservativen Revolution. Breivik hat bewusst in Kauf genommen, verhaftet zu werden. Der Massenmord ist eine PR-Aktion für sein Pamphlet. Er wird in den entsprechenden Neonazi-Kreisen nicht verurteilt werden, sondern als Märtyrer abgefeiert werden. Seine Analyse der bestehenden Gesellschaft ist in bestimmten Kreisen Mainstream. Sie richtet sich gegen

* Kritische Theorie

* Feminismus

* „Political Correctnes“

* Multikulturalismus

* „Islamisierung“

Diese Position findet sich auf breit frequentierten Blogs wie „Political Incorrect“. Nur die Praxis unterscheidet sich. Hier eine Zusammenfassung des ersten Kapitels von 2083 – A European Declaration of Independence:

„Conclusions

Critical Theory as applied mass psychology has led to the deconstruction of gender in the European culture. Following Critical Theory, the distinction between masculinity and femininity will disappear. The traditional roles of the mothers and fathers are to be dissolved so that patriarchy will be ended. Children are not to be raised according to their biological genders and gender roles according to their biological differences. This reflects the Frankfurt School rationale for the disintegration of the traditional family.

Thus, one of the basic tenets of Critical Theory was the necessity to break down the traditional family. The Frankfurt School scholars preached:

Even a partial breakdown of parental authority in the family might tend to increase the readiness of a coming generation to accept social change.

The transformation of European culture envisioned by the cultural Marxists goes further than pursuing gender equality. Embodied in their agenda is “matriarchal theory,” under which they purpose to transform European culture to be female-dominated. This is a direct throwback to Wilhelm Reich, a Frankfurt School member who considered matriarchal theory in psychoanalytic terms. In 1933, he wrote in “The Mass Psychology of Fascism” that matriarchy was the only genuine family type of “natural society.”

Richard Bernstein has written in his book on multiculturalism, “the Marxist revolutionary process for the past several decades in Europe and America has centered on race and sex warfare rather than class warfare” as in earlier times. This reflects a scheme more total than economics to restructure the society. As the social revolutionaries readily proclaim, their purpose is to destroy the hegemony of white males. To accomplish this, all barriers to the introduction of more women and minorities throughout the “power structure” are to be brought down by all means available. Laws and lawsuits, intimidation, and demonising of white males as racists and sexists are pursued through the mass media and the universities. The psycho–dynamic of the revolutionary process aims for psychic disempowerment – decapitation – of those who oppose.

The US’s founders recognised three primal values in the Declaration of Independence, and they ranked them properly: Life, liberty, and the pursuit of happiness.

If the order of these fundamental human rights is switched – with happiness before liberty or liberty before life – we come to moral chaos and social anarchy.

This very condition is what Judge Robert Bork describes as “modern liberalism.” He defines its characteristics as “‘radical egalitarianism’ (equality of outcomes rather than of opportunities) and ‘radical individualism’ (the drastic reduction of limits to personal gratification).”

Judge Bork also identifies radical feminism as “the most destructive and fanatical” element of this modern liberalism. He further describes radical feminism as “totalitarian in spirit.”

Most Western Europeans and Americans do not realise that they, through their institutions, are being led by social revolutionaries who think in terms of the continuing destruction of the existing social order in order to create a new one. The revolutionaries are New Age Elite Boomers. They now control the public institutions in Western Europe and the United States. Their “quiet” revolution, beginning with the counterculture revolution of their youth, is nearing completion. A key, or even a dominant element because purportedly it represents that largest political and social constituency among their potential followers, is feminism. The Marxist movement in its “quiet” cultural latter-day phase is seemingly sweeping all before it. With its sway over the media, fully in the grip of feminism, it is hard to discern the stirrings of a counter-culture. The current cultural Marxist/multiculturalist elites, the New Totalitarians, are the most dangerous generation in Western history. Not only have they managed to destroy fundamental structures of European society. They are allowing millions of Muslims to colonise Europe.

In just five decades Muslim populations have increased from a few thousand to more than 25 million.

Who will rise to challenge Political Correctness? The fate of European civilisation depends on European men steadfastly resisting Politically Correct feminism. Even more, they must resourcefully oppose the wider grip of Political Correctness, the cultural Marxism for which radical feminism is only one avenue of attack.“

Das alles ist nicht wirr, sondern als politische Positionierung ebenso bekannt wie inhaltlich falsch. Die „Tabubrüche“, die mit Begriffe wie „Political Correctness“ und „Gutmenschentum“ Stimmung gemacht haben, führen in der Praxis zu Massenmorden wie dem im Oslo. Es ist jetzt an der Zeit mit den Leuten im eigenen Bekanntenkreis, die die Position vertreten haben, dass „Sarrazin ja irgendwie auch Recht habe“, ein ernstes Wort zu reden. Es wäre gut, wenn sie sich über sich selbst erschrecken und einsehen, dass einige „Tabus“ – z.b. die Unveräußerlichkeit der Menschenrechte in Frage zu stellen – ihren Sinn haben.


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90 Antworten auf „Breivik ist nicht „wirr““


  1. 1 Benni 24. Juli 2011 um 15:30 Uhr

    Der eine Fall wo ich so jemanden im Bekanntenkreis hatte, da hab ich den Kontakt abgebrochen. Aber sicher werden viele dabei sein, von denen man das gar nicht weiß.

  2. 2 Andreas 24. Juli 2011 um 15:37 Uhr

    Ich kenne viele Bekannte von Bekannten, die Sarrazin „irgendwie auch gut“ finden. Diese sollten jetzt zur Rede gestellt werden. Breivik hat seine Taten rational geplant und begründet. Das wichtigste Element in seiner revolutionären Strategie ist, dass sie aufgeht, dass sich Millionen von Menschen der konservativen Revolution anschließen werden. Dass er dies glauben konnte, dafür sind die Befürworter der Sarrazin-Thesen verantwortlich zu machen.

  3. 3 Andreas 24. Juli 2011 um 16:29 Uhr

    Auch Kolumnist Henryk Broder findet Erwähnung in dem Manifest des norwegischen Attentäters. Anders B. zitiert ein Interview, das Broder einer niederländischen Zeitung gab, und in dem der Autor Europäer aufforderte auszuwandern, sollten sie ihre Freiheit weiter behalten wollen.

    „Broder ist überzeugt, dass die Europäer sich der Islamisierung nicht widersetzen werden“, so B. „Viele Deutsche haben nicht auf Broders Rat gewartet. Die Zahl der Migranten aus Deutschland hat längst die Zahl der Immigranten übertroffen.“

    Morgenpost

  4. 4 Maik 24. Juli 2011 um 18:36 Uhr

    Telepolis schreibt: „Breivik scheint sich durch einen Drogen- und Medikamentencocktail in eine „übermenschliche Ein-Mann-Armee“ verwandelt zu haben“
    http://www.heise.de/tp/artikel/35/35184/1.html

    vielleicht nicht wirr, aber eventuell zugeknallt?!?!

  5. 5 daniel 24. Juli 2011 um 18:37 Uhr

    Ähhh?!?! Moslems finden den Islam auch „irgendwie gut“ muss denen jetzt auch der Kopf gewaschen werden?!

  6. 6 jazz 24. Juli 2011 um 18:59 Uhr

    @daniel: Islam UNGLEICH Islamismus !!!

  7. 7 Blair 24. Juli 2011 um 19:08 Uhr

    Ist dir klar, dass du dich mit diesem Artikel verdammt weit aus dem Fenster lehnst? Du behauptest hier mehr oder weniger implizit, Sarrazin (und alle anderen, die gegen irgendeine Art der politischen Korrektheit argumentieren) leugne die Unveräußerlichkeit der Menschenrechte. Das ist wohl kaum haltbar, oder hast du Belege dafür? Du suggerierst außerdem, die breite Islamkritik sei verantwortlich für den Terroranschlag in Norwegen.

    Wie du das schreibst, ist das so pauschalisierend, dass es falsch ist. Dein Fehlschluss sieht vereinfacht so aus:

    - Der Täter war Islamkritiker
    - Er bediente sich des Terrorismus
    - Folglich führt Islamkritik zu Terrorismus

    Genau dieses Argumentationsschema benutzen auch Leute, die Ego-Shooter verbieten wollen, wenn ein Amokläufer solche Spiele gespielt hat. Der Gedanke dahinter ist der gleiche wie bei dir: „Er hat Ego-Shooter gespielt und ein Attentat begangen, also machen Ego-Shooter gewalttätig.“ Dass solche Schlussfolgerungen unzulässig sind, sollte man eigentlich nicht extra betonen müssen.

    Es lassen sich übrigens viele andere Beispiele finden, wo man ähnlich Argumentieren könnte, zum Beispiel:
    „Öko-Aktivismus ist falsch, weil einige Vertreter dabei zu Gewalt greifen.“

    Der Punkt ist einfach, dass man von Einzelfällen nicht auf das Allgemeine schließen kann.

  8. 8 hinterwald 24. Juli 2011 um 19:45 Uhr

    lieber blair

    >> – Der Täter war Islamkritiker
    >> – Er bediente sich des Terrorismus
    >> – Folglich führt Islamkritik zu Terrorismus

    geh einfach mal auf PI-news. da begegnest du dieser art von „logik“ tausenfach …

    broder ist ein abstoßender schreibtischtäter, der zusammen mit sarrazin die streichhölzer gereicht hat und nun so tut, als habe er ja nix mit dem feuer zu tun. seine zynische bemerkung auf dem „tagesspiegel“ ist an widerlichkeit kaum noch zu überbieten. ich hoffe mal, er findet die ersatzteile und ein gnädiges schicksal tut das seinige.

  9. 9 Andreas 24. Juli 2011 um 19:46 Uhr

    @Blair

    Dennoch gibt es Ursache und Wirkung.
    Zur Ursache gehört sicherlich noch mehr als die entsprechende Ideologie. Beispielsweise eine innerliche Bereitschaft bzw. Disposition – Klaus Theweleits „Männerphantasien“ ist hier sehr lesenswert.
    Aber natürlich gehört auch die rassistische Ideologie zu den Ursachen rassistischen Terrors. Und wer an dieser Ideologie mitstrickt, der ist auch für die Taten im Namen dieser Ideologie mitverantwortlich.

  10. 10 Elvis 24. Juli 2011 um 20:14 Uhr

    Ich stimme zu, dass es sich die Medien eindeutig zu leicht machen, wenn sie Breivik als „wirr“ abstempeln. Dieses Manifest stellt (den Auszügen nach zu urteilen die ich hier lesen durfte)eine klare politische Positionierung dar, so gruselig und seltsam diese auch ist. Die gesellschaftlichen Konsequenzen einer solchen Aktion („konservative Revolution“)abzusehen, traue ich mir nicht zu. Aber die Schlussfolgerung, Meinungsäußerungen von Menschen zensieren zu müssen, weil man ja jetzt gesehen habe zu was ein solches Denken führt, geht mir beim besten Willen nicht auf. Wir müssen jetzt unseren Bekannten ins Gewissen reden?! So lange ein Mensch gewaltfrei von seinem demokratischen Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch macht, zeugt es m.E. von einem verdammt schwarzweiß-malerischen Lagerdenken ihn mit einem solchen Massaker in Verbindung zu bringen. Und jetzt lehne ICH mich mal weit aus dem Fenster: Linkes Gedankengut hat in der Geschichte der Bundesrepublik zu gewaltsamen Anschlägen geführt, wir müssen also hellhörig werden… Komische Aussage, oder? Stimmt ebenfalls einfach nicht. Es sei denn du bist der Überzeugung, linke Theorie führe in der Praxis auch zu Bluttaten. Ich bin sicher kein Freund von Sarrazins pseudoelaborierten Absonderungen. Aber das, was du hier zu Recht an den Medien kritisierst, möchte ich auch dir ans Herz legen: Mach´s dir bitte nicht allzu leicht. Und antworte vor allem nicht mit ähnlich generalisierter Angstmache wie sie aus den Zeilen dieses widerlichen Pamphlets trieft.

  11. 11 daniel 24. Juli 2011 um 20:56 Uhr

    @Jazz genau darauf wollte ich ja hinnaus ;) Zu zeigen wie unsinnig der Sarrazin Vergleich ist

  12. 12 fx 24. Juli 2011 um 21:00 Uhr

    @Elvis

    Bewusst oder unbewusst kopierst du hier exakt die in eben dieser rechstpopulistischen/islamophoben Szene (und insbesondere auch bei Sarrazin) beliebte und leider sehr erfolgreiche Strategie, aus einer politisch-ethischen Diskussion eine Frage von „Meinungsfreiheit“ und „Zensur“ zu machen, um so jegliche Kritik abzuwürgen. Nenne mir doch nur ein einziges Beispiel, wo irgendein Kritiker von Hetz-Blogs wie „Politically Incorrect“ oder von Sarrazin zu etwas aufgerufen haben soll, was man auch nur entfernt mit „Zensur“ bezeichnen könnte? Hetz-Blogs wie pi-news und Hetzer wie Sarrazin als brand-gefährlich zu bezeichnen, und die entsprechenden Strömungen als eine ernste Gefahr für die offene pluralistische Gesellschaft, ist völlig legitim und notwendig, die Frage der „Meinugsfreiheit“ wird davon übehaupt nicht berührt. Meinungsfreiheit zu respektieren bedeutet eben nicht, dass ich Scheiße nicht mehr Scheiße nennen und vor pi-news etc. nicht warnen dürfte. Die offene Gesellschaft ist sogar zwingend angewiesen auf politische Diskussion und aktiven Meinungsstreit, und das betrifft durchaus auch den privaten Bekanntenkreis: es ist meiner Meinug nach sogar deine „staatsbürgerliche Pflicht“ ;-) , in deinen Augen falsche/gefährliche Meinungen eben nicht einfach nur achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen, sondern wo immer möglich argumentativ zu widerlegen.

  13. 13 Esra 24. Juli 2011 um 21:07 Uhr

    Schleierhaft, wieso die Inschutznahme Rechter Meinungen in beinahe allen angeblich reflektierten Konversionen über Sarrazin und seine breite Anhängerschafft reflexartig in Erscheinung tritt. Nach Meinungsfreiheit ausgerechnet da zu schreien, wo diese an den Haaren herbeigezogen ist, zeigt, dass die anführenden Hetzer und Menschenjäger es geschafft haben, eine Eigen-Viktimisierung und Stimmung der Tabuisierung und Zensur zu suggerieren.
    Hass, Menschenfeindlichkeit, Degradierung, Rassismen, Faschismen, eugenische Wertzuschreibung von Menschengruppen, all das und viel mehr fallen wohl nicht unter Meinungsfreiheit, sondern sollten ernstzunehmende Warnzeichen sein, worüber man sich inhaltlich kritisch über die Ursachen Gedanken machen sollte, ohne solche Äußerungen als freie Meinung zu würdigen. Ein Mindestmaß humanistischer Grundeinstellung, mindestens aber den bedingungslosen Respekt vor jedem Menschenleben, von einer jeden freien Meinung muss zu erwarten sein. Wenn das als Zensur diffamiert wird, sollte man sich über sein eigenes Weltbild Gedanken machen, ob es noch in das Zeitalter mit seinen Komplexitäten und Herausforderungen passt.

    Was hier aber so typisch ist, ist die rhetorische Vereinnahmung von Grundrechten für die eigene Ideologie, um eben jene Kritiker als Gutmenschen, Zensoren, Multikulturalisten auf dieselbe Stufe ihrer Hassobjekte zu stellen, dem gefährlichen muslimischen Fremdkörper samt seinen gutmenschelnden Helfern, und diese Gruppen sauber von der Gesellschaft abzutrennen. Das ist keine Meinung mehr, sondern eine neue menschenfeindliche Ideologie, die mit allen noch so diffusen rhetorischen Mitteln und Gedankenkomplexen arbeitet und den ideologisch zu bedienenden Feind mit übelsten Stereotypen, Generalisierungen und Denunziationen theoretisch so abarbeitet, dass notwendige politische Maßnahmen, Taten und Handlungen darauf folgen sollen. Und die sehen nicht freiheitlich, demokratisch, rechtsstaatlich aus, sondern höchst abartig (vgl. Oslo)…

    Islamkritik ist etwas ganz anderes, sollte auch nur von Kennern und Experten unternommen werden, wenn’s geht dann mit einer generellen Religionskritik,
    sonst landet man schnell auf einem sinkenden Schiff abgedrehter Idioten und kampfsüchtiger Hassprediger…

  14. 14 Lars Lorenz 24. Juli 2011 um 22:08 Uhr

    Andreas, Thomas Steinfeld auf sueddeusche.de übernimmt Deine Haupthese:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/norwegen-die-botschaft-des-attentaeters-mission-massenmord-1.1124157

    Breiviks geschäftliche, miltitärische und mediale Intelligenz oder Geschick wurden aber auch gestern schon auf welt.de hervorgehoben.

  15. 15 Paul 24. Juli 2011 um 22:34 Uhr

    @Esra: Ich danke Ihnen, was wäre die Welt ohne so brilliante Durchschauer wie Sie: Da meldet jemand in ein paar Zeilen Zweifel an der Hinzuziehung der „Sarrazinkeule“ an und schneller als derjenige auch nur ahnt ist er durchschaut: Er wird enttarnt mit großen Begriffen und er sitzt drin im Topf mit: „Hass, Menschenfeindlichkeit, Degradierung, Rassismen, Faschismen, eugenische Wertzuschreibung von Menschengruppen…“ … die humanistische Grundeinstellung ist davon und der Respekt vor Menschenleben war wahrscheinlich niemals da. Wie sonst kann man sonst so eklatant abweichen von der „richtigen“ Meinung. … noch ein paar schöne Schlagwörter wie: diffamieren, Vereinahmung, Hassobjekt, Ideologie, Hetzer, Menschenjäger,übel und gar abartig, ein wenig die Intelligenz absprechen und schon ist es fertig, das ideologisch „richtige“ Bild des Idioten und Hasspredigers. Genau diese brilliante Beurteilungsgabe und diese Offenheit gegenüber Menschen und ihren idiotischen anderen Meinungen, ist eine Grundvorraussetzung für einen wahrhaften Menschenfreund mit lupenreinen, richtigen Meinungen und wird die Akzeptanz unter den Menschen mit ihren Meinungen und Kulturen sicherlich voran bringen. Das hat die Geschichte ja gezeigt. Schließlich gibt es ja Menschen wie Sie, die uns genau sagen können was richtig und falsch ist und uns das häßliche Spiegelbild unseres wahren Gedankentums mit seinen tiefen Abgründen vor Augen halten können.
    Danke dafür!

  16. 16 fr450@gmx.de 24. Juli 2011 um 22:58 Uhr

    es ist ganz einfach, breiwik ist wirr , psyhopath, beknakt. Und wer schreibt breiwik ist nicht wirr der ist selbst wirr, und wer sich noch für intelligent bekennt weil er antworten für sein manifest bewürtet der ist dumm, hitler war bescheuert und breivik auch. genau kann ich sagen ich erschies jetz leute die für vegetarier sind, ist aber so. jeder Mensch ist ein mensch, jeder bruder ist ein bruder , jede schwester ist eine schwester überall. was hat er davon das er leute erschossen hat. das Gutte gewinnt sowieso am ende, weil wir alle brüder und schwester sind und menschen sind egal muslime , christen , kathalolike etc.. Und das man das noch begründen will mit irgenwelchen argumenten wie breivik das will, das ist nur ein scheiss.

  17. 17 Andreas 24. Juli 2011 um 23:20 Uhr

    @fr45 Das Breivik ein Psychopath ist, will ich nicht in Abrede stellen. Aber es ist zu einfach, ihn einfach nur als Wirrkopf, als verwirrten Einzelgänger hinzustellen.

    @Rainer
    Esra hat vollständig Recht. Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. Wer Menschen in unterschiedlich wertvolle Gruppen einteilt und einfordert, dass die eine Gruppe mehr Geburten haben soll, weil ihre Kinder potentiell intelligenter sind, wer einfordert, dass nur Gruppen mit einem vermeintlich hohen IQ einreisen dürfen, der verbreitet eine Ideologie, die von einer unterschiedlichen Wertigkeit von Menschen ausgeht. Wenn man davon ausgeht, dass Menschen je nach Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich viel wert sind, dann bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, dafür zu sorgen, dass die wertvolleren Gruppen sich durchsetzen.

    Deshalb ist es nach Oslo wichtiger denn je, alle Menschen zur Rede zu stellen oder zu ächten, die versuchen, Menschen in essentiell unterschiedliche Gruppen aufzuspalten und zu bewerten.

  18. 18 Esra 24. Juli 2011 um 23:29 Uhr

    Tja, das Spiegelbild scheint, wehzutun. Es schmerzt leider, wenn man immer noch nicht begreifen kann, warum die sozialdarwinistische und rasssistische Reduktion von bestimmten Menschen auf ihre Gene und Ethnie etwas sehr Abscheuliches und Gefährliches ist und man in dieser Denke ein ungewollter Bruder im Geiste mit dem Täter von Oslo wird. So einfach funktionieren eben Meinungsbildungen doch nicht, wenn man gewissenlos und verantwortungslos denkt, alles was hypt und von Gleichen im Gleichen bejubelt wird, sei ungefährlich und Zeichen der verdienten Meinungsfreiheit.

    Freiheit ist nicht gleich Narrenfreiheit und wenn man damit nicht umgehen kann, muss man ihre Grenzen genau kennen lernen, sie hört exakt da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Und diese wurde bei der Sarrazin Debatte monströs in einem selbstbewussten territorial-instinktiven Popanz überschritten, indem eben jene Zielgruppe der nutzlosen, potenziell kriminellen Deutschlandabschaffer, Außenseiter, Nicht-Integralen zu gefährlichen und parasitär-gehandelten Zahlen erniedrigt wurde. Worüber hat man denn wie die Getriebenen die ganze schreckliche Zeit geredet? Hat man etwa nicht stillschweigend ganze Menschengruppen zu nutzlosen und zersetzenden Objekten degradiert, stigmatisiert und nicht mit ihnen geredet sondern gegen sie gehetzt? War das etwa keine eskalierte Geisterdebatte, die nicht Inhalte zum Gegenstand hatte, sondern Feindbilder. Man muss schon betroffen, blind und naiv sein, die klaren Tendenzen zur angeheizten Hemmungslosigkeit gegen Muslime, Arbeitslose, Arme, Ausgegrenzte, Schwache nicht zu bemerken. Das ist eine gewachsene Ideologie mit Methode, wer immer noch von Meinungsfreiheit schwadroniert, bedient sich eben jener zugehörigen ideologischen Komponente.

  19. 19 Klaus Brehm 24. Juli 2011 um 23:54 Uhr

    Wie viele solcher kranken Hirne laufen in der Welt umher?Erschreckend,grauenhaft.Dieser paranoide Massenmoerder ist ein Fall fuer Psychiater.Wenn ich das hoere,dass die Hoechststrafe 21 jahre sei?Der darf nie mehr raus!Aus!

  20. 20 Paul 25. Juli 2011 um 0:13 Uhr

    @Esra: Leider haben Sie gar nichts verstanden von meinem Beitrag. Ich habe nicht von Ihrer Meinung geredet und auch nicht meine zu dem Thema aufgezeigt. Ich habe allein von Ihrem geistigen Totschlag geredet. Wen glauben Sie können Sie erreichen mit Ihrer Wortwahl? Meiner Meinung nach niemanden! Den Andersdenkenden zu beleidigen, ihn herab zu setzen und geistig totzuschlagen, war noch nie ein erfolgreicher Weg Menschen umzustimmen. Sie reden von Freiheit haben diese aber noch nicht verstanden. Sie schwadronieren arrogant mit großen Worten ohne ein wirkliches Interesse für die Meinung Ihres Gegenübers, sonst hätten Sie bemerkt, dass ich meine Meinung zu Sarrazin und Co. nicht geäußert habe. Auch jetzt noch nicht.

  21. 21 Esra 25. Juli 2011 um 1:52 Uhr

    @Paul, bemühen Sie sich bitte nicht, ich habe schon sehr gut verstanden. Das Thema lautet doch Sarrazin? Sein laut bejubelter Bestseller „Deutschland schafft sich ab“, richtig? Und die inhaltliche Beziehung und Ähnlichkeit von solch bejubelten Ansichten Sarrazins zum Gedankengut des Massenmörders aus Norwegen, nicht?

    Um Ihre oder meine Meinung geht es augenblicklich gar nicht, sondern um einen gesellschaftlichen Reflex, den wir hier stellvertretend rekonstruieren. Sie werfen der verdienten Verurteilung von sozialdarwinistischen Gedankengängen generell eine Freiheitsberaubung vor, sprechen mir unterschwellig eine übergeordnete pädagogische Aufgabe zu (in der Art der argumentativ-aufgebauten Überzeugung von verführten Fehlgeleiteten?); sie bleiben dabei hartnäckig in der Verzerrung von jenen politisch inkorrekten Diskursen, in denen eben Probleme als Verschulden der „Gutmenschen“, „totalitären Linksterroristen“, „Politisch Korrekten“ usw. karikiert werden; wo jegliches Aufzeigen der sozialen und ideologischen Gefahren von Rassismen als Tabus und Zensur hysterisch in der Luft zerrissen wird.

    Die bösen Islamisten-Diener und selbsthassenden, linken Gutmenschen seien dann besserwisserisch, arrogant, freiheitsfeindlich, gutmenschlich, gedankenpolizeilich, nicht argumentativ, usw.. Das ist eben jene Rhetorik und Methodik, die sich die Neue Rechte Ideologie zurecht geschustert hat, hinter dem Deckmantel der Demokratie und ihrer Grundrechte, werden Tabus, wo es nie welche gab, aufgebaut, um sie selbst wieder zu brechen. Fremdenfeindlichkeit, gesellschaftliches Nach-Unten-Treten, die Ideologisierung von demographischen Entwicklungen usw. waren noch nie tabuisiert, sondern gehörten immer – mal offen, mal getarnt – zur tolerierten Grundhaltung dieser Gesellschaft, die eben immer schon ein riesengroßes Problem mit Fremden, Schwachen und Verlierern hatte und diese Menschengruppen eigentlich abgrundtief verachtet. Diese unspektakuläre Gesellschaftskritik sollte wirklich nicht schockieren. Wer diese Gesellschaftskritik nicht verkraften kann und diese als Beleidigung an das völkische Denken auffasst, geht eben weiter auf PI News, Ulfkotte, Broder, Kelek und saugt sich zur völkischen Selbstbestätigung apokalyptische Thesen auf, und bestärkt sich im Glauben an das Ende der eigenen höherwertigen Rasse und die unaufhaltbare Islamisierung der ganzen Welt.

    Es ist absurd, die ideologische Schiene zu verleugnen, die Sarrazin fährt. Es bleiben weitgehend das rechte, rassistische Menschen- und Weltbild, das eine jahrhundertelange Tradition mit auch den Folgeerscheinungen des Nationalsozialismus‘ besitzt. Da hilft auch ein Neuversuch im neuen Gewand herzlich wenig. Auch dann nicht, wenn man solche direkten Feststellungen dann mit der politisch inkorrekten Rhetorik von wegen Meinungsterror usw. entgegnet. Rassismus ist Rassismus und bleibt auch Rassismus, da mögen noch so intelligente Zahlenspiele, gesellschaftliche Probleme beschreiben…

  22. 22 Marius Octavius 25. Juli 2011 um 1:53 Uhr

    Esra, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Exakt diese Dinge müssen wir den Paulis dieser Welt klar machen. Tag für Tag, immer und immer wieder, die vergessen gerne mal, was kluge Köpfe schon vor über 200 Jahren wussten und allgemein verständlich formuliert haben.

  23. 23 fwt 25. Juli 2011 um 4:29 Uhr

    Müssen sich nun alle die jemals irgendwelche Thesen vertreten haben, die Breivik für korrekt hielt, für diesen Massenmord verantworten?
    Es wäre ähnlich absurd, Marx für alle Opfer des Stalinismus verantwortlich zu machen.
    Das ist reichlich perfide und disqualifiziert sie ebenso wie die Rechtspopulisten vom Diskurs.

  24. 24 Elvis 25. Juli 2011 um 6:31 Uhr

    @Esra: Das, was mir hier weiterhin ein ungutes Gefühl bereitet ist die offensichtliche Tatsache, dass die oben gemachten Äußerungen darauf hindeuten, dass man über gewisse Dinge nicht einmal nachdenken dürfe, bzw. bevor ein solcher Prozess sich überhaupt vollziehen darf, bereits von der Front der progressiven Kräfte attackiert werden müsse. Und ich rede hier nicht von volksdämlichen Patrioten, die es sich wie geistige Föten in der intellektuellen Regression, die solche Seiten wie PI bieten, gemütlich machen. Ich möchte hier eher auf Menschen hinweisen, die versuchen für sich selbst zu denken. Dass Sarrazins Thesen alles andere als harmlos sind, darüber müssen wir bestimmt nicht streiten. Ich habe auch kein Problem damit, dass bestimmte Meinungen als richtig(er) oder falsch(er) offenbart werden in Abgrenzung zu anderen. Das ist in einem Erkenntnisprozess sogar notwendig. Und dass, wo man meint zu erkennen, dass ein gewisses System oder Kalkül dahinter steckt, man in die Offensive geht – keine Frage. Aber dieses militante Über-einen-Kamm-scheren, das hier stattfindet, kommt eben auch sehr nah an den Argumentationsstil rechtspopulistischer Meinungsmache ran. <- Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen gerade dieser Satz die Nackenhaare aufstellt. Und das zu recht. Denn das vermeintliche Wiedererkennen eines Aspektes einer gewissen Argumentationslinie in einer anderen ist noch kein Beweis, ja nicht einmal ein triftiges Indiz für deren wesentliche Übereinstimmung.

    Darüber hinaus scheint es Ihnen schwer zu fallen, Ihre exemplarischen Darstellungen eines gesellschaftlichen Reflexes, wie sie ihn hier beschreiben, klar von persönlichen Angriffen gegen andere Teilnehmende dieses Forums zu trennen.

    Falls dieser Induktionsschluss aber Ihre Absicht sein sollte, müssen Sie sich Kommenmtare, die auf einer solchen „Verwechslung“ aufbauen, gefallen lassen. Ich bezweifle allerdings, dass eine solche Richtung besonders fruchtbar sein kann.

  25. 25 tauss 25. Juli 2011 um 10:49 Uhr

    Wilders, Sarrazin und Broder – Vergleiche etc. sind nicht abwegig. Ganz im Gegenteil. Diese Leute und ihre publizistischen Hilfstruppen bei BILD und Spiegel sind die geistigen Wegbereiter für Leute, denen es dann nicht mehr genügt, „nur“ gegen vermeintliche und tatsächliche „Bedrohungen“ wie die „Islamisierung“ anzuschreiben. Ganz nebenbei: Dem rechtsradikalen Terror fielen in Deutschland – auch ohne das Oktoberfestattentat aus 1980 – seither mehr Menschen zum Oper als jetzt in Norwegen.

  26. 26 Andreas 25. Juli 2011 um 10:59 Uhr

    @fwt

    Es wäre ähnlich absurd, Marx für alle Opfer des Stalinismus verantwortlich zu machen.

    Der Unterschied ist, dass Marx die Menschen nicht biologistisch in unterschiedliche Gruppen eingeteilt hat.
    Wenn davon ausgegangen wird, dass Menschen biologisch unterschiedlich und essentiell-unveränderlich „wertvoll“ für die Gesellschaft sind, dann bieten sich nicht Lösungen an, die auf Aufklärung und Veränderung basieren, da ja noch so viel Aufklärung gar nichts ändern kann, wenn die Unterschiede in der Biologie liegen.
    Biologistische Ansätze implizieren biologistische Lösungen: Eugenik, Euthanasie, Völkermord.

  27. 27 Elvis 25. Juli 2011 um 12:10 Uhr

    @fx: Und du bist wahrhaft der Überzeugung, das Verbot von bestimmten Äußerungen wird die dahinterstehenden Gedankengänge eindämmen?
    Ich bin genau wie du dafür, Scheiße beim Namen zu nennen. Aber es wäre schön, dabei einigermaßen sachlich zu bleiben und nicht gleich mit Untergangszenarien und Barbareidystopien à la Euthanasie und Völkermord darauf zu antworten. Menschen werden nicht schlauer dadurch, dass man sie mit allen Mitteln bekämpft. Ganz im Gegenteil. Die Fronten verhärten sich eher. Siehe „Krieg gegen den Terror“, „Krieg gegen Drogen“ etc. Zur allseits bekannten „Islamophobie“ gesellt sich vielleicht demnächst die „Regressophobie“ o.ä. Ich würde gern versuchen, eine Diskussion über Ethik zu führen, habe aber das Gefühl, dass dies aufgrund der hypersensiblen Detektoren mancher Mitmenschen nur noch auf bestimmten Pfaden möglich ist, die am Wegesrand mit großen „Nicht auf den islamophoben, homophoben, faschistoiden… Rasen treten“ gesäumt sind. Denn wer verdächtige Laute von sich gibt, wird sofort rhetorisch geteert, gefedert und ins entgegengesetzte ideologische Lager verbannt.

    Nebenbei bemerkt kann ich mir auch nur mit diesem Prinzip erklären, was der ironische emoticon hinter dem von dir verwendeten Begriff „staatsbürgerliche Pflicht“ bedeuten soll. Ich nehme nicht an, dass du in solchen Kategorien denkst und finde es symptomatisch, wie du damit augenscheinlich versuchst, meinen Beitrag in die Ecke kleinbürgerlicher Seichtigkeit zu stellen.

    Ich verstehe durchaus das Bedürfnis nach klarerer Trennung und Kennzeichnung ideologischer Inhalte in einem hochkomplexen machtdurchsetzten Raum. Wir wollen verdammt nochmal wissen und offenlegen womit wir es zu tun haben. Aber dieses Bedürfnis nach Ordnung drängt m.E. oft zu schnell auf Lösung der intellektuellen Spannung. Und das eben u.a. auf Kosten konstruktiver Debatten und auch menschlicher Beziehungen („Da hat mal einer sowas in der Art gesagt, da hab ich sofort den Kontakt abgebrochen“). Das ist eben auch Scheiße.

  28. 28 Esra 25. Juli 2011 um 12:27 Uhr

    @Elvis,

    ich kann mich dahingehend nur wiederholen. Es gehört eben zur etablierten Rhetorik und Methodik der Neuen Rechten, die notwendige Benennung von Rassismen als solche zu diskreditieren und eben selbst die einfache Analyse von den abgesonderten Menschenfeindlichkeiten als linken Meinungsterror zu unterbinden. Wie ein Ritual, wird jede Kritik gebetsmühlenartig in diese Ecke gestellt. Es gehört eben auch dazu, eben jene Kritiker zu Verursachern zu erklären und eine gesellschaftliche Segregation zu manifestieren. Die Erkennung von sozialen Problemen schreibt man sich auf Fahnen und behauptet so als Einzige um die Belange des Volkes besorgt zu sein. Und alle, die wagen die komischen Botschaften zu kritisieren, gehören eben zu den gefährlichen Zersetzern, Verursachern, Schädlingen…

    So neu – wie behauptet – ist die Ideologie der Neuen (Bürgerlichen) Rechte nicht, und es ist kein Meisterstück, sich gedanklich in menschenfeindlichen und rassistischen Wahnvorstellungen zu verlieren. Wenn man gleichzeitig nichts mit den Verbrechen des Faschismus zu tun haben will, ist man im Dilemma gefangen und sollte eben in der Lage sein, zu Ende zu denken. Wie Andreas ja auch darauf hingewiesen hat, endet die biologistische Schiene zwangsläufig in Menschenzucht und Genoizd!

  29. 29 Andreas 25. Juli 2011 um 15:08 Uhr

    Was sind die Quellen von Breivik.

    Ich habe in Wikia – analog zu Guttenplag – eine Seite eröffnet, wo analysiert werden kann, von wem Breivik sein Manifest kapitelweise abgekupfert hat:

    BreivikPlag

  30. 30 Andreas 25. Juli 2011 um 16:30 Uhr

    Falls Ihr die Idee auch gut findet, die Absätze offen zu legen, aus denen Breivik abgeschrieben hat, dann unterstützt doch bitte die Idee und helft mit, die Quellen ausfindig zu machen:

    Die Quellen von Breiviks Manifest

  31. 31 Ex-RiotGrrrl 25. Juli 2011 um 17:18 Uhr

    Zitat Esra:

    „Die Erkennung von sozialen Problemen schreibt man sich auf Fahnen und behauptet so als Einzige um die Belange des Volkes besorgt zu sein. Und alle, die wagen die komischen Botschaften zu kritisieren, gehören eben zu den gefährlichen Zersetzern, Verursachern, Schädlingen…“

    Und ebenso trifft diese hier zitierte Einschätzung der Rechtspopulisten auch auf dich selbst zu. Irgendwie scheinen außer dir alle anderen Menschen dieser Gesellschaft nur ihren fehlgeleiteten Konstrukten anzuhängen. Ich lese bei dir trotz der auch von dir festgestellten „komplexen Postmoderne“ nur fertige, also abgeschlossene Antworten (und keine Diskussionsbeiträge) heraus, wenig kaschierte Verachtung für alle, die nicht exakt auf deiner Linie sind und ein unglaublich simples schwarz-weiß Denken: Wer nicht an erster Front in der Antifa rumturnt oder deren Verhaltens- und Argumentations nachbetet, scheint automatisch ein für Oslo mitverantwortlicher Fascho zu sein. Anders kann ich z.B. dein folgendes Zitat nicht verstehen:

    „Wer diese Gesellschaftskritik nicht verkraften kann und diese als Beleidigung an das völkische Denken auffasst, geht eben weiter auf PI News, Ulfkotte, Broder, Kelek und saugt sich zur völkischen Selbstbestätigung apokalyptische Thesen auf, und bestärkt sich im Glauben an das Ende der eigenen höherwertigen Rasse und die unaufhaltbare Islamisierung der ganzen Welt.“

    Gibt es wirklich in diesem Land nur solche Leute, die die von dir vorgetragene „Gesellschaftskritik“ 1 zu 1 befürworten und solche, die sich im Spektrum Sarrazin bis Nazi aufhalten ?

    Einfach mal drüber nachdenken und nicht wieder in die abwehrenden Reflexe verfallen, die du nur bei anderen erkennst. Vielleicht hilft es ja, deine Argumentation in Zukunft auch für eine gesellschaftlich breitere Diskussion etwas durchschlagkräftiger zu machen und nicht nur bei Gleichgesinnten Applaus zu ernten…

  32. 32 Irene 25. Juli 2011 um 17:40 Uhr

    Als ich bereits Freitag Nacht darauf hinwies, dass der Täter von Oslo die Jugendlichen erschoss, weil er damit eine politische Strategie verfolgte, nämlich die vermeintliche Ursache für eine „Islamisierung“ durch einen Angriff auf den „Kulturmarxismus“ und insbesondere auf die linke Jugend, die „Stoltenberg Jugend“ zu stoppen, wurde mir in meinem Blog „Pietätlosigkeit“ vorgeworfen. In den Medien ist jetzt zu hören, dass Breivik ein „wirres“ Geständnis abgelegt habe.

    Das widerspricht sich doch nicht. Man kann auch ideologisch und wirr sein. Siehe auch dieser SpOn-Artikel:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,776466,00.html

  33. 33 Manuel 25. Juli 2011 um 18:38 Uhr

    Hass erzeugt Hass. Nun lasst doch mal die gegenseitigen Schuldzuweisungen:

    http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/wer-hass-saet-kann-seinen-fruechten-beim-wachsen-zuschauen

  34. 34 Esra 25. Juli 2011 um 19:05 Uhr

    @Ex-RiotGrrrl

    „Gibt es wirklich in diesem Land nur solche Leute, die die von dir vorgetragene „Gesellschaftskritik“ 1 zu 1 befürworten und solche, die sich im Spektrum Sarrazin bis Nazi aufhalten ? “

    Es gibt sehr viele nette und liebenswürdige Menschen auf diesem Planeten, keine Frage! Aber um die gesellschaftlichen Diskurse nachzuzeichnen, geht es weniger um genetisch angeborene Merkmale, sondern um Tendenzen, Inhalte und Meinungsbilder. Ich habe bisher kein Menschen- und Weltbild geäußert, sondern Kritik geübt. Von daher kann es gar nicht sein, dass ich von meinem Gegenüber verlange, nichts außer meiner Meinung zu sein. Im Eigentlichen ist sogar eher das genaue Gegenteil der Fall, vor allem andere Meinungen, Gesinnungen und Ideen finde ich viel interessanter, als das was mir sowieso ständig im Kopf schlummert, zu konservieren. Soviel zu deinem Antifa-Vorwurf, womit Du völlig daneben getroffen hast. Aber egal. Zum Thema für Dich nochmals, weil ich Dir rate, die Realität nicht zu verdrängen, sondern dich ihr zu stellen. „Deutschland schafft sich ab“ wurde ein Bestseller. Fremdenfeindlichkeit war und ist immer noch ein gesellschaftliches Problem. Daher war der Erfolg kein Zufall. Der unsägliche Jargon PI-News ist längst in der Mitte angekommen und genießt besonderen Sprachschutz. Wer regelmäßig Zeitungsartikel samt ihrer Leserkommentaren liest, weiß, dass die Neue Rechte Ideologie mit ihrer Islam- und Migrantenhetze sehr erfolgreich in die breite Masse gewirkt hat… Und wenn du das anders siehst, ist das deine freie Meinung, die ich nicht ändern kann und ehrlich gesagt auch nicht ändern will. Jeder ist selbstverantwortlich für das, was er tut und denkt.

    Daher gebe ich Dir deine sehr trefflichen Worte des Nachdenkens gerne zurück!

    „Einfach mal drüber nachdenken eine gesellschaftlich breitere Diskussion etwas durchschlagkräftiger zu machen und nicht nur bei Gleichgesinnten Applaus zu ernten… “

    Gerade Sarrazins Meinungsbilder zu zitieren und für unantastbar zu erklären, garantiert eben diesen von Dir genannten, lautstarken, tobenden Applaus, und darauf verzichte ich gerne… Danke!

  35. 35 Elvis 25. Juli 2011 um 19:26 Uhr

    @Esra: Randbemerkung:

    „Es gibt sehr viele nette und liebenswürdige Menschen auf diesem Planeten, keine Frage! Aber um die gesellschaftlichen Diskurse nachzuzeichnen, geht es weniger um genetisch angeborene Merkmale, sondern um Tendenzen, Inhalte und Meinungsbilder.“

    Wow. Nettigkeit und Liebenswürdigkeit sind also angeborene Merkmale? Vielleicht solltest du versuchen, ein bisschen deinen Argumentationsschwall im Zaum zu halten. Das ist es, was ich mit sachlich meine. Ich glaube kaum, dass du diese Aussage wirklich vertreten kannst.

  36. 36 Esra 25. Juli 2011 um 19:43 Uhr

    @Elvis

    das bezog sich nicht auf den ersten Satz, sondern generell auf die Sarrazin-Debatte, es hätte dort auch einfach „Menschen“ stehen können. Getreu dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar“…

  37. 37 Elvis 25. Juli 2011 um 19:56 Uhr

    @Esra: Sorry. Hab die Verwechslung erst bemerkt, als der Beitrag schon gepostet war. Hätte mich auch sehr verwundert…

  38. 38 Elvis 25. Juli 2011 um 21:51 Uhr

    @Esra:

    Sorry. Hab ich auch bemerkt, aber erst als mein Beitrag schon gepostet war. Hätte mich auch arg gewundert.

  39. 39 Lars Lorenz 25. Juli 2011 um 22:18 Uhr

    Sogar der ZDF-Chef-Redakteur sah sich heute nicht nur zu einer Stellungnahme zum Weltbild von Breivik genötigt. Er erwähnte ihn in seiner Verteidigung und Abgrenzung des Christentums, wenn nicht im gleichen Atemzug so doch im nächsten Satz zusammen mit dem Kreuzzügler Bush.
    ‚Und jeder Täter ist Teil und Symptom einer Gesellschaft, auch der junge Mann, der auf einer Insel in Norwegen ein Massaker an Kindern und Jugendlichen angerichtet hat, als wollte er die Wahrheit leugnen, dass niemand allein auf einer Insel lebt.‘ steht auch heute in einem Artikel im Tagesspiegel. Sicher, Breiviks Ideologie schafft viele Anknnüpfungspunke zu dem auf erstarkenden Rechtspopuismus auf dem euopäischen Kontinent. Seine strategische-militärische Intelligenz und Mordlust, geübt in den weit verbreiteten, militärstrategischen Computerspielen mag ebenfalls für solcherlei wölfische ‚Heldenhaftigkeit‘ anfällige Personen ansprechen. Die traurige, seit mehr als einem Jahrzehnt auch auf diesen Kontinent gültige und schreckliche Wahrheit aber ist, dass die massenmorde Gewalt allein schon für sich genug Faszination ausübt um ebenso skrupellose Nachahmer zu finden, wie u.a. die Amokläufe in diversen Schulen zeigten. Es gibt also eine Kette von Gründen für die Zukunft noch Schreckliches zu befürchten und gar die verbreitete Angst davor kann noch manchen anstacheln, sie mit mörderischen Machtgelüsten zu beantworten.

  40. 40 kukuk 26. Juli 2011 um 0:41 Uhr

    Irgendwie amüsant, wie diese angebliche „neue rechte“ die Kritische Theorie konsequent falsch versteht und verdreht.
    Alleine schon Willhelm Reich als „Mitglied“ der Frankfurter Schule zu bezeichnen, zeugt davon wie sich dieser Herr Brevik einfach nur Halbwissen aus schlechten Internetartikeln zusammenkopiert hat. Der Junge hat in vielen Fällen einfach mal keine Ahnung wovon er redet.

  41. 41 Andreas 27. Juli 2011 um 13:28 Uhr
  42. 42 Farian Motkla 27. Juli 2011 um 20:22 Uhr

    Lassen sich H.M. Broder-Zitate mit denen von Breivik verwechseln? Das legt Christian Bommarius in der fr-online nahe, will Broder aber nicht als geistigen Brandstifter sehen sondern nur als ‚Entrebillet für agressiven Antiislamismus‘:
    http://www.fr-online.de/politik/meinung/breivik-und-broder/-/1472602/8719080/-/

  43. 43 Andreas 28. Juli 2011 um 16:05 Uhr
  44. 44 Irene 29. Juli 2011 um 10:25 Uhr

    Anscheinend ist das 1500-Seiten-Manifest ideologisch recht heterogen, und man kann sich womöglich rauspflücken, was ins eigene Weltbild passt und man immer schon gewusst hat.

    Mal was anderes: http://lizaswelt.net/2011/07/28/paranoia-mit-parellelen/

  45. 45 Andreas 29. Juli 2011 um 11:01 Uhr

    @ Irene

    Da widerspreche ich sehr entschieden. Das Manifest ist sehr homogen. Es ist zusammengestückelt aus etlichen Blog- und Interneteinträgen, aber das ist die Leistung, die Breivik vollbracht hat, denn diese Beiträge bilden ein in sich stimmendes Weltbild ab. Daher hat es bislang von den Ganzen dort aufgelisteten Personen auch nur Abgrenzungen zur Tat gegeben, aber keine inhaltlichen Abgrenzungen. Es wäre doch ein Leichtes, sich auch inhaltlich zu distanzieren, wenn Breivik ein wirres Manifest geschrieben hätte mit lauter nicht zueinander passenden Beiträgen. Aber von der Kritik an den „Kulturmarxisten“ über Anti-68, Anti-Feminismus, Anti-Politicall-Correctness, Islamfeindlichkeit, demografiezentrierter Argumentationsfigur, scheint es einen breiten Konsens zu geben.

    Ich möchte auch dich dazu aufrufen, hier mitzuarbeiten, um die Quellen von Breiviks Manifest „2083″ ausfindig zu machen.

  46. 46 Andreas 29. Juli 2011 um 13:04 Uhr

    Französische und italienische Neo-Faschisten verteidigen Breivik: French neo-fascist officials endorse Norway atrocities

  47. 47 Irene 29. Juli 2011 um 14:21 Uhr

    Daher hat es bislang von den Ganzen dort aufgelisteten Personen auch nur Abgrenzungen zur Tat gegeben, aber keine inhaltlichen Abgrenzungen. Es wäre doch ein Leichtes, sich auch inhaltlich zu distanzieren, wenn Breivik ein wirres Manifest geschrieben hätte mit lauter nicht zueinander passenden Beiträgen.

    Ich verstehe jetzt nicht ganz, wie Du den zweiten Satz meinst?

    Ich habe gerade eben diesen Artikel gelesen, wie die Debatte in den Niederlanden läuft (etwas anders als hier anscheinend):
    http://www.taz.de/Niederlaendische-Rechte-und-die-Taten-von-Oslo/!75272/

    Wenn sich Wilders von dem „gewalttätigen und kranken Geist“ des Attentäters distanziert, schließt das für mich das Manifest mehr oder weniger mit ein. Wobei ich nebenbei davon ausgehe, dass es kaum jemand komplett gelesen hat.

  48. 48 Andreas 29. Juli 2011 um 14:39 Uhr

    Hallo Irene,

    Wilders distanziert sich eben nicht von der Ideologie Breiviks, er macht keine Unterschiede in der Ideologie deutlich, wie es von ihm gefordert wurde. Wenn er vom „gewalttätigen und kranken Geist“ Breiviks spricht, dann meint er damit, dass Breivik ein „Psychopath“ sei. Vom „kranken Geist“ zu sprechen, lenkt von seinem Manifest ab. Wilders macht keine inhaltichen Unterschiede deutlich. Er distanziert sich nicht von Breiviks Ideologie.

  49. 49 Irene 29. Juli 2011 um 14:50 Uhr

    Okay, jetzt verstehe ich was Du meinst.

  50. 50 Irene 29. Juli 2011 um 22:29 Uhr

    Noch was zur derzeit gängigen Brandstifter-Argumentation:

    Diese Position findet sich auf breit frequentierten Blogs wie „Political Incorrect“. Nur die Praxis unterscheidet sich.

    Das „nur“ ist ja der wesentliche Punkt.

    Beim Mord an Pim Fortuyn (weil mir der gerade einfällt) unterschied auch „nur“ die Praxis zwischen der radikalen Stimmung unter manchen Tierrechtlern und dem Mord. Soll man jetzt Leute wie Peta-Aktivisten als geistige Brandstifter bezeichnen? (Vielleicht ungefähr so: „Wer Schweinehaltung mit KZs vergleicht, bereitet den Boden für…“)

    Noch ein interessantes Detail: Henryk Broder sagte mal sinngemäß in einer Fernsehsendung (weiß nicht mehr in welcher), dass beim Kommunismus nicht zählt, wie Marx und Bebel ihn gemeint hatten, sondern das, was dabei rauskam.

    Auch wenn man in dem Vergleich diverse Schwachstellen finden kann – Broder an seinen eigenen Maßstäben zu messen kann ja nicht schaden.

    ----------------------

    Auch interessant: http://www.taz.de/Debatte-um-Islamkritik/!75317/

  51. 51 Argon 30. Juli 2011 um 0:09 Uhr

    Die Debatte um die Identität der Ideologie von Breivik, PI, Sarrazin & Co. geht ein wenig in die falsche Richtung. Wichtig ist eben nicht nur, dass die Positionen identisch sind, sondern der Inhalt: die Ideologie der „Islamkritiker“ hat gewalttätige Angriffe und Terrorakte gegen die „islamischen Zivilbesatzer“ und die „Multikultimafia“ als logische Konsequenz. Nimmt jemand PI-Linie vollkommen ernst, sind Massaker an Migranten und „linksgrünen Faschisten“ als „Notwehr“ im „Genozid an Deutschen“ der erforderliche nächste Schritt. Dass die Attacken auf Linke und Migranten in Deutschland sich bisher auf Brandanschläge und einzelne Mordversuche beschränken, hat u.a. damit zu tun, dass die Mehrheit der „Islamkritiker“ solche Attacken nur begehen würde, wenn es aus einem größeren Mob heraus geschieht, in dem sich die Täter relativ sicher fühlen, und bisher auf Signale von Politik und Medien wartet, dass Pogrome nicht verfolgt werden. Die Situation ist vergleichbar mit der kurz vor den Pogromen und Bandanschlägen auf Asylunterkünfte in den 90ern, nur heute m.E. noch gefährlicher und aufgehetzter. Wenn ähnliches Auftritt, also z.B. ein Bürgermob tagelang eine Moschee belagert und niederbrennt, ohne dass die Polizei eingreift, könnte das zu einer Initialzündung einer Kette von Massakern werden.

  52. 52 Irene 30. Juli 2011 um 1:30 Uhr

    Argon, Du scheinst ja leidenschaftlich gern den Teufel an die Wand zu malen. Ich glaub, Du hast das Zeug dazu, eine Art PI-Blog für paranoide Linke zu schreiben ;-)

  53. 53 Irene 30. Juli 2011 um 1:37 Uhr

    Ich habe mir übrigens vorhin das Pamphlet runtergeladen und bisschen gestöbert. Fundstück:

    An alliance with the Jihadists might prove beneficial to both parties but will simply be too dangerous (and might prove to be ideologically counter-productive).
    We both share one common goal. They want control over their own countries in the Middle East and we want control of our own countries in Western Europe. A future cultural conservative European regime will deport all Muslims from Europe and isolate the Muslim world. As a result, the Islamists will gain the necessary momentum to retake power in several countries: Egypt, Saudi Arabia, Turkey, Jordan, Syria, Yemen, Oman, Algeria, Morocco and a few others.

    The Jihadists know this very well. An Islamic Caliphate is a useful enemy to all Europeans as it will ensure European unity under Christian cultural conservative leadership.

    Ein Islamgegner also, der mit Jihadisten zusammenarbeiten will, wenn eine Win-Win-Situation drin ist – also Europa kulturell homogen wird und der Islam ein Kalfiat schafft. Wenn das nicht wirr ist, ist es zumindest … äh … ausgefallen. Und erinnert mich mehr an den Hitler-Stalin-Pakt als an Henryk Broder.

    Die eingespielten Fronten passen nicht auf den Typ. Irgendwie scheint er die Welt für ein großes Strategiespiel zu halten.

    Ich bin dann mal auf die psychiatrische Diagnose gespannt.

  54. 54 Andreas 30. Juli 2011 um 1:37 Uhr

    Ich sehe es ähnlich wie Argon: Video zu Rostock Lichtenhagen 1992

  55. 55 Andreas 30. Juli 2011 um 1:56 Uhr

    Zugabe? Bitte bis zum Schluss anschauen: SPIEGEL TV Rostock Lichtenhagen 1992

  56. 56 Esra 30. Juli 2011 um 2:19 Uhr

    …lustig wär’s wirklich, wenn es nicht so ernst wäre. Argon hat nicht unrecht, das ist alles sehr realistisch und entspricht der gesellschaftlichen Forderung und Stimmung. Wer sich noch traut, sich heute in der hiesigen Gesellschaft als Moslem oder Multikulturalist auszugeben, ist definitiv in die Defensive gedrängt. Denn noch mehr Stigmatisierung und Diffamierung sind nicht möglich.
    Die kleinste gesellschaftliche Initialzündung würde – das schätze ich insofern genauso wie Argon ein – den sozialen Frieden sofort kippen. Sarrazins Gedankenlinie hat ja auch die (natürlich ausschließlich) „linksgesteuerte, islamistenfreundliche“ Politikerkaste in die Bredouille gebracht und das politische Versagen angeprangert, die absichtlich gegen den Willen des Volkes regiert habe und die ‚kranken Migranten und Schichten‘ mit Prämien, Kursen usw. gegen das ‚gesunde Volk‘ züchte. Die Ironie dabei, das alles geschah in der gleichzeitigen Abgrenzung zum Nationalsozialismus (Stichwort: Israelfreundlichkeit) aber Vertretung genau derselben Argumentationsketten und Meinungsbildern (Von Judengen bis Vererbung der Intelligenz). Von daher schließt sich der Kreis der neo-monokulturellen Zivilisationskämpfer im binären Weltbild, wo die erfolgreiche Propaganda nicht nur das Grundrecht auf freie Meinung ganz für sich vereinnahmen will, sondern sie ganz gezielt und erfolgreich Inhalte mit stillen Botschaften transportiert, um eben die Erkenntnisse in Taten umzusetzen. „Deutschland schafft sich ab“ als Titel heißt ja nichts anderes als eine große Bedrohung abzuwehren. Nicht?

    Ohne die gravierenden Widersprüche in den Meinungen zu erklären, soviel Energie in Hass, Abgrenzung zu investieren, ist bemerkenswert. Dass das Grundgesetz selbst gutmenschlich, multikulturell und im Grunde genau das Gegenteil von diesen totalitären menschenfeindlichen Absonderungen ist, spielt längst keine Rolle mehr.
    Da haben übrigens selbst die offen rechten Parteien nicht schlecht gestaunt, als sich soviel Sympathie für die national-völkische Rassenlehre aus dem Volk offenbarte. Damit haben selbst sie nicht gerechnet: Die unterdrückte Meinung von großen Teilen der Bevölkerung, die dank Sarrazin befreit wurde.
    Unmittelbar nach Sarrazin sah man in bürgerlich-linken Kreisen die beschämenden Tendenzen, sich auf die rechten Argumente überhaupt einzulassen. Schnell hieß es, die Türken, Kosovaren, Araber, weil Muslime, sind doch wirklich so und so. Ich kenne blabla… Da war klar, die linke Praxis in Deutschland ist leider eingeknickt, ohnmächtig und geknebelt und existiert nur in der Theorie. Viele haben dann leider auch noch eine Problemwahrnehmungskompetenz, die nicht mal bis zu den eigenen Füßen reicht.

  57. 57 Irene 30. Juli 2011 um 11:56 Uhr

    Andreas, Du musst mir nicht erzählen, dass es rassistische Gewalttaten gibt. Aber 1992 gab es diese Sorte Rechtspopulisten, von der wir jetzt reden, noch gar nicht. Und das Internet und seine Hetzer auch nicht.

  58. 58 Irene 30. Juli 2011 um 11:58 Uhr

    Der PI-Fan, den ich persönlich kenne, ist übrigens eindeutig passiv-aggressiv. Vielleicht erklärt das ein bisschen, warum in Österreich keine Mobs die Moscheen niederbrennen, obwohl die FPÖ in Umfragen stärkste Partei ist, auch unter Erstwählern.

  59. 59 Irene 30. Juli 2011 um 12:03 Uhr

    Und die Frau, die mir neulich erzählen wollte, dass Juden die Münchner Verlage kontrollieren („aus seriöser Quelle“), war sehr misstrauisch und angespannt. Falls sie in einem Jahr glauben sollte, dass der Mossad ihr Telefon abhört und die CIA für ihre Zahnschmerzen verantwortlich ist, wird mich das nicht sonderlich wundern. Bin schon mehr solchen Leuten begegnet.

  60. 60 Irene 30. Juli 2011 um 12:53 Uhr
  61. 61 Hansi 31. Juli 2011 um 14:43 Uhr

    sein „manifest“ ist sehr interessant, empfehle jedem es selbst zu lesen
    google: european declaration of independence scribd

  62. 62 Andreas 31. Juli 2011 um 15:21 Uhr

    Hier der Link zu der Seite des Manifests, wo versucht wird, die Quellen aufzudecken: Sozialeswiki „2083″

  63. 63 Oliver 31. Juli 2011 um 15:36 Uhr

    @Irene Brevik, Broder – Den Ersten kritisiert die ‚Welt‘,
    der zweite schreibt für sie.

    Eine heutige Übeschrift in der ‚Welt‘:
    Zitat:
    Anders Breivik sieht Europa im Krieg mit dem Islam

    Diese Woche H.M. Broder, der regelmäßig in der ‚Welt‘ schreibt, auf stern.de:
    Zitat:
    Im Übrigen bin ich kein Islamkritiker, sondern ein Kritiker der europäischen Appeasement-Politik gegenüber dem Islam.

    Der ‚Welt‘-Artikel fährt mit der Zwischenüberschrift fort:
    Zitat:
    Islam als totalitäre Bedrohung welthistorischen Ausmaßes

    Zwar könne man aus Breiviks Morden nicht schließen, „dass nun alle Europäer zu den Waffen greifen werden. Aber der Beginn ist vermutlich gemacht.“ Mannheimer schreibt seit Jahren Texte, die den Islam als totalitäre Bedrohung welthistorischen Ausmaßes charakterisieren.
    //

    Auch Broder setzt den Islam mit totalitärem Terror gleich:
    Zitat:
    «Islamophobie» dagegen ist kein Vorurteil und kein Ressentiment, es ist die Angst vor dem Islam, die so begründet ist wie die Angst vor Naturkatastrophen, nicht unbedingt durch eigene Erfahrung, aber durch den Augenschein. Es sind die Bilder von 9/11, von Madrid, London, Bali und Djerba. Es sind die Reden von Ajatollah Chomeini und die Auftritte von Machmud Achmadinedschad, die Programme der Hamas, der Hisbollah und der Muslimbruderschaft, die Videos der Selbstmordattentäter, die Steinigung von Frauen und das Aufhängen von Homosexuellen. Es ist die Fatwa gegen Salman Rushdie, und es sind die Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen, es ist die Behauptung, Islam bedeute «Frieden» und Dschihad «innere Anstrengung», während Islamisten und Dschihadisten das Gegenteil bezeugen.

  64. 64 Irene 31. Juli 2011 um 17:15 Uhr

    Oliver, ich weiß nicht, was Du mir jetzt sagen willst. Ich kenne die Welt und Broder, und verteidige seine Aussagen hier gar nicht. Aber Breivik ist nicht Broders verlängerter Arm in Oslo, sondern Breivik.

    Ich empfehle, mal bisschen über Psychopathen zu lesen für den Fall, dass Breivik tatsächlich einer ist. Psychopathen handeln nämlich kalt, und auf ihre Weise auch sehr rational, und sind normalerweise schuldfähig. Es könnte passen. Und wenn nicht, hat man doch einiges über 1 % der Bevölkerung gelernt. (Besonders diejenigen Linken, die glauben möchten, dass Macht nur von Staat und Kapital ausgeht und der Mensch ein leeres Gefäß ist, das man nur mit der richtigen Sozialisation auftanken muss.)

    Arte-Reportage: Ich bin ein Psychopath
    http://www.youtube.com/watch?v=iCaXUFJUSZo

  65. 65 Oliver 31. Juli 2011 um 18:23 Uhr

    @Irene

    Im II. Weltkrieg gab es, in erster Linie auf deutscher Seite, Soldaten, die ohne Befehl Taten, ähnlich denen von Breivik, vollbrachten. So gingen z.B. Einzelne ohne Befehl, nach dem ein russisches Dorf militärisch überrannt war, in die Hinterhöfe der Häuser und erschossen die noch lebenden Familienmitglieder des Hauses. Noch grausamer muß man sich die Massenerschießungen von Juden an den Stränden der Urkraine vorstellen. Das alles geschah in einem anderen Rahmen, einer anderen Großsituation: Es war Krieg. Und doch spielten sich diese Handlungen wiederum ohne Bedrohung der Mörder in diesen Situtationen ab. Niemand spricht hier von den Aktionen von Psychopathen. Teils waren es Familienväter, die drei Tage zuvor noch nie jemanden getötet hatten. Viele hatten sich vorher jahrelang eine ideologische Rechtfertigung für solche Taten einimpfen lassen. (Antisemitismus, Antikommunismus). – Bewußt wird zum Attentat in Norwegen gesagt, dass es soetwas seit dem II. Weltkrieg nicht erlebt hätte. Wurde also Norwegen von einem Heer von Psychopathen überfallen? (Die Rate läge hier dann näher an 100 als bei 1 %.) Oder da Massenmorde auch noch in heutigen Kriegen vollbracht werden, ohne für verrückt erklärt zu werden: Immunisiert die Soldatenuniform vor Pschopathologie?

  66. 66 Irene 31. Juli 2011 um 18:36 Uhr

    Du denkst also, es gibt generell keine Psychopathen?

  67. 67 Irene 31. Juli 2011 um 18:49 Uhr

    Falls Breivik ein Psychopath ist, würde mich anschließend interessieren, ob so jemand von Ideologien aufgestachelt werden kann. Oder ob er sie einfach benutzt, so wie sonst auch alles und jeder benutzt wird, um Macht zu spüren. Dann wären Broders Texte gewissermaßen mit der Polizeiuniform vergleichbar, die Breivik auch benutzt hat, um auf die Insel zu kommen.

  68. 68 Irene 31. Juli 2011 um 19:24 Uhr

    Oliver, Du scheinst zu glauben, dass Du nur mehr Infos auffahren musst, und am Ende sehe ich die Welt genauso wie Du. Das könnte aber ein rechthaberischer Irrtum sein.

    Ich habe übrigens nie behauptet, dass jeder Gewalttäter ein Psychopath ist, sondern dass Breivik möglicherweise einer sein könnte. Deshalb ist das, was Du über Kriegsverbrechen der netten Freunde und Nachbarn schreibst, gar kein Widerspruch zu dem, was ich schreibe, und es ist mir auch nicht neu.

    (Es wäre zum Teil ein Widerspruch zu dem Standard-Kommentar, den ich weiter oben verlinkt habe. Aber Links von Frauen, die die falsche Meinung haben, klickt man ja nicht an, wenn man selbst die richtige hat…)

    Ich bin dann mal raus hier und warte Breiviks eventuelle Diagnose ab und was sonst noch rauskommt.

  69. 69 Oliver 01. August 2011 um 11:29 Uhr

    MS-Lit-Verlag, Bischof Lehmann und die Islamhasser:
    http://www.heise.de/tp/blogs/6/150230

  70. 70 Oliver 05. August 2011 um 0:38 Uhr

    Ein protestantische Pfarrerin erläutert in einer Zeitung die „Rationalität“ Brevieks und meint, „dass das Massaker von Utøya unausweichlich und wohlbegründet sei“. Dafür bekommt sie auch Zustimmung:
    http://www.taz.de/Debatte-um-Pfarrerin-in-Daenemark/!75688/

  71. 71 Andreas 05. August 2011 um 9:42 Uhr

    Hallo Oliver, danke für den Hinweis. Das ist unglaublich. Vor allem, dass sich die Kirche nicht sofort davon distanziert. Die evangelische Pfarrerin sollte sich an ihren Kollegen Martin Niemöller erinnern:

    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

    Breivik ist extremer Antifeminist, wünscht sich die Vereinigung von katholischer und evangelischer Kirche und die Zurückdrängung der Emanzipation in den Zustand der 1950er Jahre. Die im Zuge des Feminismus entstandene Frauenordination in den prostestantischen Kirchen wäre sehr schnell wieder weg, wenn der Neokonservativismus sich durchsetzt.
    Davon abgesehen ist es einfach nur grausam und menschenverachtend, dass Massaker als wohlbegründet zu bezeichnen.

  72. 72 Andreas 05. August 2011 um 12:11 Uhr

    Hier noch ein guter Kommentar zu Breivik von Ute Scheub in der taz: Krieger wider die Gleichheit

  73. 73 Lars Lorenz 05. August 2011 um 17:27 Uhr

    @ Andreas
    Auch die Polizei scheint derzeit die Gefahr weiterer, solcher Anschläge ernst zu nehmen. So hatten bei der Begleitung (Schutz) einer Demonstration gegen Rechtspopulismus in Berlin alle Polizisten und Polizistinnen eine Schutzweste an. Das war bei der gleichzeitig stattfindenden Demonstration der Rechtspopulisten nicht der Fall.

  74. 74 Irene 06. August 2011 um 16:18 Uhr

    Eine gute Abwägung in der Jungle World:
    http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43735.html

  75. 75 Oliver 08. August 2011 um 0:43 Uhr

    @Irene

    „Auch wenn man Broder für vieles, was er schreibt, und dafür, wie er es schreibt, dankbar sein muss, auch wenn er reale Probleme im Islam benennt und verklärende Islambilder zu Recht kritisiert, weckt er bisweilen doch auch irrationale Ängste.“

    „man“"muss“-Sätze sind natürlich ganz besonders emanzipatorisch und freiheitsliebend. Broder weckt nicht nur „bisweilen“ irrationale Ängste er rechtfertigt im Nachhinein auch alle begonnenen Kriegseinsätze gegen, welch ein Zufall, muslimische Länder. So denunziert er Frieden mit dem Worten „totaler Frieden“, Demokratie mit dem Worten „totale Demokratie“ Er sieht auch durch das Internet, das er selber ständig für sich nutzt; seine Privilegien bedroht: „Anderseits würde eine totale Demokratie genauso kollabieren wie der Straßenverkehr, wenn alle die ein Auto haben, es zur selben zeit benutzten würden. Wohin soetwas führt, sieht man an den Internetforen, wo jeder Idiot, der ‚anscheindend‘ nicht von ’scheinbar‘ unterscheiden, aber einen Computer bedienen kann, nicht nur eine Meinung hat, sondern sie auch verbreitet. Die Aufhebung von Privilegien, wie dem Zugang zur Öffentlichkeit, führt nicht automatisch zu einer Demokratisierung des öffentlichen Diskurses, sondern zu dessen Analphabetisierung.“ aus Broders ‚Kritik der reinen Toleranz‘, Kapitel „Jetzt schlägts dreizehn“, S. 205
    Ich verzichte gerene auf Floris Biskamps E-man-zipation, die sie bei Broder wiederfindet, und ihre Muß-e. Zudem: Diese Art unkritischer Reflexion und Solidartiät mit Bellizisten scheint mir symptomatisch für die jungle-world zu sein.

  76. 76 Esra 08. August 2011 um 1:52 Uhr

    Dazu am Rande:

    Was wären die zeitgenössischen Linken nur ohne die progressiven Kräfte in den Reihen, die der gesamten Menschheit eine emanzipatorische Islamkritik vorausjagen? Im sakralen Gewand der Rundum-Befreiung, werden zwar Massen von prekarisierten „Muslimen“ in ihren äußeren und fremdbestimmten Fesseln auf einen Scheiterhaufen geschmissen und geradezu verhöhnt. Aber wie anachronistisch und fremd wäre die Welt, wenn die westliche Moderne und die emanzipatorische Dialektik der kapitalistischen Weltmächte nicht universelle Gültigkeit beanspruchen würden? Blöd nur, dass die emanzipatorische Islamkritik auch nichts geringeres leistet, als die Unterdrückung und Denunzierung von wirtschaftlich abgehängten, eigenartig wirkenden und modernitätsscheuen Muslimmassen zu fördern ohne auch nur einen Gedanken in die sozioökonomischen Kausalketten von Armut, Entwicklung und Frömmigkeit zu verschwenden. So kann man am besten mit Feindbildern hantieren, indem man abstrahiert und keine falschen Schlüsse scheut… Eurozentrismus dieses Mal von links, damit der schwindelerregende Erfolg der eigenen Mächtigen und Souveränen gefeiert und bejubelt werden kann.
    Viele kämpfen deswegen auch mit ganzer Kraft gegen den regressiven Antikapitalismus.
    Wie das möglich ist? Weil „oben sein“ immer alle Vorzüge bot, den ehrlichen Blick auf die bittere Wirklichkeit „nach unten“ zu verweigern und sich eine Legitimationsgrundlage zu basteln, um das Gewissen zu beruhigen; um auch mit der allgegenwärtigen, widersprüchlichen Perversion umzugehen. So ist es halb so schlimm, wenn man sich selbst glaubhaft machen kann, dass Armut und Ausbeutung selbstverschuldete Probleme der „Muslime“ seien und eine globale machtpolotische Verschiebung zugunsten „der Muslime“ zivilisatorische Verheerungen gegen die eigene Klientel der fortgeschrittenen exklusiven Herrenrasse nach sich ziehen würde----

  77. 77 Oliver 13. August 2011 um 0:01 Uhr

    @Andreas

    und die, die einen da abholen könnten und wollen formieren sich schon: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35223/1.html

  78. 78 Oliver 22. September 2011 um 13:02 Uhr

    War Breivik ein Troll? Das behauptet jedenfalls Leo Lagercranz am Ende seines Artikels ‚Vom Elend der Nutzerkommentare‘
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung-im-internet-vom-elend-der-nutzerkommentare-1.1147168

  79. 79 Oliver 29. November 2011 um 15:26 Uhr

    Die Berufkrankheit der Psychiater: Sie erklären Breivik für nicht zurechnungsfähig: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,800607,00.html

  80. 80 Oliver 05. Januar 2012 um 12:10 Uhr

    Frage 13+x Psychiater&Psychologen was Schizophrenie ist, und Du erhälst 13+x Antworten. Die Gefängnispsychologen, die Breivik täglich betreuen, halten Breivik nicht für schizophren – „seit seiner Festnahme keine Anzeichen für eine Psychose“ – und bezweifeln das Gutachten der Gerichtspsychologen/-psychiater, siehe:
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/gutachten-zu-anders-behring-breivik-schizophrener-streit-1.1250982

  81. 81 Irene 05. Januar 2012 um 23:03 Uhr

    Psychiater können irren. Laien auch.

  82. 82 Oliver 08. Januar 2012 um 9:27 Uhr

    @Irene
    Nur bei Ersteren heißt es dann ‚Fehldiagnose‘, die Letzteren aber werden im Falle des Irrens von Ersteren ‚Patienten‘ genannt. Das ist der wesentliche Unterschied.
    Hier mal ein Definition der Schizophrenie von Hoimar von Ditfurth, dem benannten Autor und Fernsehmoderator, der aber auch Arzt, Privatdozent für Psychiatrie und Neurologie und außerordentlicher Professor war: Schizophrenie habe soviel mit ‚gespaltenem Bewußtsein‘ zu tun wie der Quark mit der Milchstraße.

  83. 83 Irene 08. Januar 2012 um 12:58 Uhr

    Das ist mir bekannt. Ich halte ja den schuldfähigen Psychopathen weiterhin für nicht abwegig, soweit man das aus der Distanz überhaupt sagen kann.

    Was folgt nun draus, dass Du entschuldigende Diagnosen für eine „Berufskrankheit“ hältst? Bist Du dafür, dass die Strafunmündigkeit aus medizinisch-psychiatrischen Gründen abgeschafft wird?

    (Dass man aus der Sicht von Ärzten zum Patienten wird, nur weil man eine bestimmte Meinung über Breivik hat, ist übrigens keine sehr geschmackvolle Ironie. Du bist hier derjenige, der von der Krankheit der Psychiater spricht.)

  84. 84 Irene 08. Januar 2012 um 13:04 Uhr

    Vielleicht kannst du ja mal einen Kommentar schreiben, in dem nicht die Unterstellung mitschwingt, ich hätte keine Ahnung und müsste erst von Dir informiert werden?

  85. 85 Oliver 09. Januar 2012 um 13:04 Uhr

    Ok, beim letzten Posting war eigentlich nur der 1.Absatz auf Dich gemünzt, Irene. Ansonsten plädiere ich für eine Umkehrung Deines belehrenden Satzes. Er sollte heißen : ‚Laien können irren, Psychiater auch.‘
    (Wir sollten endlich einsehen, dass es keine Experten für das Soziale gibt. Anders ausgedrückt: Jeder Lebende steht subjektiv in einer sozialen Situation und in dieser Hinsicht ist jeder Experte seiner Situation. Niemand steht über dem Sozialen.)

    … und stimme im Übriggen, dem Schlußplädoyer dieses umfangreicher erörternden Artikels zu:
    http://www.berliner-zeitung.de/politik/massenmord-ist-breivik-normal-oder-verrueckt-,10808018,11407638.html

  86. 86 Irene 10. Januar 2012 um 12:30 Uhr

    Didi Hallervorden: In der Klapse
    http://www.youtube.com/watch?v=rvo6X-H6_5U

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