Die Unterschicht – eine Erfindung der Massenmedien?

Von Carl

Tja, wie fangen ich einen fesselnden Blogeintrag-Anfang an? Keine Ahnung, ich kann diese Dinge nicht gut… denkt euch hier einfach einen spannenden Einstieg.

Jedenfalls kam das Gespräch in diesem Blog in letzter Zeit ein paar mal auf die „Unterschicht“. Ich denke wir sind uns so relativ einig, was man darunter verstehen würde.
Eine Person zum Beispiel, die extrem viele Kinder mit verschiedenen Partnern hat, der das Wohlergehen ihrer Kinder sch…egal ist, die nicht in die Zukunft plant, aggressiv und ständig mit dem Gesetz in Konflikt ist, verantwortungslos und OHNE REUE ist, die würde ich als „Unterschicht“ bezeichnen, wenn sie auch noch ungebildet ist und als „geistige Unterschicht“ wenn sie reich und gebildet ist.
Dann gibt es noch das, was man „migrantische Unterschicht“ nennen würde. Personen, die ihre Tochter umbringen, weil sie sich schminkt oder so. Ganz klischeehaft.

Die Frage ist, wie häufig kommt so eine Person vor? Ist es tatsächlich eine Tatsache, dass eine Schicht von derartigen Personen existiert oder wäre das individuelle Pathologie, die in allen Schichten anzutreffen ist?

Irene, du hast ja diese Schicht beschrieben, die in Neukölln anzutreffen sein soll. Eigene Erfahrung oder irgendwo gelesen?

Ich bin in einem Stadtteil mit relativ vielen Migranten aufgewachsen. Es gab (beziehungsweise gibt) bei uns auch eine Drogenszene.
Ich habe auch im Verlauf meines Lebens viele Leute getroffen, die Probleme hatten. Ich möchte hier nicht erläutern, welcher Art genau. Es wäre nicht gentleman-like sie hier zu Anschauungsobjekten oder Beweisen für meine Street-Cred zu degradieren.

In den letzten Tagen habe ich überlegt, ob ich eine Person kenne, auch nur eine einzige, die „neue Unterschicht“ ist. Mir ist keine einzige eingefallen.
Mir fallen Leute ein, bei denen dieses oder jenes im Leben sehr schief gelaufen ist und die dann zum Teil auch zeitweise sich selbst aufgegeben haben, aber keinen davon würde ich als Unterschicht bezeichnen.

Nun ja, meine Erfahrungen sind nicht die Welt. Wie sind eure? Es ist ja unbestritten, dass manche Leute zum Beispiel ihre Kinder vernachlässigen oder Alkoholiker sind, die Frage ist nur: tun sie das, weil es ihrer Kultur entspricht?

Gibt es tatsächlich psychisch gesunde junge Menschen, die sich sagen „Wenn ich älter bin, dann will ich Alkoholiker sein und das ganze Geld versaufen, so dass meine Kinder hungern müssen“? Wenn es nämlich so wäre, dann wäre es tatsächlich eine Unterschichtskultur. Wenn aber eine Person merkt, dass sie zu viel trinkt und ganz furchtbar darunter leidet, aber nicht damit aufhören kann, wo ist dann die kulturelle Komponente?

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50 Antworten auf „Die Unterschicht – eine Erfindung der Massenmedien?“


  1. 1 Irene 03. August 2011 um 17:47 Uhr

    Ich hatte nur einen Artikel von Welt.de verlinkt, von dem ich gar nicht mehr weiß, ob die darin beschriebene chaotische Schule in Neukölln war, und ich kenne mich dort nicht aus. Mein Punkt war damals, dass mir Andreas‘ Bild von Arbeiterkind zu einseitig schien, und dieser Artikel beschrieb einfach das andere Extrem.

    Oder wie Andreas Rebers zu sagen pflegt: „Ich mache Arbeiterlieder in der Tradition Brecht und Bohlen. Brecht für die Arbeiter mit Bildung, Bohlen für die andern.“ Womit wir mal wieder beim Privatfernsehen wären, das das Bild (und ich fürchte auch manches Selbstbild) der Unterschicht heute prägt.

    Ansonsten gibt es noch statistische Unterschicht-Definitionen, die schlicht und einfach vom Einkommen ausgehen. Ich kenne relativ viel akademisches Prekariat. In Berlin sagte man beschönigend digitale Bohème dazu, bis Katja Kullmann ihr Buch über ihr Gastspiel bei Hartz IV veröffentlichte.

  2. 2 Irene 03. August 2011 um 19:45 Uhr
  3. 3 Carl 04. August 2011 um 8:44 Uhr

    So, ich habe den Artikel inzwischen auch gelesen. Vorher hatte ich mich auf deine Kommentare bezogen. Ich sehe jetzt, dass da gar nicht von „Neukölln“, sondern Berlin, die Rede war.

    An dem Artikel ist mir einiges aufgefallen und zwar kommt er mir zum Teil schlecht recherchiert vor.

    „Florina ist hyperaktiv. […] Wie fast alle Schüler hat sie eine große Flasche Cola in ihrem Rucksack. Oft hat Florina in der großen Pause schon einen ganzen Liter Cola intus. Wie viele ihrer Mitschüler ist sie völlig überdreht.“

    Wenn Florina hyperaktiv ist, ist es da nicht relativ normal, dass sie überdreht ist? Wo ist da die Schichtkomponente? Bei Hyperaktivität geht man von einer sehr starken genetischen Komponente aus. Koffein (Cola) kann bei Hyperaktiven zu einer Verringerung der typischen Symptome führen. Es wäre besser gewesen, Florina mal zu befragen wie ihre persönliche Reaktion auf Koffein ist, bevor man sie verurteilt.

    Eine andere Stelle in dem Artikel ist mir ebenfalls aufgefallen:
    „Florina, Faisal und Leon schreien in den kommenden Minuten ständig durcheinander, während Herr Rosner darum ringt, den Stromkreislauf zu erklären. Geräte, die Wärme erzeugen, brauchen eine große Leistung.

    „Welche Geräte erzeugen Wärme?“, fragt Rosner. „Kühlschrank!“, sagt Faisal. Rosner schlägt die Hand vors Gesicht.“

    Es ist interessant, dass weder Herr Rösner noch Freia (sic!) Peters, die Zeitautorin das zu wissen scheinen:
    Ein Kühlschrank erzeugt tatsächlich eine große Menge an Wärme. Im Kühlschrank komprimiert ein Kompressor ein Kühlmittel, das dann wieder verdunsten gelassen wird. Bei der Verdunstung entsteht Kälte, weshalb der Kühlschrank innen kalt ist. Bei der Kompression jedoch wird sehr viel Wärme erzeugt, die so genannte Abwärme. Diese verpufft meisten ungenutzt in die Gegend. Der Kühlschrank ist daher ein absoluter Stromfresser unter den Haushaltsgeräten.

    Ein Kühlschrank erzeugt Summa Summarum sehr viel mehr Wärme als Kälte.

    Faisal gibt also eine richtige Antwort und Herr Rösner schlägt sich mit der Hand vors Gesicht.
    Genau das mag ich nicht an Journalisten (und an vielen Lehrern): Sie sind häufg dumm und ungebildet.

    Früher habe ich den Zeitungen vertraut, aber heute denke ich, dass da auch einfach viel Murks steht.

    Deswegen frage ich mich eben auch, ob die Unterschichtschilderungen aus den Zeitungen tatsächlich so zutreffen. Deshalb würde ich hier auch gerne eine Diskussion anstossen und es würde mich sehr interessieren, ob hier jemand zum Beispiel auf einer Berliner Hauptschule war, oder aus einem der häufig geschilderten Problemkize kommt und die Reportagen so weit bestätigen kann.

    Wie sind zum Beispiel deine persönlichen Erfahrungen, Irene? Du verweist viel auf Artikel, aber kennst du auch ausserhalb der Artikel Personen, die tatsächlich so sind.
    Meine Reaktion auf Unterschichtsartikel ist auch oft gepflegtes Gruseln einerseits und Freude darüber, dass man nicht so ist andererseits. Darum gucke ich auch so gerne Schuldenberatungssendungen. Man freut sich doch jedes Mal, wie finanziell verantwortlich man doch wohl ist.

    Und hier kommen wir zum Problem der Massenmedien: Die müssen ihre Werbung irgendwie plazieren und brauchen das Publikum. Die Leute, so zum Beispiel ich, gucken also gerne Sendungen über Leute, die finanziell verantwortungslose Entscheidungen treffen, weil das ihr Selbstwertgefühl hebt. Was macht man nun also, wenn man nicht genug finanziell verantwortungslose Leute hat, um eine neue Folge zu drehen?
    Die Versuchung dürfte groß sein, welche zu erfinden.

    Hallo Mod, ich werde gleich noch den Link zu dem Artikel posten. Der wird wahrscheinlich wieder im Spamfilter landen. Könntest du ihn rausfischen?

  4. 4 Carl 04. August 2011 um 8:46 Uhr
  5. 5 Irene 04. August 2011 um 9:48 Uhr

    Hallo Carl, ich verstehe jetzt nicht ganz, worauf Du hinaus willst. Beim Privatfernsehen ist es offensichtlich und außerdem von öffentlichen Sendern sowie Zeitungen recherchiert, dass Doku-Soaps inszeniert sind.

    Der Welt-Artikel besteht aus subjektiven Beobachtungen. Für irgendwas repräsentativ sein kann der gar nicht. Ich habe in dem Welt-Artikel auch einige Schwächen gefunden, z.B. das mit der Hyperaktivität. Habe aber andererseits schon glaubhaft von Eltern gehört, dass ihr Kind weniger überdreht ist, wenn es keinen Zucker bekommt, so gesehen könnte die Cola-Unsitte doch ungut sein.

    Eigene Erfahrungen? Die erste dazu war: Meine Schwester war in unserem Dorf mit Zwillingen aus unserem Dorf in der Klasse, deren Mutter sich um vieles nicht kümmerte, die sind dann auf der Sonderschule gelandet.

    Eine Verwandte von mir ist einen Tag pro Woche Schulsekretärin an einer ländlichen Grund- und Hauptschule. An Tagen, an denen sie nicht da ist, sitzt oft ein überdrehter Junge auf ihrem Platz und macht dort seine Aufgaben, weil er sonst die ganze Klasse durcheinander bringt.

    Eine frühere Schulfreundin meiner Schwester (wohnen noch im Dorf) hatte neulich die Sorge, dass ein unruhiger Junge die ganze Erstkommunion stört. Sie nahm ihn sich kurz vor der Feier alleine vor und drohte ihm mit irgendwas, dann war er ganz ruhig. Nach der Kirche in der Gaststätte ging er sogar auf sie zu und sagte sinngemäß: Siehst Du, ich kann es doch! Vielleicht bräuchte er jemand, der mal klare, verbindliche Regeln aufstellt – irgendwo in der Mitte zwischen autoritär und alles egal?

    Dazu passend: In meinem jetzigen Stadtteil (Uni-Viertel, wenig Altbau, viel Mittelschicht) sieht man manchmal Eltern-Kind-Szenen, die in die bürgerlichen Bücher von Michael Winterhoff reinpassen würden. Z.B. Eltern, die ihr Kind, das noch Windeln trägt, auf dem Gehweg voraus watscheln lassen, sodass es in eine kleine einmündende Straße hinein läuft, und die Eltern ein erstauntes „aber Schatz, da musst Du doch stehen bleiben“ hinterher rufen. Neulich in einer Kunstausstellung ein Kind, das eine Skulptur mehrfach sehr kraftvoll betatschte, ich war etwas besorgt, dass sie beschädigt wird. Wenn das mein Kind (oder meine Skulptur) gewesen wäre, hätte ich es entschlossen an der Hand genommen, aber das machen manche Eltern gar nicht mehr und diskutieren lieber ewig.

  6. 6 Carl 04. August 2011 um 15:04 Uhr

    Ich will auf gar nichts hinaus. Mich würde es einfach interessieren, ob es diese Unterschicht gibt. Ich lerne auch gerne etwas Neues. Die Schuldenberatungs-Soaps sind inzeniert? Das wusste ich nicht. Wieder was gelernt.

    Bei deinen Beispielen kann ich ohne mehr darüber zu wissen, nicht sagen, ob ich das als „Unterschicht“ ansehen würde oder nicht.

    Du schreibst ja mehrmals von Personen, die nervös oder überdreht sind. Das hat für mich aber erst mal gar nichts mit Unterschicht zu tun. Ich würde dies als ganz normale Charaktereigenschaft ansehen. Der Eine ist ruhiger, der Andere nervöser… und ich persönlich hätte auch Schwierigkeiten damit zu sagen, dass das eine besser ist als das andere. Wenn natürlich Nervosität (oder auch im Gegenteil Intrvertiertheit und Ruhigkeit) ins extrem gesteigert ist, kann beides negativ sein… Ich würde jedoch bei extremer Nervosität erstmal Hyperaktivität vermuten, statt die Diagnose „Unterschicht“ zu stellen.

    Dann erzählst du von der Mutter, die ihre Kinder vernachlässigt hat. Ohne mehr darüber zu wissen, kann ich nichts dazu sagen. Das könnte alle möglichen Auslöser haben, zum Beispiel Depressionen, Sucht, Schizophrenie, geistige Behinderung. Auch hier muss nicht unbedingt eine Unterschichtskultur vorhanden sein.

    „Eine Verwandte von mir ist einen Tag pro Woche Schulsekretärin an einer ländlichen Grund- und Hauptschule. An Tagen, an denen sie nicht da ist, sitzt oft ein überdrehter Junge auf ihrem Platz und macht dort seine Aufgaben, weil er sonst die ganze Klasse durcheinander bringt.“

    Das finde ich nicht richtig. Das ist kein gutes pädagogisches Konzept. Versuch dir doch mal vorzustellen, wie er sich dabei wahrscheinlich fühlt. Es muss doch bestimmt andere Möglichkeiten geben, zum Beispiel den schulpsychologischen Dienst hinzuzuziehen.

  7. 7 Irene 05. August 2011 um 9:57 Uhr

    Hallo Carl, ich habe gestern was Wichtiges übersprungen. Die Definition von Unterschicht ist ja nicht eindeutig. Andreas schrieb mal Unterschicht in Anführungszeichen, da nahm ich an, dass er das RTL-Klischee meinte und die Anführungszeichen die Distanzierung waren, aber ich kann mich täuschen. Früher war die Definition von sozialen Schichten jedenfalls einfacher, weil Bildung und Einkommen noch in einem engeren Zusammenhang standen als heute.

    Meine Beispiele bezogen sich darauf, dass es chaotische Schüler wirklich gibt und nicht unbedingt eine Übertreibung der „Welt“ sein müssen. Das wohlhabende Bildungsbürgertum kompensiert sowas halbwegs mit Therapie und Nachhilfe, weniger privilegierte Kinder sammeln sich in Haupt- und Sonderschulen (während deren Eltern womöglich denken, dass ein Psychiater oder eine Psychotherapeutin nur für völlig Irre zuständig ist). Deshalb wundert es mich nicht so sehr, wenn jemand solche Chaosklassen findet.

    Über Doku-Soaps:
    http://www.welt.de/fernsehen/article13516824/Das-Publikum-bekommt-das-Programm-das-es-verdient.html
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/luegenfernsehen105.html
    http://dishwasher.blogsport.de/2011/05/08/das-luegenfernsehen/

  8. 8 Lars Lorenz 08. August 2011 um 12:26 Uhr

    Zur Überschrift noch ein aktuelles Interview von Ralfs Rickerts zu seinem neuen Buch ‚Ganz Oben – Wie Deutschlands Millionäre wirklich leben‘:
    >>
    Können Sie eine Einschätzung abgeben, ob das Verächtlichmachen der Armen in den Medien sich in der Sicht der Reichen über sie spiegelt?

    Christian Rickens: Das glaube ich nicht. Das Hartz-IV-Bashing in den Medien sehe ich als ein Mittelschichtphänomen. Das hat eher ein vom Abstieg bedrohtes Angestelltenmilieu nötig, das sich sehr bewusst von den Verlieren der Gesellschaft abgrenzen möchte, nach dem Motto: „Meine Tochter spielt Klavier und nicht Play-Station, heißt Sophie-Charlotte und nicht Cindy und wird deswegen auch nie Hartz-IV beziehen.“

    Diese Notwendigkeit zum Sich-Abgrenzen nach ganz unten sieht ein Millionär gar nicht. Klar unterschreibt ein Wohlhabender Sätze wie: „Wer in Deutschland Arbeit finden will, der findet auch Arbeit“, aber eine konkrete Verachtung für die Armen habe ich bei ihnen nicht mitbekommen. Dafür ist man sich seines eigenen Status viel zu sicher und mental vom Hartz-IV-Bezieher auch viel zu weit weg.

  9. 9 Andreas 08. August 2011 um 13:22 Uhr

    @ Ingrid,
    du schreibst zum Thema Therapie:

    „während deren Eltern („Unterschicht“) womöglich denken, dass ein Psychiater oder eine Psychotherapeutin nur für völlig Irre zuständig ist“

    Es gibt zumindest eine Untersuchung zum Thema „Unterschicht“ und Therapie in Deutschland. Und da kam raus, dass Therapeut_innen Vorbehalte gegenüber Menschen aus den sogenannten unteren Schichten haben.

  10. 10 Carl 09. August 2011 um 8:22 Uhr

    @ Irene: Ich persönlich finde nur, dass der Zustand des Chaotsch-Seins nicht unbedingt auf Unterschichtskultur schließen lassen muss. Es gibt auch chaotische, hoch angesehene Professoren. Gehören die auch einer Unterschichtskultur an?

    Nochmal zurück zu diesem Jungen, der am Tisch deiner Verwandten sitzen muss. Findest du nicht, dass man etwas unternehmen sollte? Dieser Junge hat doch auch ein Recht auf eine angemessene Förderung. Wenn er vom Unterricht ausgeschlossen wird und auch nicht anderweitig pädagogisch betreut zu werden scheint während dieser Zeit, wie soll er dann etwas lernen? Ich verstehe schon, dass es wohl darum geht, dass die Klassenkameraden mehr lernen, aber auch dieser Junge hat doch wohl das Recht unterrichtet zu werden, damit er später im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas aus seinem Leben machen kann. Denkst du das nicht auch?

  11. 11 Astraea 09. August 2011 um 8:26 Uhr

    in meiner Verwandtschaft gibt es diese sogenannte „Unterschicht“, die ist aber nicht allzu neu.

    die Halbschwester meiner Mutter hat keinen Schulabschluss und 4 Kinder von 4 verschiedenen Männern – es wären eigentlich 6 Kinder von 5 verschiedenen geworden, wenn es nicht ein Unglück gegeben hätte.

    sie kann auch ihre Muttersprache nicht perfekt, also die Personalpronomen mir und mich oder dir und dich bereiten schon Probleme – ich hab da mal eine Woche gewohnt und war danach ganz verwirrt davon.

    Leider ist es dann für die dort dauerhaft wohnenden Kinder wesentlich schwerer die Sprache vernünftig zu lernen – also die benötigten alle Sprachtherapie. In Bayern wären sicher alle auf eine Förder- oder Hauptschule gekommen – mittlerweile sieht es dennoch derart aus, dass nur einer keinen Schulabschluss hat und mit Arbeitslosigkeit und mehreren Kinder identische Sozialhilfekarriere einschlägt, einer hat Abitur.

    man muss allerdings dazu sagen, dass das Bildungsniveau in diesem Verwandtschaftsteil insgesamt nicht hoch ist – nur 2 von 11 Kindern haben eine Ausbildung (meine Mutter und eine andere Tante) — das geht aber bereits auf die familiären Verhältnisse in den 1950er und 1960er Jahren zurück. Meiner besagten Tante wurde als Säugling mehrfach ein Kissen ins Gesicht gedrückt, so dass es durchaus dadurch zu solchen Problemen gekommen sein könnte – waren keine guten Verhältnisse inkl. Alkoholismus u. Kindesmisshandlung – dennoch muss derartiges nicht automatisch weitergegeben werden – die meisten ihrer Kinder machen doch eine Art Bildungsaufstieg, wie bereits erwähnt.

    Aber natürlich konnte sie die nicht bei irgendwelchen Hausaufgaben oder ähnlichen Dingen unterstützen – das hängt dann von der Umgebung ab.

  12. 12 Carl 09. August 2011 um 12:59 Uhr

    Danke für deine Schilderung, ich bin mal gespannt, ob noch mehr kommen.

    Darf sie hier unter den Erfahrungsberichten veröffentlicht werden?

  13. 13 Astraea 09. August 2011 um 13:21 Uhr

    und um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen: ja, es gibt auch wirklich diese Schicht, wie sie teilweise auf diversen Fernsehsendern gezeigt wird — ich selbst lebe in einem Stadtteil, wo auch diese Bildungsschicht lebt. Das abzustreiten wär naiv --- wie bereits gesagt ist es aber gewöhnlich keine neue, sondern das sind die Nachfahren einer alten Unterschicht, oft halt der ehemals ungelernten Landarbeiter in DE --- bei vielen Familien mit Migrationshintergrund darf man nunmal nicht vergessen, dass viele als ungelernte Arbeiter kamen – Bauernsöhne aus dem ruralen Anatolien — es kam nunmal nie das Bildungsbürgertum, sondern immer der einfache Arbeiter vom Lande

    der Bildungsaufstieg oder Aufstieg in die Mittelschicht dauert bei einigen teilweise nur länger – da findet aber auch oft eine Bildungsexpansion statt. Manche allerdings bleiben im Sozialhilfeadel, die gibt es auch. Das abzustreiten wäre naiv.

    sollte es wirklich so sein, dass die durch die Medien zusätzlich verdummt wurden und dadurch abgebaut haben, dann sollte man sich bei den Liberalisierern nachträglich beschweren – das ist in den 1980ern gemacht worden.

    dennoch kann man das durchaus minimieren, in dem man z.B. in den Brennpunktstadtteilen mehr Geld investiert – der neue Rütlicampus macht einen sehr guten Eindruck! Das bringt unheimlich viel, wenn man auch sieht, dass sich jemand bemüht. Aber das kostet halt Geld und das will nicht jeder investieren. Und Erfahrungen, die man zu Hause nicht sammeln kann, sollte man in der Schule sammeln dürfen – das ist hier nicht immer gegeben.

    http://www.youtube.com/watch?v=HAHNYpjnGSo

  14. 14 Esra 09. August 2011 um 14:33 Uhr

    Ich habe die letzten fünf Monate an der Initiative „Bildung vor Ort – Lernlotsen“, die an den Wochenenden Samstagen und Sonntagen von 10 bis 15 Uhr durchgeführt wurde, teilgenommen. Im so genannten sozialen Brennpunkt, also durchaus als Unterschicht bekannt. Es gab sehr vielseitige und beispielhafte Erfahrungen, die mir einen bekannten Einblick gaben…

    Einen Gedanken möchte ich nebenbei loswerden. Ich finde es ein Unding, das Bild-Zeitungstaugliche Beispiel einer Unterschichtenfrau mit ihren vier Kindern von fünf verschiedenen Männern auch noch mit einem Erfahrungsbericht zu verstärken, um die Unterschicht als das wozu sie gesellschaftlich gebraucht wird, zu charakterisieren. Als degenerierte, überflüssige und dumme Vorzeigefigur, die das gesamte Milieu charakterisiert. Das finde ich sehr erniedrigend und herablassend.

    Die sozialen Brennpunkte sind strukturell so konzipiert, dass alle extremen Probleme der Gesellschaft dort abgeschoben und verdrängt werden. Dahinter steckt ein staatliches Kalkül, wenigstens eine Ignoranz, existierende und brennende Probleme nicht anzupacken, sondern immer weiter zeitlich hinauszuschieben. Die Kinder, die dort aufwachsen, sind alles andere als dumm. Sondern hochintelligent und sozial kompetent! Sie nehmen die Mechanismen und Ungerechtigkeiten um ihre und die gesamte Welt so besser und intensiver wahr, als so manche ausgebildeten Sozialarbeiter, die öfters mal hin und wieder vom Caritas in die Milieus kurzfristig losgelassen werden und ohne etwas sinnstiftendes zu tun auch wieder verschwinden. Meistens verhalten sie sich dermaßen ignorant und oberflächlich, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass diese ihre Erfahrungen dann in ihren sozialen Milieus übertrieben und verächtlich weitertransportieren. Ich denke sogar, dass studierte Menschen, die ihre Jobs mit diesen Menschen verrichten, um ihr Geld zu verdienen, überhaupt keinen Drang und auch kein Interesse haben, die Ursachen tiefergehend zu analysieren, sondern sehr pragmatisch und distanziert ihre Aufgaben verrichten. Klar, ist auch ein mieser Job. Im Elend, wo Menschen leben müssen, muss man eben entweder gute menschenwürdige Konzepte haben oder aber eine sehr große Trennlinie ziehen, um die harschen und stiefmütterlichen Aufgaben zu verrichten. Dies gilt für das gesamte Spektrum im Beratungs- und Sozialwesen.
    Es gibt wirklich sehr gute Einzelengagierte von der AWO z.B., die Tag und Nacht sich mit diesen Menschen beschäftigen und versuchen, diesen verlorenen und abgeschriebenen Seelen eine Perspektive zu bieten. Die fallen mit ihrem eigentlich sehr selbstverständlichen Verhalten sehr positiv auf, weil es eher die Ausnahme ist. Das sind die großen Helden, die auch in diesen Milieus als solche angesehen werden. Aber das ist wie gesagt die absolute Ausnahme und nicht die Regel. Die Regel ist, dass diese sozialen Milieus sich selbst überlassen sind und total ignoriert werden. In einer Gesellschaft, in der von Politik bis Unis, sogar die linkeste Partei, einen großen Bogen um diese Menschen macht, um bloß nicht auf reale Unannehmlichkeiten zu stoßen, man könnte ja mit ihren Problemen belästigt und mit ihrer verpönten Sprache konfrontiert werden, ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Gesellschaft schon so zerrissen ja weit auseinandergerissen ist. Und ohne Perspektive und Sinn im Leben kommt man im schlimmsten Fall eher auf dumme Gedanken als wenn man ein ausgefülltes Leben voller Optionen hat…

  15. 15 Carl 09. August 2011 um 16:51 Uhr

    @Esra: Ich habe nicht verstanden, was du als Unding empfindest: Dass Astraea von ihren Erfahrungen berichtet oder dass ich vorschlage, das zu den Erfahrungsberichten einzustellen?

    Ich finde es sehr gut, dass sie hier davon berichtet. Die eigenen Lebenserfahrungen eines Menschen sind die eigenen Lebenserfahrungen und man sollte sie nicht verstecken müssen, nur weil sie bei irgendwem nicht gut ankommen. Die eigene Lebenserfahrungen können imho auch nie Klischee sein, weil sie eben wirklich so passiert sind. Natürlich gesetzt den Fall, dass Astraea die Wahrheit sagt, wovon ich mal ausgehe.

    Gerade deswegen fände ich es nämlich auch gut, wenn ihre Lebenserfahrungen bei den Erfahrungsberichten veröffentlicht würden. Weil das nämlich einen realen Einblick in die Verhältnisse von ihrer Familie gibt.

  16. 16 Astraea 10. August 2011 um 16:59 Uhr

    Also so hab ich meine eigene Verwandtschaft nun wirklich nicht klassifiziert. Sie ist nicht degeneriert, sondern lernbehindert – da kann sie auch nichts für.

    Wie ich schon selbst sagte, machen auch die Kinder von ihr einen Bildungsaufstieg. Sie hatte nicht mal einen Schulabschluss – nach den Meinungen vieler Personen in Deutschland hätten alle ihre Kinder ja eine Sozialhilfekarriere einschlagen müssen – davon gehen doch immer viele aus – das ist aber nicht zwangsläufig derart!

    Das Hauptpoblem ist wirklich, dass nicht ausreichend Geld investiert wird UND in Bayern wären die sicherlich auf eine Sonderschule gekommen wg. den sprachlichen Defiziten etc. und hätten es wesentlich schwerer gehabt eventuell da wieder herauszukommen oder weiter zur Schule zu gehen – davon bin ich irgendwie überzeugt.

    in Deutschland wird auch die Inklusion scheitern wenn es so weiter geht! Das ist alles unterfinanziert. Bei uns hier haben sie schon den größten Anteil an Inklusionsschülern mit um die 48% , aber weil sie kein Geld investieren, droht das nach hinten los zu gehen – wg. zu wenig Personal konzentrieren die wieder alle in einer Klasse – das wird so nichts – andere versuchen dann ihre Kinder aus diesen Klassen abzuziehen – anderswo gibts an allen Schulen immer Sozialarbeiter, Psychologe, Schulkrankenschwester, 2 Lehrer pro Klasse oftmals, Förderung --- sowas brauch man heutzutage auch. Ohne Geld wird das nichts.

    in Schulen in Berlin auch – gleiches Problem – Grundschulkinder ohne Deutschkenntnisse – und dann zu wenig Lehrer, die Sprachförderung machen wg. knappen Budget. Das wird so nichts. Dazu gibts einen interessanten Bericht auf Youtube – find ich gerade nicht.

  17. 17 Esra 11. August 2011 um 15:47 Uhr

    Tut mir sehr leid, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Du betrachtest das aus der Perspektive der Benachteiligten, die sich an herrschende Strukturen richten müssen. Was auch nicht anders möglich ist, da wir uns alle an die herrschenden Spielregeln halten müssen. Wie ich finde aber sehr unkritisch und pragmatisch.

    Aus meiner Praxisarbeit sind zwei unterschwellige Gesetze nochmals sehr deutlich geworden.
    Erstens:
    Egal wie viel der Staat in die Erziehung und Sozialisation investiert, solange die Sozialstruktur nicht radikal verändert wird, werden die Probleme als solche bestehen. Denn soziale Unterschiede sind nötig, um Menschen voneinander abzugrenzen, sie permanent im ökonomischen Wettkampf zu halten, sie zu vergleichen und zu messen. In diesem Prozess müssen die Kinder in Wirklichkeit nichts anderes lernen, als sich neben dem Wissenserwerb, in den stilvollen und subtilen Gepflogenheiten und Verhaltensnormen zu üben. Da ist es schon fast als Sozialarbeiter kontraproduktiv, die Kinder in die Tiefe von wirklichen und kritischen Fragestellungen auszusetzen und zu führen. Erziehung unterliegt den äußeren Rahmenbedingungen, die nicht durch die Erziehung verändert werden können. Das heißt, man kann Kinder und Jugendliche aus der Unterschicht mit staatlichen Programmen gesellschaftskonform erziehen, aber sie werden trotzdem nicht weiterkommen, wenn sie keine andere Funktion erfüllen, außer sich im harten Wirtschaftsleben durchzuboxen. Was aber wirklich höchstens aus der Unterschicht herauskommen soll, sind karriereorientierte Egoisten, die sich und ihresgleichen fördern. Es geht in Richtung Arbeiterkinder.de mit dem Anspruch, „nur die starken, angepassten und fleißigen Arbeiterkinder schaffen es und kommen weiter“. Der Rest wird weiter abgehängt… Das heißt, da wir mittlerweile schon eingesehen und akzeptiert haben, dass Menschen in der rasant technologisch-neoliberalen Entwicklung überflüssig sind, beschäftigen wir uns nur noch damit, uns gegenseitig als Kosten-/Nutzenfaktoren zu betrachten. Damit komme ich zum zweiten Gesetz.

    (2) Die persönliche und soziale Verdrängung der bestehenden Ungerechtigkeit sind wesentliche Bestandteile der herrschenden Kultur. Die ist geprägt von der Verachtung von Schwächeren, menschlichem Leid und sozialen Problemen. Es ist der anerzogene Zwang, sich zum mechanischen und perfekten Menschen zu entwickeln. Wer sich nicht optimal in jeder Hinsicht darbieten kann, verzieht sich in seine sozialen Nischen und kommt am besten da auch nicht wieder raus. Es ist schon fast zum Lachen, wenn das fiktive Konstrukt „Gesellschaft“ eine Gemeinschaft suggeriert, die offen sei für alle ihre Mitglieder. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Da kämpft jeder sehr unterschwellig nur um sein eigenes Wohlergehen und richtet sich und seinesgleichen im Netzwerk danach aus. Der Trend zur totalen Entmenschlichung und zum barbarischen Gegeneinander geht weiter. Natürlich geschieht dies noch sehr friedlich und ruhig. Aber all das ist ein Verdienst des sozialdarwinistischen Individualisierungsprozesses. In Zeiten der Krise schaut man empfindlicher um sich und nimmt das Elend, das immer schon da und einem bekannt war, nun pro-aktiv wahr, um im bürgerlichen Sinne seine freie Wut an jenen auszulassen, die man sowieso nicht respektiert und von denen man nichts zu fürchten hat.

    Es ist also von ganz unten gesehen alles im Argen und es zeichnet sich eine unaufhaltsam wilde Entwicklung ab, kann aber leider nur von „oben“ mit einer rigiden top-down-Strategie wirklich friedlich und gerecht gelöst werden. Und das zu erwarten, ist Utopie… Schönwetterpolitik mit viel blabla und kaum Taten ist die einzig staatliche Strategie, die gefahren wird, und die verhöhnt, frustriert und verzweifelt die Betroffenen. Verständlicher weise.

  18. 18 Astraea 28. August 2011 um 14:42 Uhr

    nein, die staatliche Strategie ist eine viel schlimmere! Das ist mehr als nur einfache Verhöhnung oder Schönwetterpolitik.

    Mittlerweile machen sie die mit Absicht bildungsferner und dümmer! Ganz gezielt und ohne Skrupel!

    Werfen wir doch mal einen Blick auf die neuen Bildungsstrukturen in der BRD: http://www.blv-bw.de/65.0.html

    die Lernfeldkonzeption als systematische Verdummung von Kindern, die unbedingt dümmer gemacht werden sollen und nichts können sollen:

    „“"Das Fach „Erziehungslehre“ gibt es nicht mehr, bisherige Inhalt finden sich teilweise in den Lernfeldern 2 und 6.

    Kritisiert wird die Herausnahme des Faches „Chemie“, da chemisches Grundwis-sen in der Ernährungslehre und der Haushaltstechnologie benötigt. Das Fach bildete auch eine gute Basis für die Schülerinnen und Schüler, die nach der Fach-schulreife in das Berufliche Gymnasium (besonders EG, BTG) wechselten.
    • Mit dem neuen Lehrplan ist keine sachlogische Grundbildung im Bereich Ernäh-rungslehre mehr möglich.

    Ernährungslehre ist nur noch in stark verkürzter Stundenzahl vertreten. Gerade in Gesundheitsberufen, auf die die 2BFP vorbereitet, ist das Ernährungswissen als wesentlicher Bestandteil einer gesunderhaltenden Lebensweise notwendig. Die Kürzung steht auch konträr zu den Forderungen in unserer Gesellschaft, der zunehmenden Adipositas bei Kindern und Jugendlichen entsprechend aufklärend zu begegnen.

    Mit der Herausnahme von Datenverarbeitung werden moderne, für den heutigen Berufsalltag wichtige Technologien nicht mehr unterrichtet.“"“

    Die haben keinen Wissenserwerb mehr!! Der wurde für die anderen Kinder mittlerweile reserviert! Die anderen lernen mittlerweile in obskuren „Lernfeldern“… die sich die KMK ausgedacht hat… die lernen keine Fächer wie Kinder in deren Alter in anderen Ländern oder Gymnasien. Die sollen nichts mehr lernen!!! Noch nicht mitgekriegt??

    die werden systematisch dümmer gemacht – die sollen nicht mehr können, außer Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf, Beruf,…………nur noch nach Nützlichkeitserwägungen für die Wirtschaft, die hat das so gewollt!!

    nichts anderen mehr! Und diese „Arbeiterkinder“ werden es sicher schwerer haben, falls sie weiter zur Schule gehen wollen. Das sollen Fachidioten werden, der Mensch interssiert die nicht mehr – nur noch Beruf, Beruf, Beruf…….

    Die Ausbildungen sind jetzt alle so. Prozessorientierte Lernsituationen weitgehend ohne Theorie und Hintergrundwissen. Fachsystematik gibt es für die nicht mehr. Das wurde für andere reserviert! Die sollen nur noch nach dem Konzept der „vollständigen Handlung“ die Praxis simulieren und Fälle abarbeiten….. es zählt nur die Arbeitskraft – der Rest ist egal – der kann ruhig dümmer sein! Ist ja kein Akademikerkind wie ihre!!!

    Das ist Deutschland im 21. Jahrhundert – treibt die Bildung immer weiter auseinander --- macht sie mit Absicht bildungsferner! Nicht aus versehen!

    ich möchte diese Schulen:
    http://www.papakurahigh.school.nz/index.php?option=com_content&view=article&id=115&Itemid=100 bis Klasse 13 – wer möchte

    das ist nicht Schönwetterpolitik – das ist mit Absicht ganz gezielte Verdummung – die sollen immer weniger können als der Akademiker – das sind nicht die Kinder von Akademikern, sondern von Facharbeitern und der soll immer weniger Bildung haben als sie.

    das ist nicht ausversehen so!

  19. 19 Astraea 28. August 2011 um 14:51 Uhr

    die haben oft keine Fächer mehr, wie ihr das noch kanntet eventuell.

    http://www.sbs-gi.de/materialien/content/Bader_Lernfeld-Konzept.pdf

    und das Leitbild ist dann oft das einfachste Niveau.

    und stimmt diese Aussage hier vom BBIB?? Man weiß es nicht.

    Nicht weniger schwierig ist der Zugang zur dualen Ausbildung
    für viele junge Menschen aus Maßnahmen der Ausbildungsvorbereitung.
    Fast die Hälfte aller Ausbildungsaspiranten/-
    aspirantinnen mündet derzeit noch in dieses
    Übergangssystem, ohne dort definierte und zertifizierte
    Bausteine einer Berufsausbildung absolvieren zu können
    (EULER / SEVERING 2007). Unproduktive Maßnahmen und
    Lernschleifen sind daher in diesem Keller der Berufsbildung
    eher die Regel als die Ausnahme. Die scharfe Abgrenzung
    zum Berufssystem trägt zu einer im internationalen Vergleich
    herausragend hohen Quote von 20,2 Prozent anund
    ungelernter Arbeitsloser in Deutschland bei. In Frankreich
    liegt sie bei 12,4 Prozent, im Vereinigten Königreich
    bei 6,6 Prozent und in den USA bei 9,0 Prozent (OECD
    2007).

    müsste man mal genauer prüfen. Viele andere bilden ja schulisch aus, Frankreich z.B. und Skandinavien.

  20. 20 Astraea 28. August 2011 um 14:58 Uhr

    so in den 1990ern haben sie teilweise zum ersten Mal angefangen die Ausbildungen theoriegeminderter zu gestalten……

    ich hab den Eindruck, in manchen Ausbildungen ist das mittlerweile kaum noch drin!!!

    und die OECD hat in den 1990er Jahren bereits darauf hingewiesen, wie untypisch die Sekundarstufe 2 beruflich in Deutschland ist – da fehlt Allgemeinbildung und damit der direkte Zugang zum Studium….

    anderswo ist in der beruflichen Bildung (oft schulisch) IMMER ALLGEMEINBILDUNG drin – und zwar schon immer mehr als in Deutschland --- so meisten um die 50 – in manchen Ländern sogar 75% und jetzt gibts glaub ich kaum noch was dadrin --- das soll untergehen!!!!

    dürfen die nicht haben!!! Deutschland will kene Breitenbildung aller Bürger, sondern nur den Facharbeiter für die Wirtschaft……

    Das ist das Erbe des 19. Jahrhunderts.
    Hier wird es immer extremistischer.

  21. 21 Astraea 28. August 2011 um 15:21 Uhr

    Bei den „Lern“feldern gehts nur noch um den Beruf: http://www.ibba.tu-berlin.de/fileadmin/i20/FD_Metall_u_E-Technik/PolitikundTechnik.pdf

    was anderes sollen die nicht können – die brauchen nur den Fachidioten und Arbeiter… das ist nunmal gewöhnlich kein Gymnasiast, deshalb ist hier die Menschenbildung auch unwichtiger. Das ist der Bürger zweiter Klasse – deshalb bekommen die auch immer die zweitklassige Bildung. Das ist mit Absicht so.

    meinst du nicht, dass das die Gesellschaft prägen wird?

    es entwickelt sich ja weiter auseinander.

  22. 22 Astraea 28. August 2011 um 15:57 Uhr

    Du musst auch immer folgendes Bedenken:

    viele Nachbarländer von uns lassen die alle zusammen lernen. Nur in den Deutschsprachigen durfte das auf keinen Fall sein.

    wenn man aber schon nicht will, dass sie zusammen lernen, dann hätte man aber mit ganz einfachen Maßnahmen die Bildungsbeteiligung gerechter gestalten können.

    man hätte nur wie in vielen anderen Ländern z.B. in der Berufsbildung, die ja eine Sekundarstufe 2 ist – mehr Allgemeinbildung und einen Alternativweg zum höheren Bildungsabschluss anbieten können

    aber in Deutschland muss es immer etwas exklusives sein.
    Spätestens in den ja schon modernen 1990er Jahren hätten sie das anbieten können – dann muss man nicht noch Lebenszeit vergeuden für den 2. Bildungsweg.

    oder man hätte ja wenigstens an allen Schulen ähnliche Fächer anbieten können. Wär auch nicht schwer gewesen – dann lernt man halt getrennt, aber hat die gleiche Wahlfreiheit.

    auch das nicht.
    Die anderen sollten nicht viel lernen.

    übrigens sind viele hier Studenten in Deutschland und dürfen offiziell keine sein. Daher der Akademikermangel – es sind die Ausbildungsabsolventen – die fehlenden Akademiker. Das sind nunmal anderswo auch Students.

  23. 23 Astraea 28. August 2011 um 16:21 Uhr

    und die, die dann gar keinen dualen Ausbildungsplatz bekommen, werden mit einzelnen teuren Bausteinen nachher angelernt…

    vielleicht ja nur noch einen Baustein mit einem Handgriff??

    alles prozessorientiert nach der Idee eines Akademikers nach dem konzept der „vollständigen Handlung“ wie in einem soziotechnischen Handlungssystem.

    http://www.jobstarter.de/de/1230.php das ist nachher die Ausbildung für die, die nichts duales bekommen.

    Ausbildungsbaustein 7.4
    Wahlqualifikationseinheit: Trocknen

    was macht man denn in diesem Baustein? 10 Wochen etwas trocknen?

    eure Ausbildungen werden qualitativ immer minderwertiger!

    was habt ihr hier für eine Politik?? Ich dachte immer, es geht stetig um Verbesserungen und steigende Standards.

  24. 24 Astraea 28. August 2011 um 16:25 Uhr

    und wo ist die von der OECD geforderte Allgemeinbildung in der Berufsbildung????

    ich find keine mehr!!!! Oder hab ich falsch geguckt?? Ich dachte, da gab es eine Empfehlung zu!! Das muss da generell mit rein!!!!

  25. 25 Astraea 28. August 2011 um 18:37 Uhr

    meine weitere Suche im Netz hat zumindest eine zusätzliche, wenn auch ältere kritik ergeben:

    http://www1.tu-darmstadt.de/schulen/hems/Hems2002/Schulformen/FOS/hems-kritik_fos-lp_et_05-2006_u.pdf

    das sollte zuerst in einigen Bundesländern auch ans berufliche Gymnasium kommen – hier beschwert sich auch jemand über die einseitig berufsorientierte Ausrichtung, da die Schüler ja studieren wollen.

    Da wollten sich auch Theorie rausnehmen und stattdessen so komische „Lern“felder.

    weiß nicht, wo das überall umgesetzt wird — was haltet ihr denn von diesen rein Handlungsorientierten Feldern?

    ist das nicht merkwürdig? Nur Berufspraxis simulieren. Nicht das sich in einer Expertokratie einige geistig Umnachtete etwas ausdenken und alle anderen laufen ihrem kranken Denkschema hinterher und.. … Politikbonzen segnen sowieso alles ab ohne das kritisch zu hinterfragen

    irgendwas stimmt da doch nicht. Da muss irgendwas Korruptes gelaufen sein.

  26. 26 Astraea 28. August 2011 um 21:00 Uhr

    http://www.mk-intern.bildung-lsa.de/Bildung/na-rga.pdf

    und da haben wir ein wenig den Hintergrund dazu…

    „“Die Lernfeldorientierung stellte damit auch eine Kritik der bis 1996 entwickelten Curricula dar, so Pätzold (2002). Die Schule war danach in der Gefahr, zu einer erstarrten Institution
    zu werden, die nicht mehr in der Lage wäre, adäquat auf ihre relevante Umwelt zu reagieren,da in den Lehrplänen die Orientierung an den Wissenschaften, und vor allem an deren
    Systematiken, zu stark ausgeprägt war.“"“

    NATÜRLICH orientiert sich Schule an den Wissenschaften, denn Wissenschaft ist DAS, was Bildung schafft.

    Handlungsorientierung: – Planen – informieren – ausführen – kontrollieren --- drüber diskutieren http://de.wikipedia.org/wiki/Modell_der_vollst%C3%A4ndigen_Handlung

    hoffentlich ist auch noch genug Hintergrundwissen und Theorie dabei. Weiß das hier einer? Manchmal bin ich mir nicht sicher.

    ist Deutschland nicht schon dumm genug?

    ich dachte, dass kann nicht mehr abwärts gehen, aber wenn ich mir so nen Dreck anseh….

  27. 27 Astraea 28. August 2011 um 23:31 Uhr

    http://www.bwpat.de/ausgabe14/gerholz_sloane_bwpat14.shtml

    wenn ihr nicht irgendwann mal aufwacht, werdet ihr das auch an der Uni finden! Dann gibts da auch keine Fachsystematik mehr --- dann werdet ihr genauso verdummt wie die armen Kinder…

    Das ist dann aber EURE Schuld!!! Ich hab euch dann ja gewarnt!

    der Bachelor wird dann genauso bildend wie die Berufsfachschule für die kleine armen Mädchen von der Hautschule…..

    Zwischenergebnis: Es fehlt ein organisierendes Prinzip!

    Beschäftigungsfähigkeit ist zuweilen wohl implizites Leitziel von Bachelor-Studiengängen. Gerade in Bezugnahme auf berufs- und wirtschaftspädagogische Konzepte kann dies auch als Verkürzung akademischer wie auch beruflicher Bildung aufgefasst werden und ein bildungstheoretischer Diskurs wäre durchaus angebracht. – Wir wollen es trotzdem an dieser Stelle nicht weiter hinterfragen, sondern dessen Umsetzung in die Hochschulpraxis betrachten.

    Bezüglich der Ausgestaltung dieses Leitziels geben die Ordnungsgrundlagen eher strukturell-formale bzw. leitende Vorgaben, wie es sich in der Modularisierung von Studiengängen und einer Kompetenzorientierung äußert. In Hinblick auf die inhaltlich-didaktische Ausgestaltung obliegt es den Entscheidungen der Universitäten resp. den Studiengangverantwortlichen. Daher ist es notwendig über die Gestaltung der curricularen und didaktischen Ebene stärker nachzudenken. Hierbei geht es um Fragen der Kompetenzentwicklung bei Bachelor-Studierenden bzw. der Gestaltung solcher Lernprozesse, die zur Kompetenzentwicklung beitragen. Hier wird der hochschuldidaktische Diskurs eher allgemein geführt und nimmt die veränderten Anforderungen nur bedingt auf. Zwar sind unterschiedliche Ansatzpunkte erkennbar, es fehlt aber an einem durchgängig organisierenden Prinzip, wie es im Rahmen der dualen Berufsausbildung durch eine durchgehende handlungssystematische Orientierung vorliegt und was sich in der curricularen Gestaltung durch Lernfelder widerspiegelt.
    3. Orientierungsanker berufliche Bildung: Konzept der Lernfelder und fachdidaktische Gestaltung von Bildungsgängen

  28. 28 Astraea 28. August 2011 um 23:33 Uhr

    Die Rahmenlehrpläne der KMK für den berufsbezogenen Unterricht sind nach Lernfeldern strukturiert, welche aus konkreten beruflichen Tätigkeitsbereichen abgeleitet sind und eine umfassende Handlungskompetenz abbilden (vgl. KMK 2000, 4). Mit der Einführung der Lernfeldcurricula wird ein Paradigmenwechsel für den berufsbezogenen Bereich vollzogen. Curricula sind nicht mehr fachorientiert sondern kompetenzorientiert aufgebaut (vgl. SLOANE 2003, 4).

    Lernfelder werden als berufliche Tätigkeiten beschrieben und in der Terminologie der KMK über kompetenzbasierte Zielformulierungen präzisiert. Lernfelder können umfassend als Lebensräume begriffen werden, welche auf die individuellen Lebenssituationen der Lernenden sowohl in Betrieb als auch Gesellschaft eingehen (vgl. SLOANE 2001, 198). Ein Lernfeld kann insofern als ein didaktisch aufbereitetes Handlungsfeld beschrieben werden, welches an dem Lebensraum der Lernenden anknüpft (vgl. KREMER 2002, 2).

    Lernfeldcurricula sind offene Curricula. Ihre Präzisierung erfolgt im Rahmen einer schulnahen Curriculumentwicklung, welche didaktische und organisatorische Überlegungen impliziert. Reduziert betrachtet, handelt es sich dabei (1) um die Präzisierung des Leitziels, (2) eine curriculare Gestaltung und (3) die Entwicklung von Lernsituationen (vgl. SLOANE 2007a, 45).
    3.1 Leitziel berufliche Handlungskompetenz

  29. 29 Astraea 28. August 2011 um 23:40 Uhr

    Ob man dann im Chemiestudium auch keine Grundlagen mehr hat??? Sonder nach dem Konzept der vollständigen Handlung agiert und Arbeitsaufträge abarbeitet für nen fiktiven Betrieb.

    und wie sieht dann ein Soziologiestudium aus nach dem Konzept der vollständigen Handlung????

    das wird bestimmt witzig. Ein fiktiver Arbeitsauftrag — Handlungsorientierte Umsetzung – Theorie wird dann nur am Arbeitsauftrag durchexerziert

    Zitat: Zu konstatieren ist, dass aufgrund der Verschiebung des Schwerpunktes der Hochschulbildung hin zu einer verstärkten Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden sich auch die Fragen der hochschuldidaktischen Gestaltung neu stellen.

    Das ist eine reale Bedrohungslage

    soll die ganze BildungsWelt nur noch Handlungsorientiert agieren? Keine Fachsystematik mehr – nirgends???

    Das ist aber keine Bildung und keine Wissenschaft mehr!

  30. 30 Astraea 28. August 2011 um 23:53 Uhr

    ZITAT: Für die Hochschulbildung sollte dem Aufbau von ‚trägem Wissen‘ ebenfalls vorgebeugt werden, geht es doch darum bei Studierenden eine Handlungsfähigkeit für zukünftige berufliche Situationen zu fördern. Aus diesem Grund kann eine Orientierung an Konzepten der dualen Berufsausbildung einen fruchtbaren Weg darstellen, da strukturelle Ähnlichkeiten in beiden Bereichen durchaus zu konstatieren sind. Ziel des Artikels ist es festzustellen, welche Anleihen aus der beruflichen Bildung für die curriculare und hochschuldidaktische Gestaltung von Bachelor-Studiengängen genommen werden können.

    DAS ist kein träges Wissen!!!!! Das ist Bildung und Wissenschaft --- und das sollte immer für alle Kinder sein!!!

  31. 31 Astraea 28. August 2011 um 23:54 Uhr

    euch gehts nachher nicht anders, als den Kindern von den Hauptschulen

  32. 32 Astraea 29. August 2011 um 0:29 Uhr

    auch Deutschlands angehende Akademiker sollen nicht vollends verblöden – für manche fertigen Akademiker ist es offensichtlich schon zu spät – die sind schon lange hirntod!!!

  33. 33 Astraea 29. August 2011 um 1:03 Uhr

    na, was hab ich so eben entdeckt – genau wie ich gesagt hab

    Vor dem Hintergrund des Ziels der Vorbereitung der Studierenden auf berufliche Handlungssituationen würde ein fachsystematisches Vorgehen nur bedingt geeignet sein, da sich berufliche Handlungssituationen über die Verschränkung verschiedener fachlicher Perspektiven auszeichnen.

    weiter unten im Link http://www.bwpat.de/ausgabe14/gerholz_sloane_bwpat14.shtml

  34. 34 Astraea 29. August 2011 um 9:15 Uhr

    ich zeig euch mal, wo ihr gerade steht: http://de.wikipedia.org/wiki/Technokratie

    http://www.youtube.com/watch?v=K57f7AWsYuQ

    und das sind die einzigen, die man hier noch wählen kann. Die lassen sich nämlich nicht verarschen:

    http://www.youtube.com/watch?v=VNEy5em5ugA

    aber wie ich Deutschland so kenne, wird auch das hier unreflektiert an den Hochschulen umgesetzt — die berufliche Bildung – ich hab dann ja gewarnt – mit euch kann man es auch immer machen.

    viel Spaß weiterhin bei der absoluten Volksverdummung!

    http://www.youtube.com/watch?v=XexCfjjEtcg

  35. 35 Astraea 29. August 2011 um 9:17 Uhr

    mit euch kann man auch immer alles machen!! Ihr merkt auch nicht viel!

  36. 36 Astraea 29. August 2011 um 13:53 Uhr

    ist es nicht schön in Deutschland --- in spätestens 3 Jahren ist das Lernfeldkonzept an der Uni und spätestens in 10 Jahren ist Deutschland ein Land der kompletten Voll- und Fachidioten….

    ein ganz schleichender Prozess --- still und heimlich und kaum einer bemerkt es…..Hauptsache alle handeln voll handlungsorientiert und führen schön ihre Arbeitsschritte aus…… immer schön informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und dann in einer Diskussion das Handeln evaluieren……

    der Inhalt dahinter ist gar nicht so wichtig – wer braucht das schon….

    viel Spaß weiterhin beim geistigen verflachen…
    hier sind sowieso alle schon strunzend dumm , kommt gar nicht mehr darauf an….

    und alle im Gleichschritt in exemplarischen Lernsituationen: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und dann in einer Diskussion das Handeln evaluieren…… aber immer bedenken: die Wirtschaft ist nie zufrieden – die nächsthöhere Stufe kommt bestimmt.

    aber lasst euch nicht davon irritieren -schlaft mal schön weiter --- aber immer daran denken, dass man in der Demokratie eigentlich immer wach sein muss. Nicht das man eines Tages feststellt, dass man nur manipuliert wird.

  37. 37 Astraea 30. August 2011 um 5:32 Uhr

    einmal sag ich es noch, weils so traurig ist: die werden immer mit Absicht bildungsferner gemacht, nicht versehentlich!!! Seit Jahrhunderten – das sollen nur die einfachen Arbeiter sein…..die sollten nie was können … „praktische Begabung“ --- einfache Bildung fürs einfache Volk.. da hat sich nichts dran geändert, sonst hätten sie es doch reformiert!!!!

    der Realschüler war für die mittlere Ebene — also bekam er nur mittlere Bildung…..und durfte kein Latein und Griechisch haben
    obwohl Humboldt zuerst noch dachte, dass die Kinder das auch bekommen sollen. Der sollte nie mehr Bildung bekommen!! Der ist mittlere Position…

    das ist eine nach Ständen organisierte Gesellschaft…. immernoch Berufsstände… und jeder Stand bekommt SEINE ihm zugiesene Bildung --- auf jeder Ebene im Lehrplan weniger… gerade so viel, wie er zur Ausführung seiner Tätigkeiten braucht!!!

    übrigens: in der Ausbildung die ich gemacht hab, war nicht mal mehr ein Fach Allgemeinbildung drin --- GAR NICHTS! Das wussten die bestimmt, dass eigentlich in der Sekundarstufe 2 Allgemeinbildung reingehört… mancherorts war in den 1990er schon nichts mehr drin --- ich sollte sowas nicht haben als dümmeres Kind!!

    und das wurde jetzt radikalisiert… und selber merken sie es nicht mehr, deshalb wollen sie es auch an die Hochschulen transferieren.

  38. 38 Astraea 30. August 2011 um 6:13 Uhr

    und Jugendliche die schon in Deutschland leben und keine Ausbildung haben kommen in die Ausbildungsbausteine…. weil schulisch mit Allgemeinbildung wollen sie die nicht ausbilden – will die Wirtschaft nicht, die besteht auf dual training.

    Anstatt die schulisch vernünftig mit Abschluss auszubilden holen sie in manchen Gegenden stattdessen jetzt Kinder mit Gymnasialausbildung aus Ländern wie Bulgarien und freuen sich darüber, dass die so eine gute Vorbildung mitbringen: Gymnasiasten.

    ich bin immer noch der Meinung, dass der Staat dann den Auftrag hat die schulisch mit Allgemeinbildung und Praktikum evtl. zu qualifizieren anstatt die in Ausbildungssteinen anzulernen, damit es praxisorientiert ist, oder nicht?

    http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/152189_Warten-auf-bulgarische-Azubis.html

    na hoffentlich geht es nicht nur darum, die Ausbildungsquote einhalten zu müssen.

    ob die OECD Recht hat, dass es in Deutschland mehr Ungelernte gibt als in Frankreich? Muss man mal prüfen. Wie machen das denn andere Länder, wo die schulisch lernen oder alle Highschool machen – die müssen ja erst einen Fachkräftemangel haben…

  39. 39 Astraea 30. August 2011 um 8:06 Uhr

    hier ist schon mal ein Modell dazu: http://www.srh-hochschule-berlin.de/de/studium/business-administration-executive-mba/studieninhalte/

    soo muss man sich das dann vorstellen… alle Fächer werden in die Handlungsorientierung hineingerührt – und ob da wirklich der Gesamtinhalt reinpasst, wag ich zu bezweifeln!

    bei Soziologie gibt es dann z.B. keine Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaft etc mehr, sondern die Lernfelder und der Rest wird reingerührt wie es so scheinbar passt. Für die neue Ebene zwischen Facharbeiter und Akademiker, oder wie stand das in dem Dokument?

    Hauptsache Praxisorientiert – das sind bestimmt irgendwann auch exemplarische Lernsituationen

    Was Adam Smith wohl dazu sagen würde: WAS – die hören nie wieder was von mir?? Alles nur noch Prozessorientiert aus der BWL

    der passt auch bestimmt in keine Handlung rein – bestimmte Dinge passen nie in eine Handlung rein!

    ich hab da Bedenken, dass dieses Konzept in Ordnung ist
    hoffentlich hab ich dann schon zu Ende studiert – ich mach nämlich nicht jeden Gehirnschiss mit – mir ist das immer zu blöd!

    dann setz ich mich lieber mit einem Bier aufs Sofa und bezieh HartzIV

  40. 40 Astraea 30. August 2011 um 9:25 Uhr

    wer bestimmt eigentlich nachher den „Inhalt“ der Lernfelder an den Universitäten??

    ob die Wirtschaft nachher genaue Vorgaben geben darf, was rein soll in vielen Feldern?? Zumindest bei einigen Feldern wird das sicher extrem einfließen…. oder vielleicht doch bei allen? Außerdem soll ja immer ein Aktualitätsbezug zum Beruf bestehen.

    Blöde Arbeitsdrohnen kann man immer brauchen – egal in welchem „Fachbereich“ Oder bestimmt das die EU-Ebene? Wer eigentlich… wer weiß was alles in geheimen Zirkeln so erfolgt.

  41. 41 Astraea 30. August 2011 um 16:18 Uhr

    Und???? Freut Ihr Euch alle schon auf die neue Hochschuldidaktik, die anscheinend schon die ersten Hochschulen erreicht???

    und immer alle schön im Gleichschritt handlungsorientiert wie die letzten Vollidioten: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    Und nun ALLE: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    na weiter: Das muss nachher aber auch in den Master und den PhD: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    der Inhalt ist scheiß eeegaaaaalll

    und nochmal Alle: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    na, merkt ihr schon den Fachidioten in Euch???

  42. 42 Astraea 30. August 2011 um 21:19 Uhr

    http://www.kibb.de/cps/rde/xbcr/SID-F2280556-88E842E9/kibb/HT2011_FT19_Gerholz.pdf

    das ist der Planungsprozess dazu --- Das erste Resultat dazu hab ich euch ja schon gezeigt. Aber wenn euch das nicht zu blöd ist nachher…. mir ist das nachher echt zu blöd.

  43. 43 Astraea 30. August 2011 um 22:19 Uhr

    eine blöde letzte Frage an euch hab ich noch: http://www.berufsbildung.nrw.de/cms/unterrichtshilfen-zu-einzelnen-berufen/gesamtuebersicht/wirtschaft-und-verwaltung/automatenwirtschaft/lernfelder/uebersichten-lernsituationen-aller-buendeslungsfaecher.html#lf1

    wie baut man denn Religionslehre in „Alles Paletti auf der Palette“ ein???

    Saufen,……………

  44. 44 Astraea 31. August 2011 um 6:34 Uhr

    Alter Ey!! „Action Mindset“ hört auch auch voll cooool an!! Das ist bestimmt voll der Dufte Studiengang!!! Voll Geil, Alter!!!!

    „Action Mindset“" — sowas will ich auch studieren!

    Oi, Oi, Oi — ist das cool gebildet, Alter, Mann – sind wir schlau!!!!

  45. 45 Astraea 31. August 2011 um 6:41 Uhr

    manchmal würd ich mir am Liebsten den ganzen Tag eine Bierflasche auf den Kopf hauen --- das macht hier auch nichts mehr…..

  46. 46 Astraea 31. August 2011 um 7:19 Uhr
  47. 47 Astraea 31. August 2011 um 7:52 Uhr

    „alles paletti auf der Palette“

    wenn du immer fleißig deine Facharbeit machst, kannst du auch in den Himmel kommen“

    oder wie macht man das?? Alles klar, ey…wird immer blöder hier

    http://www.youtube.com/watch?v=Sz8GpC6ICoo&playnext=1&list=PL1702F2242CDAA084

    Alter, ist mir das zu blöd, ey!!!

    weitersaufen!!!

  48. 48 Astraea 31. August 2011 um 17:21 Uhr

    studiert nachher halt alle auf Arbeitsprozess- und Berufsbildungsniveau – und der Bachelor ist dann der neue Facharbeiter – dann aber auch in den Studiengängen bis rauf zum PhD bitte — alle Handlungsorientiert… dann können wir aber nachher alle im EQR/DQR nur noch in den Unternullbereich!!!

    und das Niveau an euern Hochschulen wird etwas absinken so ganz ohne Fächersystematik. Wetten in irgendeiner Schublade liegt schon ne Anordnung dazu bald bereit. Muss doch berufsorientierter werden. Hier wird sowieso alles umgesetzt ohne drüber nachzudenken.

    Und nun ALLE: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und evaluieren……

    also für die Abbildung im EQR reicht das nicht mehr! Die APPD ist im EQR in Stufe 8!!!! Viel Spaß beim Verblöden! – Mir ist das echt alles zu blöd hier!

    ich hör erstmal gute Mucke:
    http://www.youtube.com/watch?v=qttahVddDA4&feature=related

    Muhahahahahaha — dann studieren nachher alle „ACTION MINDSET“ und nicht mehr nach Fachsystematik ---- Alter, ist das geil witzig hier!!! Die Welt ist total hohl!!Und wird immer dümmer!!! Das muss man doch mal merken Mann!

    . „Lern“felder als „Innovation“ – die duale Ausbildung wird auch exportiert – zu blöd nur, dass man im Endeffekt damit alle verblödet und nachher kann niemand mehr was! Dann gibts auch keine echte Wissenschaft mehr. Dann gibts nur noch hohle Nüsse!

    http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:NOKTkXNtqkAJ:it-medien-hamburg.nmmn.com/ycms/sites/www.sda-hamburg.de/objarchiv/20/BIBBDQRSloan.pdf+lernfelder+innovation+hochschulbildung&hl=en&pid=bl&srcid=ADGEESgBD6_jz9jtpA67ervdnk8Wpvm85nJrTbp0g1kxCAOwi-GtsOJnkyI7hU7YbQ75PhVXvbcUpH71O3TqgJ_XJ_gvYwmCY-Mc_ifSkqjdEwPcyWEgkc2kwMgIaf4k-2pLt4cMynVP&sig=AHIEtbS1C1-VRj2DKoEOW09nCDWv6oYzfA

    und alle werdet in den EQR gepresst, der konsequent von der Handlungsorientierung der „Lern“felder bei den „Kompetenzen“ ausgeht (vorgelegt vom Kuratorium der deutschen Wirtschaft) --- ist euch das nicht alles zu hohl? Nicht das eure Bildung nur an dem EQR und seinen Handlungskompetenzen angepasst wird ständig und an Wirtschaftsvorgaben. Wer die Bildung manipuliert hat irgendwann keine mehr!

    also mir ist sowas alles zu blöd.

    Folget mir nach zur Rückverdummung! – wer mir nachfolgt, der kommt im EQR in Stufe 8 – und nur der!

    ich hör erstmal Mucke:
    http://www.youtube.com/watch?v=XexCfjjEtcg

  49. 49 Astraea 03. September 2011 um 19:01 Uhr

    wat hab ick denn da gefunden:

    http://www.logistik.tu-dortmund.de/wirtschaftskuratorium/wirtschaftskuratorium.html

    http://www.logistik.tu-dortmund.de/zielsetzung/zielsetzung.html

    na, wat hab ick gesacht!!! Es fängt schon an!Der Einfluss wird ausgebaut und die Didaktik sicherlich verändert

  50. 50 Astraea 05. September 2011 um 7:42 Uhr

    die neue Hochschuldidaktik im Bachelor:

    „Dieses Modell der vollständigen Handlung stellt „idealtypisch dar, wie z.B. ein Facharbeiter einen kompletten Arbeitsauftrag ausführt.“Wenn nun das „gewünschte Verhalten des Facharbeiters mit der vollständigen Handlung beschrieben werden kann, soll die Ausbildungsmethode entsprechend strukturiert werden.“

    das neue Zwischending zwischen Facharbeiter und Akademiker muss dem unbedingt angenähert werden --- informieren – planen – ausführn – kontrollieren – uund evalu-ieren

    Muhahaha – viel Spaß dabei

    der Bachelor of „action Mindset“ (Ick) bin dann ja hoffentlich schon fertig, denn mir ist das zu hohl von der Wirtschaft manipuliert zu werden!! Ick bin doch nicht beschränkt!!!

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