The sad Trouth behind London Riot

Ein Reporterteam hat einen jungen Demonstranten gefragt, ob Randale das richtige Mittel für Protest sei. Seine Antwort:

„Yes,“ said the young man. „You wouldn‘t be talking to me now if we didn‘t riot, would you?“

The TV reporter from Britain’s ITV had no response. So the young man pressed his advantage. „Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you.“

http://worldblog.msnbc.msn.com/_news/2011/08/07/7292281-the-sad-truth-behind-london-riot

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20 Antworten auf „The sad Trouth behind London Riot“


  1. 1 Andreas 09. August 2011 um 16:11 Uhr

    Ein weiteres Problem:

    Die Argumentationsgrundlage gegen Plünderungen ist reichlich dünn. In Großbritannien sieht es wahrscheinlich nicht besser aus als in der Bundesrepublik Deutschland. Finden sie das Wirtschaftssystem gerecht?

    Akzeptanz der Marktwirtschaft

    Hier ein größeres Bild: Gerechtigkeit des Wirtschaftssystems

  2. 2 Andreas 09. August 2011 um 16:40 Uhr

    Cameron sieht keinen Grund zur Selbstkritik, sondern droht nur Konsequenzen für die Jugendlichen an.

  3. 3 Andreas 09. August 2011 um 16:45 Uhr

    Cameron zu den Jugendlichen: Ihr ruiniert nicht nur die Stadt, sondern auch eure eigene Zukunft. Letzteres wird die Jugendlichen wohl kaum interessieren.

  4. 4 Carl 09. August 2011 um 16:58 Uhr

    Ich weiß leider gar nicht viel über das Wirtschaftssystem in Großbritannien, aber zum Bildungssystem habe ich kürzlich gelesen, dass ein sehr hoher Anteil der Studenten an den guten Universitäten von den Privatschulen stammt. So schicken fünf Eliteschulen mehr Schüler nach Oxbridge als 2.000 andere Schulen zusammen.
    Im nächsten Post ist ein Link, bitte freischalten.
    Muss ich das mit den Links eigentlich immer erwähnen, oder funktioniert das auch so?

  5. 5 Carl 09. August 2011 um 16:59 Uhr
  6. 6 Irene 09. August 2011 um 23:42 Uhr

    (A propos elitäre Schulen: Die Doku über die linksbürgerliche Odenwaldschule war sehr gut.)

  7. 7 Irene 09. August 2011 um 23:55 Uhr

    > Die Argumentationsgrundlage gegen Plünderungen ist reichlich dünn.

    Andreas, kann es sein, dass Du die Verhältnisse indirekt romantisierst und wütenden Männern gern edle Ziele unterstellst? Einfach weil es Dir in den Kram passt?

    Das hier klingt nicht gut:

    Mr Lenart said he did not know whether the shop was attacked because it is a gay store, but pointed out that no other shops in the area had their windows smashed.
    http://www.pinknews.co.uk/2011/08/08/london-gay-bookshop-attacked-by-vandals/

  8. 8 Andreas 10. August 2011 um 1:01 Uhr
  9. 9 Andreas 10. August 2011 um 1:55 Uhr

    Ich habe im übrigen niemanden edle Ziele unterstellt. Es sind nicht die Riots, die Heterosexismus hervorbringen, sondern den gab es bereits vorher, in allen Gesellschaftsschichten. Genau wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus.

    Spannend fand ich im Guardian-Artikel folgende Passage:

    „They‘re disconnected from the community and they just don‘t care,“ he said.

    In some senses the rioting has been unifying a cross-section of deprived young men who identify with each other, he added.

    Kast gave the example of how territorial markers which would usually delineate young people’s residential areas – known as ‚endz‘, ‚bits‘ and ‚gates‘ – appear to have melted away.

    „On a normal day it wouldn‘t be allowed – going in to someone else’s area. A lot of them, on a normal day, wouldn‘t know each other and they might be fighting,“ Kast said.

    „Now they can go wherever they want. They‘re recognising themselves from the people they see on the TV [rioting]. This is bringing them together.“

  10. 10 Esra 10. August 2011 um 1:59 Uhr

    Typisch bürgerlicher Beißreflex. Da gibt es einen passenden aktuellen Kinofilm, Planet der Affen – Prevolution, indem der Aspekt der systematischen Demütigung und Ausgrenzung, der sich in Rebellion und Widerstand umschlägt, auch thematisiert wird. Zwar artenübergreifend und etwas bizarr, dies auf die Wirklichkeit zu übertragen. Aber es passt schon. In einer bürgerlichen Linke, die mittlerweile schon so abgehoben ist in absurden Veganszenen Tieren mittlerweile mehr Existenzrechte einzuräumen als Menschen, ist dieses nicht verwunderlich. Subalternen Menschen hört man sowieso am Besten erst gar nicht zu, weil sie ja geistig minderbemittelte und unfähige Menschen sind, die nichts checken und nicht denken können, höchstens fehlerhaft kommunzieren und gestört handeln.

    Viele – so scheint es – leben in einer Traumwelt, dass das segenreiche Europa ein humanitäres Schlaraffenland sei, wo alle ausnahmslos gleich behandelt würden. Auf die Ursache-Wirkung-Ebene will ich gar nicht erst zu sprechen kommen. Dank den Pilern ist man mehr als bereitwillig und zuvorkommend, stellvertretend Fehler in den theoretischen Auseinandersetzungen der 60er, 70er, 80er einzuräumen und verabschiedet sich offenkundig von den Postkolonialen Studien, die sowieso kaum Gehör fanden, außer in jenen hermeneutisch abgeriegelten Akademikerzirkeln. Damit gesteht man sich eine Mitschuld an den heutigen Exzessen und deklassiert nochmals die Deklassierten, um sie völlig in dieses Bild des Macho-haften und ethnisch unziviliserten Typus‘ zu rücken.

    Ich finde es traurig, dass diese Ausschreitungen eskaliert sind, noch trauriger finde ich die verzerrte Wahrnehmung, und die staatlichen Stellungnahmen. Kein Wort davon, wie es zu sozialen Brennpunkten kommen konnte und dass der Staat in seiner Sozialpolitik völlig versagt hat…

  11. 11 Irene 10. August 2011 um 10:47 Uhr

    Andreas, das Problem ist, dass Du beklagst, dass diejenigen, die nicht gewalttätig werden, nicht gehört werden. Jetzt wird hingeschaut, aber auch nur auf diejenigen, die Randale machen. Von den Frauen hört und sieht man nichts, weil die aus den Straßen verschwunden sind. Jetzt sind Jugendliche und männliche Jugendliche im Sprachgebrauch verschmolzen. Wie damals in Paris. Dort war die Lage nicht so krass, da hätte man vielleicht auch mal junge Frauen interviewen können. Auf die Idee kam aber niemand. Jugend ist ja jetzt männlich.

  12. 12 Irene 10. August 2011 um 11:02 Uhr

    (Inwiefern die britische Gesellschaft gerechter wird, wenn man den Nachbarn die Bude abbrennt, müsstest Du auch noch erklären.)

  13. 13 Andreas 10. August 2011 um 11:21 Uhr

    Hallo Irene, viele Frauen haben bei der Revolte mitgemacht und diese unterstützt. Auch für Frauen aus den unteren Schichten gilt, dass ihnen die Partizipation am gesellschaftlichen Reichtum verwehrt wird, dass sie durch das Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass ihnen immer weniger zur Verfügung steht, weil die Reichen sich immer mehr aneignen.

    Problematisch ist, dass es verboten ist, sich das zu nehmen, was man zur gesellschaftlichen Teilhabe braucht. Und wer bei den Riots mitmacht, der muss „mit der vollen Härte des Staates“ rechnen. Und nicht nur des Staates, sondern man wird dann auch mit enthemmten Breivik-Typen konfrontiert:

    One far-right group said about 1,000 of its members were taking to the streets to deter rioters.

    „We‘re going to stop the riots — police obviously can‘t handle it,“ Stephen Lennon, leader of the far-right English Defense League, told The Associated Press. He warned that he couldn‘t guarantee there wouldn‘t be violent clashes with rioting youths.

    Anders Behring Breivik, who has confessed to the bombing and massacre that killed 77 people in Norway last month, has cited the EDL as an inspiration.Police calm London, but riots flare across UK

    Es ist doch ganz einfach. Ein Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen und braucht für seine Gesellschaftlichkeit einen Teil des über jahrtausende erarbeiteten gesellschaftlichen Vermögens. Wenn ihnen das verwehrt wird, dann liegt das Problem nicht darin, dass sie es sich dennoch nehmen, sondern darin, dass ihnen das verwehrt wird.

    Dass es dann in den Riots sexistisch und heterosexistisch zugeht, liegt ganz einfach daran, dass die Gesellschaft sexistisch und heterosexistisch ist. Das liegt doch nicht an den Riots.

    Es ist unsere Aufgabe, die eigentliche Ursache für die Riots herauszuarbeiten, statt sie zu verurteilen. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jetzt nicht Befriedungsprogramme gefahren werden, in dem die aggressivsten befriedet werden.

  14. 14 Administrator 10. August 2011 um 11:38 Uhr
  15. 15 Irene 10. August 2011 um 11:52 Uhr

    Habe eben auf Tagesschau.de ein Interview mit Pfeiffer gesehen, er erwähnt neben den fehlenden gesellschaftlichen Perspektiven auch, dass in England das elterliche Züchtigungsrecht noch besteht und das ebenfalls jugendliche Aggressionen fördert.
    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video958328.html

  16. 16 Andreas 10. August 2011 um 12:34 Uhr

    Das mit dem Züchtigungsrecht ist mir neu. Werden dort tatsächlich mehr Kinder von Eltern verprügelt als in Deutschland? Als alleinige Erklärung möchte ich das jedoch nicht stehen lassen, denn die Regierung fordert jetzt ja gerade mehr Härte gegenüber Jugendlichen, um die Revolten einzudämmen. Dennoch, als psychologische Erklärung würde das passen, die „proletarische Protestmännlichkeit“ ist nach Rühle auch ein Resultat von schlagenden Eltern und Lehrkräften. Dies würde dann auch miterklären, warum mehr männliche als weibliche Jugendliche bei den Revolten dabei sind. Aber das wäre eine tiefenpsychologische Erklärung, hier liegen doch aber auch ökonomische Verhältnisse vor, bzw. Klassenkämpfe. Und an diesen sind natürlich auch Frauen beteiligt: London rioters: ‚Showing the rich we do what we want‘

  17. 17 Irene 10. August 2011 um 12:41 Uhr

    Pfeiffer hat das ja nicht als alleinige Erklärung gemeint.

  18. 18 Irene 10. August 2011 um 13:18 Uhr

    Ich glaube übrigens gerade nicht, dass es einfach ist. Einfach ist es nur, wenn man den Konflikt nutzt, um zu fordern, was man eh immer fordert.

  19. 19 Andreas 10. August 2011 um 13:48 Uhr

    Wieso „nutze“ ich den Konflikt. Du tust gerade so, als würde ich den Konflikt instrumentalisieren. Dabei habe ich hier mehrfach Jugendliche zitiert, die an der Revolte beteiligt sind. Ich instrumentalisiere doch nicht eine Revolte, wenn ich die Forderungen der Revoltierenden ernst nehme.

    Verkompliziert wird die Sache, wenn Ausgrenzung, Marginalisierung und ein nicht enden wollender Umverteilungsprozess zugunsten der Reichen ausgeblendet wird. Kompliziert wird es auch, die Planetenbewegung zu erklären, wenn man konstatiert, dass die Erde im Mittelpunkt des Sonnensystems steht. Mit diesem falschen Standpunkt braucht man jede Menge Hilfserklärungen. Wenn man vom Standpunkt der Reichen zum Standpunkt der Armen übergeht, dann fällt jede Menge Hilfskonstruktion und Ideologie weg.

    P.S. was hälst du von Brechts Resolution der Kommunarden?

  1. 1 London: “not bad people” vs. “a bunch of idiots” « some reason.. Pingback am 09. August 2011 um 16:34 Uhr
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