Aufgeschnappt: „Ausbildungsunfähige Jugendliche“

Gunnar Heinsohn zur Frage, warum es in Großbritannien, aber nicht den USA Aufstände gibt:

„Das liegt daran, dass Bill Clinton 1997 ein Gesetz gegen eine schnell zunehmende Jugend, die nicht ausbildungsfähig ist und ihre zahlenden Mitbürger mit Gewalt bedroht, etablierte: Körperlich gesunden Amerikanern kürzte er den bis dahin lebenslangen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe auf fünf Jahre.“ Tagesanzeiger: „Das ist kein englisches Problem“, 11.08.2011

Diese eugenischen Forderungen hatte er zuletzt 2010 in mehreren Zeitungen von sich gegeben.

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4 Antworten auf „Aufgeschnappt: „Ausbildungsunfähige Jugendliche““


  1. 1 Paulchen Panther 12. August 2011 um 23:03 Uhr

    Und, wo ist jetzt das problem ?

  2. 2 Andreas 13. August 2011 um 9:23 Uhr

    Das Problem besteht in einer Reihe von Unterstellungen, Zuschreibungen und Ausblendungen.

    1. Ausgeblendet wird, dass das gesellschaftliche Vermögen extrem ungerecht verteilt ist.
    2. Ausgeblendet wird, dass das Bildungssystem nicht gerecht ist.
    3. Unterstellt wird, dass alle Arbeitslosen Kinder in die Welt setzen, um mehr Sozialhilfe zu erreichen.
    4. Unterstellt wird eine generelle Ausbildungsunfähigkeit von Jugendlichen aus armen Familien und eine gleichzeitige Gewaltbereitschaft.
    5. Unterstellt wird, dass es zahlende und empfangene Mitbürger gibt. „Steuern zahlen“ ist aber bereits ein falscher Ausdruck. Steuern werden eigentlich nicht gezahlt, sondern es wird Vermögen korrigiert. Diese Korrektur gehört zum sozialen Konsens genauso wie das Konstrukt Geld. Wenn man von „Steuern zahlen“ spricht, dann essentialisiert man das Geld und tut so, als gäbe es Geld in einer realen Wirklichkeit außerhalb der sozialen Wirklichkeit.
    6. Die soziale Frage wird demographisiert. Heinsohn befindet sich da in einer Linie mit Malthus. Das ist menschenverachtend.

    Ein weiteres Problem ist, dass einige dieser Denkfiguren zu einem Diskurs gehören, der u.a. über der rassistisch geprägte Magazin „Mankind Quarterly“ auch im Nationalsozialismus wirkmächtig war und während den Family Wars und der Bell Curve Diskussion in den Vereinigten Staaten sein Unwesen trieb. Auf diese Bell Curve Diskussion bezieht sich Heinsohn ja.

    Ein weiteres Problem ist: wenn man einer Gruppe von Menschen generell eine Ausbildungsunfähigkeit und Gewaltbereitschaft unterstellt und von ihnen sagt, sie wären besser nicht geboren, dann ist es nur noch ein weiterer Schritt, diese Leute direkt umzubringen. Von solchen Leuten wie Breivik, den Attentäter von Oslo, gibt es in unserer Gesellschaft sicherlich viele, und diese greifen gerne auf solche menschenverachtenden Ideologien zurück.

  3. 3 Esra 14. August 2011 um 0:37 Uhr

    Der Sozialrassismus war und ist fester Bestandteil dieser Gesellschaft. Einfach mal beobachten, wie man mit Menschen umgeht oder sich ihnen gegenüber verhält, denen man ansieht, dass sie kein Geld haben, verzweifelt und bedürftig sind? Die bekommen mit voller Wucht die gesellschaftliche Antwort auf ihr Daseinswert, nicht mehr zu sein, als Untermenschen. Da ist man – und das muss man leider so sagen – als Hund besser dran. Oder generell als Tier. Einfach nur mal demnächst aktiv in der öffentlichen Arena beobachten, wie die Segregationsprozesse zwischen Über- und Untermenschen über die Bühne gehen… Viel Spaß!

  4. 4 Teodor Webin 18. August 2011 um 14:41 Uhr

    London Calling – Wie politisch sind die Riots in England?
    http://www.fau-muensterland.de/?p=447

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