Artikel zum 70. Geburtstag Barbara Ehrenreichs

„Selbst ›aufgeklärte‹ Menschen, die vielleicht bei einer rassistischen Bemerkung zusammenzucken, werden ohne weiteres charakterbedingte Mängel einer nicht näher definierten ›Unterschicht‹ auflisten. Sie kommen dabei unweigerlich immer wieder auf Ignoranz, Promiskuität und Faulheit. Wenn sie die weiße (…) Arbeiterschicht karikieren, haben sie kaum Hemmungen: deren Geschmack ist ›kitschig‹, ihre Gewohnheiten sind ungesund und ihre Ansichten hoffnungslos intolerant und engstirnig.“ Ein Artikel von Michael Zander in der Jungen Welt, 26.08.2011 Lesen

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1 Antwort auf „Artikel zum 70. Geburtstag Barbara Ehrenreichs“


  1. 1 Carl 18. September 2011 um 13:16 Uhr

    Ich habe den Artikel nur überflogen.
    Barbara Ehrenreich empfinde ich persönlich als ein bisschen heuchlerisch.
    So hat sie ja zum Beispiel einen Job bei Walmart und regt sich über die dicken weißen Menschen, die dort einkaufen, auf.

    Du sprichst das Thema Gesundheit an, eines der interessanteren. Wir wissen ja, dass der Gesundheitszustand, ja selbst die Lebenserwartung und die Säuglingssterblichkeit auch in einer Gesellschaft wie der unseren noch immer eng mit der sozialen Schicht verknüpft ist.
    Das ist ein Thema zu dem ich sehr gerne mehr Beiträge hier sehen würde, auch selbst so einiges schreiben könnte, weil er mich sehr interessiert – wenn ich nicht so wenig Zeit dazu hätte und besser schreiben könnte.
    Ich kriege leider nicht die wirklich guten, interessanten Aufhänger hin.

    Ich könnte auch einen persönlichen Erfahrungsbericht darüber schreiben. Bis vor kurzem glaubte ich, dass gesunde Ernährung eigentlich was für „feine Pinkel“ ist und habe ganz bewusst zu weißem Brot und Limo gegriffen. Kaffee und Zigaretten waren mir auch nicht fremd. Das hat sich – natürlich – gerächt. Ich habe das aber nicht verstanden. Irgendwie hat es dazu intellektuell nicht gereicht, obwohl ich all die Informationen verfügbar hatte. Ich war einfach der Meinung, dass Vollkornbrot etwas für health-nuts ist, die in einer Art Aberglauben alle Krankheiten auf ungesunde Ernährung zurückführen.

    Inzwischen rauche ich nicht mehr, trinke kaum noch Kaffee mehr und versuche Obst, Gemüse und Vollkornbrot in meinen Speiseplan zu integrieren. Ich bin dadurch gesünder geworden.
    Auf alten Fotos sehe ich so richtig abgefuckt aus, bleich, mit Augenringen und jetzt Jahre später sehe ich besser aus und fühle mich Jahre jünger.

    Um das zusammenzufassen denke ich, dass der Gedankengang „gesunde Ernährung = intoleranter, skinny-decaf-latte-machiatto-trinkender, prius-fahrender Mittelschichtsar…“ nicht besonders hilfreich ist.
    Was an einer solchen Person ja eigentlich schlimm ist ist weder die gesunde Ernährung, noch der Prius, sondern die Intoleranz.

    Dazu kommt natürlich noch, dass gesunde Ernährung teuer ist und manchmal ist das Obst ja auch verschimmelt. Wenn es abgepackt ist, sieht man das nicht immer. Ich glaube, das ist nicht jedem klar, dass viele Leute nicht mal eben drei Euro in etwas investieren können, das vielleicht verschimmelt ist.

    Wisst ihr wovon ich rede?

    Wenn jemand von euch mal einen Artikel über Klassenkörper und gesunde Ernährung schreibt und noch Material dazu sucht, dann meldet euch mal bei mir, weil ich vielleicht welches beschaffen kann.

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