OECD Bildung auf einen Blick 2011

Die aktuelle OECD-Studie stellt für Deutschland u.a. folgende Trends fest:

  1. Die Bildungsausgaben gemessen am BIP sind vor allem im Primärbereich (Grundschule) gesunken und gehören zu den niedrigsten im OECD-Vergleich.
  2. Bei der Zahl der Hochschulabschlüsse wird Deutschland immer weiter abgehängt.
  3. Die Beschäftigungsquote für Akademiker_innen ist in der Wirtschaftskrise nur in Deutschland und Australien gestiegen.
  4. Die Einkommensunterschiede zwischen Akademiker_innen und Nicht-Akademiker_innen sind in Deutschland gewachsen.

Einige Zitate aus der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2011″
„Die Beschäftigungsquote der Absolventen tertiärer Bildungsgänge ist zwischen 2008 und 2009, auf dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschaftskrise, in Deutschland um 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Deutschland und Australien waren die einzigen OECD-Länder, in denen die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften in dieser schwierigen Zeit zugenommen hat.“
„Zwischen 1999 und 2009 ist der Verdienstvorsprung, den männliche Arbeitskräfte mit Tertiärabschluss gegenüber solchen mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II haben, um 16 Prozentpunkte gestiegen (Tabelle A8.2b). Somit zahlen deutsche Arbeitgeber einen höheren Aufschlag für Beschäftigte mit Tertiärabschluss. Bei den Frauen war dieser Effekt sogar noch ausgeprägter: Für sie ist der entsprechende Verdienstvorteil im selben Zeitraum um 31 Prozentpunkte gestiegen“
„Deutschland steht gemessen am Anteil der Hochschulabsolventen, der mit 29% deutlich unter dem OECD-Durchschnitt (39%) liegt, unter 27 OECD-Ländern auf Platz 23.“
„In Deutschland zahlen die Arbeitgeber mehr für ihre Beschäftigten als in anderen OECD-Ländern, und sie zahlen umso mehr, je höher das Bildungsniveau ihrer Arbeitnehmer ist. Die durchschnittlichen jährlichen Arbeitskosten für Beschäftigte zwischen 25 und 64 Jahren […] mit Tertiärabschluss auf 87 000 US-$. Deutsche Arbeitgeber müssen somit jährlich ungefähr 20 000 US-$ mehr für einen Mitarbeiter mit Tertiärabschluss zahlen als im OECD-Durchschnitt (Tabelle A10.1). Aus den Daten geht auch hervor, dass das Bildungsniveau mehr zählt als die Berufserfahrung.“
„Nach Berücksichtigung der direkten und indirekten Kosten beläuft sich der Kapitalwert der Verdienst- und Beschäftigungsvorteile, die einer deutschen männlichen Arbeitskraft über ihre gesamte Lebensarbeitszeit durch einen Tertiärabschluss entstehen, auf 148 000 US-$, weniger als im OECD-Durchschnitt (175 000 US-$). […] Der Kapitalwert der Beschäftigungs- und Verdienstvorteile, die einer männlichen Arbeitskraft durch einen Abschluss des Sekundarbereichs II oder eine abgeschlossene duale Berufsausbildung entstehen, beträgt über die Lebensarbeitszeit gerechnet nur rd. 38 000 US-$; im Vergleich zu einem OECD-Durchschnitt von 78 000 US-$ ist dies besonders wenig.“
„1995 gab Deutschland 5,1% seines BIP für Bildung aus, 2008 nur 4,9% – deutlich weniger als der OECD-Durchschnitt von 5,9%. Damit steht Deutschland nunmehr auf Platz 30 unter den 36 Ländern, für die Daten zum Anteil des Nationaleinkommens vorliegen, der in die Bildung investiert wird.
Dieser Rückgang betraf vor allem die Bildungsbereiche unterhalb des Tertiärniveaus, wo die Schülerzahlen gesunken sind. Besonders niedrig sind die jährlichen Ausgaben je Schüler im Grundschulbereich. Im Vergleich zu einem OECD-Durchschnitt von 7 200 US-$ gibt Deutschland nur 5 900 US-$ je Grundschüler aus (Tabelle B1.1a), und dies obwohl das Verdienstniveau erfahrener Grundschullehrer in Deutschland das dritthöchste im OECD-Vergleich ist (57 000 US-$). Dies hat zur Folge, dass in Deutschland die Klassen größer sind, mehr Schüler auf eine Lehrkraft kommen und die Schüler auch weniger Unterrichtsstunden haben.“

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