Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Der Sammelband „Strangers in ‚Paradise‘“ wird herausgegeben von einer Gruppe von Akademiker_innen mit nicht-akademischen Klassenhintergründen. Der Sammelband zielt darauf ab, Dominanzverhältnisse innerhalb der Hochschulen, die mit Klasse/sozialer Herkunft zu tun haben (=Klassismus), zu benennen und zu kritisieren.

Klassismus innerhalb der Hochschulen ist überall spürbar und wird doch fast nie zum Thema gemacht: Working Class/Poverty Class-Academics werden an Hochschulen alltäglich mit Marginalisierungen, Ausschlüssen und Anpassungsdruck konfrontiert. Hochschulen werden so zu einer jener Instanzen, die zur Legitimierung und Unsichtbarmachung kapitalistischer Ausbeutungs- und Dominanzverhältnisse beitragen.

Mit dem Sammelband wollen wir, das Herausgeber_innenkollektiv, Working Class/Poverty Class-Akademiker_innen Gehör verschaffen. Wir wollen zum Austausch und zur kollektiven Selbstorganisierung beitragen, die symbolische Gewalt des „Jeder ist seines Glückes eigener Schmied“ durchbrechen und gegen den Bluff-Kompetenz-Vorteil von Akademiker_innen-Kindern vorgehen.

Wir suchen Autor_innen, die an eine Hochschule angebunden sind oder die eine gewisse Zeit an der Hochschule verbracht haben, und die über ihre Erfahrungen, Umgangsstrategien und Überlegungen hinsichtlich Klassismus schreiben möchten: Studierende und Studienabbrecher_innen, (ehemalige) Mitarbeitende und Professor_innen mit sogenannter „niedriger“ Herkunft, mit nicht-akademischem Klassenhintergrund, mit Arbeiter_innenhintergrund, aus Poverty/Working Classes. Wir möchten ganz besonders auch diejenigen von euch ermutigen, mitzumachen, die von Mehrfachdiskriminierungen betroffen sind. Wir gehen davon aus, dass auf Klassismus bezogene Erfahrungen, Handlungsstrategien und Reflexionen auch davon abhängen, wie wir hinsichtlich beispielsweise Rassismus oder (Hetero-)Sexismus verortet sind.

Auf Wunsch könnt ihr auch unter Pseudonym schreiben.

Zu den Herausgeber_innen
Working Class/ Poverty Class Academics sind ein Netzwerk von Akademiker_innen mit einer sogenannten niedrigen sozialen Herkunft. Sie gründeten sich in den 1990er Jahren in den Vereinigten Staaten. Die deutschsprachige Gruppe der WCPCA entstand während der 15. Internationalen Tagung der WCPCA in Münster. Hier gibt es weitere Informationen: http://wcpca.wordpress.com

Falls Ihr Interesse habt, schreibt uns bitte an: WCPCA_de-owner@yahoogroups.de

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12 Antworten auf „Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘““


  1. 1 Carl 19. September 2011 um 16:27 Uhr

    Wisst ihr, dass es schon einen Comic und ein Buch mit diesem Titel gibt?

    Ich hätte zwei Fragen: 1) Darf man diesen Aufruf auch in anderen Foren posten?
    2) Hätte igendjemand Lust zusammen mit mir einen Text zu erarbeiten? Ich persönlich könnte mir vorstellen (pseudo-)akademische Texte zu folgenden Themen zu schreiben:

    a) „Der Ärger mit der Konterkultur – warum Arbeiter und linke Studenten so selten einer Meinung sind“ (inlusive: Die häufigsten kulturellen Missverständnisse bei der politischen Arbeit und Möglichkeiten sie zu vermeiden)
    b) „Blackface – und warum es nichts hilft wenn reiche Menschen sich Ghetto benehmen“. Blackface nennt man es, wenn ein weißer sich schwarz anmalt. Es gibt aber imho auch ein soziales Blackface und dieses ist nicht wirklich weiterführend, da es keinem hilft. Die Armen fühlen sich verarscht bestenfalls. Denn was die Reichen unter „Ghetto“ verstehen, das ist eine Karikatur.
    c) „Etwas ganz Besonders? Oder einer von vielen?“. Dieser Text könnte sich mit kulturellen Besonderheiten der Arbeiterschicht einerseits und der Mittelschicht andererseits beschäftigen. Ich würde dabei insbesondere gerne auf das städtische Arbeitermilieu aus traditionellen Arbeiterstädten, das konfessionell gebunden ist, eingehen und auch einen kleinen Exkurs machen über Landwirte.

    Ich sehe folgende Besonderheiten:

    Arbeitermilieu (typische Eigenschaften des Kindes und heranwachsenden jungen Menschen):
    *eher anti-Status
    *Loyalität wird geschätzt
    *möchte einer vom Team sein
    *möchte nicht besonders im Sinne von besonders begabt sein
    *sucht nach Dingen, die ihn mit anderen verbinden
    -->Enge

    Mittelschicht:
    *Individualität wird geschätzt
    *möchte etwas Besonderes sein, sucht aktiv nach Anzeichen der Besonderheit an sich
    *sucht nach Dingen, die ihn vor allen anderen auszeichnen
    -->Einsamkeit

    In der Uni nun werden Dinge, die in der Mittelschicht positiv bewertet werden, geschätzt. Bei uns war es zum Beispiel nicht möglich, dass zwei Studierende als Team zusammen einen Text schreiben und dafür beide die gleiche Note bekommen. Nein, es musste kenntlich gemacht werden, von wem welcher Teil stammt- das auch dann wenn beide zusammen geforscht hatten und die Forschungsarbeit weit wichtig war als das schreiben des Textes. Ich empfinde das als blödsinnig und eine unserer Professorinnen empfand das auch so. Ich vermute, dass sie aus der Arbeiterschicht stammte.

    Wenn jemand Lust haben sollte zusammen mit mir einen Text zu gestalten, dann melde dich bitte hier.

  2. 2 Andreas 19. September 2011 um 16:31 Uhr

    Also ich weiß das. Meinst du, dass das ungünstig ist?

  3. 3 bubi zitrone 19. September 2011 um 16:33 Uhr

    eine bemerkung zu der institution oder gruppe, die diese projekt, sowie eine kontaktadresse wären super.

  4. 4 Carl 19. September 2011 um 17:13 Uhr

    Irgendwie schon. Ich glaube nicht, dass ich zum Beispiel einfach so ein Buch schreiben dürfte und es „Harry Potter“ nennen. Meinst du nicht JK Rowling wäre sauer, wenn ich damit mein Geld verdienen würde?

    Ich habe oben die Ideen für einige Texte. Wie gefallen die euch?

  5. 5 Andreas 19. September 2011 um 17:25 Uhr

    Hallo Carl,

    „Strangers in Paradise“ ist aber über das Comic hinaus noch ein us-amerikanischer Sammelband mit Erfahrungsberichten. Also das gibt es bereits nebeneinander. Und es gibt einen Film mit diesem Titel.

  6. 6 Andreas 19. September 2011 um 17:28 Uhr

    Hallo Bubi Zitrone,

    danke für den Hinweis!

    Wird oben ergänzt.

  7. 7 Carl 19. September 2011 um 17:38 Uhr

    Wäre es nicht gut, die Leute wenigstens zu fragen, ob es okay ist ein Buch mit dem gleichen Titel herauszubringen?

  8. 8 Andreas 19. September 2011 um 17:42 Uhr

    Hallo Carl,

    wir diskutieren in WCPCA-de über das Buch und haben zudem extra ein internes Wiki angelegt. Falls du möchtest, könntest du bei dem einen oder anderen mit dabei sein.

    Liebe Grüße,
    Andreas

  9. 9 Carl 19. September 2011 um 17:44 Uhr

    Wie finde ich diese Seite? Hast du einen Link?

  10. 10 Andreas 19. September 2011 um 17:47 Uhr

    Der Aufruf kann übrigens gerne weitergeleitet werden.

  11. 11 Carl 19. September 2011 um 18:08 Uhr

    Ich habe mir jetzt also einen neuen Yahoo-Account gemacht und bin der Group beigetreten. Wie kann ich dort lesen oder schreiben? Meine E-Mail-Adresse hat mit Moby Dick zu tun, hat aber einen Typo. Bin zu faul den zu ändern. Werde ich als beigetreten gelistet?

  12. 12 Andreas 19. September 2011 um 19:00 Uhr

    Hallo Carl,
    ich muss dich erst freischalten. Das mache ich morgen.
    Ciao!

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