Guttenberg: Vorerst gescheitert

Von Andreas Kemper

Bei einigen Dingen erübrigt sich die Kommentierung, sie ist auch kaum möglich, weil diese Dinge sprachlos machen. Bourdieu nennt es „The sense of one’s place“, den Sinn für seinen Platz. Guttenbergs Platz ist oben. Er will 2013 zurück in die Politik. Mein Tip: Es gibt einen FDP-Putsch, Guttenberg lernt in den Vereinigten Staaten schon mal bei der Tea Party und wird mit Unterstützung von Henkel die rechtskonservative Partei „F.D.P. – Die Freien“ nach Haiders und Wilders Vorbild anführen. Dabei unterstelle ich Guttenberg gar keine rechte Gesinnung. Jemand der so dreist eine Doktorarbeit plaggiiert, alles bis zum letzten bestreitet, und nach einer Pause meint, sein Platz sei oben, der hat keine Werte außer Karriere. Und diese Karriere wird ihm garantiert durch die Leute, die schon lange an einer Haider/Wilders-Partei stricken, denen aber eine entsprechende Figur fehlte.

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8 Antworten auf „Guttenberg: Vorerst gescheitert“


  1. 1 Irene 25. November 2011 um 14:20 Uhr

    Guttenberg als zweiter Wilders, das ist doch vollkommen abwegig. Schau Dir Wilders mal auf Youtube-Videos an.

  2. 2 Irene 25. November 2011 um 19:07 Uhr

    Einen Versuch, Wilders einzuordnen, gibts übrigens hier:
    http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/politik/vertiefung/wilders/index.html

    Stellenweise liest es sich etwas überfordert:
    Diese Abweichungen sind auffällig und machen Wilders zu einem zumindest etwas exzentrischen Mitglied der nationalpopulistischen Familie. Aber hat nicht jede Familie so ein schwarzes Schaf?
    (Wilders seit 2006)

  3. 3 Andreas 26. November 2011 um 20:03 Uhr

    Hallo Irene, mit „Guttenberg als zweiter Wilders“ ist nich das persönliche Profil gemeint, sondern die position eines charismatischen Führers einer rechtspopulistischen Partei.

  4. 4 Irene 27. November 2011 um 21:52 Uhr

    Ach so, dann hat mich der fiktive Parteiname auf die falsche Fährte geführt.

    Wenn der Guttenberg eine neue Partei gründet, dann hat die CSU ihren Lafontaine. Könnte auch lustig werden.

  5. 5 A. L. 07. Dezember 2011 um 1:28 Uhr

    > Und diese Karriere wird ihm garantiert durch die Leute, die schon lange an einer Haider/Wilders-Partei stricken, denen aber eine entsprechende Figur fehlte.

  6. 6 Irene 05. Januar 2012 um 19:52 Uhr

    So, nochmal zum rätselhaften Baron.

    Ich habe gerade einen hämischen Artikel von Poschardt über den „Parvenü“ Wulff gelesen, der aber auch ein paar passendere Bemerkungen enthält.
    http://www.welt.de/kultur/article13798390/Der-Parvenue-Christian-Wulff-verdient-unser-Mitleid.html

    Über Richard von Weizsäcker:

    Erzogen im Wissen um die eigene Privilegiertheit, wurden die Zöglinge dieser Familie früh auf ihre mögliche Verantwortung für das Land vorbereitet. Diese Art sozialer Entspanntheit, nicht nach oben zu müssen, weil man von dort kommt, machte die Deutschen besonders stolz auf ein Staatsoberhaupt, dessen natürliche Autorität es über den Niederungen der Parteipolitik thronen ließ.

    Das kann man über Guttenberg nun wirklich nicht behaupten, man braucht in solchen Texten nur Weizsäcker durch Guttenberg ersetzen, und fertig ist die Satire. Guttenberg will verbissen nach oben, obwohl er eigentlich schon oben ist – das ist doch das Paradoxe an dem Typ. Vielleicht hat das mehr mit seiner Persönlichkeit als mit seiner Herkunft zu tun: Guttenberg braucht das Publikum wie ein Showmaster. Weizsäcker kann sicher auch gut in interessanten Aufgaben im Hintergrund aufgehen, für die er nicht ständig von irgendwem beklatscht wird.

    Wusstest Du eigentlich, dass Hermann Otto Solms in Langfassung „Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich“ heißt? In der Scheinwelt des Adels steht er also klar über Guttenberg. Er ist aber von seiner Persönlichkeit her so gestrickt, dass er diesen Glanz und Schein nicht braucht und gern auf Augenhöhe mit anderen Menschen umgeht. Guttenberg hatte Adel und Doktor auf dem Wahlplakat stehen und wird gern hofiert.

    Da hilft Bourdieu nicht wirklich weiter, oder?

  7. 7 Irene 05. Januar 2012 um 19:53 Uhr

    (hat sich erübrigt, da editiert werden kann)

  8. 8 Irene 09. Januar 2012 um 14:59 Uhr
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