Beiträge von Administrator

Vollversammlung studierender Arbeiterkinder verschoben auf den 1. März

Am Donnerstag den 1.März findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

OECD empfiehlt Abschaffung der frühen sozialen Selektion

Von Andreas Kemper

Equity and Quality in Education. Supporting Disadvantaged Students and Schools

Ein neuer OECD-Bericht empfiehlt verstärkte Investionen im Schulbereich, Abschaffung des Sitzenbleibens, Selektion/Segregation erst ab Sek II, Einschränkung der freien Schulwahl durch Eltern.

Interessant ist die Formulierung: „Dort, wo Widerstände gegen eine Aufschiebung des Zeitpunkts der Selektion bestehen, empfiehlt es sich, die untersten Schulzweige abzuschaffen, um die negativen Effekte dieser Praxis zu verringern.“ Diese Formulierung irritiert mich, aber ich kann noch nicht genau sagen, warum. Vielleicht, weil einfach hingenommen wird, dass es diesen Widerstand gibt, obwohl er wissenschaftlich keine Grundlage hat?

Vollversammlung studierender Arbeiterkinder Uni Münster

Am Donnerstag den 26. Januar findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

Occupy Harvard

Ein Hinweis auf einen Artikel aus der taz vom 29.12.2011:

Magret Karsch

Occupy Elite-Uni. Geschlossene Gesellschaft Harvard

„Die Antikapitalisten protestieren auch im amerikanischen Elitetempel. Eine ihrer Forderungen: Jeder Mensch soll das Recht auf eine höhere Bildung haben.“ weiter

Anerkennung von Qualifikationen aus der Berufsausbildung im Studium

Tobias Fabinger interviewt Daniel Winkler, der an der Uni Münster um die Anerkennung von Ausbildungsleistungen in seinem Studium kämpft. Das Thema ist sowohl ganz konkret für viele Studierende mit Berufsausbildung relevant, es hat aber auch eine gesellschaftspolitische Dimension im Hinblick auf die Bildungsgerechtigkeit.

Tobias: Daniel, Du möchtest, dass Dir Deine Qualifikation im Fach „Rechnungswesen“ aus Deiner kaufmännischen Ausbildung in Deinem sozialwissenschaftlichen Studium anerkannt werden, wo Du auch „Ökonomik“ belegen musst. Wie begründest Du diesen Wunsch nach Anerkennung eines Teils Deiner beruflichen Ausbildungsinhalte?

Daniel: In der Berufsschule habe ich zwei Jahre lang das Fach Rechnungswesen gehabt. Als ich die Inhalte der Vorlesung sah, habe ich festgestellt, dass die entsprechenden Inhalte deckungsgleich sind, bzw. in der Ausbildung wurde der Stoff viel ausführlicher und detailierter behandelt. In der Vorlesung habe ich eine Antwort auf eine Frage des Professors gegeben. Dieser meinte darauf hin, dass die Antwort zwar richtig sei, man aber in der Vorlesung nicht so tief in die Materie einsteigen könne.

Tobias: Daraufhin hast Du versucht, zu bewirken, dass Deine Qualifikationen im Fach Rechungswesen aus Deiner Ausbildung anerkannt werden, wie bist Du dabei vorgegangen? (mehr…)

Guttenberg: Vorerst gescheitert

Von Andreas Kemper

Bei einigen Dingen erübrigt sich die Kommentierung, sie ist auch kaum möglich, weil diese Dinge sprachlos machen. Bourdieu nennt es „The sense of one’s place“, den Sinn für seinen Platz. Guttenbergs Platz ist oben. Er will 2013 zurück in die Politik. Mein Tip: Es gibt einen FDP-Putsch, Guttenberg lernt in den Vereinigten Staaten schon mal bei der Tea Party und wird mit Unterstützung von Henkel die rechtskonservative Partei „F.D.P. – Die Freien“ nach Haiders und Wilders Vorbild anführen. Dabei unterstelle ich Guttenberg gar keine rechte Gesinnung. Jemand der so dreist eine Doktorarbeit plaggiiert, alles bis zum letzten bestreitet, und nach einer Pause meint, sein Platz sei oben, der hat keine Werte außer Karriere. Und diese Karriere wird ihm garantiert durch die Leute, die schon lange an einer Haider/Wilders-Partei stricken, denen aber eine entsprechende Figur fehlte.

Artikel zum 70. Geburtstag Barbara Ehrenreichs

„Selbst ›aufgeklärte‹ Menschen, die vielleicht bei einer rassistischen Bemerkung zusammenzucken, werden ohne weiteres charakterbedingte Mängel einer nicht näher definierten ›Unterschicht‹ auflisten. Sie kommen dabei unweigerlich immer wieder auf Ignoranz, Promiskuität und Faulheit. Wenn sie die weiße (…) Arbeiterschicht karikieren, haben sie kaum Hemmungen: deren Geschmack ist ›kitschig‹, ihre Gewohnheiten sind ungesund und ihre Ansichten hoffnungslos intolerant und engstirnig.“ Ein Artikel von Michael Zander in der Jungen Welt, 26.08.2011 Lesen

Produzieren wir eine Schicht der Verlierer?

Renate Köcher (Allensbach) in der FAZ vom 17.08.2011:

„Allensbach-Umfrage für die F.A.Z.
Produzieren wir eine Schicht sozialer Verlierer?
Unter- und Mittelschicht bleiben abhängig vom Arbeitseinkommen. Die Oberschicht hat sich aus dieser Abhängigkeit gelöst. Aber auch sonst läuft vieles auseinander in der Gesellschaft.“ Weiter

Aufgeschnappt: „Ausbildungsunfähige Jugendliche“

Gunnar Heinsohn zur Frage, warum es in Großbritannien, aber nicht den USA Aufstände gibt:

„Das liegt daran, dass Bill Clinton 1997 ein Gesetz gegen eine schnell zunehmende Jugend, die nicht ausbildungsfähig ist und ihre zahlenden Mitbürger mit Gewalt bedroht, etablierte: Körperlich gesunden Amerikanern kürzte er den bis dahin lebenslangen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe auf fünf Jahre.“ Tagesanzeiger: „Das ist kein englisches Problem“, 11.08.2011

Diese eugenischen Forderungen hatte er zuletzt 2010 in mehreren Zeitungen von sich gegeben.

Slutwalk: „Gegen Sexismus, Trans-, Homo- und Queerphobie, Rassismus und Klassismus“

Von Andreas Kemper

Wie wir berichteten, findet am Samstag, 13.08.2011, in verschiedenen Städten Deutschlands der erste „Slutwalk“ statt. Ausgelöst wurden diese Slutwalks durch Kleidungsempfehlungen eines männlichen Polizisten zur Vergewaltigungsvermeidung. Mit den Slutwalks soll betont werden, dass es nicht die Kleidung ist, die einen Mann zu einem Vergewaltiger macht und dass jede_r so rumlaufen kann, wie er_sie es möchte. Die Slutwalks gehören zu den wenigen Events, die auch Klassismus kritisieren. In der „Jungen Welt“ wurde betont, dass dies nicht „marxistisch“ sei. Sie meinten wohl, es sei nicht „dogmatisch-marxistisch“, also marxistisch in dem Sinne von dem Marx sich einmal abgegrenzt haben soll, als er in einer Veranstaltung betonte, er sei kein Marxist. Wie dem auch sei, im Aufruf von SlutWalk Berlin („Wir stellen uns gegen andere Unterdrückungsmechanismen wie Rassismus, Homo- und Trans* und Queerphobie, weil diese ebenfalls Ursachen sexualisierter Gewalt darstellen.“) findet sich „Klassismus“ nicht als Thema. Vergessen oder bewusste Entscheidung? Daher an dieser Stelle die Kritik am SlutWalk aus einer indischen feministischen Klassenperspektive. In Deutschland stellt sich die Situation anders dar als in Indien, daher finde ich die Slutwalks gut. Dennoch zeigt die Kritik, wie wichtig die Klassenfrage ist. „Schlampig herumlaufen“ hat nicht nur eine sexistische, sondern auch eine klassistische Konnotation (Stichwort Lügenfernsehen, Konstruktion von Bildern der sogenannten „Unterschicht“). Das feministische Lesbenkollektiv „Furees“ hatte vor vierzig Jahren bereits darauf hingewiesen, dass der Unterschied zwischen Slut und sexy vor allem auch klassistisch geprägt ist: Mittelschichtstöchter sind sexy und anständig, während Arbeitertöchter als Sluts gemobbt werden (entsprechend übrigens auch die Männlichkeitszuschreibung: Proll und Macho sind eng miteinander verbunden). Hier noch einmal der Hinweis auf das Audiostück von Magret Steenblock und ClaraRosa: Classism is a Heartbreaker

Weitere Diskussionen zum Thema Klassismus und SlutWalk:
* Was die Katzenberger mit den SlutWalks zu schaffen hat
* Aura Blogando: SlutWalk: A Stroll Through White Supremacy

Sachens Kultusminister unter Plagiatsverdacht

Auch Sachsens Kultusminister, Roland Wöller (CDU), wird verdächtigt, Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. So berichtet die aktuelle ZEIT-online in dem Artikel „Wissenschaft Tacheles, Herr Doktor!“, dass bereits 2007 darauf hingewiesen wurde, dass Teile der Doktorarbeit von 2002 Teilen einer Magisterarbeit von Bernd Adolph glichen.

Es handelt sich nun um den zweiten Kultusminister, der unter Plagiatsverdacht steht. Nach welchen Kriterien werden eigentlich Kultusminister bestimmt? Und was sagt uns das in Bezug auf Uni-Bluff?

The sad Trouth behind London Riot

Ein Reporterteam hat einen jungen Demonstranten gefragt, ob Randale das richtige Mittel für Protest sei. Seine Antwort:

„Yes,“ said the young man. „You wouldn‘t be talking to me now if we didn‘t riot, would you?“

The TV reporter from Britain’s ITV had no response. So the young man pressed his advantage. „Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you.“

http://worldblog.msnbc.msn.com/_news/2011/08/07/7292281-the-sad-truth-behind-london-riot

Political Correctness im Diskurs

Im gerade neu erschienenen Magazin Migrazine – „magazin von migrantinnen für alle“ ist ein Beitrag zum Thema PC enthalten, auf den wir hinweisen möchten:

Von Katrin Auer

Warum „Political Correctness“ im deutschsprachigen Raum noch nie etwas mit antidiskriminatorischer Sprachpolitik zu tun hatte.

[…]Anfang der 1990er wurde die PC-Debatte in den USA vollkommen von den Neokonservativen dominiert, als sie schließlich Europa erreichte. „Political Correctness“ tauchte also im öffentlichen deutschsprachigen Diskurs auf, nachdem der Begriff bereits eine inhaltliche Bedeutungsverschiebung erfahren hatte und von einem antifeministischen und rassistischen Backlash geprägt war. Auch hier wurde die Bezeichnung „politisch korrekt“ sofort von Rechtsextremen und Konservativen übernommen und ausschließlich als Schimpfwort eingesetzt.[…]

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Die Unterschicht – eine Erfindung der Massenmedien?

Von Carl

Tja, wie fangen ich einen fesselnden Blogeintrag-Anfang an? Keine Ahnung, ich kann diese Dinge nicht gut… denkt euch hier einfach einen spannenden Einstieg.

Jedenfalls kam das Gespräch in diesem Blog in letzter Zeit ein paar mal auf die „Unterschicht“. Ich denke wir sind uns so relativ einig, was man darunter verstehen würde.
Eine Person zum Beispiel, die extrem viele Kinder mit verschiedenen Partnern hat, der das Wohlergehen ihrer Kinder sch…egal ist, die nicht in die Zukunft plant, aggressiv und ständig mit dem Gesetz in Konflikt ist, verantwortungslos und OHNE REUE ist, die würde ich als „Unterschicht“ bezeichnen, wenn sie auch noch ungebildet ist und als „geistige Unterschicht“ wenn sie reich und gebildet ist.
Dann gibt es noch das, was man „migrantische Unterschicht“ nennen würde. Personen, die ihre Tochter umbringen, weil sie sich schminkt oder so. Ganz klischeehaft. (mehr…)

Schulze: Studienberatung muss verstärkt eingehen auf Kultur und Bildungshintergrund junger Menschen

Pressemitteilung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW 29.07.2011 11:17

3 Mio. Euro für zusätzliche Beratungsangebote für Studieninteressierte

Das Wissenschaftsministerium fördert mit drei Millionen Euro den Ausbau der Studienberatung an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Noch bis zum 19. September können sich Hochschulen in der Trägerschaft des Landes mit einem eigenen Antrag um die Mittel bewerben. „In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Beratungs- und Serviceangeboten für Studieninteressierte und Studierende deutlich ansteigen. Zugleich muss zukünftig Studienberatung verstärkt auf den unterschiedlichen kulturellen Hintergrund und den Bildungshintergrund junger Menschen eingehen“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. „In Zeiten des doppelten Abiturjahrgangs und der sozialen Öffnung der Hochschulen kann gute Studienberatung wesentlich zur Orientierung bei der Studienwahl beitragen und wertvolle Hilfestellung beim Einleben in der Hochschule geben.“ (mehr…)




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