Archiv der Kategorie 'Bildungspolitik'

Hartz IV Bildungspaket besteht Praxistest nicht

Die Thüringer Sozialverbände kritisieren das von der Bundesregierung eingeführte Bildungspaket für Kinder aus Hartz IV Familien und Geringverdienern. In der Praxis sei die Beantragung zu bürokratisch und umständlich. Das Ergebnis im Vergleich zum Aufwand ist viel zu gering, denn die finanziellen Hilfen sind in der Regel viel zu gering. Weiter

Unternehmerkinder habens auch nicht leicht

Von Andreas Kemper
Die Interessengruppe „Die Familienunternehmer – ASU“ organisiert Seminar zum Thema „Kinder und die Macht des Geldes. Eine pädagogische Antwort für Unternehmer als Eltern „http://www.familienunternehmer.eu/uploads/tx_wftermine/Die_Macht_des_Geldes_Web_110804.pdf“ Referent ist Bernhard Bueb, der in den letzten Jahren als Vorreiter einer autoritären Pädagogik Publizität erlangt hat – da kann man für das Tagesseminar(!) schon mal 830 Euro verlangen. Die ASU ist eine Lobby, die unter anderem im Grünbuch zu den Europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien fordert, Soziale Herkunft nicht als Diskriminierungsgrund anzuerkennen.

Es hat auch Vorteile, kein Unternehmerkind zu sein ;-)

Aufruf an die Hochschulen: Schafft kompatible dezentrale Soziale Netzwerke!

Aufruf an die Hochschulen:
Schafft kompatible dezentrale Soziale Netzwerke!

Studierende und Hochschulen hatten bislang eine Vorreiterrolle bei der Etablierung internetgestützter Sozialer Netzwerke.
Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, StudiVZ, Google+, etc.) sind untereinander nicht in der Weise kompatibel, wie wir dies von Telefonen und E-Mails kennen.
Mit Sorgen beobachten wir eine Monopolisierung, die mit der zentralen Sammlung individueller Daten einhergeht.
Wir fordern die Hochschulen auf, dezentralisiert kompatible Soziale Netzwerke für die eigene Hochschul-Community zu etablieren und die Studierenden und Beschäftigten der Hochschule mit einem entsprechenden Zugang in der Weise auszustatten, wie sie auch bereits E-Mail-Accounts erhalten. Diese Sozialen Netzwerke sollten auf frei zugänglichen Programmen (wie bspw. Diaspora*) beruhen, die eine Kompatibilität auch über den Hochschulbereich hinaus ermöglichen.

Unterzeichner: (Stand 07.11. 21:00 Uhr)
Name, Ort
Andreas Kemper, Münster
Matthias Simmen, Görlitz
Steffen van Bergerem, Aachen
Wilfried Rheintaler, Wien
Wilhelm Weddingfeld, Lasberg-Dorf
Sigrid Gschwend, Borstel-Hohenraden
Richard Dietrich, Münster
Judith Growe, Münster
Dieter Pörzgen, Bremen
Esra Onus, Münster
Marcel Neugebauer, Callenberg
Benedikt Mast, Dresden
Knut Jackowski, Koblenz
Lars Hohmeier, Jülich
Carsten Friede, Bonn
Jürgen Fenn, Neu-Isenburg
Jonas Dürr, Biberach
Marc Bertram, Monheim am Rhein
Anton Eplinius, Hamburg
Dieter Pörzgen, Bremen
Stefan Grotz, Jena
Jeske Hagemann, Eutin
Corvin Weber, Berlin
henkel janosch, bochum
Henning Schultz, Mannheim


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Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Der Sammelband „Strangers in ‚Paradise‘“ wird herausgegeben von einer Gruppe von Akademiker_innen mit nicht-akademischen Klassenhintergründen. Der Sammelband zielt darauf ab, Dominanzverhältnisse innerhalb der Hochschulen, die mit Klasse/sozialer Herkunft zu tun haben (=Klassismus), zu benennen und zu kritisieren.

Klassismus innerhalb der Hochschulen ist überall spürbar und wird doch fast nie zum Thema gemacht: Working Class/Poverty Class-Academics werden an Hochschulen alltäglich mit Marginalisierungen, Ausschlüssen und Anpassungsdruck konfrontiert. Hochschulen werden so zu einer jener Instanzen, die zur Legitimierung und Unsichtbarmachung kapitalistischer Ausbeutungs- und Dominanzverhältnisse beitragen. (mehr…)

Artikel zum 70. Geburtstag Barbara Ehrenreichs

„Selbst ›aufgeklärte‹ Menschen, die vielleicht bei einer rassistischen Bemerkung zusammenzucken, werden ohne weiteres charakterbedingte Mängel einer nicht näher definierten ›Unterschicht‹ auflisten. Sie kommen dabei unweigerlich immer wieder auf Ignoranz, Promiskuität und Faulheit. Wenn sie die weiße (…) Arbeiterschicht karikieren, haben sie kaum Hemmungen: deren Geschmack ist ›kitschig‹, ihre Gewohnheiten sind ungesund und ihre Ansichten hoffnungslos intolerant und engstirnig.“ Ein Artikel von Michael Zander in der Jungen Welt, 26.08.2011 Lesen

Ernst Bloch: Der Schriftsteller in der Industriegesellschaft

Der Titel ist irreführend. Es geht vor allem um Revolte, Leitbilder und Utopie. Der Vortrag erscheint mir hochaktuell in Zeiten des Pragmatismus, der Wiederkehr von selbsternannten Kreuzrittern, der Aufstände in Tottenham und anderen britischen Städten und einem Bildungssystem, welches Arbeiterkinder systematisch ausgrenzt und dem Kultusminister vorstehen, die in ihrer Karriereorientierung ihre Dissertationen plagiierten. An einigen Stellen ist Bloch antiquiert („Wahrer Mann, wahres Weib“), aber so wie er von Marx sagt, dass dieser es ablehnte, als Marxist bezeichnet zu werden, so ist es prinzipiell durchaus im blochschen Sinn, Blochs Philosophie genderspezifisch zu korrigieren. Das Youtube-Video wurde von „denkentutgut“ eingestellt und er hat einige Passagen aus dem Vortrag zusammengefasst. Diese Lektüre ersetzt aber keinesfalls den Vortrag: (mehr…)

Erneut Massendemonstrationen in Chile

Junge Welt, 09.08.2011
Erneut Massendemonstration für Bildung in Chile. Diesmal ohne Festnahmen

Santiago de Chile. Ohne Zwischenfälle haben am Sonntag etwa 20000 Menschen in Santiago de Chile für eine Reform des Bildungssystems demonstriert. Am Donnerstag war die Polizei brutal gegen vom Innenministerium verbotene Protestkundgebungen im ganzen Land vorgegangen. Mehr als 800 Schüler und Studenten waren festgenommen worden. Weiter

Sachens Kultusminister unter Plagiatsverdacht

Auch Sachsens Kultusminister, Roland Wöller (CDU), wird verdächtigt, Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. So berichtet die aktuelle ZEIT-online in dem Artikel „Wissenschaft Tacheles, Herr Doktor!“, dass bereits 2007 darauf hingewiesen wurde, dass Teile der Doktorarbeit von 2002 Teilen einer Magisterarbeit von Bernd Adolph glichen.

Es handelt sich nun um den zweiten Kultusminister, der unter Plagiatsverdacht steht. Nach welchen Kriterien werden eigentlich Kultusminister bestimmt? Und was sagt uns das in Bezug auf Uni-Bluff?

LehrerInnen urteilen leistungsgerechter als Eltern

Pressemitteilung des IDW Universität Mannheim, 29.07.2011 10:50
Mehr Bildungsgerechtigkeit durch bindende Lehrerempfehlungen zum Schulübertritt für Viertklässler

Die Abschaffung verbindlicher Übertrittsempfehlungen für Viertklässler verstärkt soziale Unterschiede, sagt der Mannheimer Sozialwissenschaftler Jörg Dollmann / Lehrer urteilen leistungsgerechter als Eltern
Wohin nach der Grundschule? Kinder, Eltern und Lehrkräfte stehen am Ende der vierten Klasse unter Entscheidungsdruck. Zahlreiche Bundesländer überlassen diese Entscheidung mittlerweile den Familien, die Lehrkräfte geben nur unverbindliche Ratschläge für eine Schulart. Auch Baden-Württemberg will die bindende Grundschulempfehlung nach dem vierten Schuljahr abschaffen – in Sachen Bildungsgerechtigkeit wäre dies allerdings ein Rückschritt. Das zeigt eine Studie des Sozialwissenschaftlers Dr. Jörg Dollmann vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim. (mehr…)

Anti-Bias-Tage in Oldenburg 7-9.10.2011

Anti-Bias-Tage Oldenburg

Mitteilung aus Oldenburg:

„Die Anti-Bias-Tage widmen sich dem Anti-Bias-Ansatz und damit allen Menschen, die gegen Diskriminierung und gesellschaftliche Schieflagen (weiter) aktiv werden wollen. Im Rahmen der Tagung wollen wir eine Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen Zugängen zum Ansatz ermöglichen. Wir wollen Projekte und Handlungsfelder der Anti-Bias-Arbeit sichtbar werden lassen und den Ansatz erlebbar und bekannter machen. Dies beinhaltet das Angebot, sich über Austausch, Solidarisierung und gemeinsame Perspektivarbeit in der Handlungsfähigkeit gegen Diskriminierung zu stärken. Dabei ist die leitende Idee der Tagung, die Anti-Diskriminierungsarbeit in diversen pädagogischen und politischen Arbeitsfeldern zu stärken, Mitstreiter_innen zu gewinnen und Akteur_innen zu vernetzen.“ (mehr…)

Schulze: Studienberatung muss verstärkt eingehen auf Kultur und Bildungshintergrund junger Menschen

Pressemitteilung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW 29.07.2011 11:17

3 Mio. Euro für zusätzliche Beratungsangebote für Studieninteressierte

Das Wissenschaftsministerium fördert mit drei Millionen Euro den Ausbau der Studienberatung an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Noch bis zum 19. September können sich Hochschulen in der Trägerschaft des Landes mit einem eigenen Antrag um die Mittel bewerben. „In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Beratungs- und Serviceangeboten für Studieninteressierte und Studierende deutlich ansteigen. Zugleich muss zukünftig Studienberatung verstärkt auf den unterschiedlichen kulturellen Hintergrund und den Bildungshintergrund junger Menschen eingehen“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. „In Zeiten des doppelten Abiturjahrgangs und der sozialen Öffnung der Hochschulen kann gute Studienberatung wesentlich zur Orientierung bei der Studienwahl beitragen und wertvolle Hilfestellung beim Einleben in der Hochschule geben.“ (mehr…)

Schulfrieden? – Grabesruhe!

Pressemeldung von Attac Köln zum „Schulpolitischen Konsens für Nordrhein-Westfalen“

Schulfrieden? – Grabesruhe!

Quer durch die Republik, von „Welt“ bis „Süddeutsche“ jubeln die Medien über den „Schulfrieden“, der in NRW mit der Einführung der Sekundarschule nun endlich erreicht sei.

Was aber ist wirklich passiert? Als Gegenleistung für – im internationalen Vergleich gesehen – geringfügige Fortschritte in der Schulstrukturfrage hat sich die rot-grüne NRW-Regierungskoalition bereitwillig dazu hergegeben, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammende und außerhalb Deutschlands weltweit längst überwundene Vielgliedrigkeit des Schulwesens für die nächsten 12 Jahre nicht nur beizubehalten, sondern auch noch mit Verfassungsrang abzusichern. (mehr…)

Subroutine Todesdrohung

Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ basiert auf dem Erbintelligenz-Paradigma, dem zu Folge sich Intelligenz gruppenspezifisch vererbt. Ob es so etwas wie eine allgemeine Intelligenz überhaupt gibt, ist umstritten. Noch umstrittener sind daher die Annahmen, dass sich allgemeine Intelligenz vererbt, ja sogar gruppenspezifisch vererbt, und das ganze auch noch messbar sei. Aber selbst wenn das alles richtig wäre, hätten wir Laborsitutaionen vor uns und nicht die Wirklichkeit, die Alltagsrealität. Es ist vor allem unsere Gesellschaft, die über unser Denkpotential entscheidet. Herrschaft und Unterdrückung behindern Denkprozesse und zwar auf verschiednen Ebenen. (mehr…)

Diskriminierungsfreie Hochschule – Erster Projektbericht liegt vor

Wir hatten vor anderthalb Jahren interveniert, als die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Diskriminierung an Hochschulen aufgrund der im AGG genannten Diskriminierungsgründe forschen lassen wollte – also unter Ausschluss des Diskriminierungsmerkmals „Soziale Herkunft“. Im ersten Projektbericht ist die Soziale Herkunft nun enthalten.

„3.2.5 Soziale Herkunft
Ebenso wie das AGG und die Europäischen Richtlinien lassen auch die europäischen und amerikanischen Bundesgesetze den sozioökonomischen Aspekt im Kontext der Antidiskriminierungsgesetze außen vor. Dementsprechend rar sind spezielle Maßnahmen an den Hochschulen, die sich speziell der Herstellung von Chancengleichheit für einkommensschwache Hochschulmitglieder widmen. Auf der Ebene abstrakter Absichtserklärungen kann bei einigen Hochschulen jedoch festgestellt werden, dass der sozioökonomische Aspekt zum Teil gleichberechtigt neben anderen Diskriminierungsmerkmalen oder gesondert Erwähnung findet.“

Peter Nowak: Klassismus – Konzept zur Gesellschaftsveränderung oder zur Mittelstandsförderung?

Hier eine Rezension von Peter Nowak zum Buch „Klassismus. Eine Einführung“: http://peter-nowak-journalist.de/2011/05/31/klassismus/ Peter Nowak kritisiert einen Bedeutungswandel des Begriffs:

„Von der Gesellschaftsveränderung zur Karriereförderung
Die Furies werden in dem Buch als eine Gruppe von Frauen aus der ArbeiterInnenklasse vorgestellt, die eine ganz eindeutig antikapitalistische Zielsetzung verfolgten. Eine andere in dem Buch vorgestellte Gruppe, die Working-Class-Akademikerinnen (WCA), haben mit den Furies die Herkunft gemeinsam. Doch zwischen ihren politischen Intentionen klaffen Welten. Den in den 90er-Jahren gegründeten WCA ging es nicht um die gesellschaftliche Umwälzung, sondern um die gegenseitige Unterstützung bei der Jobsuche im Wissenschaftsapparat.“




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