Dishwasher http://dishwasher.blogsport.de Das Magazin für studierende Arbeiterkinder Sun, 19 Feb 2012 18:27:24 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Vollversammlung studierender Arbeiterkinder verschoben auf den 1. März http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-verschoben/ http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-verschoben/#comments Fri, 10 Feb 2012 13:56:55 +0000 Administrator Allgemein BildungspolitikArbeiterkinderFikusHochschuleSelbstorganisierungUni Münster http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-verschoben/ Am Donnerstag den 1.März findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

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OECD empfiehlt Abschaffung der frühen sozialen Selektion http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/oecd-empfiehlt-abschaffung-der-fruehen-sozialen-selektion/ http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/oecd-empfiehlt-abschaffung-der-fruehen-sozialen-selektion/#comments Fri, 10 Feb 2012 13:51:06 +0000 Administrator Allgemein Bildungspolitik ForschungDreigliedriges SchulsystemElternwilleOECDSoziale HerkunftSoziale Selektion http://dishwasher.blogsport.de/2012/02/10/oecd-empfiehlt-abschaffung-der-fruehen-sozialen-selektion/ Von Andreas Kemper

Equity and Quality in Education. Supporting Disadvantaged Students and Schools

Ein neuer OECD-Bericht empfiehlt verstärkte Investionen im Schulbereich, Abschaffung des Sitzenbleibens, Selektion/Segregation erst ab Sek II, Einschränkung der freien Schulwahl durch Eltern.

Interessant ist die Formulierung: „Dort, wo Widerstände gegen eine Aufschiebung des Zeitpunkts der Selektion bestehen, empfiehlt es sich, die untersten Schulzweige abzuschaffen, um die negativen Effekte dieser Praxis zu verringern.“ Diese Formulierung irritiert mich, aber ich kann noch nicht genau sagen, warum. Vielleicht, weil einfach hingenommen wird, dass es diesen Widerstand gibt, obwohl er wissenschaftlich keine Grundlage hat?

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Vollversammlung studierender Arbeiterkinder Uni Münster http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/20/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-uni-muenster/ http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/20/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-uni-muenster/#comments Fri, 20 Jan 2012 21:26:55 +0000 Administrator Allgemein BildungspolitikArbeiterkinderFikusHochschulpolitikSelbstorganisierung http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/20/vollversammlung-studierender-arbeiterkinder-uni-muenster/ Am Donnerstag den 26. Januar findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

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Occupy Harvard http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/05/occupy-harvard/ http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/05/occupy-harvard/#comments Thu, 05 Jan 2012 13:53:22 +0000 Administrator Allgemein Bildungspolitik KlassismusElite UniElitismusHarvardHochschuleOccupy http://dishwasher.blogsport.de/2012/01/05/occupy-harvard/ Ein Hinweis auf einen Artikel aus der taz vom 29.12.2011:

Magret Karsch

Occupy Elite-Uni. Geschlossene Gesellschaft Harvard

„Die Antikapitalisten protestieren auch im amerikanischen Elitetempel. Eine ihrer Forderungen: Jeder Mensch soll das Recht auf eine höhere Bildung haben.“ weiter

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Herkunft zensiert http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/15/herkunft-zensiert/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/15/herkunft-zensiert/#comments Thu, 15 Dec 2011 16:25:57 +0000 Andreas Allgemein Bildungspolitik Klassismus ForschungArbeiterkinderGymnasialempfehlungHerkunftseffekteNotengebungStudieVodafone http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/15/herkunft-zensiert/ Benotung und Schulempfehlung fördern Chancenungleichheit in der Bildung: Neue Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung untersucht Verhältnis von Leistungsdiagnostik und sozialer Ungleichheit an Schulen

Eine neue Studie hat die verschiedenen Herkunftseffekte für den Übergang zum Gymnasium untersucht und vorangegangene Studie bestätigt, die eine massive Diskriminierung von Arbeiterkindern belegen. In der von der Vodafone Stiftung finanzierten Studie „Herkunft zensiert?“ wurden vier Herkunftseffekte untersucht, die beim Übergang zum Gymnasium kulminieren:
1.unterschiedliche Leistung aufgrund des primären Effekts (Arbeiter- und Akadedmikerkinder stehen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung),
2. unterschiedliche Benotung der gleichen Leistung durch Lehrkräfte
3. unterschiedliche Gymnasialempfehlung der Lehrkräfte bei gleichen Noten
4. unterschiedliche Präferenzen der Eltern je nach Status

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland mit dem Titel „Herkunft zensiert? Leistungsdiagnostik und soziale Ungleichheiten in der Schule“. Durchgeführt wurde die Studie von den Bildungsforschern Prof. Dr. Kai Maaz (Universität Potsdam), Prof. Dr. Ulrich Trautwein (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Franz Baeriswyl (Universität Freiburg/Schweiz). Auf Grundlage vorliegender Daten haben die Wissenschaftler in einer umfassenden Analyse den Zusammenhang zwischen Schulnoten und den Effekten der sozialen Herkunft ermittelt. Die Befunde basieren auf Daten der TIMSS-Übergangsstudie (Trends in International Mathematics and Science Study), der Berliner ELEMENT-Studie (Erhebung zum Lese- und Mathematikverständnis) sowie der TOSCA-Studie (Transformation des Sekundarschulsystems und akademische Karrieren) sowie aus einer aktuellen Übergangsstudie aus der Schweiz.

Soziale Herkunft wird mit zensiert

Um den Effekt der unterschiedlichen Faktoren wie Familienhintergrund und Geschlecht zu messen, verglichen die Wissenschaftler die Schulnoten mit den Ergebnissen eines standardisierten, schriftlichen Leistungstests, der sowohl mathematisch-naturwissenschaftliche als auch sprachliche Kompetenzen misst. Hier zeigte sich bei gleichem Testergebnis ein deutlicher Effekt des sozioökonomischen Hintergrunds auf die vergebenen Zensuren. Die Notenvergabe lässt sich zu 49,4 Prozent mit der Leistung der Schülerinnen und Schüler erklären, aber die Noten korrelieren auch mit dem sozialen Status der Eltern und dem elterlichen Bücherbesitz als Anzeichen für die Bildungsnähe.

Für die manchmal geäußerte Vermutung, dass die Schüler aus sozial schwachen Familien die schlechteren Noten bekommen, weil sie weniger Anstrengungsbereitschaft zeigen, konnten die Forscher keine Belege finden, betonten aber die Notwendigkeit, dieser Frage genauer nachzugehen.

Die Annahme, dass Schüler mit Migrationshintergrund an der Übergangsschwelle von der Grundschule in die weiterführende Schule wegen ungerechter Notenvergabe benachteiligt werden könnten, wurde durch die Studie nicht bestätigt. Die Studie zeigt zudem, dass der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Notenvergabe in der vier- und der sechsjährigen Grundschule und in der Stichprobe aus der Schweiz gleich groß ausfällt.

Wie sich der soziale Herkunftseffekt zusammensetzt

Leistungsbewertung in Form von Noten und die Vergabe von Schulempfehlungen spielen hierzulande noch immer eine entscheidende Rolle für den weiteren Bildungsverlauf und die langfristigen Aufstiegschancen von Kindern und Jugendlichen. Die Wissenschaftler fragten daher, wie genau sich der soziale Herkunftseffekt zusammensetzt. Für die Bildungspolitik ergeben sich hieraus womöglich aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, wie sich Herkunftseffekte reduzieren lassen. Fragt man nach dem Einfluss der sozialen Herkunft auf die Vergabe der Schulempfehlung, so zeigt sich zunächst, dass es vor allem die je nach sozialer Schichtzugehörigkeit unterschiedliche Leistung ist, die zu unterschiedlichen Schulempfehlungen führt. Dieser sogenannte „primäre Effekt“ macht über 51 Prozent des gesamten sozialen Herkunftseffektes aus und ist u.a. auf häusliche Bedingungen und mangelnde Förderung durch die Eltern zurückzuführen. Zu immerhin 23,4 Prozent aber entsteht die soziale Ungleichheit durch die Einschätzung der Lehrkräfte, die je nach Schichtzugehörigkeit der Schüler unterschiedliche Schulempfehlungen vergeben, und dies bei gleicher Leistung im standardisierten Test und gleichen Noten. Zu 25,5 Prozent entsteht die soziale Verzerrung bei der Empfehlungsvergabe durch ungleiche Notenvergabe bei gleicher Leistung während der Grundschulzeit. Wenn Benotungen und die Einschätzung der Schule sozial neutral wären, könnte der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Übergangsempfehlung um die Hälfte reduziert werden, so die Wissenschaftler.

Die Analysen zeigen, dass sich der Anteil der Arbeiterkinder, die ein Gymnasium besuchen, von derzeit 19,2 Prozent auf 28,5 Prozent erhöhen würde, wenn sie bei gleicher Leistung nicht mehr ungleich benotet würden. Würden sich die Eltern beim Übergang unabhängig von ihrer sozialen Herkunft für eine Schulform entscheiden, würde sich die Gymnasialquote sogar auf 32,5 Prozent erhöhen.

Beim tatsächlichen Übergang auf die weiterführende Schulform basiert der soziale Herkunftseffekt zu 29,9 Prozent auf sozialschichtabhängiger unterschiedlicher Benotung und Schulempfehlung bei gleicher Leistung. Auch das elterliche Entscheidungsverhalten (28,6 Prozent des Herkunftseffektes) spielt eine wesentliche Rolle. Schichtabhängige Leistungsunterschiede machen 41,6 Prozent des Herkunftseffektes aus. Diese Analyse zeigt insgesamt, dass soziale Ungleichheit auch, aber nur zu einem gewissen Teil an der Übergangssituation zur weiterführenden Schule entsteht. Der Anteil des sozialen Herkunftseffektes, der unmittelbar am Übergang zum Tragen kommt, macht etwas mehr als ein Viertel (28,6 Prozent) des gesamten Herkunftseffektes aus. Leistungsunterschiede und ungleiche Benotung während der Grundschulzeit sorgen schon sehr viel früher für soziale Disparitäten. Die Studie beschreibt auch die Haltung der Lehrkräfte. Diese messen dem familiären und sozialen Umfeld eine bedeutsame Rolle für den Schulerfolg bei. Potenziell könne die Berücksichtigung dieser Faktoren, auch vor dem Hintergrund des sozialen Hintergrunds der Lehrkräfte, zu einer Stabilisierung sozialer Ungleichheiten beitragen, etwa indem wegen mangelnder Förderung im Elternhaus die Noten der Übertrittsempfehlung angepasst werden.

Hinweis: Die Studie ist als ePub innerhalb der App der Vodafone Stiftung Deutschland im Apple-Store und Android-Market sowie unter www.vodafone-stiftung.de abrufbar.

Pressekontakt:

Danyal Alaybeyoglu,
Tel.: 0211 / 533-6786,
Mobil: 0172-2403359,
Fax: 0211 / 533-1898,
danyal.alaybeyoglu@vodafone.com,
www.vodafone-stiftung.de

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Anerkennung von Qualifikationen aus der Berufsausbildung im Studium http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/13/anerkennung-von-qualifikationen-aus-der-berufsausbildung-im-studium/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/13/anerkennung-von-qualifikationen-aus-der-berufsausbildung-im-studium/#comments Tue, 13 Dec 2011 13:48:34 +0000 Administrator Allgemein Bildungspolitik http://dishwasher.blogsport.de/2011/12/13/anerkennung-von-qualifikationen-aus-der-berufsausbildung-im-studium/ Tobias Fabinger interviewt Daniel Winkler, der an der Uni Münster um die Anerkennung von Ausbildungsleistungen in seinem Studium kämpft. Das Thema ist sowohl ganz konkret für viele Studierende mit Berufsausbildung relevant, es hat aber auch eine gesellschaftspolitische Dimension im Hinblick auf die Bildungsgerechtigkeit.

Tobias: Daniel, Du möchtest, dass Dir Deine Qualifikation im Fach „Rechnungswesen“ aus Deiner kaufmännischen Ausbildung in Deinem sozialwissenschaftlichen Studium anerkannt werden, wo Du auch „Ökonomik“ belegen musst. Wie begründest Du diesen Wunsch nach Anerkennung eines Teils Deiner beruflichen Ausbildungsinhalte?

Daniel: In der Berufsschule habe ich zwei Jahre lang das Fach Rechnungswesen gehabt. Als ich die Inhalte der Vorlesung sah, habe ich festgestellt, dass die entsprechenden Inhalte deckungsgleich sind, bzw. in der Ausbildung wurde der Stoff viel ausführlicher und detailierter behandelt. In der Vorlesung habe ich eine Antwort auf eine Frage des Professors gegeben. Dieser meinte darauf hin, dass die Antwort zwar richtig sei, man aber in der Vorlesung nicht so tief in die Materie einsteigen könne.

Tobias: Daraufhin hast Du versucht, zu bewirken, dass Deine Qualifikationen im Fach Rechungswesen aus Deiner Ausbildung anerkannt werden, wie bist Du dabei vorgegangen?

Daniel: Zunächst war es gar nicht so einfach, einen Ansprechpartner zu finden. Als ich herausgefunden hatte, dass der Fachstudienberater dafür zuständig ist, sandte ich ihm eine E-mail. Die erste Reaktion war eine deutliche Absage: Ausbildungshalte können im Studium nicht anerkannt werden.

Tobias: Ein seltsamer Widerspruch. Einerseits ist das Studium immer verschulter, die Uni gleicht sich der Fachhochschule, ja sogar einer Berufsausbildung an. Das ist auch so gewollt. In Ausbildungsberufen wird heute sehr viel verlangt, das geht bis hin zu wissenschaftlichen Kenntnissen, die gelernt werden müssen. Die an der Berufsschule vermittelte Stoffmenge hat sich in den letzten Jahre potenziert. Ich kann mir vorstellen, dass Du über sehr gute Kenntnisse im Rechnungswesen verfügst. Nach wie vor will sich die Universität allerdings distinguieren und ihren gehobenen Habitus gegen andere Ausbildungsgänge verteidigen.

Daniel: Die Universität ist generell sehr verschult, gerade im Bachelor-Studium werden viele Inhalte nur oberflächlich gestreift, bzw. es erfolgt lediglich ein grober Überblick. In meiner kaufmännischen Ausbildung haben wir Rechnungswesen auf jeden Fall viel ausführlicher behandelt, als es in zwei oder drei Monaten Vorlesung vermittelt wird. Ich finde es daher hochgradig berechtigt, dass meine Ausbildungsinhalte anerkannt werden, inhaltlich ist es auf jeden Fall begründbar, es handelt sich hier wohl eher um eine reine Formsache.

Tobias: Es gibt Fächer an der Uni Münster, wo die Professoren sich eher rausziehen wollen aus den Bachelor-Veranstaltungen – wohl gemerkt, nicht alle Fächer, aber mir sind solche Tendenzen bekannt. Der Grund ist, dass das Bachelor-Studium eben nicht als wissenschaftlich angesehen wird, zum Teil auch nicht von den Lehrenden selbst. Man überlässt Bachelor-Veranstaltungen gerne Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Ablehnung Deines Anliegens nach Anerkennung Deiner Ausbildungsleistungen nicht sachlich begründet ist, sondern es sich um reine Distinktion handelt. Wie ging denn dann der Vorgang weiter, ich habe gehört, der Ton in der Auseinandersetzung ist etwas schärfer geworden.

Daniel: Da ich die Ablehnung der Anerkennung nicht nachvollziehen konnte, habe ich versucht weitere Unterlagen einzureichen, um meine Qualifkationen zu belegen. Daraufhin erhielt ich erneut eine Ablehnung mit der Begründung, dass meine Ausbildung nicht wissenschaftlich sei. Diese Begründung bestärkte mich in der Überzeugung, dass es sich hier um die Selbstbehauptung des universitären Habitus handelt, ich habe das ganz deutlich gespürt. Meiner Meinung nach können qualifizierte außeruniversitäre Kompetenzen auch ihre Anerkennung an der Universität finden.

Tobias: Da gebe ich Dir recht. Ich arbeite seit vielen Jahren in der pädagogischen Praxis und führe Trainings zur sozialen Kompetenz mit Jugendlichen durch. Dabei habe ich soviele Ideen für die pädagogische Theoriebildung entwickelt aber eben auch pädagogische Praxiskompetenzen ausgebildet. Das lässt sich an der Universität gar nicht richtig abbilden. Ich kann mir vorstellen, dass man auch Praxisreflexionen und qualifizierte praktisch-pädagogische Arbeiten im akademischen Fach Erziehungswissenschaft anerkennt. Die Erziehungswissenschaft hat das übrigens durchaus nötig. Mir kommt grade die Idee, dass diese Nichtanerkennung berufspraktischer Kompetenzen von Arbeiterkindern ja auch eine Benachteiligung ist, man muss alles doppelt dreifach machen. Du bist ja aufgrund der Ausbildung später ins Studium eingestiegen. Daher könnte man die Ausbildungsinhalte, dort wo sie wirklich adäquat sind oder sogar besser, ruhig anerkennen.

Daniel: Daraufhin habe ich mich an den Dekan gewandt, der mich an die fachliche Kompetenz der zuständigen Professoren verwies und sich durchaus etwas polemisch zu meinen Bemühungen äußerte. Ich wünsche mir, dass der Dekan in einen Diskurs eintritt und eine Begründung formuliert, das wäre sicher interessant und würde dem universitären Anspruch, auf den ja so großen Wert gelegt wird, sicherlich gerechter.

Tobias: Irgendwie hast Du mit Deiner Aktion eine Schlüsselstelle bezeichnet. Praxiswissen wird in unserer Gesellschaft allgemein niedriger bewertet als akademischen Wissen. Man stelle sich den akademischen Betriebswirt vor, der bei McKinsey arbeitet, durch einen Betrieb geht und dort alles „saniert“. Die Praktiker, die seit Jahren die Arbeitsabläufe kennen und ein spezifischen Praxiswissen generiert haben, werden nicht gehört. Diese Struktur bildet sich auch hier an der Uni ab.

Daniel: Der Bologna-Prozess intendiert ja eine weitestgehende Wechselseitige Anerkennung von erbrachten Leistungen. Auch wenn die Verschulung kritisch zu sehen ist, so ist der Grundgedanke doch gut. Es gibt Institute an der Uni Münster, wo bereits Ausbildungsinhalte anerkannt werden, so ist mir ein Fall aus den Biowissenschaften bekannt, wo eine Leistung aus der Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin anerkannt wurde.

Tobias: Ich wünsche Dir bei Deiner Initiative viel Erfolg, wir werden Dich weiterhin vom Referat für finanziell und kulturelle benachteiligte Studierende im AStA der Uni Münter unterstützen. Ich finde das Thema hinsichtlich der Frage nach der Rolle der Universität in der Gesellschaft sehr wichtig, aber auch bildungssoziologisch und im Hinblick auf die Frage der Bildungsgerechtigkeit.

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Kritik der Bevölkerungsbiologie http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/29/kritik-der-bevoelkerungsbiologie/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/29/kritik-der-bevoelkerungsbiologie/#comments Tue, 29 Nov 2011 22:35:05 +0000 Andreas Allgemein Klassismus GeschichteEugenikHochschuleMünsterRassismusSarrazinVolkmar Weiss http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/29/kritik-der-bevoelkerungsbiologie/ Der AStA der Uni Münster führt zwei aufeinander aufbauende Veranstaltungen zur Kritik der Bevölkerungsbiologie durch.
Die Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung am 12.12. findet im Occupy-Camp statt. Die Veranstaltung am 19.12. voraussichtlich auch, das wird kurzfristig noch bekanntgegeben. Dort ist ein nagelneus winterfestes beheiztes Zelt. Servatiiplatz, nähe Iduna-Hochhaus, an der Promenade, Paul-Wulf-Statue, nähe Bahnhof (jetzt dürfte es jede_r finden).
BevölkerungsbiologieAm 12. Dezember referiert der Journalist Michael Billig über die Rassenhygieniker an der Uni-Klinik Münster nach 1945. Eugeniker und Bevölkerungsbiologen, die an der rassenhygienischen Sterilisierungs- und Vernichtungspolitik der Nazizeit aktiv beteiligt waren, wurden nicht nur Dekane an der Uni-Klinik, sondern trugen zum Teil auch dazu bei, dass die Ideologie der Eugenik auch nach 1945 in Deutschland und weltweit Verbreitung fand.
Daran anschließend wird am 19. Dezember auf die Quellen Thilo Sarrazins eingegangen. Sarrazin selber ist ja weder Mediziner, noch Begabungsforscher, Entwicklungspsychologe, Genetiker oder Genealoge. In seinen Quellen bezieht er sich auf Wissenschaftler, die ihrerseits auf deutlich rassistische Magazine wie „Mankind Quarterly“ zurückgreifen, einem Magazin, welches vom Nazi Verschuer mitgegründet wurde, womit sich der Zusammenhang zur ersten Veranstaltung hergestellt ist.
Die Veranstaltungen finden statt im Occupy-Camp, Servattiplatz, passend unter der Paul Wulf Statue. Bei Unwetter oder Räumung der Camps werden die Veranstaltugen im S1 im Schloss stattfinden.

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Guttenberg: Vorerst gescheitert http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/23/guttenberg-vorerst-gescheitert/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/23/guttenberg-vorerst-gescheitert/#comments Wed, 23 Nov 2011 21:15:42 +0000 Administrator Allgemein KlassismusDissertationGuttenbergRechtspopulismus http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/23/guttenberg-vorerst-gescheitert/ Von Andreas Kemper

Bei einigen Dingen erübrigt sich die Kommentierung, sie ist auch kaum möglich, weil diese Dinge sprachlos machen. Bourdieu nennt es „The sense of one’s place“, den Sinn für seinen Platz. Guttenbergs Platz ist oben. Er will 2013 zurück in die Politik. Mein Tip: Es gibt einen FDP-Putsch, Guttenberg lernt in den Vereinigten Staaten schon mal bei der Tea Party und wird mit Unterstützung von Henkel die rechtskonservative Partei „F.D.P. – Die Freien“ nach Haiders und Wilders Vorbild anführen. Dabei unterstelle ich Guttenberg gar keine rechte Gesinnung. Jemand der so dreist eine Doktorarbeit plaggiiert, alles bis zum letzten bestreitet, und nach einer Pause meint, sein Platz sei oben, der hat keine Werte außer Karriere. Und diese Karriere wird ihm garantiert durch die Leute, die schon lange an einer Haider/Wilders-Partei stricken, denen aber eine entsprechende Figur fehlte.

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In Memorian F. J. Degenhardt http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/16/in-memorian-f-j-degenhardt/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/16/in-memorian-f-j-degenhardt/#comments Wed, 16 Nov 2011 00:26:10 +0000 Andreas Allgemein KlassismusKunstMusik http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/16/in-memorian-f-j-degenhardt/

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Verein zum Abbau von Bildungsbarrieren e.V. http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/11/verein-zum-abbau-von-bildungsbarrieren-e-v-2/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/11/verein-zum-abbau-von-bildungsbarrieren-e-v-2/#comments Fri, 11 Nov 2011 18:40:15 +0000 Andreas Allgemein BildungspolitikDishwasherDishwasher. VereinVerein zum Abbau von Bildungsbarrieren e.V. http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/11/verein-zum-abbau-von-bildungsbarrieren-e-v-2/ Der Verein zum Abbau von Bildungsbarrieren e.V. kann ab dem 1.1.2012 Spendenbescheinigungen ausstellen. Ein zentrales Anliegen ist die Finanzierung des Dishwasher. Die Website findet ihr hier: http://vereinzabiba.de Dort ist auch ein Onlineformular zu finden, mit dem ihr die Mitgliedschaft beantragen könnt. Die Mitgliedschaft ist nicht mit Vereinsbeiträgen verbunden, wir würden uns über jeden freiwilligen Mitgliedsbeitrag freuen.

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Soziale Ungleichheit bei der Wahl der Hochschule http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/10/soziale-ungleichheit-bei-der-wahl-der-hochschule/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/10/soziale-ungleichheit-bei-der-wahl-der-hochschule/#comments Thu, 10 Nov 2011 11:32:31 +0000 Andreas Allgemein Bildungspolitik Klassismus ForschungBildungsbenachteiligungHISHochschulwahl http://dishwasher.blogsport.de/2011/11/10/soziale-ungleichheit-bei-der-wahl-der-hochschule/ Pressemitteilung des Hochschul Informationssystems (HIS) vom 03.11.2011

Vor dem Hintergrund der Bildungsexpansion wurde mit der Exzellenzinitiative und den Hochschulrankings ein Differenzierungsprozess angestoßen, der die Hochschullandschaft zunehmend in vermeintlich qualitativ „bessere“ und „schlechtere“ Standorte unterscheidet.

Der Leitartikel des HIS:Magazins 4|2011 „Soziale Ungleichheit bei der Wahl der Hochschule?“ widmet sich den Fragen: Wer studiert an einer renommierten Hochschule und welche Auswirkung haben die veränderten Rahmenbedingungen auf die herkunftsspezifischen Unterschiede bei der Hochschulwahl?

Außerdem in der aktuellen Ausgabe: Hochschulforschung in Deutschland: Im Gespräch mit Prof. Dr. Andrä Wolter; Hochschulische und berufliche Bildung im Wandel; Freie Bahn oder Hindernislauf ins Ausland?; Energieeffizienz – suchen und finden; Optimierung zentraler und dezentraler IT-Servicedienste; HIS-Kompetenz – vermittelt in der Lehre der Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover (FHDW).

Mit dem vierteljährlich erscheinenden HIS:Magazin informiert die HIS Hochschul-Informations-System GmbH über aktuelle Entwicklungen in Hochschulwesen und -politik und besonders relevante Projekte in den HIS-Unternehmensbereichen Hochschul-IT, Hochschulentwicklung und im HIS-Institut für Hochschulforschung. Das HIS:Magazin präsentiert aus der großen Vielfalt an Hochschul-Themen ein ausgewähltes Sortiment, das sowohl für Entscheider(innen) als auch für Mitarbeiter(innen) in der Hochschulverwaltung von Belang ist.

Weitere Infos: HIS-Magazin 4/2011

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Hartz IV Bildungspaket besteht Praxistest nicht http://dishwasher.blogsport.de/2011/10/04/hartz-iv-bildungspaket-besteht-praxistest-nicht/ http://dishwasher.blogsport.de/2011/10/04/hartz-iv-bildungspaket-besteht-praxistest-nicht/#comments Tue, 04 Oct 2011 09:59:59 +0000 Andreas Allgemein Bildungspolitik KlassismusBildungspaketBildungspolitikHartz IVSozialverbändeThüringen http://dishwasher.blogsport.de/2011/10/04/hartz-iv-bildungspaket-besteht-praxistest-nicht/

Die Thüringer Sozialverbände kritisieren das von der Bundesregierung eingeführte Bildungspaket für Kinder aus Hartz IV Familien und Geringverdienern. In der Praxis sei die Beantragung zu bürokratisch und umständlich. Das Ergebnis im Vergleich zum Aufwand ist viel zu gering, denn die finanziellen Hilfen sind in der Regel viel zu gering. Weiter

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