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Diskriminierungsfreie Hochschule – Erster Projektbericht liegt vor

Wir hatten vor anderthalb Jahren interveniert, als die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Diskriminierung an Hochschulen aufgrund der im AGG genannten Diskriminierungsgründe forschen lassen wollte – also unter Ausschluss des Diskriminierungsmerkmals „Soziale Herkunft“. Im ersten Projektbericht ist die Soziale Herkunft nun enthalten.

„3.2.5 Soziale Herkunft
Ebenso wie das AGG und die Europäischen Richtlinien lassen auch die europäischen und amerikanischen Bundesgesetze den sozioökonomischen Aspekt im Kontext der Antidiskriminierungsgesetze außen vor. Dementsprechend rar sind spezielle Maßnahmen an den Hochschulen, die sich speziell der Herstellung von Chancengleichheit für einkommensschwache Hochschulmitglieder widmen. Auf der Ebene abstrakter Absichtserklärungen kann bei einigen Hochschulen jedoch festgestellt werden, dass der sozioökonomische Aspekt zum Teil gleichberechtigt neben anderen Diskriminierungsmerkmalen oder gesondert Erwähnung findet.“

ADS erkennt „Soziale Herkunft“ als potentiellen Diskriminierungsgrund an

Von Andreas Kemper

Wir hatten vor einem Jahr darüber berichtet, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes einen Forschungsauftrag zu „Diskriminierung an Hochschulen“ vergab, mit dem über die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verzeichneten Diskriminierungsformen untersucht werden sollten. Das Problem an dieser eigentlich lobenswerten Untersuchung bestand darin, dass „Soziale Herkunft“ nicht im AGG vorkam und dass somit von vornherein auch gar nicht untersucht werden sollte, ob es eine Benachteiligung von Arbeiterkinder an Hochschulen geben könnte. Wir intervenierten, schalteten die Presse ein, so berichtete bspw. die Frankfurter Rundschau über diese Form von Diskriminierungshierarchie und nahmen Kontakt zu einzelnen Wissenschaftlern auf, die an der Studie beteiligt sind. Wir freuen uns mitteilen zu können, dass nun „soziale Herkunft“ auch offiziell auf der Internetplattform der Antidiskriminierungsstelle des Bundes auftaucht:

Anhand des Modellprojekts „Diskriminierungsfreie Hochschule“ sollen Indikatoren entwickelt werden, die benachteiligende Strukturen und Mechanismen deutlich machen. Unabhängig davon, ob es um Alter, Behinderung, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, sexuelle Identität oder auch soziale Herkunft geht.


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Praxishandbuch Diskriminierungsfreie Hochschule

Von Andreas Kemper

In einer Pressemitteilung vom 15.07. 2010 kündigt die Antidiskriminierungsstelle an, „Standards für eine Diskrimierungsfreie Hochschule“ zu entwickeln. Zum Ende des Jahres 2011 soll ein „Praxishandbuch“ erscheinen, welches „Hochschulen hilft, Benachteiligungen aufgrund von Alter, Behinderung, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung und sexueller Identität zu erkennen und zu vermeiden.“ Dies wäre ein klarer Fall von Diskriminierungshierarchie. Sollte das Projekt in der Form umgesetzt werden, würde die Antidiskriminierungsstelle ihrerseites diskriminieren. Sie würde Diskriminierungsformen aufgrund der Sozialen Herkunft unsichtbar machen. (mehr…)

Forschungsprojekt „Diskriminierungsfreie Hochschule“

Dokumentation aus dem Internetauftritt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (16.07.2010)

Forschungsprojekt „Diskriminierungsfreie Hochschule“
„Für die Mitwirkung am Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, das erforscht, wie Studium, Forschung und Lehre aber auch der nichtwissenschaftliche Bereich diskriminierungsfrei gestaltet werden können,konnten zehn Fachhochschulen und Universitäten aus west- und ostdeutschen Bundesländern gewonnen werden. Mit dabei sind unter anderendie Hochschulen HWR Berlin, BTU Cottbus, FH Mannheim, TU München, die Universitäten Duisburg-Essen und Köln, die sich bereits seit einiger Zeit im Bereich Diversity engagieren und über entsprechende Erfahrungen verfügen. (mehr…)

Neue Chefin der Antidiskriminierungsstelle macht Bildung zum Schwerpunkt

Die neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, will „ein besonderes Augenmerk“ auf den Bildungsbereich legen: „Wenn Bildung, wie immer wieder zu Recht betont wird, der Schlüssel zur Integration ist, dann baut zum Beispiel ethnische Diskriminierung schon an der Schule Aufstiegshürden auf, die zuallererst eingerissen werden müssen.“ (mehr…)




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