Tag-Archiv für 'antidiskriminierungsrichtlinien'

EU-Journalistenpreis gegen Diskriminierung

Von Andreas Kemper

Zum achten Mal wird der EU-Journalistenpreis gegen Diskriminierung vergeben. Artikel, die in Magazinen oder online im Zeitraum vom 18. September 2010 und 10. November 2011 das Thema Diskriminierung mit europäischen Bezug zum Thema haben, können vorgeschlagen werden. Allerdings sind nur die Diskriminierungen als Thema erlaubt, die von den europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien abgedeckt sind. Also keine klassenspezifischen Diskriminierungsgründe (Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Armut, Bildungsbenachteiligung, Niedriglohnpolitik, …). Daher hier meine Idee: Schreibt Artikel zur klassenspezifischen Diskriminierung mit europäischen Bezug, die ebenfalls von einer der sechs offiziellen Diskriminierungsgründe handeln, intersektionell oder irgendwie anders. Wir können dann die Artikel gemeinsam einreichen.

Hier die Teilnahmebedingungen: EU-Journalistenpreis – Gemeinsam gegen Diskriminierung

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Diskriminierungsfreie Hochschule – Erster Projektbericht liegt vor

Wir hatten vor anderthalb Jahren interveniert, als die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Diskriminierung an Hochschulen aufgrund der im AGG genannten Diskriminierungsgründe forschen lassen wollte – also unter Ausschluss des Diskriminierungsmerkmals „Soziale Herkunft“. Im ersten Projektbericht ist die Soziale Herkunft nun enthalten.

„3.2.5 Soziale Herkunft
Ebenso wie das AGG und die Europäischen Richtlinien lassen auch die europäischen und amerikanischen Bundesgesetze den sozioökonomischen Aspekt im Kontext der Antidiskriminierungsgesetze außen vor. Dementsprechend rar sind spezielle Maßnahmen an den Hochschulen, die sich speziell der Herstellung von Chancengleichheit für einkommensschwache Hochschulmitglieder widmen. Auf der Ebene abstrakter Absichtserklärungen kann bei einigen Hochschulen jedoch festgestellt werden, dass der sozioökonomische Aspekt zum Teil gleichberechtigt neben anderen Diskriminierungsmerkmalen oder gesondert Erwähnung findet.“

Leistungsorientierte Mittelvergabe sozial dimensionieren

Bei einem Besuch im AStA der Uni Münster legten wir heute Svenja Schulze, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW (SPD), folgendes Papier vor, in dem wir unter anderem fordern, dass die Mittelvergabe des Landes an die Hochschulen in NRW um so höher ausfällt, je mehr Arbeiterkinder die Hochschule absolvieren bzw. promovieren.

Leistungsorientierte Mittelvergabe
sozial dimensionieren

Die Soziale Dimension ist nicht umgesetzt

Die geforderte Umsetzung der „Sozialen Dimension“ im Bologna-Prozess findet „nicht einmal ansatzweise“ statt, kritisiert der Präsident des deutschen Studentenwerkes, Rolf Dobischat. Die Landesregierung NRW kann daran mitwirken, die Umsetzung der Sozialen Dimension im Bologna-Prozess voranzubringen.
Es arbeiten bereits verschiedene Stiftungen (Friedrich-Ebert-, Hans-Böckler-, Heinrich-Böll- und Rosa-Luxemburg-Stiftung) in Werstattgesprächen zusammen, um gezielt „Arbeiterkinder“ zu fördern.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung legte in diesem Jahr eine Analyse der AG Hochschulforschung der Uni Konstanz vor, in der Tino Bargel ein „Social Mainstreaming und Monitoring“ empfiehlt. (mehr…)

Diskriminierende Diskriminierungsforschung

von Andreas Kemper

Seit der Verabschiedung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien und der Etablierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes wird die Vielfalt von Diskriminierungen zunehmend auf die „geschützten“ Diskriminierungsformen reduziert. Es finden sich nicht nur in Lexika deskriptive Formulierungen wie „Diskriminierung sind Benachteiligungen aufgrund von …“ mit einer Auflistung der wenigen Diskriminierungsformen, die im Allgmeinen Gleichbehandlungsgesetz formuliert sind. Schwerer wiegt, dass zunehmend Studien zur Diskriminierung ebenfalls systematisch klassenspezifische Diskriminierungsgründe wie „Soziale Herkunft“ und „Vermögen“ ausblenden. (mehr…)




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