Tag-Archiv für 'arbeiterkinder'

Münsteraner Arbeiterkinder-Referat jetzt autonom

Das münsteraner „Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende“ (Arbeiter*innenkinder-Referat) ist nach einer Vollversammlung von studierenden Arbeiterkindern 2003 gegründet worden. Es wurde bereits damals gefordert, dass das Referat auch in der Satzung des Studierendenparlamentes aufgenommen wird, wozu es aber eine Zweidrittel-Mehrheit geben musste.

Ich freue mich, mitteilen zu können, dass gestern nach einem neunjährigen Kampf das Referat in die Satzung verankert wurde. In der dritten Lesung wurde mit 22:0:0 Stimmen dem Antrag der Vollversammlung studierender Arbeiterkinder zugestimmt. Anwesend waren Jusos, Grüne, Unabhängiges Fachschaftenforum und Demokratische Internationale Liste (der RCDS war nicht mehr anwesend).

Die einstimmige Befürwortung ist ein wichtiges Signal, weil sie auch eine Beurteilung der konkreten Arbeit des Referates beinhaltet.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die neue Website des Fikus-Referates hinweisen: http://www.fikus-muenster.de/

Uni Hamburg: Vollversammlung von Arbeiter*innenkindern geplant

Hier eine Mitteilung des Fachschaftsrat Sozialökonomie (der Fachbereich Sozialökonomie war ursprünglich die Hochschule für Wirtschaft und Politik/ HWP, welche als ehemalige Gewerkschaftshochschule einen hohen Anteil von Arbeiterkindern hat):

Teilautonomes AStA-Referat für Arbeiterkinder und gegen Klassismus

Warum ein Teilautonomes AStA-Referat für Arbeiterkinder und gegen Klassismus? Wir sind eine durch Klassismus diskriminierte Minderheit an der Universität Hamburg. Kennst du das Gefühl, anders wahrgenommen zu werden, als die meisten deiner Mitstudierenden aus akademischen Elternhäusern? Findest du es unfair, weniger finanzielle Unterstützung aus dem Elterhaus zu bekommen als andere Studierende? Hast du niemanden in deiner Familie mit Studiumserfahrungen, denn du um Rat fragen kannst? Musstest du dir einen vollkommen neuen Freundeskreis an der Uni aufbauen? Kann dich ein Fachschaftsrat, Studierendenparlament oder AStA überhaupt in allen Fragen vertreten und beraten, obwohl dort deine Probleme nicht aus eigenem erleben bekannt sind? Musstest du härter und mehr lernen, um überhaupt die Chance zu bekommen zu studieren? Willst du auf das Mitleid der finanziell und kulturell besser gestellten Mehrheit im AStA angewiesen sein oder deine Interessen selber zusammen mit anderen Studierenden solidarisch vertreten? (mehr…)

Kurzer Bericht über die Arbeiterkinder-VV

Am 1. März fand nach einigen terminlichen Verschiebungen die Vollversammlung der „finanziell und kulturell benachteiligten Studierenden“ statt. Die cirka vierzig Anwesenden trafen sich gegen 18 Uhr. In der inhaltichen Diskussion wurden vor allem finanzielle Probleme (BAFöG) angesprochen. Einstimmig ohne Enthaltungen wurde der Autonomie-Status des Referates im AStA gefordert. Bislang ist das Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende noch nicht in der Satzung des Studierendenparlamentes verankert, obwohl es seit inzwischen neun Jahren existiert. Hier soll nun eine Gleichstellung mit den anderen Antidiskriminierungs-Referaten erreicht werden. Zudem wurde beschlossen, dass nach mehreren Monaten die Arbeit der gewählten Referenten in einer weiteren VV evaluiert werden soll (Evaluations-Vollversammlung). Der Dishwasher soll mit bis zu 1000 Euro gefördert werden, es sollte aber zunächst der AStA gefragt werden, ob dieser das Geld zur Verfügung stellen kann.
Insgesamt stellten sich sieben Kandidaten (keine Frau) der Wahl für das neu zu besetzende Referat. Nach mehreren Wahldurchgängen wurden Johann S. (eine halbe Stelle), Richard D. und Thomas B. (je eine viertel Stelle) gewählt. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer eigenen Seite des Fikus-Referates.

Vollversammlung studierender Arbeiterkinder verschoben auf den 1. März

Am Donnerstag den 1.März findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

Vollversammlung studierender Arbeiterkinder Uni Münster

Am Donnerstag den 26. Januar findet um 18 Uhr die Vollversammlung studierender Arbeiterkinder an der Uni Münster statt. Genaugenommen handelt es sich um die „Vollversammlung von finanziell und kulturelle benachteiligten Studierenden“, die während dieser Versammlung ihre Vertreter_innen wählen. Der AStA der Uni Münster hat 2003 nach einer ersten Vollversammlung mit achtzig Anwesenden ein Referat für Arbeiterkinder eingerichtet, welches mindestens jährlich für ein Jahr durch diese Vollversammlung gewählt wird. Die Referent_innen erhalten insgesamt eine monatliche Aufwandsentschädigung in höhe des BAFöG-Satzes, den sie untereinander aufteilen und können über etwas mehr als 4.000 Euro für ihre bildungspolitische Arbeit gegen die Benachteiligung von Arbeiterkindern ausgeben. Die VV findet statt im Senatssaal im Schloss, Schlossplatz 2.

Herkunft zensiert

Benotung und Schulempfehlung fördern Chancenungleichheit in der Bildung: Neue Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung untersucht Verhältnis von Leistungsdiagnostik und sozialer Ungleichheit an Schulen

Eine neue Studie hat die verschiedenen Herkunftseffekte für den Übergang zum Gymnasium untersucht und vorangegangene Studie bestätigt, die eine massive Diskriminierung von Arbeiterkindern belegen. In der von der Vodafone Stiftung finanzierten Studie „Herkunft zensiert?“ wurden vier Herkunftseffekte untersucht, die beim Übergang zum Gymnasium kulminieren:
1.unterschiedliche Leistung aufgrund des primären Effekts (Arbeiter- und Akadedmikerkinder stehen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung),
2. unterschiedliche Benotung der gleichen Leistung durch Lehrkräfte
3. unterschiedliche Gymnasialempfehlung der Lehrkräfte bei gleichen Noten
4. unterschiedliche Präferenzen der Eltern je nach Status (mehr…)

Unterschätzte Geburtenneigung

Von Andreas Kemper
Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung hat die Geburtenrrate in Deutschland von 1,4 auf 1,6 Kindern pro Frau nach oben korrigiert. Der Fehler der bisherigen Erfassung der Geburtenrate lag im Übersehen des sogenannten „Tempo-Effektes“. Frauen schieben die Geburten immer wieder weiter nach hinten. Insbesondere Frauen, die nach 1970 geboren wurden, bekommen demnach sehr viel häufiger Kinder als angenommen. Der Dishwasher hatte bereits vor zwei Jahren ein Interview mit Professor Hufnagel-Person geführt, der auch auf diesen Aspekt aufmerksam gemacht hatte und vor allem darauf verwies, dass die sogenannte Akademikerinnen-Kinderlosigkeit maßlos übertrieben würde. Denn es sind vor allem Akademikerinnen, die aufgrund ihrer Biografie später bekommen. (mehr…)

Schulze: Studienberatung muss verstärkt eingehen auf Kultur und Bildungshintergrund junger Menschen

Pressemitteilung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW 29.07.2011 11:17

3 Mio. Euro für zusätzliche Beratungsangebote für Studieninteressierte

Das Wissenschaftsministerium fördert mit drei Millionen Euro den Ausbau der Studienberatung an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Noch bis zum 19. September können sich Hochschulen in der Trägerschaft des Landes mit einem eigenen Antrag um die Mittel bewerben. „In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Beratungs- und Serviceangeboten für Studieninteressierte und Studierende deutlich ansteigen. Zugleich muss zukünftig Studienberatung verstärkt auf den unterschiedlichen kulturellen Hintergrund und den Bildungshintergrund junger Menschen eingehen“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. „In Zeiten des doppelten Abiturjahrgangs und der sozialen Öffnung der Hochschulen kann gute Studienberatung wesentlich zur Orientierung bei der Studienwahl beitragen und wertvolle Hilfestellung beim Einleben in der Hochschule geben.“ (mehr…)

Angriffsziel der Rassisten in Norwegen und Deutschland: Arbeiterjugend

Wir verweisen auf einen Artikel von Horst Hilse

„In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni wurde in Berlin u.a. auch das Heim der Sozialistischen Jugend Deutschlands – die Falken von braunen Terroristen vollständig niedergebrannt. In dem Heim hielten sich glücklicherweise zum Anschlagszeitpunkt keine Personen auf.
Die Ausrüstung für das geplante Sommerlager ging aber in Flammen auf. Es ist ein traditionelles Sommerlager der Falkenbewegung, wie es auch in Norwegen stattfand.“

Weiter: Angriffsziel der Rassisten in Norwegen und Deutschland: Arbeiterjugend

Weitere Konferenzen für Working Class/ Poverty Class Academics geplant

Pressemitteilung

Erstmals in Deutschland tagte an der Universität Münster am ersten Juli-Wochenende die 15. Konferenz der Working Class/ Poverty Class Academics (WCPCA). Lehrende, Studierende und an der Hochschule Beschäftigte nichtakademischer Herkunft diskutierten gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen Zustände an Hochschulen, die kulturell, sozial und materiell von Mittel- und Oberschicht dominiert werden. Dort stellten sich Selbstorganisationen von studierenden ArbeiterInnenkindern vor. Probleme der Bildungsbenachteiligung zeigten sich hier in konkreter Deutlichkeit. So wurde berichtet, dass HauptschullehrerInnen sich weigerten, Bildungsgutscheine für Nachhilfeunterricht zu unterzeichnen, auch seien Latinum-Nachweise Bildungsbarrieren für Studierende des Zweiten Bildungsweges. Begabtenförderwerke hätten Sensibilisierungsbedarf für studierende ArbeiterInnenkinder. „Eine kritische Selbstorganisierung von ArbeiterInnenkindern im Bildungssystem ist dringend notwendig“, fasste Tagungsleiter Andreas Kemper zusammen. „Die Zusammenarbeit mit Stiftungen, dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) und Universitätsleitungen sollte ausgebaut werden.“ Die 16. internationale WCPCA-Tagung findet 2012 in North Dakota, USA, statt. Konferenzteilnehmer Prof. Jim Vander Putten von der Universität Little Rock, Arkansas, ist hier Ansprechpartner. Da großer Gesprächsbedarf besteht, findet 2012 zusätzlich eine deutschsprachige Tagung statt. Interessierte können sich an das Magazin für studierende ArbeiterInnenkinder „The Dishwasher“ wenden.

Kontaktadressen:
http://dishwasher.blogsport.de
http://wcpca.wordpress.com
http://www.workingclassacademics.org

„Wir machen das nicht für die Arbeiterkinder!“

Studiengebühren in NRW abgeschafft!

von Olaf Götze

Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen sind endlich abgeschafft. Am heutigen 24. Februar 2011 beschloss der Landtag NRW mit den Stimmen von SPD, Bündnis90/Grüne und DIE LINKE einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung von Studiengebühren zum Wintersemester 2011/12.
Für diesen politischen Wechsel hatten Studierende seit vielen Jahren gekämpft. Im Zuge einer zunehmend ökonomisch orientierten Bildungspolitik kämpften sie bereits 2002 gegen die Einführung von Langzeitstudiengebühren und 50 Euro Studienbeiträge, wobei sie letztere noch verhindern konnten. Die 2005 ins Amt gewählte CDU/FDP – Landesregierung führte dann gegen den Protest tausender Studierender das von ihnen zynischerweise betitelte Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz ein, mit dem die meisten Hochschulen 500 Euro Studiengebühren pro Semester erhoben. Über die vielen Jahre folgte eine Protestwelle an Studierenden der nächsten mit Demonstrationen, Unistreiks, Besetzungen, zuletzt dem Bildungsstreik gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern.

Die heutige Debatte im Landtag repräsentierte daher auch nur einen winzigen Ausschnitt aus der breiten Palette an Auseinandersetzungen und Argumenten, welche letztlich zur Abschaffung von Studiengebühren führte.

(mehr…)

Das Netzwerk von „Arbeiterkindern“ aufbauen

Von Andreas Kemper

Ich hatte vor wenigen Tagen einen Aufruf geschrieben, dass „ein, zwei, viele Arbeiterkinder-Referate“ gegründet werden sollten. Dies ist nötig, um eine Vernetzung von „Arbeiterkindern“ zu ermöglichen, um das Diskriminierungsmerkmal „soziale Herkunft“ nachhaltig zu fokussieren und Klassismus zu bekämpfen. Es ist aber bereits auch jetzt schon möglich, die Vernetzung von Arbeiterkindern zu forcieren. Es wäre sinnvoll, wenn ihr das Dishwasher-Forum nutzt. Es ist sehr einfach, sich dort anzumelden und zu schreiben. Ein Forum ist kein Blog. D.h. ihr könnt auch einfach nur interessante Pressemitteilungen oder Artikel verlinken oder euch an Diskussionen beteiligen. Von da aus kann es dann weiter gehen.

„Studieren ist echt ein Luxus, wenn du aus einer Arbeiterfamilie kommst“

„Mein Studium zahlt McDonalds.“
McDonalds Fernseh-Werbeclip.

Schafft ein, zwei, viele Arbeiterkinder-Referate!

Schafft ein, zwei, viele Arbeiterkinder-Referate!

Die Betroffenen müssen sich vernetzen können.
Ohne feministische Frauengruppen hätte sich im Hochschulbereich nicht viel verändert!
Ohne die Bauern im Wendland gäbe es dort keine starken Proteste!
Ohne die Schwulen- und Lesbenbewegung wäre Homosexualität noch immer eine “kriminelle Krankheit”!
Und ohne das Black Movement in den 60ern wäre Obama undenkbar!

Organisiert Arbeiterkinder-VVs und autonome Arbeiterkinder-Referate!

Der Widerstand gegen soziale Selektion muss nachhaltig werden.

http://dishwasher.blogsport.de

Flattr this

Neues Dishwasher-Forum

Der Dishwasher verfügt nun über ein Forum.

In diesem Forum könnt Ihr nach einer Anmeldung eigenständig Themen anlegen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!




kostenloser Counter