Tag-Archiv für 'arbeiterklasse'

Marxistische Diskriminierungshierarchie

Von Andreas Kemper

Karl Marx spricht bereits in seinen Frühschriften vom Vorrang der Arbeiteremanzipation im Kampf gegen alle Knechtschaftsverhältnisse, da diese nur „Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses“ seien:

„Aus dem Verhältnis der entfremdeten Arbeit zum Privateigentum folgt ferner, daß die Emanzipation der Gesellschaft vom Privateigentum etc., von der Knechtschaft, in der politischen Form der Arbeiteremanzipation sich ausspricht, nicht als wenn es sich nur um ihre Emanzipation handelte, sondern weil in ihrer Emanzipation die allgemein menschliche enthalten ist, diese ist aber darin enthalten, weil die ganze menschliche Knechtschaft in dem Verhältnis des Arbeiters Zur Produktion involviert ist und alle Knechtschaftsverhältnisse nur Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses sind.“ Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte, 1. Manuskript

Gegen diese Analyse wandten sich spätestens seit den 1960er Jahren verschiedene Bewegungen, vor allem die Frauenbewegung. (mehr…)

Der amerikanische Traum

Von Andreas Kemper
Vom „Tellerwäscher zum Millionär“ – dieser Spruch symbolisiert wie kein anderer den „amerikanischen Traum“. Mit einer gewissen Ironie haben wir daher dieses Magazin auch „The Dishwasher“, „Der Tellerwäscher / die Tellerwäscherin“ genannt. Letzten Monat hatten wir bereits einen Beitrag zur Ideologie der Meritokratie. Das Center for Working Class-Studies (CWCS) der Youngstown State University hat nun vor kurzem eine Umfrage zum amerikanischen Traum gemacht, die wir hier in Auszügen unkommentiert dokumentieren:


Do you believe in the concept of the American Dream?

Overal Working Class
Yes 68% 57%
No 23% 32%
No Opinion/Refused 9% 11%

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Ohne Netz – die Erfahrung von in der Arbeiterklasse aufgewachsenen Frauen

Von Olaf Götze

Das Buch „Without A Net – the female experience of growing up working class“, was übersetzt bedeutet „Ohne Netz – die Erfahrung von in der Arbeiterklasse aufgewachsenen Frauen“ ist eine beeindruckende Sammlung von 30 Geschichten unterschiedlicher Frauen, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie wuchsen in armen Verhältnissen auf und verarbeiten diese Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer ganz eigenen, unverkennbaren Sprache. Michelle Tea hat dieses Buch zusammengestellt und es geschafft mit den kurzen Episoden aus dem Leben ganz unterschiedlicher Frauen das Gefühl zu vermitteln, was es heißt, in der amerikanischen Unterschicht aufgewachsen zu sein, doppelt oder dreifach benachteiligt zu werden und auch den Aufstieg zu schaffen, ohne jedoch jemals die eigene Herkunft ganz hinter sich lassen zu können. (mehr…)




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