Tag-Archiv für 'asta'

Kurzer Bericht über die Arbeiterkinder-VV

Am 1. März fand nach einigen terminlichen Verschiebungen die Vollversammlung der „finanziell und kulturell benachteiligten Studierenden“ statt. Die cirka vierzig Anwesenden trafen sich gegen 18 Uhr. In der inhaltichen Diskussion wurden vor allem finanzielle Probleme (BAFöG) angesprochen. Einstimmig ohne Enthaltungen wurde der Autonomie-Status des Referates im AStA gefordert. Bislang ist das Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende noch nicht in der Satzung des Studierendenparlamentes verankert, obwohl es seit inzwischen neun Jahren existiert. Hier soll nun eine Gleichstellung mit den anderen Antidiskriminierungs-Referaten erreicht werden. Zudem wurde beschlossen, dass nach mehreren Monaten die Arbeit der gewählten Referenten in einer weiteren VV evaluiert werden soll (Evaluations-Vollversammlung). Der Dishwasher soll mit bis zu 1000 Euro gefördert werden, es sollte aber zunächst der AStA gefragt werden, ob dieser das Geld zur Verfügung stellen kann.
Insgesamt stellten sich sieben Kandidaten (keine Frau) der Wahl für das neu zu besetzende Referat. Nach mehreren Wahldurchgängen wurden Johann S. (eine halbe Stelle), Richard D. und Thomas B. (je eine viertel Stelle) gewählt. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer eigenen Seite des Fikus-Referates.

Burschenschaften streiten über „Ariernachweis“

Floran Dieckmann in einem Beitrag für Spiegel Online,15.06.2011:

„Der Deutschen Burschenschaft droht die Spaltung. Sie hat Rassevorschriften erlassen, die selbst erzkonservativen Studenten zu weit gehen. Nun soll eine Verbindung aus dem Dachverband ausgeschlossen werden – denn ein Mitglied hat asiatische Gesichtszüge.“

Vor ziemlich genau einhundert Jahren wurden in einigen Universitätsstädten die Studierenden erstmals durch „Allgemeine Studierenden Ausschüsse“ (AStA), statt durch Burschenschaften repräsentiert. Auch heute gibt es merkwürdigerweise noch Burschenschaften und der Klassenkampf der damaligen Mittelschichtsstudenten gegen den Alleinvertretungsanspruch der elitären Verbindungen ist nur in der Weise weiterentwickelt worden, dass nun auch Frauen, Lesben, Schwule, ausländische Studierende und Studierende mit Behinderungen eigene Repräsentationsorgane entwickelt haben. Arbeiterkinder werden von der Mittelschicht in einer ähnlichen Weise „mitrepräsentiert“ wie Annodazumal die Burschenschaften die Studierenden aus der Mittelschicht „mitrepräsentierten“.

„Inside AStA“ – Das Allgemeinheitsproblem

Von Andreas Kemper
Vor ziemlich genau hundert Jahren wurden erstmals Studierende nicht mehr nur durch elitäre Burschenschaften vertreten, sondern durch allgemeine Studierendenausschüsse. Vor hundert Jahren also gab es bereits Bestrebungen, die Vielfalt der Studierenden durch einen Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) abzubilden. In den 1970er Jahren zeigte sich, dass die allgemeine Wahl zu einem Studierendenparlament nur formal die allgemeinen Interessen der Studierendenschaft spiegelt. Daher erstritten sich Frauen, ausländische Studierende, Schwule, Lesben und behinderte/chronisch kranke Studierende autonome Vertretungen mit eigenen Vollversammlungen und Wahlen. Leider zeigen die Auseinandersetzungen um den Film „Inside AStA“ in Hamburg, dass Allgemeine Studierenden-Ausschüsse nicht unbedingt allgemein, sondern mitunter aus der Burschenschaften-Perspektive (deutsch, männlich, hetero, sozial privilegiert) agieren. Wie ernst nehmen die Allgemeinen Studierenden-Ausschüsse ihre autonomen Anti-Diskriminierungs-Referate?

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Leistungsorientierte Mittelvergabe sozial dimensionieren

Bei einem Besuch im AStA der Uni Münster legten wir heute Svenja Schulze, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW (SPD), folgendes Papier vor, in dem wir unter anderem fordern, dass die Mittelvergabe des Landes an die Hochschulen in NRW um so höher ausfällt, je mehr Arbeiterkinder die Hochschule absolvieren bzw. promovieren.

Leistungsorientierte Mittelvergabe
sozial dimensionieren

Die Soziale Dimension ist nicht umgesetzt

Die geforderte Umsetzung der „Sozialen Dimension“ im Bologna-Prozess findet „nicht einmal ansatzweise“ statt, kritisiert der Präsident des deutschen Studentenwerkes, Rolf Dobischat. Die Landesregierung NRW kann daran mitwirken, die Umsetzung der Sozialen Dimension im Bologna-Prozess voranzubringen.
Es arbeiten bereits verschiedene Stiftungen (Friedrich-Ebert-, Hans-Böckler-, Heinrich-Böll- und Rosa-Luxemburg-Stiftung) in Werstattgesprächen zusammen, um gezielt „Arbeiterkinder“ zu fördern.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung legte in diesem Jahr eine Analyse der AG Hochschulforschung der Uni Konstanz vor, in der Tino Bargel ein „Social Mainstreaming und Monitoring“ empfiehlt. (mehr…)

Der AStA als Mittelschichtsverwalter – Wer repräsentiert die Studierenden?

Von Andreas Kemper

Diese Frage kam während eines Vortrages von Michael Hartmann auf. Es ist zu befürchten, dass in den Gremien und Selbstverwaltungsorganisationen der Studierenden überdurchschnittlich viel Akademikerkinder sitzen. Die Studierenden werden repräsentiert durch Studierendenvertretungen wie bspw. den ASten. Der Großteil dieser Studierendenvertretungen ist zusammengeschlossen im „freien zusammenschluss der studentInnenschaften“ (fzs). Diese Organisationen sperren sich gegen eine anonyme Erhebung der Zusammensetzung nach sozialer Herkunft. Ein schlechtes Omen. (mehr…)




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