Tag-Archiv für 'bildung'

“Emanzipatorisch, sozialistisch, kritisch, links?!”

Buchvorstellung und Diskussion mit Janek Niggemann

Aktivist_innen und Bildungsarbeiter_innen aus dem Gesprächskreis Politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung diskutieren Grundlagen einer gesellschaftskritisch ausgerichteten politischen Bildung. Ihre Debatten haben sie in einem Buch mit dem Titel “Emanzipatorisch, sozialistisch, kritisch, links?!” zusammengefasst. Dieser Band mit einführenden Texten zum Verhältnis von Bildung und Befreiung soll im Zuge der Veranstaltung mit Janek Niggemann (dem Herausgeber) vorgestellt werden.

Mit Blick auf die Überlegungen von Gramsci, Brecht, Freire, Heydorn, Negt, Holzkamp, der Schulungspraxis der KPD und der Social Justice Education werden Möglichkeiten kritischer Bildungspraxis erörtert. Die teils unbekannten, vergessenen oder verloren gegangenen Zugänge sollen ermöglichen, sich lernend mit den Erfahrungen und Traditionen linker Bildung auseinanderzusetzen. Kritische Bildung kann so helfen, sich den Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungen zu stellen und sie voranzubringen.

Der Referent Janek Niggemann ist Mitautor und Herausgeber des Buches, das im Juni 2012 als Nummer 97 der Reihe “Manuskripte” der Rosa-Luxemburg-Stiftung beim Karl-Dietz-Verlag (Berlin) erschien. Über die Homepage der RLS kann der Band online eingesehen und heruntergeladen werden.
[http://www.rosalux.de/publication/38499/emanzipatorisch-sozialistisch-kritisch-links.html]

Donnerstag, 26. Juli 2012, 18 Uhr im Club Courage, Sternstraße 31 (Eingang Hinterhof Friedensstraße) Münster

Eine Veranstaltung des Referats für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende (FIKUS)
[http://www.fikus-muenster.de/]
und der Projektstelle “Club Courage” des AStA der Uni Münster
[http://www.asta.ms/].

Gewaltfreie Erkenntnisfähigkeit statt IQ-Zuchtwahl

Von Andreas Kemper
Jetzt wird also die „Gelbe Gefahr“ neu beschworen, die „chinesischen Tigermütter“, Heerscharen gedrillter ostasiatischer Uni-Absolventen, die den sarrazin-spenglerschen Untergang Deutschlands, des Abendlandes besiegeln könnten. Als würde das Menetekel der „dekadenten Minderleistung durch islamisch-unterbürgerliche Dysgenik“ nicht ausreichen, muss nun die Drohkulisse einer durchdisziplinierten Leistungsgesellschaft her, die unsere „Population“ geige-spielend dem wachsenden Krebsgeschwür einer erblich bedingten Bildungsunfähigkeit überlassen. Dabei sollte klar sein: Sie sagen „Gelbe Gefahr“ und meinen „Schwarze Pädagogik“. (mehr…)

ADS erkennt „Soziale Herkunft“ als potentiellen Diskriminierungsgrund an

Von Andreas Kemper

Wir hatten vor einem Jahr darüber berichtet, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes einen Forschungsauftrag zu „Diskriminierung an Hochschulen“ vergab, mit dem über die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verzeichneten Diskriminierungsformen untersucht werden sollten. Das Problem an dieser eigentlich lobenswerten Untersuchung bestand darin, dass „Soziale Herkunft“ nicht im AGG vorkam und dass somit von vornherein auch gar nicht untersucht werden sollte, ob es eine Benachteiligung von Arbeiterkinder an Hochschulen geben könnte. Wir intervenierten, schalteten die Presse ein, so berichtete bspw. die Frankfurter Rundschau über diese Form von Diskriminierungshierarchie und nahmen Kontakt zu einzelnen Wissenschaftlern auf, die an der Studie beteiligt sind. Wir freuen uns mitteilen zu können, dass nun „soziale Herkunft“ auch offiziell auf der Internetplattform der Antidiskriminierungsstelle des Bundes auftaucht:

Anhand des Modellprojekts „Diskriminierungsfreie Hochschule“ sollen Indikatoren entwickelt werden, die benachteiligende Strukturen und Mechanismen deutlich machen. Unabhängig davon, ob es um Alter, Behinderung, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, sexuelle Identität oder auch soziale Herkunft geht.


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Working with Working-Class Students

Über das E-Mail-Netzwerk der Working-Class-Poverty-Class-Academics (WCPCA) bin ich auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht worden: Working with Working-Class Students . Das WCPCA-Netzwerk existiert bereits seit über 15 Jahren. Einmal jährlich wird vom WCPCA zudem eine Tagung organisiert. Die nächste Tagung findet im Sommer 2011 in Deutschland statt.

Hier kannst du der WCPCA-Emailgroup beitreten


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„Transferempfänger“ und „Bildungsferne“

Von Andreas Kemper

Noch immer fehlen kritisches Diskursanalysen, die sich mit der Konstruktion von klassistischen Bildern und Schlagworten befassen. Heute morgen habe ich mir zum zweiten Mal in dieser Woche eine BILD-Zeitung gekauft, da hier ein Vorabdruck von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ findet und entsprechende Bilder kosntruiert werden. Gestern hatte ich mich bereits hier zu der Frage geäußert, warum die SPD Thilo Sarrazin nicht rausgeworfen hat. Heute widme ich mich dem „Bildungskapitel“. (mehr…)

Übereinkommen gegen Diskriminierung im Unterrichtswesen

Vor fünfzig Jahren, während der Tagung der Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wurde ein Übereinkommen gegen Diskriminierung im Unterrichtswesen erzielt. Als Diskriminierung galten Maßnahmen, die

  • a) einer Person oder Personengruppe den Zugang zum Unterricht – gleichviel welcher Art oder Stufe – zu verwehren,
  • b) eine Person oder Personengruppe auf einen niedrigen Bildungsstand zu beschränken,
  • c) für Personen oder Personengruppen getrennte Unterrichtssysteme oder -anstalten zu schaffen oder zu unterhalten

dies Diskriminierungsverbot galt explizit auch für eine auf sozialen Herkunft, den wirtschaftlichen Verhältnissen oder der Geburt beruhende Unterscheidung. Vierzig Jahre später beschloss die EU in den Amsterdamer Verträgen, die soziale Herkunft als Diskriminierungsgrund aus dem Katalog der Antidiskriminierungsrichtlinien zu streichen. Zahlreiche Studien belegen, dass heute noch immer ungebrochen eine Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft im deutschen Bildungssystem stattfindet. (mehr…)

Bildungsbericht 2010

Alle zwei Jahre erscheint im Auftrag der Kultusministerkonferenz der nationale Bildungsbericht. Der Bericht 2010 liegt jetzt vor. Weitere Infos folgen.

„Gleiche Chancen in der Bildung“

Von Andreas Kemper

Das 8. Bildungssymposium in Thüringen stellt die Bildungsbenachteiligung in den Mittelpunkt

Das Bildungssymposium in Thüringen thematisiert die Überwindung sozialer Ungleichheiten unter dem Motto: „Gleiche Chancen in der Bildung“. Das 8. Bildungssymposium wird organisiert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien an der Universität Erfurt. Nach eigener Auskunft nimmt das Symposium damit die Forderung des UN-Sonderberichterstatters für das Menschenrecht auf Bildung, Vernor Muñoz, auf. Dieser hatte mit Blick auf den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft gerechtere Bildungsmöglichkeiten für jedes Kind gefordert. (mehr…)

Was unzureichende Bildung kostet

Von Andreas Kemper
Es ist falsch, Bildungsbenachteiligung aufgrund von volkswirtschaftlichen Nutzenrechnungen zu werten. Bildungsbenachteiligung ist eine Verletzung des Menschenrechtes auf Bildung und als solche vorrangig zu kritisieren. Dennoch wird es gerade dann spannend, volkswirtschaflichen Berechnungen zu betrachten, wenn diese quasi den Interessen eines ideellen Gesamtkapitalisten entsprechend, den ständischen Interessen von Gymnasiallehrer_innen und privilegierten Eltern widersprechen. (mehr…)

Neue Chefin der Antidiskriminierungsstelle macht Bildung zum Schwerpunkt

Die neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, will „ein besonderes Augenmerk“ auf den Bildungsbereich legen: „Wenn Bildung, wie immer wieder zu Recht betont wird, der Schlüssel zur Integration ist, dann baut zum Beispiel ethnische Diskriminierung schon an der Schule Aufstiegshürden auf, die zuallererst eingerissen werden müssen.“ (mehr…)




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