Tag-Archiv für 'bildungspolitik'

Hartz IV Bildungspaket besteht Praxistest nicht

Die Thüringer Sozialverbände kritisieren das von der Bundesregierung eingeführte Bildungspaket für Kinder aus Hartz IV Familien und Geringverdienern. In der Praxis sei die Beantragung zu bürokratisch und umständlich. Das Ergebnis im Vergleich zum Aufwand ist viel zu gering, denn die finanziellen Hilfen sind in der Regel viel zu gering. Weiter

„Wir machen das nicht für die Arbeiterkinder!“

Studiengebühren in NRW abgeschafft!

von Olaf Götze

Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen sind endlich abgeschafft. Am heutigen 24. Februar 2011 beschloss der Landtag NRW mit den Stimmen von SPD, Bündnis90/Grüne und DIE LINKE einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung von Studiengebühren zum Wintersemester 2011/12.
Für diesen politischen Wechsel hatten Studierende seit vielen Jahren gekämpft. Im Zuge einer zunehmend ökonomisch orientierten Bildungspolitik kämpften sie bereits 2002 gegen die Einführung von Langzeitstudiengebühren und 50 Euro Studienbeiträge, wobei sie letztere noch verhindern konnten. Die 2005 ins Amt gewählte CDU/FDP – Landesregierung führte dann gegen den Protest tausender Studierender das von ihnen zynischerweise betitelte Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz ein, mit dem die meisten Hochschulen 500 Euro Studiengebühren pro Semester erhoben. Über die vielen Jahre folgte eine Protestwelle an Studierenden der nächsten mit Demonstrationen, Unistreiks, Besetzungen, zuletzt dem Bildungsstreik gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern.

Die heutige Debatte im Landtag repräsentierte daher auch nur einen winzigen Ausschnitt aus der breiten Palette an Auseinandersetzungen und Argumenten, welche letztlich zur Abschaffung von Studiengebühren führte.

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Fragen zu Bildungsbarrieren?

Wir haben im Rahmen des Dishwasher-Projekts eine „Frage-und-Antwort-Seite“ eingerichtet. Hier können sowohl praktische Fragen zu Stipendien und Bafög, als auch Fragen zur Theorie und Literatur, als auch zur politischen Praxis bzw. zum Dishwasher-Projekt gestellt werden. Neben dem Blog existiert nun also auch ein Wiki, ein Forum und eine Frage-Antwort-Seite.

Projekte diskutieren!

Es gibt eine Reihe von Ansätzen, mit denen sich konkret Bildungsbarrieren abschaffen ließen. Einige Projekte stehen auf der Dishwasher-Seite. Es gibt jetzt zudem die Möglichkeit, im Forum zum Abbau von Bildungsbarrieren diese Projekte zu diskutieren und eigene vorzuschlagen.

Aufgeschnappt

Aus einem Kommentar zum Interview „Deutschland hat weltweit das ungerechteste Schulsystem“ mit Rolf Jüngermann.

Sollen nun auch noch die Gymnasien kaputtreformiert werden?

Packt die Gymnasien also voll mit Kindern aus bildungsfernen Schichten, die es schon seit langem ablehnen, ihre Kinder überhaupt nur zu erziehen.
Dann runter mit den Anforderungen […], damit auch jeder sein Abitur bekommt.[…]
Es wird Zeit, dass unsere Gymnasien endlich inhaltlich wieder anspruchsvoller werden und dass man endlich wegkommt von dieser unseligen und den Geist tötenden Auswendiglernerei. Aber die „Reformen“ haben nicht erhöhte inhaltliche Ansprüche zum Ziel, sondern eine Erleichterung des Zugangs zum Gymnasium und auch für das Erreichen des Abiturs für bildungsferne Schichten.
Ich weiss nicht so recht: Vielleicht sollte man das Abitur gleich zusammen mit der Geburtsurkunde ausstellen. Das wäre doch das Gerechteste.“ observer3

Vollversammlung der studierenden Arbeiterkinder

Vollversammlung Donnerstag, 16.12. 18 Uhr AStA Uni Münster, Schlossplatz 1, Plenumsraum

Zum zehnten Mal wird es eine Vollversammlung von studierenden Arbeiterkindern an der Universität Münster geben. Während der Vollversammlung wird darüber beraten, wie die Situation von Arbeiterkindern im Bildungssystem verbessert werden kann. Es wird die Arbeit vom „Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende“ vorgestellt, die amtierenden Referenten sind gegenüber dieser Vollversammlung rechenschaftspflichtig. Und es werden für das nächste Jahr neue Referent_innen gewählt. Die Stelle im AStA wird mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe des vollen Bafög-Satzes vergütet. Bislang war es üblich, dass sich zwei (oder drei) Interessierte diese Stelle teilten. (mehr…)

Verein gegen Bildungsbarrieren

Von Andreas

Während der nächsten Redaktionssitzung des Dishwasher am Mittwoch, den 27. Oktober, um 20 Uhr abends im AStA der Uni Münster, Schlossplatz 1, findet die Gründung des „Vereins gegen Bildungsbarrieren“ statt. Es ist vorgesehen, dass der Verein u.a. den Dishwasher herausgibt. Ihr seid herzlich eingeladen, zur offenen Redaktionssitzung und zur Vereinsgründung zu erscheinen.

Was ist das Ziel von Bildungspolitik?

von Jens Wernicke

Progressiv-humanistische Kräfte beantworten diese Frage mit: Bildung selbst. Ziel von Bildungspolitik muss es sein, jedem Menschen einen guten, qualifizierten, emanzipativen Schulabschluss zu ermöglichen: Wo es hundert Kinder verschiedener sozialer Herkunft und verschiedener „Leistungen“ (die eben nichts über Biologie und Potential, sondern vielmehr etwas über Exklusionen und Benachteiligungen aussagen) gibt, sollen alle diese Kinder in die Lage versetzt werden, sich als menschliche Wesen in einer ihnen gerechten (Bildungs-)Umwelt zu entfalten, 100 von 100 Kindern sollen mindestens einen Realschulabschluss, besser noch ein Abitur erreichen. (mehr…)

Aufgeschnappt

Guido Westerwelle über Einheitsschulen als Zeichen spätrömischer Dekadenz, Welt-Online 11.02.2010
„Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein. An einem solchen Denken kann Deutschland scheitern. In vielen aufstrebenden Gesellschaften andernorts auf der Welt wird hart gearbeitet, damit die Kinder es einmal besser haben. Bei uns dagegen wird Leistung schon im Bildungssystem gering geschätzt: Wir debattieren Einheitsschulen und das Ende der Notengebung.“

Einige Reflexionen zur sozialen Selektion im Hochschulbildungssystem und zur Lage der Bildungspolitik

von Tobias Fabinger

Die soziale Selektivität des deutschen Schulsystems ist in den letzten Jahren oft und ausführlich diskutiert worden. War es in den 50ger Jahren das „katholische Arbeitermädchen vom Lande“, welches als Sinnbild der Benachteiligung fungierte, so ist es heute, im Jahre 2009 der „Jugendliche mit Migrationsgeschichte aus dem benachteiligten Stadtteil“. Der PISA-Schock eröffnete die Debatte, die bis dahin für fast zwei Jahrzehnte geruht hatte und eher ein Feld für Spezialisten war. Zuletzt versuchten die in der SPD aufgegangen 68ger das Hochschulbildungssystem auch für Arbeiterkinder und andere bislang der akademischen Bildung ferne Schichten in den 70ger Jahren zu öffnen. Eine bislang nicht wieder erreichte lobenswerte und optimistische Reformpolitik, die zum Teil Erfolge in Sachen Bildungsbeteiligung von Arbeiterkindern zeitigte. (mehr…)

Bildungspolitik: Jede Woche eine Watsche!

von Andreas Kemper

Die Verantwortlichen für die Klassendiskriminierung in Deutschland werden im Wochenturnus abgewatscht. Abgewatscht durch internationale Studien der OECD, durch Auftragsstudien, deren Ergebnisse nicht so sein sollten wie sie sind und gedeckelt und zurückgehalten werden, durch kleinere Studien wie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und durch Masterarbeiten, die ganz neue Diskriminierungsaspekte herausarbeiten. Würde man diese Studien als Ohrfeigen visualisieren und im Zeitraffer ablaufen lassen, dann fände man sich in einem Terence Hill/ Bud Spencer – Western wieder. (mehr…)




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