Tag-Archiv für 'chancengerechtigkeit'

PISA 2009: Überdurchschnittliche Diskriminierung in Deutschland und Österreich

Von Andreas Kemper

Auch die am 07. Dezember 2010 veröffentlichten PISA-Ergebnisse (PISA 2009) bescheinigen, dass in Deutschland und Österreich die Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft größer ist als im OECD-Durchschnitt. In Deutschland werden verhältnismäßig viele Lehrkräfte pro Schüler_innen in sozioökonomisch benachteiligten Schulen eingesetzt – mehr positives lässt sich nicht sagen. In allen anderen Bereichen sind Deutschland und Österreich im Mittelfeld der Bildungsbenachteiligung bzw. noch bildungsbenachteiligender als der Durchschnitt der OECD-Staaten. (mehr…)

Blockierter Aufstieg

Von Andreas Kemper

Das aktuelle Magazin Böll.Thema 03/2010 der Heinrich-Böll-Stiftung widmet sich dem Thema „Sozialer Aufstieg. Strategien gegen die blockierte Gesellschaft“. Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung erklärt im Vorwort, warum dieses Thema gewählt worden ist:

Weshalb ein Heft mit dem Oberthema sozialer Aufstieg und Chancengerechtigkeit? Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin, die im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet wurde, gibt darauf eine plastische Antwort: «Deutschland weist im internationalen Vergleich eine sehr
geringe soziale Mobilität auf, oder anders formuliert: Die Chancen, gesellschaftlich auf- oder abzusteigen, sind in kaum einem anderen industrialisierten Land so ungleich verteilt wie in Deutschland. Wir leisten uns mehr Ungleichheiten als notwendig, und dies insbesondere zum Nachteil derjenigen Kinder, die mit ihrer geringen sozialen Herkunft vergleichsweise wenig Chancen haben, aus diesen nachteiligen Positionen aufzusteigen.»

Uns liegt die Studie, die im Herbst erscheinen soll, noch nicht vor. Allerdings gibt Jutta Allmendinger erste Ergebenisse bekannt. (mehr…)

Was ist das Ziel von Bildungspolitik?

von Jens Wernicke

Progressiv-humanistische Kräfte beantworten diese Frage mit: Bildung selbst. Ziel von Bildungspolitik muss es sein, jedem Menschen einen guten, qualifizierten, emanzipativen Schulabschluss zu ermöglichen: Wo es hundert Kinder verschiedener sozialer Herkunft und verschiedener „Leistungen“ (die eben nichts über Biologie und Potential, sondern vielmehr etwas über Exklusionen und Benachteiligungen aussagen) gibt, sollen alle diese Kinder in die Lage versetzt werden, sich als menschliche Wesen in einer ihnen gerechten (Bildungs-)Umwelt zu entfalten, 100 von 100 Kindern sollen mindestens einen Realschulabschluss, besser noch ein Abitur erreichen. (mehr…)

Kritik der Chancengleichheits-Kritik

Von Andreas Kemper

Bereits zum dritten Mal habe ich nun mit den Leuten der „Desktruktive Kritik“ in Münster über Leistungsideologie im Bildungssystem diskutiert. Die „Destruktiven Kritik“ steht der marxistischen Gruppe Gegenstandpunkt nahe. Zu diesem Umfeld zählt auch Freerk Huisken aus Bremen, der am letzten Mittwoch einen Vortrag mit der These „Ausbildung macht dumm“ hielt. Ein zentraler Punkt in seiner Argumentation ist, dass unser Bildungssystem nach Leistung und nicht nach sozialer Herkunft selektiert. Im Folgenden kritisiere ich diese These, die er in dem Artikel „Missverständnis ‚Chancengleichheit‘“ publiziert hat, sowie einige Argumente, wie sie in der Diskussion zu seinem Vortrag zu Tage traten. (mehr…)




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