Tag-Archiv für 'chancengleichheit'

Guttenberg und die Aktzeptanz der Marktwirtschaft

Von Andreas Kemper

(Zum Vergrößern: rechte Maustaste -> „Grafik anzeigen“)
Der wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie riet im letzten Jahr der Regierung, die Akzeptanz der Marktwirtschaft zu erhöhen. Da nicht in die Marktwirtschaft direkt eingegriffen solle (weder nach oben noch nach unten sollten Einkommen begrenzt werden!), könne die Aktzeptanz nur durch eine höhere Chancengleichheit in der Bildung hergestellt werden, die Bevölkerung müsse wieder den Eindruck haben, dass nicht nur „Bessergestellte“ Bildungstitel erhalten. Die „intergenerationelle soziale Mobilität“ müsse erhöht werden.
Allein schon aus diesem Grund muss die Regierung ein Interesse daran haben, dass Guttenbergs Doktorgrad aberkannt wird. Aber auch hier zeigt sich ein Widerspruch zwischen Interessen im Sinne der Marktwirtschaft und den Individualinteressen der Privilegierten des Systems.

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Bei der Bologna-Reform wurden die sozialen Fragen vergessen

Artikel von Lenz Jacobson und Johannes Pennekamp in der Wochenzeitung Der Freitag vom 21.10.2010

Wer hat, dem wird gegeben
Bei der Bologna-Reform ­wurden die sozial Schwachen vergessen. Die neuen Stipendien ändern daran nichts

Man muss sich nur das Papier ansehen, mit dem alles angefangen hat, um das Problem zu verstehen. Gut fünf Seiten ist die Bologna-Erklärung lang, mit der die europäischen Regierungen 1999 die Hochschulreformen starteten. Von „arbeitsmarktbezogener Qualifizierung“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ ist da die Rede. Soziale Fragen spielen keine Rolle, Begriffe wie Chancengleichheit oder soziale Durchlässigkeit fehlen in dem Text, der zur vielleicht größten Umwälzung im deutschen Hochschulsystem führte. Weiter

Was ist das Ziel von Bildungspolitik?

von Jens Wernicke

Progressiv-humanistische Kräfte beantworten diese Frage mit: Bildung selbst. Ziel von Bildungspolitik muss es sein, jedem Menschen einen guten, qualifizierten, emanzipativen Schulabschluss zu ermöglichen: Wo es hundert Kinder verschiedener sozialer Herkunft und verschiedener „Leistungen“ (die eben nichts über Biologie und Potential, sondern vielmehr etwas über Exklusionen und Benachteiligungen aussagen) gibt, sollen alle diese Kinder in die Lage versetzt werden, sich als menschliche Wesen in einer ihnen gerechten (Bildungs-)Umwelt zu entfalten, 100 von 100 Kindern sollen mindestens einen Realschulabschluss, besser noch ein Abitur erreichen. (mehr…)

Kritik der Chancengleichheits-Kritik

Von Andreas Kemper

Bereits zum dritten Mal habe ich nun mit den Leuten der „Desktruktive Kritik“ in Münster über Leistungsideologie im Bildungssystem diskutiert. Die „Destruktiven Kritik“ steht der marxistischen Gruppe Gegenstandpunkt nahe. Zu diesem Umfeld zählt auch Freerk Huisken aus Bremen, der am letzten Mittwoch einen Vortrag mit der These „Ausbildung macht dumm“ hielt. Ein zentraler Punkt in seiner Argumentation ist, dass unser Bildungssystem nach Leistung und nicht nach sozialer Herkunft selektiert. Im Folgenden kritisiere ich diese These, die er in dem Artikel „Missverständnis ‚Chancengleichheit‘“ publiziert hat, sowie einige Argumente, wie sie in der Diskussion zu seinem Vortrag zu Tage traten. (mehr…)

Nachhilfe – unfairer Ausgleich für fehlende Förderung

„Ausgaben für Nachhilfe – teurer und unfairer Ausgleich für fehlende individuelle Förderung“ ist der Titel einer Studie von Klaus und Annemarie Klemm im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Klaus Klemm sieht in den sehr hohen Ausgaben eine schwindende Chancengleichheit: „Finanzstarke Eltern können sich Nachhilfe leisten, finanzschwache möglicherweise nicht“ (mehr…)




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