Tag-Archiv für 'eltern'

„Ausgeprägter Statusfatalismus“

Eine Studie von Allensbach untersuchte im Auftrag von BILD der FRAU und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Mai und Juni 2012 die Ursachen für die Abhängigkeit des „Bildungserfolges“ von der sozialen Herkunft. Hierzu untersuchten sie die unterschiedlichen Haltungen in Schweden und Deutschland.
In Deutschland werde der Bildungs- und Erziehungsauftrag stärker bei den Eltern gesehen. Es gäbe sehr viel weniger Kita-Plätze und auch die frühe Aufteilung nach der Grundschule wurden hier als Ursachen für die Abhängigkeit von der sozialen Herkunft gesehen. Zudem gebe es in der „jungen Unterschicht“ einen „ausgeprägten Statusfatalismus:

In Deutschland sind nur 19 Prozent der Unter-30-Jährigen aus einfachen sozialen Schichten davon überzeugt, dass man es durch persönliche Anstrengungen in der Regel auch „zu etwas bringt“, über die Hälfte hält dagegen den sozialen Aufstieg für Menschen aus den unteren Sozialschichten generell für nur sehr schwer möglich. In Schweden ist die junge Generation aus einfachen Schichten vom Gegenteil überzeugt: Gut zwei Drittel sind der Auffassung, dass sich individuelle Anstrengung in der Regel lohnt (68 Prozent), und lediglich 28 Prozent halten sozialen Aufstieg für nur sehr schwer möglich. (STUDIE „Chancengerechtigkeit durch Förderung von Kindern – ein deutsch-schwedischer Vergleich“ – Kernbefunde –, S.3)

Hier der Link zu den Kernbefunden der Studie

Bildungsvereinbarung – Österreichs Wissenschaftsministerin Karl fordert mehr Engagement der Eltern

Von Andreas Kemper
Mit den Eltern soll eine „Bildungsvereinbarung“ geschlossen werden, so Beatrix Karl im ORF. Sie müssten mit ihren Kindern Hausaufgaben machen und mit ihnen zusammen lesen. Leider wird dabei völlig übersehen, welche Zeit- und Bildungsressourcen den Eltern, bzw. Alleinerziehenden zur Verfügung stehen. Wenn so eine „Bildungsvereinbarung“ abgeschlossen wird, dann sollte auch sichergestellt werden, dass die Erziehungsberechtigten über die nötigen Ressourcen verfügen. D.h. sie müssten vom Arbeitsmarkt freigestellt und gegebenenfalls durch Schulungen in die Lage versetzt werden, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Diese seltsame Idee würde ganz schön teuer werden. Ökonomischer wäre, hierfür Lehrer_innen einzusetzen.

Eltern geben der Schule schlechte Zensuren

Pressemitteilung 08.09.10 | 1. JAKO-O Bildungsstudie: Note „mangelhaft“ – Eltern geben der Schule schlechte Zensuren – Repräsentative Studie: 3.000 Eltern beurteilen das Schulsystem

Ohne Eltern geht es nicht: Mama oder Papa als Nachhilfelehrer, das ist eher die Regel als die Ausnahme in deutschen Familien. 94 Prozent der Eltern fühlen sich verpflichtet, sich intensiv um die schulischen Leistungen ihrer Kinder zu kümmern. Doch dieses Engagement geht auf Kosten des Familienlebens – und ärgert viele Eltern. (mehr…)

Eltern und Kinder unter Druck

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung widmet sich in den „Hamburger Skripte 20″ der Problematik der Bildungsbenachteilung von Arbeiterkindern. Hier eine kurze Selbstdarstellung der Inhalte von „Eltern und Kinder unter Druck“:

Eltern und Kinder unter Druck. Beiträge zur Auseinandersetzung um die Primarschule von Dora Heyenn, Jan Feddersen, Klaus Bullan, Kay Beiderwieden. (Hamburger Skripte 20)

Schule ist ein Dauerthema, nicht nur in den Familien – auch in der Politik. In Hamburg haben wir eine jahrzehntelange zermürbende Auseinandersetzung erlebt, in der es immer darum ging, ob das Gymnasium besser ist als die Gesamtschule oder nicht. (mehr…)

Lügt WELT-Online?

Von Andreas Kemper
Die Grenzen zwischen Lüge, Halbwahrheiten oder einfach nur „anderen Sichtweisen Platz einräumen“ sind schwer zu ziehen. Ich hatte bereits vor einigen Monaten gefragt, warum bestimmte Medien Texte von Leuten wie Gunnar Heinsohn abdrucken, die es – meiner Meinung nach – mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, was sich aktuell hier zeigt:

„Den ohnehin schon staatlich versorgten Müttern versprechen die Mitbürger seit 2007 eine Zusatzprämie, wenn sie ihrem prekären Leben weitere Kinder hinzufügen.“ Gunnar Heinsohn: Stoppt die Vermehrungsprämie für Sozialhilfemütter (14.06.10)

Die Halbwahrheit, die ich hier als bewusste und dreiste Lüge empfinde, besteht im Unterschlagen des zuvor doppelt so lange gezahlten Erziehungsgeldes. Eine Kürzung um die Hälfte ist keine „Prämie“.

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„Professoren und ihre Brut“

Nein, keine Angst, ich werde jetzt nicht ausfällig. Der Titel steht bewusst in Anführungszeichen, weil es sich um einen Artikel von Prof. Thomas Hoeren handelt. Er, selber ein Arbeitersohn, beobachtet seit Jahren, wie sich der Nachwuchs seiner Kollegen entwickelt, die schlussendlich doch (trotz von allen Seiten anders beschworener Absichten) studieren und zwar das gleiche Fach an der selben Hochschule wie ihr Vater… Thomas Hoeren: Professoren und ihre Brut. Meiner darf auch Postbote werden

Immer mehr Eltern melden ihr Kind an einer Gesamtschule an

Presseerklärung des Landeselternrats der Gesamtschulen NW e.V. (LER), Düsseldorf, 26.02.2010:

Längeres gemeinsames Lernen im Trend – Neue Anmeldezahlen und die Fragwürdigkeit der Schulformempfehlungen

Im Jahr 2010 wurden 25,0 % der Viertklässler an eine Gesamtschule angemeldet. Seit dem Jahr 2000 ist die Quote von damals 19,8 % um mehr als ein Viertel gestiegen. (mehr…)

Aufgeschnappt

Gudio Westerwelle verdeutlicht seinen „Dekadenz-Vorwurf“, es geht ihm um die Gymnasiumsplätze: Guido Westerwelle im Gespräch mit Sabine Adler, 14.02.2010
„… für mich ist die beste Sozialpolitik immer noch die Bildungspolitik, und da haben wir in Deutschland mittlerweile geradezu dekadente Erscheinungen. Dass hier in Berlin demnächst die Gymnasiumsplätze nicht mehr nach Noten oder nach Leistung oder nach Bewertung vergeben werden sollen, sondern zu fast einem Drittel, wenn Mangel da ist, per Losverfahren, ist ein himmelschreiender Skandal gegen die junge Generation. Und wenn ich mir die Einheitsschule in Hamburg ansehe, wenn ich mir ansehe, dass die Eltern nicht mehr die Schulform wählen können, nicht mehr wählen sollen die Schulform für ihre Kinder, dann ist das ein Skandal. Wenn man die Kinder so schlecht behandelt, wenn man Losverfahren einführt für Schulplätze, dann sind das Erscheinungen, die man nur noch als dekadent bezeichnen kann.“

Proletarische Elternräte

In der Weimarer Republik existierten „Proletarische Elternräte“, die sich für eine arbeiterkinderfreundliche Schulpolitik einsetzten. 1920 wurden in den „Leitsätze für die Arbeit in den Elternbeiräten“ sechs Forderungen aufgestellt: (mehr…)

Bewegtes Engagement: Elternpartizipation in der Schule

von Heike Weinbach

Die Definition davon, wer als „erziehungsberechtigt“ gilt, zeigt sich im Jahr 2009 als ein plurales Feld, dennoch wird in der Wahrnehmung und den kulturellen Konstruktionen (z.B. in den Medien) der Gesellschaft häufig noch ein Bild konstruiert, das auch schon vor einer Pluralisierung der Lebensformen seit den 1970er Jahren nicht zutreffend war: Eltern, das bedeute: erstens Mutter, zweitens Mutter und Vater, drittens beide in jüngerem Lebensalter. Der Realität, nämlich einer Pluralisierung und Vervielfältigung von Lebensformen tragen mittlerweile Gesetze ebenso Rechnung wie wissenschaftliche Studien, Beratungsangebote etc. (mehr…)




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