Tag-Archiv für 'feminismus'

Artikel zum 70. Geburtstag Barbara Ehrenreichs

„Selbst ›aufgeklärte‹ Menschen, die vielleicht bei einer rassistischen Bemerkung zusammenzucken, werden ohne weiteres charakterbedingte Mängel einer nicht näher definierten ›Unterschicht‹ auflisten. Sie kommen dabei unweigerlich immer wieder auf Ignoranz, Promiskuität und Faulheit. Wenn sie die weiße (…) Arbeiterschicht karikieren, haben sie kaum Hemmungen: deren Geschmack ist ›kitschig‹, ihre Gewohnheiten sind ungesund und ihre Ansichten hoffnungslos intolerant und engstirnig.“ Ein Artikel von Michael Zander in der Jungen Welt, 26.08.2011 Lesen

Marxistische Diskriminierungshierarchie

Von Andreas Kemper

Karl Marx spricht bereits in seinen Frühschriften vom Vorrang der Arbeiteremanzipation im Kampf gegen alle Knechtschaftsverhältnisse, da diese nur „Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses“ seien:

„Aus dem Verhältnis der entfremdeten Arbeit zum Privateigentum folgt ferner, daß die Emanzipation der Gesellschaft vom Privateigentum etc., von der Knechtschaft, in der politischen Form der Arbeiteremanzipation sich ausspricht, nicht als wenn es sich nur um ihre Emanzipation handelte, sondern weil in ihrer Emanzipation die allgemein menschliche enthalten ist, diese ist aber darin enthalten, weil die ganze menschliche Knechtschaft in dem Verhältnis des Arbeiters Zur Produktion involviert ist und alle Knechtschaftsverhältnisse nur Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses sind.“ Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte, 1. Manuskript

Gegen diese Analyse wandten sich spätestens seit den 1960er Jahren verschiedene Bewegungen, vor allem die Frauenbewegung. (mehr…)

„Jungenbenachteiligung“? Maskulinisten in der Piratenpartei

Von Andreas Kemper

Die erste Ausgabe vom Kompass, der Piratenzeitung, wurde schwerpunktmäßig ausgerechnet von der umstrittenen Männer AG der Piratenpartei verfasst. Das Thema „Jungenbenachteiligung in der Bildung“ wäre an sich durchaus spannend. Wichtig wäre hier die Intersektion von geschlechts-, migrations- und klassenspezifischer Benachteiligung – Jungen aus der Oberschicht erfahren mit Sicherheit nicht die selbe Bildungsbenachteiligung wie türkischstämmige Arbeitersöhne. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht inhaltlich auf die Thesen zur Jungenbenachteiligung eingehen, sondern auf die Männer AG, die diesen Text so prominent verfassen konnte. (mehr…)

Ohne Netz – die Erfahrung von in der Arbeiterklasse aufgewachsenen Frauen

Von Olaf Götze

Das Buch „Without A Net – the female experience of growing up working class“, was übersetzt bedeutet „Ohne Netz – die Erfahrung von in der Arbeiterklasse aufgewachsenen Frauen“ ist eine beeindruckende Sammlung von 30 Geschichten unterschiedlicher Frauen, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie wuchsen in armen Verhältnissen auf und verarbeiten diese Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer ganz eigenen, unverkennbaren Sprache. Michelle Tea hat dieses Buch zusammengestellt und es geschafft mit den kurzen Episoden aus dem Leben ganz unterschiedlicher Frauen das Gefühl zu vermitteln, was es heißt, in der amerikanischen Unterschicht aufgewachsen zu sein, doppelt oder dreifach benachteiligt zu werden und auch den Aufstieg zu schaffen, ohne jedoch jemals die eigene Herkunft ganz hinter sich lassen zu können. (mehr…)

Gender-Schräglage im Dishwasher

von Carl

Angesichts der Tatsache, dass es um Race, class, GENDER geht: Was gedenken wir (gedenkt ihr) eigentlich gegen die Tatsache zu tun, dass

  1. fast alle Artikel im Dishwasher von Männern stammen
  2. fast alle Erfahrungsberichte, sofern das Geschlecht ersichtlich ist, von Männern stammen
  3. die meisten Kommentatoren männlich sind?

Gerade zum letzten Thema (Gender) wären doch Einsichten von Frauen interessant.
Möglichkeit 1: Arbeitersöhne studieren signifikant häufiger als Arbeitertöchter. Dann wäre das Ergebnis nicht weiter verwunderlich
Möglichkeit 2: Irgendetwas schreckt Frauen ab
Ich würde gerne eine Diskussion darüber starten.




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