Tag-Archiv für 'his'

Soziale Ungleichheit bei der Wahl der Hochschule

Pressemitteilung des Hochschul Informationssystems (HIS) vom 03.11.2011

Vor dem Hintergrund der Bildungsexpansion wurde mit der Exzellenzinitiative und den Hochschulrankings ein Differenzierungsprozess angestoßen, der die Hochschullandschaft zunehmend in vermeintlich qualitativ „bessere“ und „schlechtere“ Standorte unterscheidet.

Der Leitartikel des HIS:Magazins 4|2011 „Soziale Ungleichheit bei der Wahl der Hochschule?“ widmet sich den Fragen: Wer studiert an einer renommierten Hochschule und welche Auswirkung haben die veränderten Rahmenbedingungen auf die herkunftsspezifischen Unterschiede bei der Hochschulwahl? (mehr…)

„Wir machen das nicht für die Arbeiterkinder!“

Studiengebühren in NRW abgeschafft!

von Olaf Götze

Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen sind endlich abgeschafft. Am heutigen 24. Februar 2011 beschloss der Landtag NRW mit den Stimmen von SPD, Bündnis90/Grüne und DIE LINKE einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung von Studiengebühren zum Wintersemester 2011/12.
Für diesen politischen Wechsel hatten Studierende seit vielen Jahren gekämpft. Im Zuge einer zunehmend ökonomisch orientierten Bildungspolitik kämpften sie bereits 2002 gegen die Einführung von Langzeitstudiengebühren und 50 Euro Studienbeiträge, wobei sie letztere noch verhindern konnten. Die 2005 ins Amt gewählte CDU/FDP – Landesregierung führte dann gegen den Protest tausender Studierender das von ihnen zynischerweise betitelte Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz ein, mit dem die meisten Hochschulen 500 Euro Studiengebühren pro Semester erhoben. Über die vielen Jahre folgte eine Protestwelle an Studierenden der nächsten mit Demonstrationen, Unistreiks, Besetzungen, zuletzt dem Bildungsstreik gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern.

Die heutige Debatte im Landtag repräsentierte daher auch nur einen winzigen Ausschnitt aus der breiten Palette an Auseinandersetzungen und Argumenten, welche letztlich zur Abschaffung von Studiengebühren führte.

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Auslandsaufenthalt im Studium ist von sozialer Herkunft abhängig

In der aktuellen Studie „Internationalisierung des Studiums“ vom HIS im Auftrag des Deutschen Studentenwerks und des BMBF wird hervorgehoben, dass noch immer doppelt soviele Studierende mit einer sogenannten hohen Herkunftsgruppe doppelt so häufig einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolvieren wie Studierende der niedrigen oder mittleren Herkunftsgruppe.

„Die Auslandsmobilität variiert nach wie vor deutlich in Abhängigkeit von den sozialen Herkunft der Studierenden (Bild 3.6). Studierende der Herkunftsgruppe „hoch“ haben anteilig fast doppelt so häufig einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolviert im Vergleich zu Studierenden der Herkunftsgruppe „niedrig“ (20 % vs. 11 %). Gegenüber 2006 sind die Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen etwas geringer geworden (12 % vs. 9 %) [Anmerkung vom Dishwasher: das muss natürlich 21% vs. 9% heißen]

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Vollversammlung der studierenden Arbeiterkinder

Vollversammlung Donnerstag, 16.12. 18 Uhr AStA Uni Münster, Schlossplatz 1, Plenumsraum

Zum zehnten Mal wird es eine Vollversammlung von studierenden Arbeiterkindern an der Universität Münster geben. Während der Vollversammlung wird darüber beraten, wie die Situation von Arbeiterkindern im Bildungssystem verbessert werden kann. Es wird die Arbeit vom „Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende“ vorgestellt, die amtierenden Referenten sind gegenüber dieser Vollversammlung rechenschaftspflichtig. Und es werden für das nächste Jahr neue Referent_innen gewählt. Die Stelle im AStA wird mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe des vollen Bafög-Satzes vergütet. Bislang war es üblich, dass sich zwei (oder drei) Interessierte diese Stelle teilten. (mehr…)

Andrä Wolter zu Hochschulbildung und soziale Ungleichheit

Auf den Nachdenkseiten findet sich die Zusammenfassung eines Vortrags von Andrä Wolter während des Workshops: Bildung für alle? der Hans-Böckler-Stiftung und IG Metall Frankfurt am 27./28. September 2010 zum Thema Hochschulbildung soziale Ungleichheit . Hier werden von einem Mitarbeiter des Hochschul-Information-Systems sehr knapp die empirischen Daten zur sozialen Bildungsbenachteiligung zusammengefasst und kommentiert.

Bei der Bologna-Reform wurden die sozialen Fragen vergessen

Artikel von Lenz Jacobson und Johannes Pennekamp in der Wochenzeitung Der Freitag vom 21.10.2010

Wer hat, dem wird gegeben
Bei der Bologna-Reform ­wurden die sozial Schwachen vergessen. Die neuen Stipendien ändern daran nichts

Man muss sich nur das Papier ansehen, mit dem alles angefangen hat, um das Problem zu verstehen. Gut fünf Seiten ist die Bologna-Erklärung lang, mit der die europäischen Regierungen 1999 die Hochschulreformen starteten. Von „arbeitsmarktbezogener Qualifizierung“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ ist da die Rede. Soziale Fragen spielen keine Rolle, Begriffe wie Chancengleichheit oder soziale Durchlässigkeit fehlen in dem Text, der zur vielleicht größten Umwälzung im deutschen Hochschulsystem führte. Weiter

Studienberechtigte aus hochschulfernen Elternhäuser studieren wieder häufiger

Ein aktuelle Studie des Hochschulinformationssystems vom 11.03.2010 ergab, dass Abiturient_innen (Studienberechtigte) aus nicht-akademischen Elternhaus ein halbes Jahr nach der Studienberechtigung wieder häufiger ein Studium aufnehmen. So stieg die Studierendenquote von 59% 2006 auf 65% 2008 um 6 Prozentpunkte. Die Studierendenquote von Studienberechtigten mit akademischen Elternteilen stieg im gleichen Zeitraum ebenfalls (von 75% auf 78%). Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass in Baden-Württemberg die Berufsakademien als Hochschulen anerkannt wurden, was für eine Verzerrung der Vergleichbarkeit sorgte. (mehr…)

Stipendienentwurf – Call for Meinung

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zum Stipendienprogramm vorgelegt. Die HIS-Studie vom vergangenen Jahr hatte festgestellt, dass Studierende mit einer sog. „niedrigen sozialen Herkunft“ prozentual sehr viel seltener Stipendien erhalten als ihre Mitstudierenden. Wird der Gesetzesentwurf der eigenen Willensbekundung gerecht, in der es heißt: (mehr…)




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