Tag-Archiv für 'klassenreproduktion'

Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Call for Papers: Buchprojekt „Strangers in ‚Paradise‘“

Der Sammelband „Strangers in ‚Paradise‘“ wird herausgegeben von einer Gruppe von Akademiker_innen mit nicht-akademischen Klassenhintergründen. Der Sammelband zielt darauf ab, Dominanzverhältnisse innerhalb der Hochschulen, die mit Klasse/sozialer Herkunft zu tun haben (=Klassismus), zu benennen und zu kritisieren.

Klassismus innerhalb der Hochschulen ist überall spürbar und wird doch fast nie zum Thema gemacht: Working Class/Poverty Class-Academics werden an Hochschulen alltäglich mit Marginalisierungen, Ausschlüssen und Anpassungsdruck konfrontiert. Hochschulen werden so zu einer jener Instanzen, die zur Legitimierung und Unsichtbarmachung kapitalistischer Ausbeutungs- und Dominanzverhältnisse beitragen. (mehr…)

Aufgeschnappt

„Wenn ich mich um einen Job bewerbe und auf der Liste steht Meier, Müller, Schmidt oder von Bismarck, bin ich ziemlich sicher, dass ich den Job bekomme.“ FAZ, 08.07.2007

Gottfried A. Graf von Bismarck-Schönhausen (1962−2007), Cousin von Stephanie zu Guttenberg.

Der eigentliche Skandal ist dieser Auftritt

Guttenbergs Erklärung
Bitte schaut euch den Mitschnitt an: Guttenbergs Erklärung. Er beginnt und endet damit, dass irgendein wichtiger Offizier hinter Guttenberg herschreitet. Ich hatte an anderer Stelle über Klassenkörper geschrieben und mich dabei auf Foucault und Bourdieu bezogen. Michael Hartmann spricht von einem bestimmten souveränen Auftreten, welches man als Arbeiterkind kaum lernen kann. Der eigentliche Skandal in unserer Gesellschaft ist die eingeräumte Wirkmächtigkeit solcher Auftritte, die Dominanz der Form über den Inhalt, die dafür sorgt, dass sich die Klassen in den gehabten Bahnen reproduzieren. Diese Dominanz gilt es zu dekonstruieren. Aber wie?

Ergänzung: Als ich den obigen Text schrieb, war mir nicht klar, dass ein Großteil der Medien von der Erklärung ausgeschlossen gewesen ist. Hier die ZDF-Berichterstattung über die in der Bundespressestelle wartenden Journalist_innen: Was soll der Kokolores? Tatsächlich scheint Guttenberg hier nur in einem bestimmten Rahmen seine Souveränität aufrechterhalten zu können.




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