Tag-Archiv für 'reiche'

Grafen müssen jetzt schon für Barone arbeiten

Die Nachrichtenagenturen vermelden heute: Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg hat einen Anwalt, Alexander Graf von Kalckreuth, der die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der Kommission der Uni Bayreuth zur Überprüfung von Guttenbergs Doktorarbeit scharf kritisiert. Ja, wo gibts denn sowas? Gelten die feudalistischen Zustände gar nicht mehr? Arbeiten jetzt schon Grafen für Freiherren? Und demnächst Herzöge für Arbeiterkinder?
Sorry, momentan bin ich nur noch am staunen.

„Vereisung des sozialen Klimas“

Im neunten Bericht der Langzeitstudie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ wird konstatiert, dass insbesondere Reiche Arme abwerten. Dem Tagesspiegel zufolge würde die Hälfte der Nettoverdiener mit 2.600 Euro aufwärts Langzeitarbeitslose abwerten, die taz zitierte Heitmeyer mit den Worten: „eine zunehmend rohe Bürgerlichkeit“. Der exakte Begriff für diese Abwertung ist „Klassismus“. Geringverdiener seien gegenüber Nettoverdiener solidarischer eingestellt. Während der Wirtschaftskrise sei bei den Besserverdienenden, die in der Studie 20% der Bevölkerung ausmachen, auch die Islamfeindlichkeit und der Rechtspopulismus gewachsen. Auch focus-online gibt Wilhelm Heitmeyer wieder und titelt mit: „Krise macht viele Besserverdiener zu Sozialdarwinisten“. Dort heißt es: „‘In der Krise haben viele Besserverdiener erstmals gemerkt, was finanzielle Einbußen bedeuten‘, sagte Studienleiter Wilhelm Heitmeyer. Dadurch seien mühsam erlernte soziale Normen und Werte in Vergessenheit geraten, der Sozialdarwinismus habe zugenommen.“ Und hier noch die Tagesschau zum Thema.
Wir werden demnächst ausführlicher über die Studie informieren.
Vor wenigen Tagen hatten wir über eine kanadisch/kalifornische Studie berichtet, die bei Gutverdienenden mit akademischen Hintergrund ein Defizit an Einfühlungsvermögen festgestellt hatte.

Reiche in der Schweiz – Unterschiede seit der Geburt

Im Artikel „Eine eigene Welt, vom Gebärsaal bis zur ­Altersresidenz“ in der Wochenzeitung (WOZ) vom 21.10.2010 findet sich eine Vorabveröffentlichung von Ueli Mäders, Sarah Schilligers und Ganga Jey Aratnams Studie „Wie Reiche denken und lenken“, die heute veröffentlicht wird.

Die Sonderbehandlung beginnt schon in den ersten Sekunden des Lebens: Zwar kommen alle Kinder nackt zur Welt. Aber nicht alle Kinder erblicken das erste Licht der Welt in einer Gebärsaal-Suite der Zürcher Privatklinik Hirslanden, wo für einen «stilvollen Start ins Leben» gesorgt ist («NZZ am Sonntag»). Seeblick, Gourmetküche, Hi-Fi-Anlage und Designermöbel zeichnen die Suiten aus, im eigentlichen Gebärzimmer steht ein Designer-Gebärstuhl mit Massagefunktion und indirekter Bodenbeleuchtung, und die Scheren, Zangen, Saugglocken und Putztücher sind diskret in der Wand verborgen – möglichst wenig soll man von der Medizin sehen. Weiter




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